Penny Venetian Red
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Die Penny Venetian Red ist eine britische Freimarke zu einem Penny, die am 1. Januar 1880 im Vereinigten Königreich ausgegeben wurde. Sie ersetzte die Penny Red als wichtigste Ein-Penny-Marke und wurde bereits im Juli 1881 durch die Penny Lilac abgelöst. Der Name bezieht sich auf die venetianischrote Druckfarbe.
| Penny Venetian Red | ||
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| Ausgabe | ||
| Land | Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland | |
| Nominalwert | 1 Penny | |
| Ersttag | 1. Januar 1880 | |
| Gültig bis | 31. Mai 1901[1] | |
| Gestaltung | ||
| Bildmotiv | Königin Victoria | |
| Farbe | venetianischrot | |
| Druckart | Buchdruck | |
| Besonderheiten | kurzlebige Übergangsausgabe zwischen Penny Red und Penny Lilac | |
| Auflage | ||
| Auflage | 1.462.584.000 | |
Die Marke gehört zu den späten Ausgaben der britischen Victoria-Zeit. Ihre Bedeutung liegt vor allem in ihrer Stellung als kurzlebige Übergangsausgabe zwischen der jahrzehntelang verwendeten Penny Red und den späteren Marken, die zugleich für Porto und Stempelsteuer verwendet werden konnten.
Entstehung
Die Penny Venetian Red erschien nach dem Ende der langen Ausgabezeit der Penny Red. Diese war seit 1841 die wichtigste britische Ein-Penny-Marke gewesen und hatte ihrerseits die Penny Black ersetzt. Die Penny Red wurde im Stichtiefdruck hergestellt und blieb bis 1879 in Gebrauch. Nach dem Auslaufen des Druckvertrags mit Perkins Bacon wurden 1880 neue britische Marken im Buchdruck ausgegeben.[2]
Die Ein-Penny-Marke dieser neuen Ausgabe erschien am 1. Januar 1880. Sie wurde von De La Rue im Buchdruck hergestellt und war damit Teil der britischen surface-printed-Ausgaben. Sie ersetzte die vertraute liniengravierte Penny Red, übernahm aber noch wesentliche Gestaltungselemente der älteren Ein-Penny-Marken.[2]
Die Penny Venetian Red wurde nur rund eineinhalb Jahre verkauft. Nach John Curtis war sie vom 1. Januar 1880 bis zum 11. Juli 1881 erhältlich; insgesamt wurden 1.462.584.000 Exemplare gedruckt.[3] The Swedish Tiger nennt dieselbe Auflage und führt die Marke als SG166.[4]
Gestaltung und Druck
Das Markenbild zeigt das Profil Königin Victorias in einem rechteckigen Rahmen. Die Inschriften lauten „POSTAGE“ und „ONE PENNY“. Damit schloss die Penny Venetian Red noch unmittelbar an die ältere Gestaltung der britischen Ein-Penny-Postmarken an. Wie bei der Penny Black und der Penny Red wurde kein Ländername angegeben, da britische Briefmarken traditionell durch das Herrscherbild gekennzeichnet waren.
Melville beschreibt die Marke als Ein-Penny-Ausgabe in venetianischroter Farbe mit königlichem Porträt in rechteckigem Rahmen. Die Wörter „Postage“ und „One Penny“ stehen in weißen Buchstaben auf farbigen Bändern am oberen und unteren Rand. In den vier Ecken befinden sich Buchstaben, die wie bei den späteren liniengravierten Ein- und Zwei-Penny-Marken angeordnet sind. Das Papier war „Crown 1880“, die Zähnung betrug 14.[2]
Die Eckbuchstaben dienten der Bestimmung der Position im Druckbogen. Ein vollständiger Bogen umfasste 240 Marken in 20 Reihen zu je 12 Marken; die Buchstaben reichten entsprechend von AA bis TL. Dieses Bogenformat entsprach dem vordezimalen britischen Währungssystem: Eine Marke kostete einen Penny, eine Reihe mit zwölf Marken entsprach einem Schilling, ein vollständiger Bogen mit 240 Marken einem Pfund Sterling.
Die Ausgabe ist im Stanley-Gibbons-Katalog als SG166 katalogisiert. The Swedish Tiger nennt als Wasserzeichen „Imperial Crown“ und führt zahlreiche Platten- und Registrierungsdaten der Ausgabe auf.[4] Melville erwähnt außerdem, dass die Marke auch ungezähnt bekannt ist, weil einzelne Stücke in diesem Zustand ausgegeben wurden.[2]
Ablösung durch die Penny Lilac
Die Verwendungszeit der Penny Venetian Red blieb kurz. Ein wichtiger Grund für ihre Ablösung war der Customs and Inland Revenue Act 1881. Das Gesetz bestimmte, dass ab dem 1. Juni 1881 bestimmte Stempelabgaben zu einem Penny durch Penny-Postwertzeichen entrichtet werden konnten und umgekehrt auch bestimmte Penny-Steuermarken zur Zahlung von Porto verwendet werden durften.[5]
Für diese neue Doppelfunktion wurde 1881 die Penny Lilac eingeführt. Sie trug nicht mehr nur die Inschrift „POSTAGE“, sondern „POSTAGE AND INLAND REVENUE“ und war damit als kombinierte Post- und Steuermarke gestaltet. Die Penny Venetian Red blieb dadurch eine Übergangsausgabe zwischen den klassischen Ein-Penny-Postmarken und den späteren kombinierten Marken der Victoria-Zeit.
- Penny Red, wichtigste britische Ein-Penny-Marke von 1841 bis 1879; als frühe Victoria-Ausgabe 1901 demonetisiert
- Penny Venetian Red, verkauft vom 1. Januar 1880 bis 11. Juli 1881; gültig bis 31. Mai 1901
- Penny Lilac, Nachfolgerin ab 12. Juli 1881 mit neuer Inschrift „POSTAGE AND INLAND REVENUE“; Victoria-Ausgabe bis Ende Juni 1915 gültig
Die Penny Lilac brach auch gestalterisch mit der älteren Reihe. Das Porträt befand sich nun in einem Oval, und die Ecken enthielten keine Buchstaben mehr, sondern Punktreihen. Die erste Form erschien am 12. Juli 1881 mit 14 Punkten in jeder Ecke; um den 12. Dezember 1881 folgte eine Form mit 16 Punkten und etwas größerer Schrift.[2]
Gültigkeit
Obwohl die Penny Venetian Red nur bis Juli 1881 verkauft wurde, blieb sie zunächst frankaturgültig. Die Gültigkeit endete mit der Demonetisierung der älteren Victoria-Ausgaben. Nach einer Handreichung der Royal Philatelic Society London wurden die liniengravierten Queen-Victoria-Marken und alle Ausgaben vor 1881 im Jahr 1901 demonetisiert. Andere Victoria-Ausgaben, darunter die Penny Lilac, blieben dagegen bis Ende Juni 1915 gültig; Edward-VII-Ausgaben liefen bis Ende März 1930, andere vordezimale Ausgaben bis 29. Februar 1972.[1]
Für die Penny Venetian Red ergibt sich daraus eine Gültigkeit bis zum 31. Mai 1901. Ab dem 1. Juni 1901 war sie nicht mehr zur Frankatur verwendbar.
Philatelistische Bedeutung
Die Penny Venetian Red gehört wegen ihrer hohen Auflage nicht zu den klassischen philatelistischen Raritäten, gilt aber als wichtige Übergangsmarke der britischen Postgeschichte. Sie verbindet die Reihe der frühen Ein-Penny-Freimarken mit der späteren Verbindung von Post- und Steuerverwendung.
Philatelistisch interessant sind neben Einzelmarken besonders Stücke mit klar erkennbaren Eckbuchstaben, Stempeln, Perfins, Plattenmerkmalen oder gelaufene Belege. John Curtis beschrieb zahlreiche kleinere Plattenfehler und konstante Abweichungen der Ausgabe, darunter Rahmenbrüche und wiederkehrende Druckmerkmale.[3]
Literatur
- John Curtis: Varieties of the 1d Venetian Red. In: The Great Britain Journal. Band 50, Nr. 1, 2012, S. 1–5.
- John Easton: The De La Rue History of British & Foreign Postage Stamps, 1855–1901. Faber and Faber for the Royal Philatelic Society London, London 1958.
- Fred J. Melville: The Postage Stamps of Great Britain. The Junior Philatelic Society, London 1904.
- Hugh Jefferies (Hrsg.): Stanley Gibbons Great Britain Specialised Stamp Catalogue. Volume 1: Queen Victoria. 16. Auflage. Stanley Gibbons, London 2011, ISBN 978-0-85259-816-0.
