Pentenried
Ortsteil der Gemeinde Krailling im oberbayerischen Landkreis Starnberg
From Wikipedia, the free encyclopedia
Pentenried ist ein Ortsteil der Gemeinde Krailling in der Nähe von Gauting im oberbayerischen Landkreis Starnberg.
Pentenried Gemeinde Krailling | |
|---|---|
| Koordinaten: | 48° 5′ N, 11° 21′ O |
| Höhe: | 581 m |
| Einwohner: | 757 (1. Jan. 2021)[1] |
| Postleitzahl: | 82349 |
| Vorwahl: | 089 |
Alte Brennerei in Pentenried | |
Geologie
Geologisch sind die rißeiszeitlichen Schotterfelder am Ostrand des Moränenzuges von besonderem Interesse.
Geschichte
In der Umgebung der ehemaligen Hofgebäude der Schwaige Pentenried wurden frühmittelalterliche Körpergräber entdeckt, die in der bayerischen Denkmalliste unter der Aktennummer 1 D-1–7934–0263 verzeichnet sind.[2]
Der Ortsname Pentenried sowie seine historischen Formen – „Sancti Benedicti Ride“, „Benediktenried“, später „Penderriedt“ und schließlich „Pentenried“ – und die typische Endung „-ried“ weisen auf eine Rodungssiedlung hin (siehe auch Martinsried), die vermutlich im Zusammenhang mit dem Kloster Benediktbeuern entstand. Die räumliche Nähe sowie die Lage an der Römerstraße Gauting–Augsburg lassen zudem vermuten, dass die Rodung von Gauting ausging.
Die Schwaige Pentenried wird von Johann Nepomuk Sepp in seiner Religionsgeschichte Oberbayerns im Zusammenhang mit dem Kloster Benediktbeuern erwähnt. Demnach wurde Pentenried, auch Benediktenried genannt, im 13. Jahrhundert dem Kloster zehntpflichtig und im Jahr 1223 nach Benediktbeuern einverleibt.[3]
Eine weitere urkundliche Erwähnung findet sich um 1430 in einer Hussitensteuerliste, was auf eine bereits gut etablierte, wehrhafte und wirtschaftlich leistungsfähige Einheit schließen lässt.[4]
Für diese Epoche ist, beginnend mit Porgel (Hauser?) zu Pentictenried (1430) die jahrhundertelange Reihe der dort ansässigen Schwaiger namentlich belegt. Im Jahr 1499 wurde das 149 Tagwerk umfassendes Areal aus Feld und Wald als ein klösterliches Gut des Stift Benediktbeuern bewirtschaftet. In den Urkunden von 1504 wird die Schwaige als „ain ainöd“ bezeichnet. Sie bestand zu diesem Zeitpunkt (und bis ins 19. Jahrhundert) aus einem einzelnen, isolierten Hof.[4]
Die dort ansässige Schwaigerfamilie Hauser prägte das Gut über Generationen und stellte auch die lokale Verteidigung sicher: Für das Jahr 1517 ist verzeichnet, dass der dortige Schwaiger Hermann Hauser (unter dem damaligen Ortsnamen „zu Benediktenried“) im militärischen Aufgebotsfall mit einer vollständigen Rüstung (Krebs, Spieß und Degen) auszurücken hatte. Im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts stellte die dort ansässige Verwalterfamilie Hauser mit Jorg (Georg) Hauser einen der fünf Hauptleute des lokalen bayerischen Verteidigungsaufgebots.[4]
Der Familienname Pentenrieder ist ein Herkunftsname zum Siedlungsnamen Pentenried. Der Übergang innerhalb der dort ansässigen Familie Hauser ist 1588 durch Michael Hauser, „genannt Penterrieder“, belegt. Im 17. Jahrhundert erscheint Penterrieder beziehungsweise Pentenrieder als fester Familienname.
Ein Gerichtsprotokoll des Landgerichts Starnberg aus dem Jahr 1678 belegt die Verwandtschaft der im Würmtal und Starnberger Raum ansässigen Familienstämme.
Aus Pentenried stammte der spätere Bernrieder Stiftsdekan Johann Georg Wilhelm Pentenrieder (1674–1731).[4]
Bis 1726 gehörte das Gut dem Kloster Benediktbeuern, danach wurde es Teil der Hofmark Planegg.
Im Jahr 1795 bestand der Einödhof Pentenried aus einem Wohnhaus, mehreren Wirtschaftsgebäuden, einer Hofkapelle, einem Backofen, einem Zuhaus sowie einem Brunnen.[4]
1801 wurde der Ort, nachdem Planegg aus dem Patrimonialgericht Starnberg ausgeschieden war, der Hofmark Krailling zugeschlagen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gut eine Ziegelei errichtet, Anfang des 20. Jahrhunderts kam noch eine Brennerei dazu. Von 1932 bis 1941 ging der Hof in den Besitz der Burghauser Großindustriellenfamilie Wacker über. Am 1. Juni 1941 erwarb die Wehrmacht Pentenried und betrieb das Gut als Lehrgut der Heeresfachschule für Landwirtschaft. Nach Kriegsende war es dann im Besitz der amerikanischen Militärregierung, die den Landwirtschaftsbetrieb wieder aufnahm. 1948/49 wurden, teilweise mit finanzieller Unterstützung des bayerischen Staats, über 100 Häuser errichtet, die vor allem von über 600 deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlingen aus Böhmen, Mähren, Ostpreußen und Schlesien errichtet und bewohnt wurden. Die ersten dieser Neubauten waren Schwarzbauten, die jedoch toleriert wurden. Die heutige Gestalt des Ortes ist also eine Folge von Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950.[5]

Heute wohnen etwa 750 Menschen in Pentenried. Der Ort hat, zusammen mit dem benachbarten Frohnloh, die eigene, von der für die übrige Gemeinde Krailling geltenden abweichende Postleitzahl 82349.
Baudenkmäler
Das einzige erwähnenswerte Bauwerk des Kirchdorfes ist die katholische Filialkirche St. Benedikt, ein Neubau von Karl Blum aus dem Jahr 1958. Die Ausstattung der Kirche entstammt unterschiedlichen Quellen. Obwohl der Ort früher zu Planegg und jetzt zu Krailling gehört, war die Kirche immer ein Teil der Pfarrei Gauting.[6]
Sport

In Pentenried ist der etwa 700 Mitglieder starke Sportverein TSV Pentenried beheimatet, der u. a. die Sportarten Fußball, Tennis, Taekwondo, Tischtennis und Bergsport anbietet. Die 1. Herrenmannschaft Fußball des Vereins spielt seit der Saison 2022/23 wieder und auch in der aktuellen Saison 2024/25 in der Kreisklasse (9. Liga) im Kreis Zugspitze. Die 2. Herrenmannschaft spielt zusammen mit der 2. Mannschaft des TV Stockdorf in der zur Saison 2023/24 begründeten Spielgemeinschaft SG TV Stockdorf II/TSV Pentenried II. Diese Mannschaft tritt aktuell in der C-Klasse (12. Liga) an.
Persönlichkeiten
- Der in Nürnberg geborene Tiermaler Edmund Wagner starb am 3. Oktober 1859 im Alter von 28 Jahren in Pentenried infolge der Entladung seiner Jagdflinte beim Ausgleiten im Walde.[7]
Weblinks
- Internetauftritt des TSV Pentenried: https://www.tsv-pentenried.de/
- Geschichte der alten Brennerei: https://www.brennerei-pentenried.de/geschichte-1
- Pentenried in der Ortsdatenbank von bavarikon.
- Pentenrieder: Digitales Familienwörterbuch
