Perception instantanée

Musikalbum von Alban Darche und L’OrphiCube From Wikipedia, the free encyclopedia

Perception instantanée ist ein Musikalbum von Alban Darche und L’OrphiCube. Die 2014 im Corner Box Studio in Rocheservière, Vendée, entstandenen Aufnahmen erschienen 2014 auf dem von Alban Darche mit Jean-Louis Pommier und Sébastien Boisseau gegründeten Label Yolk Records.

Veröffent-
lichung

31. März 2014

Aufnahme

2014

Label(s)

Yolk Records

Format(e)

CD, Download

Schnelle Fakten Studioalbum von Alban Darche & L’OrphiCube, Veröffent-lichung ...
Perception instantanée
Studioalbum von Alban Darche & L’OrphiCube

Veröffent-
lichung

31. März 2014

Aufnahme

2014

Label(s)

Yolk Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

8

Länge

47:07

Besetzung

  • Geige: Marie-Violaine Cadoret

Studio(s)

Corner Box Studio, Rocheservière, Vendée

Chronologie
John Hollenbeck, Alban Darche, Sébastien Boisseau, Samuel Blaser: Jass
(2014)
Perception instantanée Alban Darche Stringed: L’horloge
(2015)
Schließen

Hintergrund

Der französische Komponist und Saxophonist Alban Darche, der in Nantes lebt, untersuchte mit dem Album Perception instantanée die Möglichkeiten, variable geometrische Ideen, inspiriert vom kubistischen Maler Robert Delaunay (1885–1941), als Kompositionswerkzeuge für ein improvisierendes Ensemble zu nutzen. Darche begann diese Arbeit mit seinem neunköpfigen Ensemble L’OrphiCube (ein Begriff, der sich auf die kubistische Kunstbewegung und ein Gedicht über Orpheus von Guillaume Apollinaire bezieht) auf dessen selbstbetiteltem Debütalbum, das im Jahr 2013 erschien.[1]

Das Ensemble L’OrphiCube arbeitet mit einer sich verändernden Geometrie: Sechs feste Musiker gewährleisten die strukturelle Festigkeit, während drei Stimmen jeweils auf ihre Weise das Klanggebilde nuancieren. Dieser disziplinierte und präzise Ansatz ermöglicht es Darche, in jeder Komposition unterschiedliche Lichtverhältnisse anzudeuten oder, wie der Komponist es ausdrückt, „eine ganze Welt der Farben in jedem Takt unserer Musik zu verdichten.“ So soll das Ensemble Delaunays Vision verwirklichen, der die Eindrücke, die das Licht nach dem Betrachten von Mond und Sonne auf der Netzhaut hinterlässt, übersetzen wollte. Darche entwickelt diese Vision Eyal Hareuveni zufolge auf dem Folgealbum Perception instantanée in einem reichen musikalischen Vokabular weiter – und schafft Musik, die „unmittelbar die Summe der Klangerinnerungen ausdrückt, die in jedem von uns ruhen, Erinnerungen an die Musik, die den Soundtrack unseres Lebens bildet.“[1]

Sechs der Mitglieder stammen aus Darches Gruppe Gros Cube; zunächst die Rhythmusgruppe, die gleichzeitig Kern des Trios Le Cube ist, mit Sébastien Boisseau am Kontrabass und Christophe Lavergne am Schlagzeug, dann eine Gruppe von Saxophonisten, Matthieu Donarier, Sylvain Rifflet, François Ripoche und Darche selbst. Zu diesen kamen zwei Musikerinnen aus der klassischen Musik hinzu, Nathalie Darche am Klavier und Marie-Violaine Cadoret an der Violine, die zum kammermusikalischen Klang des Ensembles beitragen. Als Dritter wurde der Akkordeonist Didier Ithursarry einbezogen, der nach Ansicht von Nicolas Dourlhès die für die Tanzsaal-Szene typische Dynamik einbringt.[2]

Titelliste

  • Alban Darche, L’OrphiCube – Perception Instantanée (Yolk Records – J2060)
  1. Paso Doble 3:42
  2. La Pascoalaise 7:02
  3. La Bouguenaisienne 6:54
  4. Les Silhouettes 6:20
  5. Miramas Reggae 7:31
  6. Mon Tribut A Tim Burton 4:29
  7. C’Baff 4:44
  8. Abécédaire 6:25

Die Kompositionen stammen von Alban Darche.

Rezeption

Nach Ansicht von Eyal Hareuveni, der das Album in All About Jazz rezensierte, würde die Ensemble-Interpretation von Darches Kompositionen durch intensive Klangfarben bestechen, obwohl sie in strengen architektonischen Formaten ausgeführt ist. In „Paso Doble“ gelinge es ihm, die Tanzform mit einem dringlichen, frischen Zusammenspiel aufzuladen, das subtil mit der präzisen Form spielt. „La Pascoalaise“ spiele mit dem Pathos des europäischen Chansons und füge ihm eine ironische, spielerische Note hinzu, wobei die vertraute emotionale Ausdrucksweise zum Verweilen einlade. Die sparsame, lyrische Darbietung des gesamten Ensembles hebe flüchtige Passagen der tille sowie ein hochemotionales Zusammenspiel hervor, das das Gefühl eines schmerzlichen Verlustes intensiviert.[1]

Alban Darche (2018)

Diese Besetzung würde die Verbindung von Eleganz strenger Komposition und der Ungezwungenheit spontaner, improvisatorischer Musik ermöglichen, .schrieb Nicolas Dourlhès (Citizen Jazz). Tatsächlich mache ihre Anordnung Perception Instantaneous zu einer präziseren Synthese der im Vorgänger etablierten Prinzipien. Alle Kompositionen stammten von Alban Darche und seien, wie so oft bei ihm, von den populären Melodien inspiriert, die im kollektiven Gedächtnis verankert sind. Neue und alte Themen, die er bereits mit anderen Ensembles geleitet hat, würden sich in diesem gemeinsamen „folkloristischen Schmelztiegel“ verbinden, nie verzerrt oder karikiert, sondern stets mit Respekt und echter Begeisterung behandelt. Der Hörer, der sich so in vertrauter Umgebung wiederfinde, sei schnell gefesselt von der Musik, die sich so wunderbar an die Schwelle seiner Empfindsamkeit heranwagt. Diese unmittelbare Verbindung ermögliche es ihm, seine Aufmerksamkeit auf eine meisterhafte Arrangementkunst zu richten, deren unerschöpfliche – und scheinbar grenzenlose – Erfindungsgabe höchstes Lob verdient.[2]

Mit sich stetig weiterentwickelnden Harmonien, immer neuen Klangfarben und neuartigen Rhythmen habe Alban Darche über die Jahre sein selbstkomponiertes Material immer wieder neu interpretiert und neu gestaltet, so Nicolas Dourlhès weiter. So würde jedes Mal eine neue Geschichte entstehen, die durch ständige Überarbeitung neu entsteht. Diese Kunstfertigkeit sei weder eitel noch prätentiös: Die Fülle und Brillanz seiner Klangexperimente dienten der Melodie; selbst nach mehrmaligem Hören fesselten sie und regten weiterhin zum Nachdenken an. Dieses feine Gleichgewicht zwischen Gesang und den ihn untermalenden, ausdrucksstarken Bewegungen trage maßgeblich zum Erfolg bei.[2]

Das L’Orphicube-Ensemble arbeite mit einer veränderlichen, dynamischen Struktur: Sechs feste Musiker sorgen für die strukturelle Festigkeit würden, begleitet von drei wählbaren Stimmen, die dem Klanggebilde jeweils auf ihre Weise Ausdruck verleihen, schrieb Peter Slavid (London Jazz News). Nichts davon sei auf den ersten Blick ersichtlich – was man hört, sei die Vielfalt, die von einer verspielten Version des Paso Doble über Hommagen an Hermeto Pascoal und Tim Burton bis hin zu französischen Chansons, Reggae, einem Kinder-Alphabetlied und vielem mehr reiche. Diese Veröffentlichungen des Yolk-Labels würde beweisen, dass die Kreativität ungebrochen sei und ein beeindruckendes Zeugnis der Qualität und Vielfalt des modernen französischen Jazz darstellen.[3]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI