Perchlorylfluorid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Perchlorylfluorid (FClO3) ist ein farbloses, giftiges Gas mit unangenehmem Geruch, welches leicht kondensierbar ist (Siedepunkt ca. −47 °C). Chemisch ist es das Säurefluorid der Perchlorsäure. Das Chlor liegt in seiner höchsten Oxidationsstufe +VII vor.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Perchlorylfluorid
Allgemeines
Name Perchlorylfluorid
Andere Namen
  • Chloroxyfluorid
  • Chlorfluoridoxid
  • Trioxychlorfluorid
Summenformel ClFO3
Kurzbeschreibung

farbloses Gas mit süßlichem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7616-94-6
EG-Nummer 231-526-0
ECHA-InfoCard 100.028.660
PubChem 24258
ChemSpider 22680
Wikidata Q426607
Eigenschaften
Molare Masse 102,45 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig[1]

Dichte

1,39 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−146 °C[1]

Siedepunkt

−46,8 °C[1]

Dampfdruck

1,04 MPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (0,6 g·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 270330314
P: 220260280303+361+353+315304+340+310305+351+338+310[1]
MAK

Schweiz: 3 ml·m−3 bzw. 13 mg·m−3[2]

Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Herstellung

Perchlorylfluorid kann durch Fluorierung von Kaliumchlorat mit Fluor in Antimonpentafluorid bei −20 °C[5] oder durch Umsetzung von Kaliumperchlorat mit Fluorsulfonsäure erhalten werden[5][6]:

Ebenfalls möglich ist die Umsetzung von Kaliumperchlorat mit Fluorwasserstoff und Antimon(V)-fluorid[7]:

Eigenschaften

Perchlorylfluorid ist bis über 400 °C beständig[5][8]. Es wirkt stark brandfördernd (oxidierend) und reagiert, v. a. beim Erhitzen, heftig mit Reduktionsmitteln. Auch viele Beschichtungsmittel, Kunststoffe und Gummi werden angegriffen. Mit Wasser reagiert es nur träge, abhängig vom pH-Wert, zu Perchlor- und Flusssäure.

Die Verbindung eignet sich zur Synthese von (zumeist explosionsfähigen) organischen Derivaten der Perchlorsäure. So können damit durch Reaktion mit Alkoholaten Perchlorsäureester hergestellt werden; mit Phenyllithium (C6H5Li) erhält man Perchlorylbenzol C6H5ClO3[9]. Mit reinem Natriummethylat erfolgt die Reaktion explosionsartig.[8] Mit Ammoniak und Aminen können sich Perchlorylamide R(R')N-ClO3 bilden, die bei unsubstituierten NH-Bindungen sauer wirken.[5]

Sicherheitshinweise

Bei Meerschweinchen führte die inhalative Gabe von 220 mg·m−3 Perchlorylfluorid zur Fibrose von Bindegewebe in der Lunge und Chronisch obstruktiver Lungenerkrankung sowie Verminderung der Anzahl von Erythrocyten und Erzeugung von Methämoglobin im Blut.[3]

Bei der Durchführung chemischer Reaktionen mit Perchlorylfluorid kam es in der Vergangenheit wiederholt zu unvorhergesehen Explosionen.[10]

Einzelnachweise

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