Periodische Beinbewegung
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Unter periodischen Beinbewegungen oder allgemeiner periodischen Bewegungen der Extremitäten (englisch: Periodic limb movement disorder, PLMD oder Periodic leg movements in sleep, PLMS) sind sich mit Abständen wiederholende, unwillkürliche Bewegungen der Arme und besonders der Beine zu verstehen. Sie kommen im Schlaf, insbesondere der ersten Nachthälfte vor.
| Klassifikation nach ICD-10-GM | |
|---|---|
| G25.80 | Periodische Beinbewegungen im Schlaf |
| ICD-10 online (GM-Version 2026) | |
PMLS können isoliert, ohne Beschwerden beim Patienten auftreten und haben dann keine krankhafte Bedeutung, bedürfen also keiner Behandlung.[1] PMLS und PMLD (krankhaft, ev. Behandlungsnotwendigkeit) müssen unterschieden werden.
Prävalenz (Häufigkeit)
Beschreibung
Es liegen stereotype (gleichförmig wiederkehrende) Bewegungen der Gliedmaßen während des Schlafes vor.[3] Meist werden die großen Beingelenke gebeugt, die Großzehen gestreckt. Es geschieht gleichzeitig oder seitenwechselnd, ein- oder doppelseitig. Dies wird vom Bettpartner berichtet.
Bei der Periodic Limb Movement Disorder (PLMD), der als eigenständigem Syndrom beschrieben Schlafstörung, sind die periodischen Bewegungen besonders häufig und die Erkrankten beklagen Tagesschläfrigkeit und gestörten Nachtschlaf. Folgen des nichterholsamen Schlafes können Monotonieintoleranz (Fehler bei gleichförmigen Abläufen am Tag), Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen, sekundäre depressive Symptome sein.[3]
Ursachen
Genetische Faktoren, Veränderungen des Eisenstoffwechsels und eine Dysfunktion (Funktionsstörung) dopaminerger Systeme sind anscheinend von Bedeutung.[1]
Komorbidität (häufige Begleiterkrankungen)
Diagnose (Krankheitsfeststellung)
Der Bettpartner des Patienten soll befragt werden. Zwischen den unwillkürlichen Bewegungen und den Schlafstörungen muss eine nachvollziehbare Beziehung bestehen.[1]
Bei Untersuchung im Schlaflabor, der Polysomnographie, kann festgestellt werden, wie häufig PLMS auftreten und ob nicht andere Erkrankungen vorliegen und zu den Beschwerden führen. Hierbei werden die periodischen Beinbewegungen pro Stunde gezählt (PLMI = Periodic Limb Movement Index). Ein PLMI unter 5 wird als normal, bis 25 als mild, bis 50 als moderat und über 50 als schwer definiert.[4]
Der Eisenstoffwechsel sollte untersucht werden.[5]
Differentialdiagnose (Abgrenzung anderer Erkrankungen)
- Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) besteht im Wachzustand ein typischer Bewegungsdrang in den Beinen, der die Betroffenen plagt und oft vom Einschlafen abhält. Bei sehr vielen der vom RLS betroffenen Personen sind auch periodische Bewegungen im Schlaf vorhanden.
- Einschlafzuckungen: ein natürliches Phänomen ohne Krankheitswert, beim Einschlafen, nicht periodisch
- Akathisie: nicht nachts
- Angststörungen: Im Vordergrund stehen Angst, Unruhe, Schlafstörung, nicht Bewegungen
- Crampussyndrom: schmerzhafte Krämpfe meist in den Waden.
- REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Auftreten während des REM-Schlafes
Therapie (Behandlung)
Wie in der Medizin üblich ist entscheidend das Beschwerdebild des Patienten. Für einen Behandlungsbedarf spricht das Vorliegen einer Schlafstörung. In diesem Falle wird dasselbe Vorgehen wie bei Restless-Legs-Syndrom empfohlen.[3]
Dopaminerge Substanzen (Levodopa/Carbidopa, Levodopa/Benserazid, Pramipexol, Ropinirol u. a.) können zu einer wesentlichen Verringerung der Beinbewegungen und des dadurch ausgelösten Erwachens führen. Dadurch bessern sich der Nachtschlaf und die Tagesmüdigkeit.[1]
Benzodiazepine sollten wegen der Abhängigkeitsgefahr nicht dauerhaft genommen werden.[5]
Literatur
- R. Natarajan: Review of periodic limb movement and restless leg syndrome. In: Journal of postgraduate medicine, Band 56, Nummer 2, 2010 Apr–Jun, S. 157–162; ISSN 0022-3859. doi:10.4103/0022-3859.65284. PMID 20622400 (Review).
- Treatment of restless legs syndrome and periodic limb movement disorder: an American Academy of Sleep Medicine clinical practice guideline:https://doi.org/10.5664/jcsm.11390