Peter Arnett

US-amerikanischer Kriegsberichterstatter From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Gregg Arnett, ONZM (* 13. November 1934 in Riverton/Aparima, Neuseeland; † 17. Dezember 2025 in Newport Beach, Kalifornien)[1] war ein US-amerikanischer Journalist neuseeländischer Herkunft und einer der bekanntesten Kriegsberichterstatter des 20. Jahrhunderts.

Peter Arnett (1996)

Leben

Peter Arnett war der Sohn von Eric Lionel Arnett und Jane (Gregg) Arnett. Er wurde als zweiter von drei Söhnen in Riverton/Aparima, Neuseeland, geboren. Seine Familie hatte sowohl englische als auch Māori-Wurzeln. Er gehörte dem Iwi (Stamm) der Ngāi Tahu an und wuchs in Bluff, einer kleinen Hafenstadt an der Südküste der Südinsel Neuseelands, auf. Sein Zweitname „Gregg“ war der Geburtsname seiner Mutter. Er besuchte die Waitaki Boys’ High School, ein exklusives Internat in Neuseeland. Er schloss die Schule jedoch nicht ab, sondern wurde kurz vor Ende seiner College-Vorbereitungskurse der Schule verwiesen, da er gegen die Schulregeln verstoßen hatte. Daraufhin begann er 1951 im Alter von 17 Jahren als Volontär bei der Lokalzeitung The Southland Times in Invercargill zu arbeiten. Das war der Anfang seiner journalistischen Laufbahn.

Arnett berichtete lange Zeit für die Associated Press (AP), unter anderem über den Vietnamkrieg. 1966 erhielt er für seine Berichterstattung aus Vietnam den Pulitzer-Preis. Im Zweiten Golfkrieg 1991 berichtete er für CNN. Er war zeitweise der einzige ausländische Journalist in Bagdad. Besonders bekannt wurde Peter Arnett, als er zu Beginn des Krieges zusammen mit Bernard Shaw und John Holliman auf dem Dach des Hotels Raschid stand und die erste Kriegsnacht mit dem Satz einleitete: „Der Himmel über Bagdad ist erleuchtet.“[2]

Peter Arnett war der erste Journalist, der ein Fernseh-Interview mit Osama bin Laden durchführte. Das Interview wurde am 10. Mai 1997 auf CNN ausgestrahlt.[3][4]

Weil er Ende März 2003, während des amerikanischen Angriffs auf den Irak, dem irakischen Fernsehen ein Interview gewährte, in dem er diesen Angriff analysierte, wurde er kurz darauf – trotz seiner raschen Entschuldigung – von seinem Arbeitgeber NBC fristlos entlassen.[5]

Obwohl er kein Studium absolvierte, wurden ihm im Laufe seiner Karriere mehrere Ehrendoktortitel von Universitäten in den USA und Brasilien verliehen. Nach seinem Rückzug aus der aktiven Berichterstattung lehrte er selbst Journalismus, unter anderem als Professor an der chinesischen Shantou University. In Neuseeland trug die Journalistenschule des Southern Institute of Technology in Invercargill zeitweise seinen Namen. Im Rahmen der Queen’s Honours 2006 wurde Arnett für seine Verdienste um den Journalismus zum Officer of the New Zealand Order of Merit ernannt. Seine Autobiografie Live from the Battlefield wurde von der New York Times zum „Buch des Jahres“ gekürt.[6]

Arnett starb am 17. Dezember 2025 in einem Hospiz im kalifornischen Newport Beach im Alter von 91 Jahren an Prostatakrebs.[7]

Werke

  • Unter Einsatz des Lebens: der CNN-Reporter live von den Kriegsschauplätzen der Welt (= Knaur; 77245). Droemer Knaur, München 1994, ISBN 3-426-77245-0, ISBN 3-426-26594-X.
    • Original: Live from the battlefield. Simon & Schuster, New York, 1994, ISBN 0-671-75586-2 (englisch).

Literatur

  • William Prochnau: Once upon a distant war: David Halberstam, Neil Sheehan, Peter Arnett, young war correspondents and their early Vietnam battles. Vintage Books, New York 1996, ISBN 0-679-77265-0 (englisch).[8]

Einzelnachweise

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