Peter Renaday

US-amerikanischer Schauspieler und Synchronsprecher, geboren 1935 From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Renaday (* 9. Juni 1935 in New Iberia, Louisiana; † 8. September 2024 in Burbank, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Synchronsprecher, der von 1963 bis 2019 aktiv war.[1][2][3][4]

Während einer Karriere, die sich über annähernd sechs Jahrzehnte erstreckte, arbeitete Renaday im Theater und Radio, in Film und Fernsehen sowie als Sprecher. Bekannt wurde er vor allem als Sprecher von Meister Splinter in der Zeichentrickserie Teenage Mutant Ninja Turtles aus dem Jahr 1987. Er lieh auch zahlreichen Figuren in Computerspielen und Fahrgeschäften in Themenparks von Walt Disney seine Stimme.[5][6]

Leben

Renaday wurde 1935 als Pierre Laurent Renoudet als Sohn von Joseph Antoine Renoudet und Rita Marie Broussard in New Iberia im US-Bundesstaat Louisiana geboren.[7][8]

Im Jahr 1979 heiratete er Florence „Flo“ June Daniel, mit der er bis zu ihrem Tod am 18. Februar 2011 verheiratet war. Sie arbeitete 35 Jahre lang als Sekretärin in der Musikabteilung der Walt Disney Studios, darunter als Chefsekretärin der beiden Abteilungsleiter Robert Jackman und Jay Lawton.[9][10] Als Koloratursopranistin war sie zudem als Sängerin auf dem 1973 von Disneyland Records produzierten Musikalbum The Sounds of Christmas zu hören – gemeinsam mit ihrem Ehemann.[11][12]

Renaday starb im Alter von 89 Jahren an Altersschwäche in Burbank im Los Angeles County. Seine sterblichen Überreste wurden eingeäschert.[7][8][13]

Karriere

Sein Schauspieldebüt hatte Renaday 1963 in der Fernsehserie General Hospital. In den 1960er- und 1970er-Jahren war er in mehreren Disney-Produktionen als Nebendarsteller tätig, darunter in Robin Crusoe, der Amazonenhäuptling und Ein toller Käfer. In den 1980er-Jahren wurde Renaday für die erste Zeichentrick-Adaption von Teenage Mutant Ninja Turtles als Meister Splinter besetzt – eine große mutierte Ratte, die als Sensei (Lehrer) sowie Trainer in Ninjutsu und anderen Kampfkünsten für die titelgebenden Schildkröten fungiert. Er sprach die Figur von 1987 bis zum Serienfinale 1996.[1] Renaday übernahm die Rolle von Splinter auch in den gesprochenen, nicht-musikalischen Teilen des Live-Konzert-Events TMNT: Coming Out of Their Shells bei der Auftaktveranstaltung in der Radio City Music Hall im Jahr 1990.[14]

Seine Stimme war zudem in zahlreichen Freizeitparkattraktionen von Disneyland und Walt Disney World zu hören. So lieh er seine Stimme der animierte Figur von Abraham Lincoln in der Hall of Presidents, sprach Henry und Max in Country Bear Jamboree, den Kapitän in Rocket to the Moon und der ersten Offizier Collins in Mission to Mars. Außerdem kündigte seine Stimme die Ankunft von Zügen in der „Main Street“ des Disneyland an: „Your attention please…“.[1]

Renaday war die Stimme des Erzählers („Ghost Host“) auf dem Disney-Hörspielalbum The Story and Song from the Haunted Mansion, das erstmals 1969 veröffentlicht wurde. Es erzählt die Geschichte zweier Jugendlicher, die das Spukhaus (englisch Haunted Mansion) besuchen und dort auf übernatürliche Erscheinungen treffen. Renaday führt als geisterhafter Gastgeber durch die Handlung und verlieh der Figur eine markante, atmosphärische Stimme. 1998 wurde das Album unter dem Titel A Spooky Night in Disney’s Haunted Mansion als Kompaktkassette neu aufgelegt. Eine weitere Wiederveröffentlichung erfolgte im Jahr 2009 zur Halloween-Saison, diesmal als Compact Disk unter dem ursprünglichen Titel The Story and Song from the Haunted Mansion. Das Werk gilt als Klassiker unter den Disney-Hörspielen und ist eng mit der gleichnamigen Freizeitparkattraktion verbunden.[1]

Weitere Sprechrollen hatte er in Computerspielen wie Fallout: New Vegas, Assassin’s Creed, als Al-Mualim, in Halo Wars, From Russia with Love, Ninja Gaiden Sigma 2, in BioWares Dragon Age: Origins als Grauer Hüter Duncan und in Gears of War 3, als Adam Fenix.[1]

1989 schrieb er das Drehbuch zum Kurzfilm Cellar Doors.[1]

Synchronsprecher

Filmografie (Auswahl)

Filme

  • 1966: Robin Crusoe, der Amazonenhäuptling
  • 1968: Micky ist der Größte
  • 1968: Ein toller Käfer
  • 1969: Superhirn in Tennisschuhen
  • 1970: Dad… Can I Borrow the Car? (Fernsehfilm)
  • 1970: Aristocats
  • 1971: Der barfüßige Generaldirektor
  • 1971: Die Millionen-Dollar-Ente
  • 1972: Michael O’Hara the Fourth (Fernsehfilm)
  • 1973: Mystery in Dracula’s Castle (Fernsehfilm)
  • 1973: An Eye for an Eye
  • 1974: The Whiz Kid and the Mystery at Riverton (Fernsehfilm)
  • 1975: Der Retorten-Goliath
  • 1976: Der Goldschatz der Matecumbe
  • 1976: Gus
  • 1976: Zotti, das Urviech
  • 1977: Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei
  • 1978: Die Katze aus dem Weltraum
  • 1979: Die Rückkehr der Semmelknödelbande
  • 1980: Bruchlandung im Paradies
  • 1981: Zum Teufel mit Max
  • 1981: Scheidungsgrund – Mord (Fernsehfilm)
  • 1981: The Visitant (Kurzfilm)
  • 1982: Tote kriegen keine Post (Fernsehfilm)
  • 1984: Obliteration (Kurzfilm)
  • 1984: Nausicaä – Prinzessin aus dem Tal der Winde
  • 1984: Nur der Tod ist umsonst
  • 1984: Discovery Bay Chronicles (Kurzfilm)
  • 1985: Taran und der Zauberkessel
  • 1986: Strange Tales (Video)
  • 1986: Defenders of the Earth: The Story Begins
  • 1987: Ultraman: The Adventure Begins (Fernsehfilm)
  • 1988: Mein Nachbar Totoro
  • 1989: Cellar Doors (Kurzfilm)
  • 1989: Terrifying Tales (Video)
  • 1991: Teenage Mutant Ninja Turtles: The Turtles Awesome Easter (Video)
  • 1991: The Miracles of Jesus (Video)
  • 1992: Bebe’s Kids
  • 1992: The Odyssey: A Journey Back Home (Video)
  • 1992: The Honey Bunch (Fernsehfilm)
  • 1992: Teenage Mutant Ninja Turtles: The Mystery of the Cliffs (Video)
  • 1992: Francis Xavier and the Samurai’s Lost Treasure (Kurzfilm)
  • 1993: Jonny’s Golden Quest (Fernsehfilm)
  • 1993: Batman und das Phantom
  • 1993: T’was the Day Before Christmas (Fernsehkurzfilm)
  • 1993: Patrick: Brave Shepherd of the Emerald Isle (Video)
  • 1994: That Little Monster
  • 1994: Pom Poko
  • 1995: Gargoyles the Movie: The Heroes Awaken (Video)
  • 1997: Danny, der Kater – Vier Pfoten erobern Hollywood
  • 1997: The Batman Superman Movie: World’s Finest (Fernsehfilm)
  • 1998: Immer noch ein seltsames Paar
  • 1998: Mulan
  • 1998: Ringmaster
  • 1999: Scooby-Doo und das Geheimnis der Hexe (Video)
  • 2004: Justice League: Starcrossed (Video)
  • 2004: Das wandelnde Schloss
  • 2005: A Distant Thunder (Kurzfilm)
  • 2005: Tugger: The Jeep 4x4 Who Wanted to Fly (Video)
  • 2005: Foreigner 2: Black Dawn (Video)
  • 2008: Metal Gear Solid: Digital Graphic Novel (Video)
  • 2009: Küss den Frosch
  • 2012: The Ghastly Love of Johnny X
  • 2017: The Last Guest
  • 2019: Piney: The Lonesome Pine (Kurzfilm)

Fernsehserien

Computerspiele

Theater (Auswahl)

  • The Hound of the Baskervilles als Sherlock Holmes[1]

Sonstige Publikationen

Alben

  • Mickey Mouse Splashdance[16]
  • Yankee Doodle Mickey[17]
  • The Story and Song of the Haunted Mansion (Originalstimme, später ersetzt durch Paul Frees in der Attraktion The Haunted Mansion)

Hörspiele

  • Star Wars: Tales of the Jedi: Dark Lords of the Sith als Exar Kun
  • Adventures in Odyssey; zahlreiche Rollen (1994–2015)

Freizeitpark-Attraktionen

  • The Hall of Presidents als Abraham Lincoln
  • Country Bear Jamboree als Henry der Moderator und Max der Hirsch
  • 20,000 Leagues Under the Sea: Submarine Voyage als Kapitän Nemo
  • The Many Adventures of Winnie the Pooh als Sprecher (Versionen in Magic Kingdom, Disneyland und Hongkong Disneyland)
  • Tomorrowland Transit Authority PeopleMover als Sprecher (1994 bis 2009)
  • Buzz Lightyear Astro Blasters als Space Ranger #1 (nur Disneyland)

Spielzeug

Einzelnachweise

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