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Peter Straub (Schriftsteller)

US-amerikanischer Schriftsteller (1943–2022) From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Francis Straub (* 2. März 1943 in Milwaukee, Wisconsin; † 4. September 2022 in New York City, New York) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, der durch seine Horror-Romane bekannt wurde. Wie Stephen King, mit dem er zwei Romane schrieb, zählt er zu den bedeutendsten Vertretern der modernen Phantastik.

Peter Straub (2009)

Leben

Peter Straub mit dem australischen Horrorschriftsteller Rob Hood (2007)

In Milwaukee geboren, wuchs Peter Straub zusammen mit zwei jüngeren Brüdern im US-Bundesstaat Wisconsin auf. Sein Vater war Verkäufer, seine Mutter arbeitete als Krankenschwester. Seine Mutter hatte sich gewünscht, dass aus ihm ein Arzt oder ein Pfarrer werde, während sein Vater ihn gerne als Profisportler gesehen hätte. Schon im Vorschulalter interessierte Straub jedoch vor allem das Lesen. So verbrachte er Stunden in öffentlichen Bibliotheken, wo er Geschichten über Piraten, Soldaten, Detektive, Verbrecher und andere schillernde Gestalten las.

Ein einschneidendes Kindheitserlebnis als Erstklässler war ein schwerer Autounfall, der neben einer Nahtoderfahrung zahlreiche Knochenbrüche, diverse Operationen und ein Jahr Schulpause für Straub bedeutete. Außerdem war er für längere Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen und entwickelte einige Verhaltenseigenheiten, zum Beispiel ein schweres Stottern, das bis ins frühe Erwachsenenalter anhielt.

Nach einem Anglistik-Studium an der University of Wisconsin–Madison und der Columbia University arbeitete er kurz als Englischlehrer, bevor er nach Dublin zog, um dort an einer Promotion zu arbeiten. Hier und in London, wo er von 1972 bis 1979 lebte, begann er professionell zu schreiben. Seinen ersten großen Erfolg feierte er 1979 mit dem Roman Ghost Story (deutsch: Geisterstunde). Straub lebte in Manhattan. Seine Tochter Emma Straub ist ebenfalls eine erfolgreiche Schriftstellerin.

Straubs Romane wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1989 und 1993 mit dem World Fantasy Award, dem British Fantasy Award und dem Bram Stoker Award. 2005 erhielt er den Bram Stoker Award[1] und 2010 den World Fantasy Award[2], jeweils für sein Lebenswerk.

Straub starb am 4. September 2022 im Columbia University Irving Medical Center im New Yorker Stadtteil Manhattan im Alter von 79 Jahren an gesundheitlichen Komplikationen, die infolge einer Hüftfraktur eingetreten waren.[3]

Werke (Auswahl)

Romane

Gedichtbände

Sammelbände

  • 5 Stories. Borderlands Press, Baltimore, Md. 2008, ISBN 978-1-880325-03-2.
  • Haus ohne Türen. Kurzgeschichten. („House Without Doors“). Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07551-X.
  • Magic Terror. Stories. („Magic Terror“). Heyne, München 2000, ISBN 3-453-17408-9.
  • Wild Animals. Three Novels. Putnam, New York 1984, ISBN 0-399-13013-6 (enthält: „Under Venus“, „If You Could See Me Now“ und „Julia“).
  • Interior Darkness. Selected Stories, Doubleday, New York 2016
  • The Complete Short Fiction of Peter Straub, Borderlands Press 2021

Auszeichnungen (Auswahl)

Peter Straub erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Werke, darunter

  • 1983: British Fantasy Award / August Derleth Award für den Roman Der Hauch des Drachen („Floating Dragon“)[4]
  • 1989: World Fantasy Award in der Kategorie Best Novel für den Roman Koko. („Koko“)[2]
  • 1993: Bram Stoker Award in der Kategorie Best Novel für den Roman Der Schlund („The Throat“)[5]
  • 1989: World Fantasy Award in der Kategorie Novella für die Novelle The Ghost Village[2]
  • 1997: World Horror Convention Grand Master Award[6]
  • 1998: Bram Stoker Award in der Kategorie Long Fiction für die Novelle Mr. Clubb and Mr. Cuff[7]
  • 1998: International Horror Guild Award in der Kategorie Long Fiction für die Novelle Mr. Clubb and Mr. Cuff[8]
  • 1999: Bram Stoker Award in der Kategorie Best Novel für den Roman Schattenbrüder („Mr. X“)[9]
  • 2002: Audie Award in der Kategorie Fiction, Unabridged für den Roman Der Talisman („The Talisman“)[10]
  • 1998: International Horror Guild Award in der Kategorie Novel für den Roman Haus der blinden Fenster („Lost Boy Lost Girl“)[8]
  • 2003: Bram Stoker Award in der Kategorie Best Novel für den Roman Haus der blinden Fenster („Lost Boy Lost Girl“)[11]
  • 2004: Bram Stoker Award in der Kategorie Best Novel für den Roman Schattenstimmen („In the Night Room“)[12]
  • 2005: Bram Stoker Award für sein Lebenswerk[1]
  • 2010: Bram Stoker Award in der Kategorie Best Novel für den Roman Okkult („A Dark Matter“)[13]
  • 2010: Bram Stoker Award in der Kategorie Fiction Collection für den Sammelband Magic Terror: Seven Tales[13]
  • 2010: World Fantasy Award in der Kategorie Anthology für den Sammelband American Fantastic Tales: Terror and the Uncanny: From Poe to the Pulps/From the 1940s to Now[2]
  • 2010: Black Quill Award in der Kategorie Dark Genre Novel of the Year für den Roman Okkult („A Dark Matter“)[14]
  • 2010: World Fantasy Award für sein Lebenswerk[2]
  • 2011: Bram Stoker Award in der Kategorie Long Fiction für die Novelle The Ballad of Ballard and Sandrine[15]

Filme

Literatur

Einzelnachweise

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