Peter von Gebhardt

deutscher Genealoge und Archivar From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Adalbert Eduard Gustav von Gebhardt (* 31. Januar 1888 in Berlin; † 6. September 1947 in Berlin-Charlottenburg) war ein deutscher Genealoge und Archivar.

Leben

Peter von Gebhardt war der Sohn des Direktors der Universitätsbibliothek Leipzig Oscar von Gebhardt und dessen Ehefrau Jenny, geborene Schindler, Tochter des Kaufmanns Adalbert Schindler. Die Mutter lebte später als Witwe in Hamburg.

Seine Schulbildung erhielt er an der Thomasschule und ab 1903 am Königin-Carola-Gymnasium in Leipzig, das er 1908 mit dem Reifezeugnis verließ.[1]

Nach einer Banklehre in Düsseldorf begann er 1910 das Studium der Rechtswissenschaft, Nationalökonomie und der Historischen Hilfswissenschaften an der Universität Leipzig. 1915 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte in Leipzig.

Während des Ersten Weltkriegs wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Anschließend war er von 1919 bis 1924 Leiter der Bibliothek des Juristischen Seminars an der Berliner Universität und gehörte dem Mitarbeiterstab der Monumenta Germaniae Historica an. Von 1919 bis 1927 war er verheiratet mit Hertha von Gebhardt, mit der er zwei gemeinsame Kinder hatte. Eine zweite Ehe verband ihm mit der gebürtigen Berlinerin Hermina Dahl, die 1936 starb; ohne Nachfahren.

In den folgenden Jahren widmete er sich als Privatgelehrter der genealogischen Forschung und bereiste dazu zahlreiche deutsche und europäische Archive.

Am 1. Juli 1932 wurde er von der Stadt Magdeburg als Stadtarchivar angestellt. Er erarbeitete eine grundlegende Übersicht über die Geschichte und Bestände dieses Archivs, die er 1935 unter dem Titel Das Magdeburger Stadtarchiv. Übersicht über seine Geschichte und seine Bestände publizierte. Nachdem er diese Anstellung im Mai 1933 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, war er freiberuflich tätig.

1940 trat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Dienst des Auswärtigen Amtes. Zudem war er damals schon Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft.

Von 1945 bis zu seinem Tod 1947 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem beschäftigt.

Peter von Gebhardt war Schriftleiter des Familiengeschichtlichen Such- und Anzeigeblattes (ab 1925) und der genealogischen Fachzeitschrift Der Herold. Zeitschrift für Geschlechter-, Wappen- und Siegelkunde (von 1939 bis 1943).

Ab 1926 war er Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familien- und Wappenkundlichen Vereine. Er wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem in Berlin beigesetzt.

Werke (Auswahl)

  • Schriften (1913-1937) von Peter von Gebhardt. Berlin 1938. WorldCat
  • Stephan Kekule von Stradonitz. Lebensalriss und Schriftenverzeichnis. Verlag G. Reichardt-Groitzsch, Selbstverlag des Verein für Geschlechter-, Wappen- u. Siegelkunde-Herold, Berlin 1938. 41 S. WorldCat
  • Das Haus Rückforth. Hrsg. Generalkonsuls Rudolf Müller-Rückforth. Selbstverlag Ferdinand Rückforth Nachfolger A.G., Heidelberg/Stettin 1936.
  • Das Magdeburger Stadtarchiv. Übersicht über seine Geschichte und seine Bestände. In: Flugschriften für Familiengeschichte, H. 24; Leipzig 1935.
  • Namenweiser zum Schrifttum über den Jenaer Buchdruckerstreit von 1721-24. In: Familiengeschichtliche Blätter, Jg. 32, H. 4/5/6; Leipzig 1933.
  • Manfred von Ardenne und seine Ahnen. In: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete. Görlitz 1931.
  • mit Hans Schauer: Johann Gottfried Herder, seine Vorfahren und seine Nachkommen. In: Beiträge zur deutschen Familiengeschichte, Bd. 11; Leipzig 1930.
  • Die Anfänge des Berliner Adreßbuches. Ein bibliographischer Versuch. Berlin 1930.
  • Geschichte der Familie Brockhaus aus Unna in Westfalen. Leipzig 1928 .
  • mit Alexander von Lyncker: Verzeichnis der Stolper Kadetten (1761-1816). In: Mitteilungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte e. V. H. 37; Leipzig 1927.
  • Das älteste Berliner Bürgerbuch 1453-1700. In: Quellen und Forschungen zur Geschichte Berlins, Bd. 1; Berlin 1927.
  • Verzeichnis der Neubürger der Stadt Frankfurt an der Oder von 1580 bis 1699. Nach den ältesten Bürgerbuch zusammengestellt. (= Mitteilungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte e. V. H. 28). Leipzig 1924.
  • Verzeichnis der Leichenpredigten und personengeschichtlicher Gelegenheitsschriften des 16. u. 17. Jahrhunderts in der Universitätsbibliothek zu Leipzig. In: Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. H. 24/25. Leipzig 1920.
  • Obersächsisches Geschlechterbuch. Band 1, In: Bernhard Koerner (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch. Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien. Band 33, C. A. Starke, Görlitz 1920.

Genealogie

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser 1917. Jahrgang 11, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 265.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelgenossenschaft (D.A.G.). Teil B (Briefadel). 1942. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha November 1941, [S. 161 f.]

Literatur

  • Jürgen Arndt: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. In: J. Siebmachers Grosses Wappenbuch, Bd. H, Neustadt an der Aisch 1992. S. 137 f.
  • Friedrich von Klocke: Entwicklung der Genealogie vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Prolegomena zu einem Lehrbuch der Genealogie. Schellenberg bei Berchtesgaden 1950, S. 61 f.

Einzelnachweise

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