Petra Sußner
Juristin und Rechtswissenschaftlerin
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Petra Sußner ist eine Juristin und Rechtswissenschaftlerin, die vor allem zu Geschlechterfragen im Recht, Asyl- und Migrationsrecht, Umwelt- und Klimarecht sowie digitaler Gewalt arbeitet.[1][2][3] Seit April 2025 hat sie eine Professur für Recht mit Schwerpunkt Geschlechterfragen an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin inne.[1][4]
Leben
Sußner studierte Rechtswissenschaft an der Universität Wien und schloss das Studium 2006 als Magistra iuris ab.[1] Nach dem Studium arbeitete sie in Wien als Rechtsanwaltsanwärterin, übernahm Rechtsberatungstätigkeiten für den Diakonie Flüchtlingsdienst und die Caritas Eisenstadt und war von 2013 bis 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am österreichischen Verwaltungsgerichtshof.[1][5] 2019 wurde sie an der Universität Wien mit einer Arbeit zu Geschlecht, Sexualität und Asyl promoviert; 2020 erschien daraus das Buch Flucht – Geschlecht – Sexualität.[1][6][7] Von 2018 bis 2024 arbeitete sie an der Humboldt-Universität zu Berlin in der DFG-Forschungsgruppe Recht – Geschlecht – Kollektivität, zunächst zu Asylrecht und später auch zu Umweltrecht und Umweltklagen; 2024 leitete sie dort zudem das Projekt Re:Law/lehre.[1][3]
Wirken
Ein Schwerpunkt ihres Wirkens ist das europäische Asylrecht, insbesondere der Schutz von LGBTIQ-Geflüchteten vor heteronormativen, stereotypisierenden und gewaltförmigen Ausschlüssen im Aufnahme- und Asylverfahren.[6][5][7] Für ihre wissenschaftliche Arbeit erhielt sie 2019 den Gabriele-Possanner-Förderungspreis; die Buchpublikation wurde 2020 mit dem Pride Biz Austria Forschungspreis ausgezeichnet.[3][7] Zu ihren weiteren Arbeitsfeldern gehören Legal Gender Studies, Menschenrechte sowie Fragen intersektionaler Klimaklagen; 2023 veröffentlichte sie auf Verfassungsblog den Beitrag Intersectionality in Climate Litigation zum Fall KlimaSeniorinnen v. Switzerland.[2][8] Sie geht davon aus, dass bei digitaler Gewalt und sexualisierten Deepfakes das Strafrecht allein nicht ausreiche und dass Prävention, Plattformverantwortung sowie ein besserer Zugang zum Recht für Betroffene gestärkt werden müssten.[2][4]
Publikationen
- 2020: Flucht – Geschlecht – Sexualität: Eine menschenrechtsbasierte Perspektive auf Grundversorgung und Asylberechtigung. Wien: Verlag Österreich. ISBN 978-3-7046-8598-8
- 2021: Klimaklagen liefern strukturelle perfekte Fragen für Verfassungsgerichte. In: Juridikum. Wien: Verlag Österreich, S. 80–82.
- 2021: Das reicht (noch) nicht: wo ist das Problem mit Heteronormativität im Asylrecht?. In: Asylmagazin. Karlsruhe: Loeper Literaturverlag, S. 248–256.
- 2022: Addressing heteronormativity: the no-so-lost requirement of discretion in Austrian asylum law. In: International Journal of Refugee Law. Oxford: Oxford University Press, S. 31–53.
- 2023: Intersektionalität als Strategie: der Fall Klimaseniorinnen v. Switzerland. In: Zeitschrift des Deutschen Juristinnenbundes. Baden-Baden: Nomos, S. 74–76.
- 2023: Empirische und interdisziplinäre Zugänge zum Asylrecht. (hrsg. mit Martin Gerecke). Baden-Baden: Nomos.
Weblinks
- Literatur von und über Petra Sußner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek