Pfarrkirche Anthering
Kirche in Anthering im Bundesland Salzburg, Österreich
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die römisch-katholische Pfarrkirche Anthering steht vom Friedhof umgeben in der Ortsmitte der Gemeinde Anthering im Bezirk Salzburg-Umgebung im Land Salzburg. Die dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt unterstellte Pfarrkirche gehört zum Dekanat St. Georgen in der Erzdiözese Salzburg. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz.


Geschichte
Urkundlich wurde 790 eine Kirche genannt. 1680 wurde die Sakristei vergrößert. 1775 wurde der Turm im oberen Bereich neu erbaut. Die Kirche wurde 1857 zur Pfarrkirche erhoben. Von 1936 bis 1938 war eine Restaurierung. 1979 wurde die Kirche außen und 1983/1984 innen restauriert. Bei der Grabung (1983) wurden Reste von drei Vorgängerkirchen ergraben, eine Holzkirche des 8. Jahrhunderts, eine karolingische Steinkirche, eine romanische Kirche um 1200 mit einem Turmanbau des 13. Jahrhunderts.
Architektur
Die einschiffige spätgotische Wandpfeilerkirche mit einer spätgotischen Vorhalle im Süden hat einen im Kern romanischen Westturm und ist von einem Friedhof umgeben.
An das zweijochige Langhaus mit im Kern romanischen Wänden schließt ein eingezogener einjochiger niedrigerer Chor mit abgetreppten Strebepfeilern an.
Ausstattung
Der neugotische Hochaltar zeigt das Altarblatt Mariä Himmelfahrt und trägt die seitlichen Figuren der Wetterheiligen Johannes und Paul und im Gesprenge die Figuren Peter und Paul.
Umgebung
An der südlichen Außenmauer der alten Sakristei befindet sich eine hochrechteckige Grabplatte, welche von einem Priestergrab aus dem Jahr 1563 stammt. Die Grabinschrift lautet übersetzt: „Hier ist der ehrwürdige Herr Georg Adlpiebinger, seinerzeit Kooperator in Bergheim, begraben, der fromm in Christus im Jahr 1563 verschieden ist. Seine Seele lebe in Gott.“[1]
In der nach Süden ausgerichteten, spätgotischen Vorhalle befindet sich rechts des Eingangsportals ein Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus der Gemeinde Anthering. Der Denkmalentwurf stammt von Robert Brandstätter aus Anthering. Gefertigt wurde das aus Untersberger Marmor gemeisselte Denkmal von Steinmetz Moser aus Seekirchen. Das Denkmal ist in Form eines Altars errichtet, das Relief stellt einen Engel dar, der einen sterbenden Krieger tröstet.[2]
Links des Eingangsportals ist zusätzlich eine Erinnerungstafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen angebracht. Die querrechteckige Platte aus Holz erinnert mit ihrem zinnenartigen oberen Abschluss an die Umrisse einer Festung. Unterhalb eines Bandes mit Blattrelief sind ovale Emaillebilder und darunter Namensschilder der gefallenen Soldaten befestigt. Der Text lautet: „Ihren Opfern des Weltkrieges 1914–18, die Gemeinde Anthering.“ Der Text wird von Edelweißreliefs begleitet. In der Mitte steht die Inschrift: „Dein Bruder wird auferstehen.“[3][4]
Im nördlichen Teil des die Kirche umgebenden Friedhofs befindet sich das Grab des charismatischen Pfadfinderführers aus der Gründungszeit der österreichischen Pfadfinder, Karl 'Kara' Barteis, der zusammen mit Marianne Heinisch, der Mutter des damaligen Bundespräsidenten, maßgeblich an der Einführung des Muttertags in Österreich beteiligt war. Karl Barteis verbrachte, an Tuberkulose erkrankt, seine letzten Lebensmonate auf dem Riederschmiedgut in Anthering bei Emmerich Teuber, dem Gründer der Pfadfinder Österreichs. Der Grabstein ist aus Konglomerat in Form eines Bildstockes gearbeitet und trägt ein Eisenkreuz. In der flachen, rundbogigen Nische befindet sich ein Emaillebild des Verstorbenen, welches ein auf eine Kupferplatte gemaltes Bild, das Jesus mit einem Pfadfinder zeigt, ersetzt, das früher dort angebracht war. Das Kupferplattengemälde war angenommen und restauriert worden und befindet sich nun im Pfadfindermuseum und Institut für Pfadfindergeschichte in Wien.[5][6]
Literatur
- Anthering, Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, mit Grundrissdarstellung. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Salzburg 1986. S. 19–21.