Phenylephrin

Arzneimittel, z.B. zum Abschwellen der Schleimhäute im Naseninneren oder zur Weitstellung der Pupillen From Wikipedia, the free encyclopedia

Phenylephrin gehört zu den direkt wirkenden Sympathomimetika mit teilweise indirekter Wirkung. Es wirkt als Agonist am α1-Adrenozeptor. Phenylephrin ist bis auf eine fehlende 4-Hydroxygruppe strukturgleich mit Adrenalin und wird in Europa hauptsächlich als lokaler Vasokonstriktor verwendet, z. B. als Wirkstoff von Nasentropfen zum Abschwellen der Schleimhäute im Naseninneren. In Augentropfen wirkt es als Mydriatikum, führt also zu einer Weitstellung der Pupillen. International wird Phenylephrin – u. a. im Rahmen der Geburtshilfe – auch als Vasopressor verwendet.[4][5] In Medikamenten wird das Hydrochlorid und das Tartrat verwendet.[1] Die Wirkung ist am ehesten mit der von Noradrenalin vergleichbar.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von (R)-Phenylephrin
Allgemeines
Freiname Phenylephrin
Andere Namen
  • (R)-3-(1-Hydroxy-2-methylaminoethyl)phenol (IUPAC)
  • (R)-1-(3-Hydroxyphenyl)-2-(methylamino)ethanol
  • lat.: Phenylephrinum
Summenformel C9H13NO2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 200-424-8
ECHA-InfoCard 100.000.386
PubChem 6041
ChemSpider 5818
DrugBank DB00388
Wikidata Q421910
Arzneistoffangaben
ATC-Code
Wirkstoffklasse

Sympathomimetikum

Eigenschaften
Molare Masse 167,21 g·mol−1
Schmelzpunkt
pKS-Wert

8,9; 10,1[1]

Löslichkeit

Hydrochlorid: löslich in Wasser, Ethanol und Glycerin[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]

(R)-(−)-Phenylephrin-Hydrochlorid

Achtung

H- und P-Sätze H: 302317
P: 261264272280301+312302+352[2]
Toxikologische Daten

350 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[3]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
Schließen

Pharmakokinetik

Nach Gabe von Tritium-markiertem (3H-Phenylephrin), per Infusion oder oral bei Menschen, ergab eine Analyse mittels Ionenaustausch- und Dünnschichtchromatographie eine Ausscheidung von 86 (i.v.) bzw. 80 (p.o.) Prozent der verabreichten Aktivität im Urin; womit eine vollständige enterale Aufnahme angenommen wird. Der Unterschied in der Menge des freien 3H-Phenylephrin im Serum von 16 % der verabreichten Menge bei der intravenösen Applikation gegenüber 2,6 % bei der oralen lässt auf eine verminderte Bioverfügbarkeit der Substanz schließen. Die biologische Halbwertszeit von zwei bis drei Stunden, wie auch die Clearance von 2 L/h, ist mit strukturell verwandten Aminen vergleichbar.

Die Verstoffwechslung zu phenolischen Konjugaten nach oraler Aufnahme bzw. m-Hydroxymandelsäure nach intravenöser Injektion zeigen, dass m-hydroxylierte Amine im first-pass-Metabolismus vorwiegend konjugiert werden.[6]

Eine Studie des Herstellers Schering-Plough bestätigte die langjährige Annahme von Personen in der Pharmakologie, dass der Wirkstoff, wenn er über den Mund aufgenommen wird, daher nicht wirksam ist.[7] Dennoch werden die entsprechenden Produkte weiterhin hergestellt und verkauft. Im November 2024 schlug die Food and Drug Administration (FDA) vor, Phenylephrin zum Schlucken aus freiverkäuflichen Produkten zu entfernen und eröffnete dazu eine entsprechende Vernehmlassung.[8]

Handelsnamen

  • Nasenspray für Kinder (CH)
  • Neosynephrin (A, D)
  • Rexophtal N UD (CH)
  • Thalia (A)
  • Vibrocil (A, CH)
  • Visadron (D, A)
  • Metaoxedrin (DK)
  • Mesatonum
  • Biorphen (A)

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI