Phenylethanal

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Phenylacetaldehyd oder Phenylethanal ist eine natürlich vorkommende aromatische Verbindung aus der Stoffgruppe der Aldehyde.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Phenylethanal
Allgemeines
Name Phenylacetaldehyd
Andere Namen
  • Phenylethanal
  • Hyacinthin
  • alpha-Tolualdehyd
  • α-Tolualdehyd
  • PHENYLACETALDEHYDE (INCI)[1]
Summenformel C8H8O
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit angenehmem Geruch[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 122-78-1
EG-Nummer 204-574-5
ECHA-InfoCard 100.004.159
PubChem 998
ChemSpider 13876539
DrugBank DB02178
Wikidata Q424998
Eigenschaften
Molare Masse 120,15 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,03 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

−10 °C[2]

Siedepunkt

195 °C[2]

Dampfdruck

35 Pa (19 °C)[2]

Löslichkeit
Brechungsindex

1,524–1,528 (bei 20 °C)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302314317412
P: 261273280301+312303+361+353305+351+338[2]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Vorkommen

Brombeere

Phenylacetaldehyd wird im Ceylon-Zimtbaum,[5] in Buchweizen (Fagopyrum esculentum),[6] Gartenbohnen,[5] Schokolade[7] sowie vielen anderen Nahrungsmitteln gefunden. Auch in einer großen Zahl von Pflanzen kommt dieser Stoff als Geruchsstoff vor, unter anderem in Äpfeln, Brombeeren, Kartoffeln, Melonen, Pfirsichen, Tamarinden und Tomaten. In besonders hoher Konzentration kommt es im brasilianischen Blumenöl aus Lecythis usitata var. paraensis (28,20 %), im Mori–Blumenöl aus Eschweilera coriacea (2,40 %) und im Chicorée-Extrakt (1,04 %) vor.[4]

Gewinnung und Darstellung

Phenylacetaldehyd kann durch säurekatalysierte Isomerisierung von Styroloxid[8] oder Oxidation von 2-Phenylethanol mit Chromsäure gewonnen werden.

Eigenschaften

Wegen seiner Reaktivität als Aldehyd polymerisiert Phenylacetaldehyd bei Stehen an der Luft und wird dabei zähflüssiger.[3] Bei der Selbstkondensation bildet sich vorwiegend 2,4,6-Tribenzyl-1,3,5-trioxan.[9]

Der Flammpunkt liegt bei 87 °C.[2]

Der Geruch wird als honig-süß, hyazinthenartig, grün und kakaoartig beschrieben,[4] auch als orangenartig, rosenartig.[10]

Phenylacetaldehyd ist neben anderen Stoffen ein Träger der antibiotischen Wirkung der Madentherapie.[11][12]

Verwendung

Industriell wird Phenylacetaldehyd in der Parfümherstellung verwendet, unter anderem auch als Tabakzusatzstoff[13], um das Aroma von Zigaretten zu verbessern. Die Aminosäure Phenylalanin kann mittels Strecker-Synthese aus Phenylacetaldehyd hergestellt werden.

Physiologie

Viele Insekten (Schmetterlinge, Hautflügler, Käfer und Netzflügler) nutzen diesen Aldehyd für die chemische Kommunikation (Pheromon).[14]

Einzelnachweise

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