Philippe-Emmanuel de Ligniville
lothringischer Adliger und Militär
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Philippe-Emmanuel, Comte de Ligniville (* 7. Juni 1611 in Houécourt; † 26. Oktober 1664 in Wien) war ein lothringischer Adliger und Militär. Im Dreißigjährigen Krieg und während der Fronde war er Oberbefehlshaber der Armee des Herzogtums Lothringen unter Herzog Karl IV. Außerdem war er bayerischer Feldmarschall, kaiserlicher Feldmarschallleutnant und Vertreter Lothringens auf dem Reichstag zu Regensburg.

Werdegang
Philippe-Emmanuel wurde als Sohn von Gaspard de Ligniville und Philiberte Angélique d’Houécourt auf Schloss Houécourt geboren.[1] Seine Familie galt als eine der vier großen Häuser von Lothringen, er selbst stammte aus der jüngeren Linie Tumejus mit Sitz auf Schloss Tuméjus. Sein gleichnamiger Onkel war Grand Prévôt (Großprobst) von Saint-Georges de Nancy, eines der höchsten geistlichen Ämter im Herzogtum.[2.1] Im Mai 1633 heiratete Philippe-Emmanuel Alix de Véroncourt.[3] Die beiden hatten keine Nachkommen.[4]
Dreißigjähriger Krieg
Im Jahr 1634 kämpfte er in der Schlacht bei Nördlingen unter dem im Exil lebenden Herzog Karl IV. von Lothringen, der damals die Armee der Katholischen Liga befehligte. Philippe-Emmanuel machte sich einen Namen durch die persönliche Gefangennahme des schwedischen Befehlshabers Gustaf Horn.[2.1] Über die nächsten Jahre nahm Ligniville an den Feldzügen Herzog Karls statt, der vor allem aus der spanischen Franche-Comté heraus versuchte, sein von den Franzosen besetztes Herzogtum zurückzugewinnen. Während Ligniville im Juli 1638 in Lothringen ein Regiment aufstellte, kam er dem von den Franzosen belagerten Remiremont zu Hilfe.[5.1] Ab dem Herbst deckte er zusammen mit den Obersten Sivry, Cliquot und Beaulieu das südliche Lothringen und die nördliche Franche-Comté, während Herzog Karl mit 3.500 Männern zum Entsatz des belagerten Breisach gegen Bernhard von Sachsen-Weimar zu Felde zog. Herzog Karl verlor am 15. Oktober zwischen Thann und Cernay das Treffen auf dem Ochsenfelde gegen Bernhard, dem sich Breisach im Dezember ergab. Nach dem Fall von Breisach fielen die weimarischen Truppen mit großer Übermacht in die Franche-Comté ein. Am 27. April 1639 überraschte der weimarische Feldherr Reinhold von Rosen das lothringische Feldlager in Saint-Léonard in den Vogesen. Ligniville und Beaulieu konnten entkommen und schlossen sich in Sierck wieder ihrem Herzog an, der schon im März die Franche-Comté verlassen hatte und nach Brüssel aufgebrochen war.[5.2]
Herzog Karl IV. ernannte Ligniville zum Oberbefehlshaber seiner Armee, die zum Teil nach Lothringen zurückkehrte. Philippe-Emmanuels Regiment quartierte sich im Juli 1639 in Remiremont ein.[5.3] Als Herzog Karl Anfang 1641 mit dem regierenden französischen Minister Richelieu über einen Frieden und die Rückgabe seines Herzogtums verhandelte, reiste Philippe-Emmanuel nach Paris und sprach dort im Vorfeld des kurzlebigen Friedens von Saint-Germain bei Richelieu vor.[5.4]
Zwei Jahre später unterstütze Ligniville die bayerische Armee unter dem früheren lothringischen Befehlshaber Franz von Mercy in Südwestdeutschland gegen die Franzosen. Im März 1643 quartierte er sich mit seinen Truppen im Hochstift Würzburg ein. Herzog Karl wies ihn am 30. März an, eigenmächtig die besten Dörfer im Bereich von Mulfingen und Röttingen zu beziehen, sollte man ihn nicht freundlich empfangen. Anschließend sollte er sich der bayerischen Armee unter Mercy anschließen. Mercy befahl ihm am 13. Juni, direkt nach Rothenburg ob der Tauber zu marschieren und ihm seine Quartiermeister vorauszuschicken, denen er die Quartiere für seine Truppen zuweisen wollte.[6.1] Nach der Verstärkung durch die lothringischen Regimenter Ligniville und Balamont überschritt Mercys Armee Ende Juni bei Sigmaringen die Donau. Mercy stellte seine Truppen zwischen Pfullendorf und Meßkirch auf und verlegte der aus dem Breisgau über den Südschwarzwald kommenden gegnerischen französischen Armee unter Jean Baptiste Budes de Guébriant den Weg.[7]
Im Sommer 1645 war Lignivilles Kavallerieregiment Teil der lothringischen Armee unter Herzog Karl, die dieser am 18. August bei Aalter in Flandern inspizierte. Karl führte in der Zeit zum wiederholten Male Verhandlungen über einen möglichen Seitenwechsel an die Seite Frankreichs, um auf diese Weise Lothringen zurückzugewinnen.[6.2] Weiter an der Seite der Spanier zeichnete sich Philippe-Emmanuel im Mai 1647 beim Angriff auf Armentières als Befehlshaber der lothringischen Kavallerie aus. Herzog Karl übernahm inzwischen nicht mehr selbst das Kommando über seine Feldtruppen, sondern überließ es Ligniville, dem er meist von Brüssel aus Befehle erteilte. Dieser zog ein Jahr später am 18. Mai 1648 als erster in das von Spaniern und Lothringern zurückeroberte Kortrijk ein.[6.3]

Einen Tag nach der Eroberung von Lens stieß die Vorhut der Spanier und Lothringer am 20. August 1648 auf die französische Armee unter dem Prince de Condé, die zu spät zum Entsatz der Festung eintrafen. General Johann von Beck, der Befehlshaber der Vorhut, überzeugte den spanischen Oberbefehlshaber Erzherzog Leopold Wilhelm von einem Angriff auf die französische Nachhut. Beck auf einem und Ligniville auf dem anderen Flügel griffen die Franzosen an und schlugen mehrere ihrer Regimenter. Condé ließ daraufhin seine im Abzug befindliche Armee wenden und zum Gegenangriff übergehen. Dieser durchbrach die erste spanische Linie, bis Ligniville mit der zweiten Linie der Spanier und Lothringer den Angriff abwehren und im Gegenzug die erste französische Linie zurückdrängen konnte. Condé sammelte die Franzosen und durchbrach schließlich mit Unterstützung der deutschen Truppen in der französischen Armee unter Johann Ludwig von Erlach die spanisch-lothringischen Linien. Spanier und Lothringer wurden in der Schlacht bei Lens in die Flucht geschlagen, viele ihrer Soldaten gefangen genommen. Die Franzosen mussten ihren eigenen Feldzug jedoch im September aufgrund des Ausbruchs der Fronde abbrechen.[6.4]
Fronde
Spanien und Lothringen waren im Westfälischen Frieden nicht eingeschlossen worden. Sie kämpften weiter im Französisch-Spanischen Krieg gegen Frankreich und griffen zum Teil auf Seiten der Frondeure gegen die französische Krone ein. Am 3. August 1649 hinderten einige hundert lothringische Soldaten die Franzosen unter dem Comte d’Harcourt mehrere Stunden lang am Überqueren der Schelde bei Valenciennes. Die Spanier unter Erzherzog Leopold Wilhelm hatten dadurch genug Zeit, die Stadt zu verstärken und die Franzosen von einem Angriff abzuhalten. Ligniville sicherte mit seiner Kavallerie den Rückzug der Lothringer nach Valenciennes. Mit Erlaubnis des Erzherzogs machten die Lothringer am Folgetag einen Ausfall, angeführt von Ligniville, dem Infanteriekommandanten Charles de Mailly, Baron von Clinchamp, und dem sergent de bataille Fauge. Dabei töteten die Lothringer mehr als 400 Soldaten unter dem Befehl von Erlachs.[6.5]
1650 entsandte ihn der inzwischen dauerhaft in Brüssel lebende Herzog Karl mit 4000 Mann und zwei Feldgeschützen auf einen Feldzug in das französisch besetzte Herzogtum Lothringen, während der andere Teil der lothringischen Armee zur Verstärkung Turennes geschickt wurde, der auf Seiten der Fronde Aufständische gegen die französische Krone befehligte. Zur Verteidigung Lothringens hatte Frankreichs regierender Minister Jules Mazarin Generalmajor Hans Georg von Rußwurm aus Deutschland abgerufen. Ligniville versuchte erst vergeblich, den über die Vogesen gekommenen Rußwurm und dessen Truppen in Rambervillers zu überrumpeln. Ein zweiter Versuch bei Charmes aus den Wäldern von Vincey heraus gelang. Rußwurm wurde gefangen genommen und zur lothringischen Garnison in Landstuhl gebracht. Im Juli näherte Ligniville sich Thionville, welches die Franzosen seit 1643 kontrollierten, fand es aber zu stark verteidigt vor. Anschließend nahm er mit seiner Armee Épinal ein. Am 7. September des Jahres folgte Neufchâteau.[6.6]
Durch den Abzug des französischen Gouverneurs von Lothringen, Henri de La Ferté-Senneterre, der die französische Hauptarmee in der Champagne unter Plessis-Praslin gegen die Spanier und Turenne verstärkte, konnte Ligniville sich in den für seinen Herzog zurückeroberten Gebieten behaupten und bedrohte zeitweise Toul. Am 19. September kehrte La Ferté nach Toul zurück, anschließend verstärkte und proviantierte er die lothringische Hauptstadt Nancy gegen eine mögliche Belagerung durch Ligniville, für die dessen Armee allerdings zahlenmäßig zu schwach war. Um einen französischen Gegenangriff zu verlangsamen, ließ der lothringische Befehlshaber die Burg von Tonnoy südlich von Nancy besetzen, womit er La Ferté für etliche Tage aufhalten konnte. Dieser täuschte danach einen Abzug nach Norden an, kehrte aber bei Saint-Mihiel um, um Ligniville zu überraschen. Bei Lignières-sur-Aire überrumpelte La Ferté dessen Truppen am 9. Oktober. Ligniville musste sich über Neufchâteau nach Bulgnéville zurückziehen. La Ferté erlitt bei der Eroberung von Ligny-en-Barrois allerdings eine Schulterverletzung, weshalb er die Verfolgung der Lothringer aufgab und sich nach Nancy zurückzog.[6.7]

Am 19. November befahl Herzog Karl Ligniville, dass er sich wieder Turenne annähern sollte, um diesen ggf. zu unterstützen. Dabei sollte Philippe-Emmanuel sich nicht zu sehr engagieren, sondern sich auf die Verteidigung der Linie von Wallerfangen bis Neufchâteau beschränken. Die Obersten Belrupt, Gwodt und Bofa blieben in den Vogesen rund um Épinal als Besatzung zurück. Vermutlich erhielt Ligniville unterwegs andere Befehle, da er unmittelbar zu Turennes Verstärkung anrückte. Von seinen Quartieren im Bassigny aus zog er in Gewaltmärschen entlang der Maas zu Turenne, der versuchte, dass von Marschall Plessis-Praslin belagerte Rethel zu entsetzen. Turenne kam am 13. Dezember in der Nähe der Festung an, als diese gerade kapituliert hatte. Auf Turennes Rückzug von Rethel stellte Plessis-Praslin ihn am 15. Dezember zur Schlacht, der im letzten Moment Verstärkung durch die Lothringer erhielt. In der folgenden Schlacht bei Rethel wurde Ligniville schwer am Unterbauch verwundet. Die Chirurgen im Feldlager von Stenay gaben ihn aufgrund eines durchbohrten Darms auf. Er überlebte allerdings und erholte sich von der Verletzung.[6.8]
Seine erfolgreiche Genesung wurde von seinen Zeitgenossen zum Teil als Wunder wahrgenommen, unter anderem in einem durch einen „Simon“ signierten Brief, den vermutlich ein Sekretär oder Kavallerieoffizier in der Zeit nach der Schlacht verfasste. Der Brief und sein Inhalt wurde im 19. Jahrhundert mehrfach abgedruckt, unter anderem von Emmanuel d'Huart im Jahr 1842. Nach seiner Heilung unternahm Ligniville eine Wahlfahrt zur Kirche Notre-Dame-de-Benoite-Vaux in Rambluzin-et-Benoite-Vaux, vermutlich aufgrund eines auferlegten Gelübdes. Sein Kontrahent La Ferté stellte ihm dafür eigens einen Passierschein durch französisch kontrolliertes Gebiet aus. Die lothringischen Soldaten ließen später eine Medaille prägen, um an Philippe-Emmanuels wundersame Heilung zu erinnern.[8][6.9]
Nach seiner Genesung erhielt Ligniville am 12. März 1651 von Herzog Karl den Befehl, das Kommando über ein lothringisches Armeekorps zu übernehmen, dass im von den Spaniern regierten Herzogtum Luxemburg zusammengestellt wurde. Im Juni ging Philippe-Emmanuel mit den Truppen in die Umgebung von Givet. Von dort aus sollte er sich Ende Juni den Spaniern unter dem Marquis de Mollinghem anschließen. Über Maubeuge zog er in die Gegend von Lille, wo er einige Zeit Quartiere in Mérignies aufschlug.[6.10] Während La Ferté in Lothringen Lignivilles Abwesenheit ausnutzte und bis auf Bar-le-Duc im Laufe des Jahres alle Orte zurückgewann, die Ligniville ein Jahr zuvor eingenommen hatte, war dieser in der Picardie erfolgreich. Im August nahm er an der Belagerung von Le Quesnoy teil und eroberte anschließend mit Hilfe des Gouverneurs von La Fère die Burg Coucy.[6.11]
Im Jahr 1652 marschierte der Herzog von Lothringen mit seiner Armee von 8000 Mann unter dem Befehl Lignivilles in Frankreich ein und ließ dabei sowohl die französische Krone als auch die Frondeure im Glauben, er komme ihnen zu Hilfe. Die Lothringer durchquerten im April die Champagne, Ligniville achtete dabei auf strenge Disziplin. In Châlons-sur-Marne erwartete sie der von Mazarin geschickte Diplomat Nicolas de Flécelles, der Karl IV. zum Abschluss eines Vertrages mit der französischen Regierung bewegen sollte.[6.12] Herzog Karl stieß bis nach Paris vor, verspielte aber das Vertrauen aller Seiten und musste einen sicheren Rückzug aushandeln. Ligniville blieb beim wieder für die französische Krone kämpfenden Turenne als einer der Geiseln für die Einhaltung des Vertrages zurück.[6.13]
Verhaftung des Herzogs von Lothringen
Bei der Regierung der Habsburgischen Niederlande in Brüssel, geführt von Statthalter Erzherzog Leopold Wilhelm und Graf Fuensaldaña, bestand großes Misstrauen, dass der Herzog von Lothringen die Seiten wechseln und seine Armee den Franzosen zur Verfügung stellen würde. Deshalb bemühte sich Leopold Wilhelm erfolgreich bei der spanischen Krone um die Erlaubnis, Herzog Karl IV. festzunehmen. Ligniville vertrauten Leopold Wilhelm und Fuensaldaña dagegen so sehr, dass sie ihn mehrfach im Vorfeld der Inhaftierung seines Herzogs informierten. Im Februar 1654 wurde Karl IV. festgesetzt und über Antwerpen in den Alcázar von Toledo gebracht. Die lothringische Armee unter Befehl Lignivilles blieb trotzdem an der Seite Spaniens.[2.1]
Im Sommer 1655 erhielten die Offiziere der lothringischen Armee mit Philippe-Emmanuel de Ligniville als ranghöchstem Befehlshaber im Felde sich widersprechende Befehle von drei verschiedenen lothringischen Oberhäuptern. Die in Paris lebende Nicole von Lothringen, einst Herzogin aus eigenem Recht und Ehefrau Herzog Karls, befahl der Armee, die gegnerischen Linien zu überschreiten und sich der französischen Krone anzuschließen. Der in Brüssel residierende Herzog Nikolaus Franz, der nach der Verhaftung Herzog Karls die politische und militärische Kontrolle über die lothringische Armee beanspruchte, verlangte, dass die Armee in ihren Stellungen verblieb und weiter an der Seite Spaniens kämpfte. Vom im spanischen Toledo gefangen gehaltenen Herzog Karl kam wiederum die Anordnung, die Befehle seines Bruder Nikolaus Franz zu missachten und stattdessen denen seiner Frau Folge zu leisten, von der er sich 20 Jahre vorher getrennt hatte und seitdem versucht hatte, die Ehe annullieren zu lassen.[2.2]
Während einzelne lothringische Offiziere mit ihren Regimentern zu Frankreich überliefen, bat Ligniville Herzog Karl in Schreiben nach Toledo um Klärung. Erst als dessen Bruder Nikolaus Franz von Lothringen im November 1655 ebenfalls zur französischen Seite überlief, schloss sich Ligniville ihm mit dem Rest der lothringischen Armee an.[2.3] An der Seite Turennes nahm er im Sommer 1657 an der Belagerung von Montmédy teil, dass sich am 4. August 1657 den Franzosen ergab.[6.14] Im Juni 1658 zeichnete er sich beim französischen Sieg in der Schlacht in den Dünen aus.[9]
Zeitgenössische lothringische Historiker debattierten, ob Ligniville Herzog Karl im Jahr 1654 verraten hatte, als er trotz der Verhaftung des Herzogs durch die Spanier an der Seite der spanischen Armee geblieben war. Trotzdem stand er bei Karl IV. weiter in höchsten Ehren. Nach dessen Freilassung im Pyrenäenfrieden 1659 blieb er enger Berater der Herzogsfamilie und wurde Vormund und Mentor von Karl Leopold, dem Neffen und Erben des Herzogs. Ligniville war auch Vertreter Herzog Karls beim Reichstag in Regensburg.[2.3]
Im Dienste Bayerns und der Habsburger

Als der nach Lothringen zurückgekehrte Herzog Karl im Vertrag von Montmartre im Jahr 1662 effektiv die Kontrolle über die Herzogtümer Lothringen und Bar an den französischen König Ludwig XIV. auslieferte, verließ Ligniville aus Protest das Land und bot seine Dienste dem bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria an, der ihn zum Feldmarschall ernannte. Trotzdem diente er weiter als Vertreter Lothringens beim Reichstag. Als der Herzogserbe Karl Leopold vor dem französischen Einfluss aus Lothringen an den Wiener Hof floh, wurde Ligniville sein Berater. Gemeinsam traten sie in die Kaiserliche Armee ein und kämpften im Türkenkrieg 1663/1664. Ligniville wurde kaiserlicher Feldmarschalleutnant. Nach dem Sieg in der Schlacht bei Mogersdorf im August 1664 kehrte er nach Wien zurück, wo er im Oktober des Jahres starb.[2.4] In einem nicht mehr erhaltenen Bericht nach Lothringen hatte er noch Herzog Karl IV. über die Schlacht und die Leistungen von dessen Neffen Karl Leopold informiert. Der Bericht war wahrscheinlich die Grundlage für zwei Beschreibungen der Taten des späteren Karl V., des Herzogs ohne Herzogtum, in dessen Biografien durch Jean de Labrune (1691) und den Marquis de Beauvau (1689). Nach seinem Tod wurde Philippe-Emmanuel de Ligniville in der Wiener Minoritenkirche bestattet.[10]
Sein Erbe und Nachfolger als Graf von Tuméjus wurde sein Bruder Henri-Gaspard de Ligniville, der als Oberst eines Kavallerie-Regiments in der spanischen Armee gedient und in bayerischen Diensten eine Kompanie Chevauleger befehligt hatte.[4]
Literatur
- Ferdinand Des Robert: Charles IV et Mazarin, (1643–1661). Sidot frères, Nancy 1899.
- Léon Germain: Philippe-Emmanuel comte de Ligniville: Renseignements bibliographiques. G. Crépin-Leblond, Nancy 1884.
- Jonathan Spangler: Court Faction Overwhelmed by Circumstance: The Duchy of Lorraine Torn between Bourbon and Habsburg, 1624–1737. In: Ruben Gonzalez Cuerva, Alexander Koller: A Europe of Courts, a Europe of Factions, Brill, Leiden/Boston 2017. ISBN 978-90-04-35058-8.