Physica
medizinisches Werk der Hildegard von Bingen (um 1150)
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Die Physica (lateinisch auch Liber simplicis medicinae, „Buch der einfachen Arzneimittel“) ist ein naturkundliches Werk der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098–1179). Es entstand etwa zwischen 1150 und 1160. Ursprünglich bildete die Naturkunde zusammen mit der Heilkunde Hildegards, den Causae et curae, die Schrift Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum („Das Buch von den Geheimnissen der verschiedenen Naturen der Geschöpfe“). Eine Auftrennung fand bereits im frühen 13. Jahrhundert statt.[1] Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten überlieferten Handschriften, die bei gleichem Kapitelumfang einen etwa doppelt so langen Text gegenüber den späteren Zeugen enthalten. Für die Drucke im 16. Jahrhundert mit dem heute geläufigen Titel wurde der Inhalt intensiv bearbeitet. Seit dem Spätmittelalter wurden einzelne Passagen auch auf Deutsch tradiert.
Aufbau
Das Werk besteht aus neun Büchern, die nach dem Vorbild anderer Naturenzyklopädien der Zeit strukturiert sind und in der Natur anzutreffende belebte und unbelebte „Geschöpfe“ beschreiben. So enthält die Physica auch zahlreiche Lemmata zu Pflanzen, Tieren oder Mineralien, denen Hildegard keinerlei medizinischen Nutzen zuschreibt und zum Teil sogar von deren Anwendung bei Mensch und Tier abrät. Ein Nachweis der von Hildegard verwendeten Quellen gestaltet sich schwierig, auch wenn seit dem 19. Jahrhundert antike Autoritäten wie Plinius der Ältere und Dioskurides postuliert werden.[2] Zahlreiche Anwendungen könnten der Volksmedizin entstammen.[3] Reiner Hildebrandt konnte nachweisen, dass Hildegard sich hinsichtlich der Stichwörter ihrer Naturkunde am Summarium Heinrici in beiden Fassungen orientierte.[4][5]
- De Plantis („Über die Pflanzen“, auch Liber de herbis), beschreibt in 217 Kapiteln Kräuter und Grundnahrungsmittel.
- De Elementis („Über die Elemente“), enthält 14 Kapitel und als einziges Buch keine Vorrede.
- De Arboribus („Über die Bäume“), beschreibt in 58 Kapiteln und 6 vorangestellten Zusätzen Bäume und Sträucher.
- De Lapidibus („Über die Steine“), enthält 27 Kapitel.
- De Piscibus („Über die Fische“), enthält 36 Kapitel.
- De Avibus („Über die Vögel“), enthält 75 Kapitel.
- De Animalibus („Über die Tiere“), enthält 43 Kapitel zu Landtieren.
- De Reptilibus („Über die Reptilien“), enthält 18 Kapitel zu Kriechtieren.
- De Metallis („Über die Metalle“), enthält 9 Kapitel.
Die Pflanzen
Die Physica befasst sich vor allem mit den Heilkräften von Pflanzen, aber auch mit denen von Tieren und Edelsteinen. Hildegard beschreibt im ersten Buch erstmals die medizinische Verwendung unter anderem von Ringelblume, Mariendistel[6] und Arnika.[3] Die insgesamt 217 Kapitel vereinen sowohl Heilpflanzen als auch Küchenkräuter und Grundnahrungsmittel. Hildegard verwendet neben lateinischen Bezeichnungen zahlreiche rheinfränkische Dialektwörter.[7] Die eindeutige botanische Identifizierung der Pflanzen ist daher bis heute nur in Teilen gesichert und Gegenstand laufender Forschung.[8][9]
Die Mischung aus lateinischen und volkssprachlichen Namen hat in der Überlieferungsgeschichte immer wieder zu Missverständnissen geführt. So wurde im Mittelalter mit Solidago nicht die Goldrute, sondern der Beinwell bezeichnet; entsprechend lassen sich „Goldrutentees nach Hildegard“ aus ihrem Werk nicht belegen.[10] Auch die Hildegard teils zugesprochene Beschreibung der Melisse in Kapitel 59 des ersten Buches beruht auf einem Irrtum: Die bei ihr Binsuga (von „Biene“ und „Saugen“) genannte Pflanze wurde bereits im 19. Jahrhundert als Weiße Taubnessel identifiziert.[11] Hintergrund ist wahrscheinlich die ähnliche Bedeutung der Namen Binsuga und des Immenblatts (Imme = Biene), dessen lateinische Bezeichnung Melittis melissophyllum der Melisse (Melissa officinalis) ähnelt. Nachweisbar ist die Melisse in Europa erstmals im Circa instans, das nahezu zeitgleich mit Hildegards Physica in der Schule von Salerno entstand; auch im Kanon der Medizin (um 1170 ins Lateinische übersetzt) kommt sie vor. Als Urheber der späteren Vermischung von Binsuga und Melisse gilt Vinzenz von Beauvais, der Mitte des 13. Jahrhunderts in seinem Speculum naturale ein Kapitel De Melissa et Melissophillo überschreibt.[12]
Der Umgang der modernen Ratgeberliteratur mit Hildegards Pflanzen weicht oft deutlich von den Ergebnissen dieser quellenkritischen Arbeiten ab. In der esoterisch geprägten „Hildegard-Medizin“ werden Hildegard pauschal zahlreiche Teerezepte, Kuren und Diäten zugeschrieben, die sich in der Physica nicht nachweisen lassen; einzelne Pflanzen wie Goldrute oder Dinkel werden dabei zu Symbolträgern stilisiert.[13][14][15][16] Teerezepte sind für Hildegard und andere Autoren der Zeit vielmehr untypisch; überwiegend nennt sie Weine, Pulver, Salben oder Bäder.[8] Selbst der stark mit Hildegard verknüpfte Dinkel spielt in der Physica nur eine untergeordnete Rolle: Die Äbtissin lobt ihn zwar als „bestes Getreide“, überliefert jedoch lediglich ein einziges, einfaches Rezept für eine Dinkelsuppe für Schwerkranke.[14][17] Demgegenüber ist der Weizen deutlich prominenter: Der Umfang des Weizenkapitels ist im Vergleich zum Dinkelkapitel etwa drei- bis viermal so groß, und wo Hildegard ein Mehl näher bestimmt, meint sie durchgehend Weizenmehl.[18]
Seit 1982 liegt mit Irmgard Müllers Monographie Die pflanzlichen Heilmittel bei Hildegard von Bingen eine systematische, immer wieder aufgelegte Darstellung von 101 bei Hildegard genannten Pflanzen und ihrer Anwendungen vor.[8] Auf dieser Grundlage und mit Hilfe der textkritischen Edition durch Reiner Hildebrandt und Thomas Gloning 2010 wurden die Pflanzenkapitel seither sowohl hinsichtlich ihrer historischen Indikationen als auch in Beziehung zu modernen Arzneibüchern und Monografien untersucht, etwa im Vergleich mit Leonhart Fuchs und Hagers Handbuch[19] sowie im Hinblick auf mutmaßliche antike und hochmittelalterliche Quellen, insbesondere bei exotischen Gewürzen.[20] Neuere Arbeiten knüpfen hier an und diskutieren zugleich kritisch die Rezept- und Pflanzenbilder der modernen Hildegard-Rezeption.[14][16]
Nachwirkung
Physica und Causae et curae sind nicht in der Gesamtausgabe der Werke Hildegards enthalten, die noch zu ihren Lebzeiten bzw. kurz nach ihrem Tod erarbeitet wurde („Rupertsberger Riesenkodex“). Die Schriften werden jedoch in ihrer Vita in im Zusammenhang mit ihrer Heiligsprechung im 13. Jahrhundert erstellten Akten[21] erwähnt. Mehrere Abschriften sind überliefert, wobei die erste aus dem 13. Jahrhundert, die letzte aus dem 15. Jahrhundert stammt.[22] Der älteste bekannte Textzeuge ist ein 2014 entdecktes Fragment mit zwei Sequenzen (Kapitel 82 bis 84 sowie 86 bis 96) aus dem ersten Buch über die Pflanzen (Signatur: Fragment aus E II 55 8°, Trier). Michael Embach datierte es 2016 „in der ersten Hälfte oder im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts“.[23]
Das Buch zu den Pflanzen wurde noch im Mittelalter ins Mittelhochdeutsche übersetzt und mit weiteren Inhalten (Macer floridus, Circa instans) zu einem Kräuterbuch kompiliert, das heute als Speyrer Kräuterbuch bekannt und in drei Handschriften erhalten ist. Johann Wonnecke von Kaub verwendete es für seinen Gart der Gesundheit (Mainz, 1485).[24]
36 deutschsprachige Rezepte aus rund 20 Kapiteln des Pflanzenbuchs finden sich unabhängig davon in einer Handschrift aus dem späten 14. Jahrhundert, die heute in Moskau aufbewahrt wird. Die Rezepte wurden 1881 erstmals von Karl Gustav Schmidt gedruckt[25] und 2014 erneut durch Bernhard Schnell und Irmgard Müller.[26]
Im Kochbuch des Meisters Eberhard aus dem frühen 15. Jahrhundert wurden lateinische Exzerpte aus den Büchern zu den Pflanzen, Fischen und Vögeln eingearbeitet, lediglich das Kapitel zur Gans wurde ins Deutsche übersetzt.[27] Kleinere deutschsprachige Exzerpte finden sich in weiteren Manuskripten, im Falle der Handschrift Paris (1425–1450) sogar direkt nach der lateinischen Originalfassung.[28]
Den Titel Physica erhielt die Naturkunde erst mit dem Frühdruck 1533 in Straßburg durch Johannes Schott und wurde für den Nachdruck 1544 durch Krautius beibehalten.[29] Für den Druck wurde das Werk in vier Bücher umstrukturiert, die deutschen Dialektwörter wurden weitgehend latinisiert. Laurence Moulinier beschäftigte sich mit der verschollenen Handschrift, die als Vorlage für den Druck gedient hatte.[30]
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden Zweifel an der Echtheit der naturkundlich-medizinischen Werke Hildegards geäußert, wie bei praktisch allen anderen Werken von Frauen aus dem Mittelalter (vgl. etwa Hrotsvit, Ava und nicht zuletzt Trota von Salerno). Der Medizinhistoriker Klaus-Dietrich Fischer ist der Auffassung, dass „man die Authentizität der Hildegard zugeschriebenen naturkundlich-medizinischen Werke nicht in Abrede stellen [sollte], denn Hildegards Denkweise und ihr Sprachstil sind so eigentümlich, daß an der Verknüpfung mit den visionären Werken und den dort überlieferten Aussagen zu Anthropologie, Natur und Kosmos kein vernünftiger Zweifel bestehen kann.“[31] Eine ähnliche Ansicht vertritt die französische Medizinhistorikerin Laurence Moulinier in der Edition der Causae et curae: „[…] la manière et la matière du traité sont hildegardiennes dans leur grande majorité“.[32] (Deutsch: „[…] die Art und der Stoff des Werkes sind weit überwiegend hildegardisch.“)
Medizinhistoriker rechnen beide Schriften nicht den so genannten Visionsschriften zu, die göttlich inspiriert sein sollen, sondern bezeichnen sie als natur- und heilkundliches Alltags- und Erfahrungswissen des Mittelalters.[33] In Abgrenzung zur so genannten „Hildegard-Medizin“ urteilte die Pharmaziehistoriker Wolf-Dieter Müller-Jahncke:
„Die Komplexizität der Textgeschichte dieser beiden Werke, auf die sowohl H. Schipperges als auch I[rmgard] Müller immer wieder aufmerksam machten, fand in den Werken zur "Hildegard-Medizin" keine Rezeption, sondern zeigt vielmehr, "... wie fragwürdig die bisher unter Hildegards Namen tradierte Textgrundlage des medizinisch-naturkundlichen Werkes ist" (I. Müller, 1998[34]). Als Forschungsstand kann festgehalten werden, daß die Texte "Physica" und "Causae et curae" zu den nicht visionären Schriften zählen, die in ihrer Textrezeption mannigfachen Veränderungen unterworfen waren.“[35]
Quellen und Ausgaben
Handschriften
Vollständige Handschriften
- Florenz. Liber subtilitatum diversarum rerum naturarum. Florenz. Biblioteca Medicea Laurenziana. MS laur. Ashb. 1323. Pergament, 14. Jh.;[36] wohl um 1300 im Rheinland[37] geschrieben.
- Edition: Irmgard Müller, Christian Schulze: Physica. Edition der Florentiner Handschrift (Cod. Laur. Ashb. 1323, ca. 1300) im Vergleich mit der Textkonstitution der Patrologia Latina (Migne). Georg Olms, 2008, ISBN 978-3-487-13846-6.
- Wolfenbüttel. Liber subtilitatum de diversis creaturis. Wolfenbüttel. Herzog-August-Bibliothek. Cod. Guelf. 56.2 Aug. 4°. Pergament, 14. Jh.[38] (Digitalisat)
- Vatikan. Liber beate Hildegardis subtilitatum diversarum naturarum creaturarum et sic de aliis quam multis bonis. Vatikan. Bibliotheca Apostolica Vaticana. Ferrajoli 921. 14.–15. Jh.
- Paris. Liber beate Hildegardis subtilitatum diversarum naturarum creaturarum et sic de aliis quam multis bonis. Paris. Bibliothèque Nationale. Codex 6952 f. 156–232. 15. Jh. (1425–1450).
- Edition: Charles Victor Daremberg und Friedrich Anton Reuß (1810–1868). S. Hildegardis Abbatissae Subtilitatum Diversarum Naturarum Creaturarum Libri Novem. Migne, Paris 1855, Sp. 1117–1352.[39]
- Brüssel. Liber sancte hildegardis prophetisse de diversis infrascriptis maateriis. Brüssel. Bibliothèque Royale. Cod. 2551. 15. Jh.
Handschriften mit Auszügen
- Bern. Hildegardis de simplicibus medicinis. Bern. Burger Bibliothek. Cod. 525, f. 18r–23r. Enthält nur wenige Kapitel der Physica. 15. Jh.
- Freiburg i. Br. Freiburg. Universitätsbibliothek. D. HS 178a. Enthält nur das Steinbuch. 15. Jh.
- Trier. Fragment aus E II 55 8° (Kapitel 82 bis 84 und 86 bis 96 des 1. Buches). Frühes 13. Jh. (2014 entdeckt)
- Vatikan. Rezeptauszüge in den Codices Biblioteca Apostolica Vaticana Pal. Lat. 1144, 1207 und 1216. 15. Jh. (in den 1990ern entdeckt)
Deutschsprachige Auszüge
- Berlin. Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, mgf 817. (Speyrer Kräuterbuch)[40]
- Mainz. Stadtbibliothek, Hs. I 525. f. 5r-44v. (Speyrer Kräuterbuch)[41]
- St. Florian. Stiftsbibliothek, Cod. XI 641. (Speyrer Kräuterbuch)[42]
- Augsburg. Universitätsbibliothek, Cod. III.1.2° 43. (Kochbuch Meister Eberhards)[43]
- Heidelberg. Manuskript Cpg 226. Elsass (niederalemannisch) 1459–1469. Die Blätter 95v–96v enthalten Extrakte aus der Physica in deutscher Übersetzung zu den Pflanzen Salbey, Ruten, Fenckel, Tille, Peterlin, Eppe, Pünge, Brunn kreß, Fünffinger, Sefen bäume. (online)
- Moskau. Bibliothek der Lomonossow-Universität, Dokumentensammlung Gustav Schmidt, Fonds 40/1, Nr. 43.[44]
- Paris. Bibliothèque Nationale. Codex 6952 f. 232v–238v.[45]
Drucke und Editionen
- Physica S. Hildegardis. Elementorum, Fluminum aliquot Germaniae, Metallorum, Leguminum, Fructuum, & Herbarum : Arborum, & Arbustorum : Piscium denique, Volatilium, & Animantium terrae naturas & operationes. IIII. Libris mirabili experientia posteritati tradens. Johann Schott, Straßburg 1533 (Bayerische Staatsbibliothek).
- Reiner Hildebrandt, Thomas Gloning: Physica. Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum. De Gruyter, 2010, ISBN 978-3-11-021590-8.
- Band 3: Kommentiertes Register der deutschen Wörter. De Gruyter, 2014, ISBN 978-3-11-035326-6.
Übersetzungen
- Julius Berendes. Die Physica der heiligen Hildegard. Sonder-Abdruck aus „Pharm. Post“ 1896 und 1897. Wien. Technische Universität Braunschweig.
- Peter Riethe: Naturkunde. Das Buch von den inneren Wesen der verschiedenen Naturen in der Schöpfung. Nach den Quellen übersetzt und erläutert. Müller, Salzburg 1959; 3. Auflage ebenda 1980.
- Herbert Reier. Hildegard von Bingen Physica. Nach der Textausgabe von J. P. Migne, Paris 1882 ins Deutsche übersetzt. Kiel 1980.
- Marie-Louise Portmann: Heilmittel. I–VI, Basel 1982–1984.
- Marie-Louise Portmann: Heilkraft der Natur (›Physica‹). Das Buch von dem inneren Wesen der verschiedenen Naturen der Geschöpfe […]: Erste vollständige, wortgetreue und kritische Übersetzung, bei der alle Handschriften berücksichtigt sind. Übersetzt von Marie-Louise Portmann, hrsg. von der Basler Hildegard-Gesellschaft. Pattloch, Augsburg 1991, ISBN 3-629-00567-5 (Gekürzte Fassung von Maria-Louise Portmann: Heilmittel. I–VI, Basel 1982–1984); 2. Auflage ebenda 1997.
- Ortrun Riha: Heilsame Schöpfung – Die natürliche Wirkkraft der Natur: Physica. Beuroner Kunstverlag, 2012, ISBN 978-3-87071-271-6.
Teilübersetzungen
- Peter Riethe: Das Buch von den Fischen. Nach den Quellen übersetzt und erläutert. Müller, Salzburg 1991, ISBN 978-3-7013-0812-5.
- Peter Riethe: Das Buch von den Vögeln. Nach den Quellen übersetzt und erläutert. Müller, Salzburg 1994, ISBN 978-3-7013-0879-8.
- Peter Riethe: Das Buch von den Tieren. Nach den Quellen übersetzt und erläutert. Müller, Salzburg und Wien 1996, ISBN 978-3-7013-0929-0.
- Peter Riethe: Das Buch von den Steinen. Nach den Quellen übersetzt und erläutert. 3. Auflage. Müller, Salzburg und Wien 1997, ISBN 978-3-7013-0946-7.
- Peter Riethe: Von den Elementen, von den Metallen. Herausgegeben, erläutert und übersetzt. Müller, Salzburg und Wien 2000, ISBN 978-3-7013-1015-9.
- Peter Riethe: Das Buch von den Bäumen. Nach den Quellen übersetzt und erläutert. Müller, Salzburg und Wien 2001, ISBN 978-3-7013-1033-3.
- Peter Riethe: Das Buch von den Pflanzen. Nach den Quellen übersetzt und erläutert. Müller, Salzburg 2007, ISBN 978-3-7013-1130-9.
Sekundärliteratur
- Alina Graz: Hildegard von Bingens 'Physica'. Untersuchungen zu den mutmaßlichen Quellen am Beispiel der Heilanwendungen exotischer und ausgewählter heimischer Gewürzpflanzen. Dissertation, Julius-Maximilians-Universität Würzburg 2020.
- Johannes Gottfried Mayer, Konrad Goehl und Katharina Englert: Die Pflanzen der Klostermedizin in Darstellung und Anwendung. Mit Pflanzenbildern des Benediktiners Vitus Auslasser (15. Jh.) aus dem Clm 5905 der Bayerischen Staatsbibliothek München. (= DWV-Schriften zur Medizingeschichte. Bd. 5). Deutscher Wissenschafts-Verlag, Baden-Baden, 2009, ISBN 978-3-86888-007-6.
- Christine Mayer-Nicolai: Arzneipflanzenindikationen gestern und heute: Hildegard von Bingen, Leonhart Fuchs und Hagers Handbuch im Vergleich. Deutscher Wissenschafts-Verlag, Baden-Baden 2010, ISBN 978-3-86888-016-8 (Teil 1 online, Teil 2 online)
- Laurence Moulinier: La botanique d’Hildegarde de Bingen. In: Médiévales. 16–17, 1989, S. 113–129 (Plantes, mets et mots. Dialogues avec André-Georges Haudricourt, sous la direction de Françoise Sabban, Odile Redon et François Jacquesson). (doi:10.3406/medi.1989.1142 oder Persée.)
- Laurence Moulinier: Fragments inédits de la Physica. Contributions à l’étude de la transmission des manuscrits scientifiques de Hildegarde de Bingen. In: Mélanges de l'École française de Rome, Moyen Age 105, S. 629–650 (Edition S. 644–647).
- Laurence Moulinier: Hildegarde de Bingen, les plantes médicinales et le jugement de la postérité: pour une mise en perspective. Les plantes médicinales chez Hildegarde de Bingen. Gent 1993, S. 61–75. Hal. (Pflanzenliste mit botanischer Identifizierung).
- Laurence Moulinier: Le manuscrit perdu à Strasbourg. Enquête sur l’œuvre scientifique de Hildegarde. Paris-Saint-Denis 1995 (= Série Histoire ancienne et médiévale. Band 35). Publications de la Sorbonne, Presses universitaires de Vincennes, 1995.
- Laurence Moulinier: Deux fragments inédits de Hildegarde de Bingen copiés par Gerhard von Hohenkirchen († 1448). In: Sudhoffs Archiv. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1999, S. 224–238 (Hal).
- Irmgard Müller: Die pflanzlichen Heilmittel bei Hildegard von Bingen: Heilwissen aus der Klostermedizin. Otto Müller, Salzburg 1982. Taschenbuch: Herder, 2008, ISBN 978-3-451-05945-2.
- Friedrich Anton Reuß. De libris Physicis S. Hildegardis Commentatio Historico-Medica. Würzburg 1835 (Bayerische Staatsbibliothek).
- Friedrich Anton Reuß: Der heiligen Hildegard subtilitatum diversarum creaturarum libri novem. In: Annalen des Vereins für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. Jahrgang 1859, Heft 6, S. 50–106.
Zur Rezeption im Mittelalter
- Barbara Fehringer. Das „Speyerer Kräuterbuch“ mit den Heilpflanzen Hildegards von Bingen. Eine Studie zur mittelhochdeutschen Physica-Rezeption mit kritischer Ausgabe des Textes (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Beiheft 2). Königshausen & Neumann, Würzburg 1994, ISBN 3-88479-771-9.
- Magdalena Lichtenwagner: Eine neu entdeckte Handschrift der deutschsprachigen Rezeption der Physica Hildegards von Bingen. Textvorstellung und Teiltextausgabe. Masterarbeit, Wien 2019. (online)
- Irmgard Müller: Wie authentisch ist die Hildegardmedizin? Zur Rezeption des Liber simplicis medicinae Hildegards von Bingen im Codex Bernensis 525. In: Hildegard von Bingen. Prophetin durch die Zeiten. Hrsg. von Edeltraut Forster und der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard, Eibingen. Freiburg/Basel/Wien 1997, S. 420–430.
- Peter Riethe: Hildegards von Bingen „Liber simplicis medicinae“ im Mainzer Gart der Gesundheit. In: Sudhoffs Archiv. Band 89 (2005), S. 98–119.
- Bernhard Schnell, Irmgard Müller: Die Moskauer Physica-Exzerpte. Text und Untersuchung. Zur deutschen Rezeption der naturkundlichen Schriften Hildegards von Bingen. In: Natalija Ganina et al. (Hrsg.): Deutsch-russische Arbeitsgespräche zu mittelalterlichen Handschriften und Drucken in russischen Bibliotheken. Beiträge zur Tagung des deutsch-russischen Arbeitskreises vom 14. bis 16. September 2011 an der Lomonossov-Universität Moskau aus Anlass des 300. Geburtstages des Universitätsgründers Michael Lomonossov. Franz Steiner, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-515-10951-2, S. 199–235.
- Melitta Weiss-Amer (= Melitta Weiss Adamson): Die ‚Physica‘ Hildegards von Bingen als Quelle für das ‚Kochbuch Meister Eberhards‘. In: Sudhoffs Archiv, Band 76, Nr. 1, 1992, S. 87–96. – Vgl. dazu Anita Feyl: Das Kochbuch des Eberhard von Landshut (erste Hälfte des 15. Jhs.). In: Ostbairische Grenzmarken, Band 5, 1961, S. 352–366; und Anita Feyl: Das Kochbuch Meister Eberhards. Ein Beitrag zur altdeutschen Fachliteratur. Dissertation, Freiburg im Breisgau 1963.
- Melitta Weiss Adamson: Der deutsche Anhang zu Hildegard von Bingens "Liber simplicis medicinae" in Codex 6952 der Bibliothèque Nationale in Paris (fol. 232v-238v). In: Sudhoffs Archiv, Band 79 (1995), S. 173–192.
Weblinks
- Hildegard von Bingen. Bayerischer Rundfunk, 16. April 2014.
- Hildegard von Bingen: ‚Physica’ und ‚Causae et Curae’. Forschergruppe Klostermedizin.