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Pictured Rocks National Lakeshore

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Die Pictured Rocks National Lakeshore ist ein Schutzgebiet unter Verwaltung des National Park Service auf der Oberen Halbinsel des US-Bundesstaates Michigan. Es erstreckt sich auf rund 69 km Länge am Südufer des Oberen Sees zwischen den Orten Munising und Grand Marais im Alger County und ist geprägt von den namensgebenden, bis zu 60 m hohen Sandsteinklippen, deren charakteristische Farbstreifen durch aus dem Fels sickerndes, mineralhaltiges Grundwasser entstehen. Sie erstrecken sich auf rund 25 km am Ufer des Sees und weisen zahlreiche Kliffhöhlen, Felsentore und Felstürme auf, die im Laufe der Jahrhunderte durch die Erosion geformt wurden. Die National Lakeshore umfasst heute eine Fläche von rund 296 km².

Schnelle Fakten
Pictured Rocks National Lakeshore
IUCN-Kategorie III
Sandsteinklippen am Ufer des Oberen Sees
Sandsteinklippen am Ufer des Oberen Sees
Sandsteinklippen am Ufer des Oberen Sees
Pictured Rocks National Lakeshore (USA)
Pictured Rocks National Lakeshore (USA)
Lage: Michigan, Vereinigte Staaten
Nächste Stadt: Munising
Fläche: 296.38 km²
Länge: 69 km
Gründung: 15. Oktober 1966
Besucher: 933.966 (2025)
Adresse: https://www.nps.gov/piro/index.htm
Detaillierte Karte
Detaillierte Karte
Detaillierte Karte
Blick auf die Beaver Basin Wilderness
Blick auf die Beaver Basin Wilderness
Blick auf die Beaver Basin Wilderness
Pictured Rocks Cruises auf dem Oberen See
Pictured Rocks Cruises auf dem Oberen See
Pictured Rocks Cruises auf dem Oberen See
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Neben den Felsformationen zählen die Sanddünen Grand Sable Dunes, zahlreiche Wasserfälle, Sandstrände sowie Binnenseen und Feuchtgebiete zu den prägenden Landschaftselementen der Pictured Rocks National Lakeshore. Das Klima und die Ökosysteme des Parks werden maßgeblich vom Oberen See bestimmt, der als weltgrößter Süßwassersee für kühlere Sommer, mildere Winter sowie erhöhte Niederschlags- und Nebelbildung sorgt und einen Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna mit über 900 Pflanzen- und rund 40 Säugetierarten bietet.

Die Region wird seit rund 10.000 Jahren von indigenen Völkern wie den Anishinabe bewohnt und wurde ab dem 17. Jahrhundert von europäischen Entdeckern und Pelzhändlern bereist. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert prägten die Holzwirtschaft und die gefährliche Schifffahrtsroute entlang der Shipwreck Coast die Geschichte der Region; zahlreiche Schiffswracks sind noch heute an der Küste erhalten. Nach jahrzehntelangen Bemühungen um eine Unterschutzstellung wurde die Pictured Rocks National Lakeshore am 15. Oktober 1966 als erste National Lakeshore der Vereinigten Staaten gegründet. Seit 2009 steht mit der Beaver Basin Wilderness zudem ein zentraler Teil des Parks als Wilderness Area unter besonderem Schutz. Heute zählt der Park mit jährlich knapp einer Million Besuchern zu den bedeutendsten Zielen für Wandern, Camping, Wassersport und Naturbeobachtung auf der Oberen Halbinsel Michigans.

Geographie

Geographische Lage

Interaktive Karte der Pictured Rocks National Lakeshore

Die Pictured Rocks National Lakeshore liegt vollständig im Alger County nordöstlich des Ortes Munising auf der Oberen Halbinsel Michigans. Die National Lakeshore umfasst eine Gesamtfläche von rund 296 km², erstreckt sich auf einer Länge von rund 69 km am Südufer des Oberen Sees (Lake Superior) und ist maximal 9 km breit. Die namensgebenden Sandsteinklippen erheben sich bis zu 60 m über den Oberen See, die Grand Sable Dunes sind bis zu 120 m hoch und weisen die höchste Reliefenergie des Parks auf.[1] Die Höhenunterschiede reichen von 184 m an den Stränden des Oberen Sees bis zu rund 340 m an der Süd- bzw. Südostgrenze der National Lakeshore.[1] Das Hauptquartier des Parks am Sand Point liegt rund 60 km von Marquette, 170 km von Sault Ste. Marie und 450 km von Michigans Hauptstadt Lansing entfernt.

Der County Highway H-58 führt in Südwest-Nordost-Richtung durch den südlichen Teil der National Lakeshore bzw. unmittelbar außerhalb der Parkgrenzen und bietet Zugang zu den meisten Sehenswürdigkeiten. In die Nähe der Küste kommt der Highway jedoch nur am Miners Castle, am Twelvemile Beach sowie an den Grand Sable Dunes. Munising ist über die Highways M-28 und M-94 erreichbar, nach Grand Marais am Ostende des Parks führt der State Highway M-77.

Unmittelbar westlich der National Lakeshore liegt, außerhalb der Parkgrenzen, die Insel Grand Island, die im Rahmen der separaten Grand Island National Recreation Area unter Schutz steht. Im Südwesten grenzt die National Lakeshore an Teile des Hiawatha National Forest.

Flüsse und Bäche

Der Miners River ist der längste und wasserreichste Fluss im Park. Die bräunliche Färbung entstammt den Tanninen im Wasser, die durch die Vegetation im Quellgebiet in den Fluss gelangen.

Innerhalb der Pictured Rocks National Lakeshore gibt es zahlreiche Flüsse und Bäche, die aufgrund der Lage der Wasserscheide zwischen dem Oberen See und dem Michigansee meist eher kürzere Fließlängen aufweisen. Die Wasserscheide verläuft in etwa entlang der Südgrenze des Parks, wodurch die nach Norden fließenden Gewässer ein stärkeres Gefälle und schnellere Fließgeschwindigkeiten aufweisen als die deutlich längeren Zuflüsse des Michigansees. Bedingt dadurch finden sich auch zahlreiche Wasserfälle im Park, an denen die Flüsse über erosionsresistente Felsklippen hinabfallen. Die Flüsse führen während der Schneeschmelze im Frühjahr und Frühsommer das meiste Wasser und fallen in den Sommer- und Herbstmonaten teilweise vollständig trocken. Außerdem reagieren sie empfindlich auf Niederschlagsereignisse, sodass die Wasserstände nach einem Starkregen innerhalb kurzer Zeit erheblich steigen können. Bei den Flüssen im Park handelt es sich meist um Schwarzwasserflüsse, die sich durch die bräunlich-gelbe Färbung des Wassers auszeichnen. Diese entsteht durch gelöste Huminsäuren und Tannine, die der Vegetation in den Feuchtgebieten und Mooren im Quellgebiet der Flüsse entstammen.[2]

Der größte und längste Fluss der National Lakeshore ist der Miners River, der außerhalb des Parks im Hiawatha National Forest entspringt und am Miners Beach in den Oberen See mündet. Sein mittlerer Abfluss nahe der Mündung beträgt im Juni durchschnittlich 1,3 m³/s und sinkt im Spätsommer und Herbst auf rund 0,59 m³/s. Der Hurricane River und der Mosquito River haben im Frühling und Frühsommer ähnliche Abflussmengen, die allerdings im Verlauf des Sommers stärker abnehmen. Alle weiteren Flüsse sind meist deutlich kleiner und führen weniger Wasser. Lediglich Beaver Creek und Sable Creek weisen als Abflüsse größerer Seen ein stabileres Abflussverhalten auf.[2]

Die Wasserqualität der Flüsse und Bäche variiert zwischen den einzelnen Einzugsgebieten. Die meisten Flüsse und Bäche haben ihr Quellgebiet in der inneren Zone des Parks und den angrenzenden Nationalforsten. Die Wasserqualität dieser Quellgewässer gilt grundsätzlich als gut, jedoch können Einflüsse von außerhalb der Parkgrenzen die Qualität der Gewässer innerhalb der National Lakeshore beeinflussen.[2]

Seen

Ufer des Oberen Sees am Miners Beach. Der weltweit größte Süßwassersee beeinflusst Klima, Vegetation und Küstenmorphologie innerhalb der Pictured Rocks National Lakeshore.

Der Obere See ist das bestimmende Gewässer des Schutzgebiets und beeinflusst sowohl die klimatischen Bedingungen des Parks als auch die Küstenmorphologie. Der Obere See ist der größte und kälteste der Großen Seen und der weltweit flächengrößte Süßwassersee. Hohe Wellen und Änderungen des Wasserstandes sorgen für starke Erosionsraten entlang der Felsküste und für eine ständige Veränderung und Umformung der Strände. Außerdem hat er starke Auswirkungen auf die Ökosysteme innerhalb des Parks. Durch die geringe Menge an organischem Material im Wasser ist der See besonders klar. Er weist eine geringe Konzentration an Nährstoffen auf und ist somit oligotroph. Das liegt hauptsächlich daran, dass die umliegenden Wälder und Gesteinsschichten das in den See gelangende Wasser filtern und somit die Phosphatzufuhr sowie die Zufuhr biologischer Nährstoffe begrenzen. Dementsprechend ist auch das Pflanzen- und Algenwachstum im See begrenzt.[3] Der See weist keine Gezeiten auf, allerdings lässt sich das als Seiche bezeichnete, für die Großen Seen typische Phänomen stehender Wellen beobachten. Diese entstehen, wenn an den Ufern anlaufende Wellen reflektiert werden und sich als ablaufende Gegenwellen mit den ankommenden Wellen überlagern. Ursache sind meist starke Winde und schnelle Veränderungen des atmosphärischen Drucks, die zur Anhäufung von Wasser am Seeufer führen. Solche Seiches treten meist in geringen Dimensionen auf, können aber auch die Ausmaße von Sturmfluten erreichen und den Pegel ufernaher Gewässer um rund einen Meter steigen lassen. Während die Oberflächentemperatur des Oberen Sees saisonal schwankt, bleibt die Temperatur unterhalb von 200 m einigermaßen konstant bei 4 °C. Diese Temperaturschichtung führt zur saisonalen Stratifikation des Sees. Zweimal pro Jahr jedoch erreicht die gesamte Wassersäule eine einheitliche Temperatur von 4 °C, wodurch sich das Wasser und damit auch Nährstoffe und Sauerstoff vollständig durchmischen. Dieses Merkmal macht den See dimiktisch.[3]

Der 3,1 km² große Beaver Lake ist der größte Inlandsee der National Lakeshore. Er liegt im Zentrum der Beaver Basin Wilderness.

Neben dem Oberen See gibt es in der National Lakeshore einige Binnenseen, die meist unter 3 km² groß sind und, mit Ausnahme von Chapel Lake und Grand Sable Lake, Tiefen von etwa 3 bis 6 Meter erreichen. Viele der Seen sind mesotroph und weisen ein moderates Pflanzenwachstum auf; sie haben Sichttiefen zwischen 2 und 5 Metern. Miners Lake und Little Chapel Lake zeigen den größten Trend zur Eutrophierung; die oligotrophsten Seen sind der Legion Lake, die Shoe Lakes und der Grand Sable Lake. Die Hydrochemie der Binnenseen unterscheidet sich stark, aber viele lassen sich als braune, alkalische Seen klassifizieren.[4] Bei Trappers Lake, Legion Lake, Kingston Lake und den Shoe Lakes handelt es sich um abflusslose Seen, die keine Zu- und Abflüsse aufweisen. Die letzteren drei sind Toteisseen, die durch den Rückzug der Gletscher vor etwa 10.000 Jahren entstanden sind. Legion Lake und die Shoe Lakes liegen zudem auf der Wasserscheide zwischen dem Oberen See und dem Michigansee und erhalten somit nur sehr wenig Grundwasserzufuhr mit Elementen wie Calcium, Magnesium und Siliciumdioxid. Sie sind sauer mit pH-Wert von 4,8 bis 5,1 und haben hohe Sichttiefen von 5 bis 9 Metern. Trappers Lake, Beaver Lake und Little Beaver Lake liegen im Beaver Basin, das bis vor rund 5.000 Jahren eine Seitenbucht des Oberen Sees darstellte. Bei Absenkung des Seespiegels wurden sie durch Sandrücken vom See abgetrennt und blieben als Restseen zurück. Auch der nur 0,04 km² große Miners Lake liegt in einer ehemaligen Bucht des Oberen Sees, dem Miners Basin. Der langgestreckte Chapel Lake am Chapel Creek, der mit Abstand tiefste See des Parks, wurde wahrscheinlich durch ein großes Becken in einem glazialen Schmelzwasserkanal gebildet. Der südliche Teil des Sees ist etwa 43 Meter tief und geht in einen flachen, nördlichen Teil über. Der Chapel Lake ist ein meromiktischer See; die tiefste Wasserschicht vermischt sich während der Wasserzirkulation nicht mit dem oberen Seewasser.[4]

Geologie

Der Name Pictured Rocks entstammt den Farbstreifen an den Felsklippen, die entstehen, wenn Grundwasser aus Rissen im Fels sickert und die Felswand hinunterläuft. Die meist vertikalen Farbstreifen werden durch verschiedene Mineralien und Elemente gebildet – Rot und Orange entstehen durch Eisen, Blau und Grün durch Kupfer, Braun und Schwarz durch Mangan und Weiß durch Limonit.[5][6]

Die heutigen sedimentären Gesteine und oberflächlichen Ablagerungen im Gebiet der Pictured Rocks sind erdgeschichtlich vor allem auf zwei weit auseinanderliegende geologische Zeitabschnitte zurückzuführen – zum einen auf die Zeit vom späten Präkambrium vor rund 1,1 Milliarden Jahren bis ins frühe Ordovizium vor rund 470 Millionen Jahren sowie zum anderen auf das bis heute andauernde Zeitintervall des späten Quartärs seit rund 2 Millionen Jahren. Im Präkambrium, Kambrium und frühen Ordovizium wurden Sedimente in den flachen Meeren und küstennahen Deltas des heutigen Nord-Michigans abgelagert und bilden die heutigen Sandstein- und Konglomeratschichten, die an den Felsklippen des Seeufers freigelegt sind. Abseits davon sind diese Schichten heute durch Ablagerungen als Folge der quartären Vereisungsphasen überlagert.[5][7]

Der Kern des nordamerikanischen Kontinents begann sich vor 1,1 Milliarden Jahren zu spalten und bildete das Midcontinent Rift System (MRS), einen der größten interkontinentalen Grabenbrüche der Erde. Der Riss versagte etwa 15 bis 20 Millionen Jahre nach Beginn seiner Entstehung und hinterließ ein Becken, das heute vom Oberen See gefüllt ist. Nach der Entstehung des Risses wurden Sand und Kies flussabwärts transportiert, wodurch das südliche Ufer des Oberen Sees eingeebnet wurde.[6] Im Laufe der Zeit verfestigten sich Sand und Kies und bildeten im späten Präkambrium die Jacobsville-Formation, die als älteste am Seeufer freigelegte Formation auf ca. 1100 bis 980 mya datiert wurde. Der durch Eisenoxide auffallend rot gefärbte und teilweise weiß gefleckte, feldspatreiche Quarzsandstein wurde von Flüssen abgelagert und ragt heute nur wenige Meter über die Wasseroberfläche des Oberen Sees. Aufgrund seiner attraktiven Farbe wurde der Jacobsville-Sandstein im späten 19. Jahrhundert auf Grand Island sowie Teilen der Oberen Halbinsel als Baustoff abgebaut. Oberhalb der Jacobsville-Formation liegt diskordant die hellgraue bis weiße Munising-Formation aus dem mittleren bis späten Kambrium. Diese lagerte sich nach der Lithifizierung der Jacobsville-Formation über dieser ab.[5] Die Munising-Formation wurde von marinen und äolischen Prozessen beeinflusst und kann heute in drei Subformationen untergliedert werden: neben dem in einer Diskordanz auf dem Jacobsville-Sandstein liegenden, im Furongium abgelagerten Basalkonglomerat folgen darüberliegend der durch große, geschwungene Querschichten auffällige Chapel Rock-Sandstein (Chapel Rock sandstone) sowie der bröselige Miners Castle-Sandstein (Miners Castle sandstone).[6] Der Chapel Rock Member ist ein gut sortierter, mittelkörniger Sandstein mit kleinem, aber weit verbreiteten Konglomerat; er besteht fast ausschließlich aus Quarz-, Chert- und Quarzitkörnern mit geringen Mengen an Feldspat und erreicht eine Mächtigkeit von 12–18 m[6]. Der Chapel Rock-Sandstein hat eine großflächige Kreuzschichtung und ist horizontal geschichtet. Der Miners Castle-Sandstein wird als oberste und jüngste Subformation der Munising-Formation auf etwa 495 mya datiert und zeichnet sich durch hellgrauen bis weißen, schlecht sortierten Silt-Schiefer-Quarzsandstein aus. Er erreicht Mächtigkeiten von bis zu 40 m.[6]

Schichten der Jacobsville-Formation sind heute an den Felsklippen am Seeufer freigelegt. Die Farbstreifen entstehen, wenn Grundwasser aus Rissen im Fels sickert und die Felswand hinunterläuft. Mineralien wie Eisen, Kupfer und Mangan verursachen die unterschiedlichen Färbungen.
Gut erkennbare Schichten des hellgrauen Miners Castle-Sandstein als Subformation der Munising-Formation, die diskordant über der rötlichen Jacobsville-Formation liegt. Die Küstendynamik hat im erosionsanfälligen Gestein zahlreiche Kliffhöhlen entstehen lassen.
Die widerstandsfähige Au Train-Formation liegt als oberste Schicht über der Munising-Formation. Aufgrund ihrer Erosionsresistenz ragt sie am Seeufer über die bereits stärker erodierten Schichten des Munising-Sandsteins hinaus, wie hier an den Bridalveil Falls.

Über dem leicht erodierenden Miners Castle-Sandstein der Munising-Formation liegt in im westlichen Teil der National Lakeshore die widerstandsfähige Au Train-Formation aus dem frühen Ordovizium. Die Au Train-Formation ist ein hellbrauner bis weißer, rund 3–6 m mächtiger dolomitischer Sandstein; er ist aufgrund seiner Resistenz für das Vorhandensein vieler Wasserfälle in der Region verantwortlich, da er Erosion besser widersteht als andere Formationen.[5] In einigen Küstenabschnitten ragt die Au Train-Formation daher über die darunterliegenden Formationen aus Munising-Sandstein hinaus.[6] Als einzige der drei Formationen der National Lakeshore ist die Au Train-Formation reich an Fossilien und enthält neben Kopffüßern und Schnecken auch 26 Taxa an Conodonten.[6] Östlich der Spray Falls unweit der Beaver Basin Wilderness fallen die Klippen nach Süden ab, entfernen sich vom Seeufer und bilden einen dicht bewaldeten Bergrücken im Hinterland der National Lakeshore. Das Seeufer besteht im weiteren Verlauf aus Stränden und Sanddünen.[5]

Die meisten der heute an der Oberfläche sichtbaren Landformen entstanden während der jüngsten Vergletscherungen im Quartär. Vor 6000 bis 4000 Jahren zogen sich die letzten der großen nordamerikanischen Eisschilde zurück; die durch das Rückschmelzen entstandene isostatische Hebung bildete mit dem Lake Nipissing einen Gletschersee, der einen großen Teil der heutigen Region der Großen Seen bedeckte. Der durch die Hebung verursachte Anstieg des Wasserstandes führte zur Destabilisierung der Grand Sable Banks; äolische Prozesse führten zur Ablagerung des Sandes an den Uferhängen und zum Entstehen der Grand Sable Dunes.[6][8]

Im Laufe fortschreitender Erosion kam es zu mehreren bedeutenden Felsstürzen in der National Lakeshore. Neben dem bekanntesten Ereignis im April 2006, bei dem einer von zwei Felstürmen der Formation Miners Castle in den Oberen See stürzte, fanden auch am Grand Portal Point, am Indian Point, an den Miners Falls sowie den Munising Falls bedeutende Felsstürze statt. Solche Felsstürze ereignen sich meist im Frühling oder Herbst im Zuge von Frost- und Tauprozessen.[9]

Klima

Die winterliche Durchschnittstemperatur in der National Lakeshore liegt bei rund −4 °C. Der Obere See ist normalerweise bis in den Frühling hinein zugefroren.
Starke Windgeschwindigkeiten über dem Oberen See führen zu teils starkem Wellengang am Ufer.

Das lokale Klima der Pictured Rocks National Lakeshore wird maßgeblich durch den Oberen See bestimmt. Durch seine Größe wirkt er als eine Art Binnenmeer, das sich klimatisch durch im regionalen Vergleich kühlere Sommer- und wärmere Wintertemperaturen bemerkbar macht. Zudem erhöht er die Wahrscheinlichkeit für Stürme, Schneefall und Nebel entlang der Küste.[3] Die Durchschnittstemperatur in den Wintermonaten liegt bei rund −4 °C, in den Sommermonaten bei etwa 22 °C. Die tiefste aufgezeichnete Temperatur wurde am 2. Februar 1985 gemessen und betrug −34 °C. Rund 107 Tage sind im Jahresverlauf durchschnittlich frostfrei. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt durchschnittlich 787 mm; die durchschnittliche jährliche Schneemenge liegt zwischen 356 cm und 406 cm. In manchen Jahren können über fünf Meter Schnee fallen. Eine geschlossene Schneedecke ist meist von etwa Ende November bis Ende April vorhanden; Nebel kann in jeder Jahreszeit auftreten. Der Obere See kann bis in den Juni hinein von Eis bedeckt sein.[10] Die Region der östlichen Oberen Halbinsel zeichnet sich durch eine jährliche durchschnittliche Wolkenbedeckung von 70 % aus und gehört damit zu den wolkenreichsten Regionen der Vereinigten Staaten. Ein Großteil der Bewölkung tritt im Herbst und Winter auf, wenn kühle Luft Feuchtigkeit aus dem zu dieser Jahreszeit häufig wärmeren Oberen See aufnimmt, in Küstennähe aufsteigt und Wolken bildet. Wind weht vorrangig von West nach Ost, mit durchschnittlichen Geschwindigkeiten zwischen 11 und 15 Kilometern pro Stunde, wobei die Winde vom Oberen See meist stärker sind. Wechselnde Nordwestwinde von der kühleren Seeoberfläche und Südwestwinde von der wärmere Landoberfläche führen zu gelegentlich stark variierenden Temperaturen im Tagesverlauf während der Sommermonate.[10]

Die sommerliche Oberflächentemperatur des Oberen Sees ist zwischen 1979 und 2006 um 2,5 °C gestiegen; die Lufttemperatur hat ungefähr um 1,25 °C zugenommen. Außerdem hat sich die Dauer der frostfreien Periode zwischen Frühjahr und Herbst verlängert. Die Niederschlagsvariabilität hat vor allem im Winter zugenommen.[11] Klimavorhersagen für das Gebiet zeigen weiterhin langsam steigende durchschnittliche Luft- und Wassertemperaturen im Sommer und Winter sowie insgesamt höhere Niederschlagsmengen. Steigende Temperaturen im Sommer haben einen Anstieg der Hitzetage, zunehmende Feuchtigkeit und eine höhere Gewittergefahr zur Folge.[10]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Grand Marais, Michigan (197 m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) −7,6 −7,1 −3,3 3,4 9,4 14,3 17,3 17,4 13,6 8,0 1,2 −4,7 ⌀ 5,2
Mittl. Tagesmax. (°C) −3,7 −2,5 1,9 9,0 15,9 21,2 24,1 23,7 19,2 13,1 4,8 −1,2 ⌀ 10,5
Rekordmaximum (°C) 13,3 13,3 23,9 32,2 32,2 36,1 37,2 37,2 35,6 28,9 21,1 15,6 ᐃ 37,2
Mittl. Tagesmin. (°C) −11,5 −11,7 −8,4 −2,1 2,8 7,6 10,7 11,2 8,0 2,9 −2,6 −8,2 ⌀ −0,1
Rekordminimum (°C) −33,3 −35,0 −35,6 −25,0 −9,4 −6,7 −5,0 −1,7 −6,1 −10,6 −25,6 −27,2 ᐁ −35,6
Niederschlag (mm) 58,4 38,1 40,6 40,6 68,6 76,2 71,1 71,1 86,4 73,7 71,1 58,4 Σ 754,3
Regentage (d) 18 13 11 9 10 10 9 9 12 12 15 17 Σ 145

Ökosysteme

Die bestehenden Ökosysteme des Parks werden stark durch den Einfluss des Oberen Sees bestimmt. Kalte Temperaturen und die durch den See erzeugte Feuchtigkeit ermöglichen das Bestehen von Mikrohabitaten und damit von Pflanzenarten, die gewöhnlich nur in höheren Breiten vorkommen. Der häufige Küstennebel fördert das Wachstum von Moosen und Flechten, auch an den Felsklippen des Seeufers. Die Gefahr für Waldbrände ist durch die anhaltende Feuchtigkeit gering; häufig können jedoch starke Winde die Struktur der Wälder beeinträchtigen und in Ausnahmefällen zu Windwurf führen. Der See selbst unterstützt trotz seiner Trophie ein gesundes Ökosystem aus Plankton, Wirbellosen und Kaltwasserfischen.[3]

Besonders der Lake Effect hat starken Einfluss auf das Bestehen von Flora und Fauna. Er begünstigt die Lebensbedingungen einiger Wildtierarten und erschwert das Überleben anderer Arten. Kühle Sommer verringern die Verdunstung in den flachen, durch die Schneeschmelze entstehenden Feuchtgebieten, sodass eine größere Anzahl an Mücken schlüpfen kann.[3]

Feuchtgebiete

Feuchtgebiete wie der Sand Point Marsh haben eine herausragende ökologische Bedeutung und sind Lebensraum zahlreicher aquatischer Spezies.

Feuchtgebiete bilden eine wichtige Übergangszone zwischen terrestrischen und aquatischen Ökosystemen und gehören zu den vielfältigsten und bedeutsamsten Ökosystemen der Lakeshore. Sie sind dauerhaft oder zeitweise mit Wasser gesättigt und ermöglichen das meist dauerhafte Bestehen von Wasserpflanzen. Zahlreiche Marschländer, Moore, Sümpfe, Tümpel, Feuchtwiesen und bewaldete Tiefländer innerhalb der Pictured Rocks National Lakeshore bieten einen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten und nehmen besonders als Brutgebiete für Amphibien eine herausragende Stellung ein. Weiterhin dienen die Feuchtgebiete als natürliche Filter und Wasserspeicher und können eine dämpfende Wirkung auf Hochwasser und Erosionsprozesse haben.[12] Die Feuchtgebiete im Schutzgebiet sind weitestgehend unerforscht, lediglich die als vernal pools bezeichneten, temporären Tümpel sind Gegenstand der Forschung geworden. Die vernal pools füllen sich meist im Frühjahr oder Herbst mit Wasser und trocknen im Sommer oft vollständig aus. Die fischlosen Tümpel dienen vor allem als Brutgebiet für Amphibien und Wirbellose.[13]

Von kleineren Nadelbäumen bewachsenes Marschland im Hinterland der National Lakeshore

Marschländer finden sich im Gebiet der Pictured Rocks vor allem in den flachen Bereichen an den größeren Inlandseen sowie teilweise um kleinere Seen wie den Miners Lake und den Little Chapel Lake. Die Marschländer werden von krautigen Pflanzen und kleineren Sträuchern dominiert und bieten einen Lebensraum für eine Vielfalt aquatischer Tiere. Neben Wirbellosen beherbergen die Marsche zahlreiche Fischarten, Amphibien, Reptilien und Wasservögel. Auch Säugetiere wie Bisamratten leben in den Marschländern innerhalb der Pictured Rocks National Lakeshore. Marschländer sind dynamische Ökosysteme und unterliegen einer Prozessdynamik von Überschwemmungen, Austrocknungsphasen und hydrologischen Veränderungen, die neben klimatischen Bedingungen auch Einflüsse wie den Biber als Ursache haben können.[12]

Moore bestehen in den Pictured Rocks meist als aufgefüllte Seebecken, die in geschlossenen, glazialen Senken oder Toteisseen entstanden sind. Insgesamt sind im Gebiet vier größere Moore verzeichnet, die aus Torfmoosen aufgebaut sind und von kleineren Sträuchern dominiert werden. Sie sind wassergesättigt und haben meist wenige Zu- und Abflüsse; der Niederschlag stellt die Hauptwasserquelle dar. Als saure, sauerstoffarme Feuchtgebiete bieten die Moore vor allem Lebensraum für Pflanzen, die saure Böden vertragen – dazu gehören zum Beispiel die Torfgränke (Chamaedaphne calyculata), die Rosmarinheide (Andromeda polifolia) sowie die Großfrüchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon). Aufgrund des Sauerstoffmangels und der sauren Bedingungen fehlt es den Mooren an Stickstoff und anderen Nährstoffen, sodass sich eine einzigartige Gemeinschaft fleischfressender Pflanzen etablieren konnte. Kesselfallen, Sonnentau und Wasserschläuche beziehen ihre Nährstoffe aus den Insekten, die sie fangen und verdauen.[12]

Sümpfe zeichnen sich als bewaldete Feuchtgebiete durch das Vorkommen bestimmter Baumarten und Bodentypen aus. Die meisten Sümpfe in den Pictured Rocks werden von Koniferen wie Abendländischen Lebensbäumen (Thuja occidentalis), Schwarz-Fichten (Picea mariana) und Amerikanischen Lärchen (Larix laricina) dominiert. Im Gegensatz zu den bewaldeten Tiefländern sind die Sümpfe meist über einen längeren Zeitraum über das Jahr feuchter und wasserreicher. Sowohl saure als auch alkalische Sümpfe kommen im Park vor, meist in den Flussbecken entlang des Miners River und des Sevenmile Creek. Die Abendländischen Lebensbäume in den Sümpfen der Beaver Basin Wilderness gehören zu den ältesten Bäumen der National Lakeshore. Neben der floristischen Vielfalt sind die Sumpflandschaften auch als Überwinterungsraum für Hirsche und Schneeschuhhasen von Relevanz, die die feuchteren Wälder neben dutzenden weiteren Wildtieren als Refugium nutzen.[4]

Wälder

Offener Laubbaumwald in der National Lakeshore. Der Waldboden weist einen Farnbewuchs auf.

Die Baumbestände der National Lakeshore sind Teil zweier vorkommender Biome – neben den großflächig vorherrschenden sommergrünen Laubwäldern ist dies zudem die nordöstlich anschließende Übergangszone von hemiborealem Mischwald zu borealem Nadelwald. Etwa 80 % des Parks bestehen aus nördlichen Laubwäldern. Zahlreiche Sukzessionsflächen ermöglichen die Neuentwicklung von Sümpfen und Feldern zu Waldflächen; besonders auf den unter Bundesverwaltung stehenden Flächen in der Küstenzone der National Lakeshore kann wieder ein naturnaher Wald entstehen. Auf den Flächen der Inland Buffer Zone findet hingegen weiterhin Holzernte statt.[14]

Historische Brandereignisse und die Auswirkungen der Holzindustrie haben eine große Rolle bei der Gestaltung der heutigen Wälder gespielt, obwohl größere Waldbrände bedingt durch das feuchte Klima kaum stattgefunden haben. Die meisten ausgewachsenen Bäume im Park sind nur etwa 100 bis 130 Jahre alt und sind nach dem Ende der Blütezeit der Holzwirtschaft gewachsen. Primärwald gibt es in der National Lakeshore kaum noch – lediglich in den Feuchtgebieten der Beaver Basin Wilderness bestehen noch Urwaldbestände, größtenteils repräsentiert durch den Abendländischen Lebensbaum. Weitere menschliche Auswirkungen sind die Einführung invasiver Arten und Baumkrankheiten. Viele große Ulmenhaine (Ulmus) wurden durch die Holländische Ulmenkrankheit getötet, wodurch sich die Bestände des Rot-Ahorn ausgebreitet haben. Die Buchenkomplexkrankheit, die erstmals 2001 im Park nachgewiesen wurde, hat den Großteil der ausgewachsenen Amerikanischen Buchen des Parks getötet.[15]

Die Papier-Birke (Betula papyrifera) wächst in der National Lakeshore primär auf Sukzessionsflächen.

In seltenen Fällen können starke Sturmereignisse zu großflächigem Windwurf führen, der tiefgreifende Auswirkungen auf die Waldstruktur haben kann. Entwurzelte Bäume lassen eine aus Erdhügeln und Senken auf dem Waldboden bestehende Topographie entstehen; durch das Totholz werden neue Mikrohabitate geschaffen, die eine größere Biodiversität sowohl von Pflanzen als auch von Tieren fördern. Bestimmte Baumsamen können in den entstandenen Flächen keimen, zudem entstehen kleine vernal pools in Senken oder Vertiefungen. Die feuchten Hügel aus verrottendem Material bieten einen Lebensraum für Pilze, Flechten, Bakterien, Wirbellose und Amphibien. Entstehende Lücken im Blätterdach des Waldes erhöhen zudem Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit und ermöglichen eine Sukzession der Pflanzen im nun baumfreien Windwurfbereich.[14]

Flora & Fauna

Flora & Vegetation

Die National Lakeshore weist vielfältige Habitate und zahlreiche Pflanzengemeinschaften auf, die die große Pflanzenvielfalt mit über 900 dokumentierten Pflanzenarten widerspiegeln. Die durch den Lake Effect ermöglichten Mikrohabitate erlauben das Bestehen von Arten, die in diesen Breiten gewöhnlich nicht vorkommen.[16]

Herbstfärbung eines Ahornbaums. Vor allem Zucker-Ahorn und Rot-Ahorn kommen in der National Lakeshore vor.

In den Hochlandwäldern dominieren Amerikanische Buche (Fagus grandifolia), Zucker-Ahorn (Acer saccharum), Rot-Ahorn (Acer rubrum), Buchen (Fagus), Gelb-Birke (Betula alleghaniensis) und Hemlocktanne (Tsuga). Auf den feuchteren, durch den Gletscherrückzug entstandenen Böden, die rund 10 % der Fläche des Parks einnehmen, finden sich neben Fichten (Tsuga), Amerikanischen Lärchen (Larix laricina) und Erlen (Alnus) auch Bestände des Abendländischen Lebensbaums (Thuja occidentalis). An Bächen und Seen wachsen vor allem verschiedene Arten an Balsambaumgewächsen (Burseraceae) sowie der Streifen-Ahorn (Acer pensylvanicum). Von Bedeutung sind zudem die Pflanzengemeinschaften auf den Grand Sable Dunes – dort finden sich neben Banks-Kiefern (Pinus banksiana) und Weiden (Salix) auch Bestände der auf Sanddünen an den oberen Großen Seen endemischen Kratzdistel-Art Cirsium pitcheri sowie der Wucherblumen-Art Tanacetum huronense. Etwa 10 % der National Lakeshore bestehen aus sandigen Böden und Dünen, die außerdem auch Bestände der Amerikanischen Rot-Kiefer (Pinus resinosa) sowie, auf Sukzessionsflächen, Bestände von Papier-Birke (Betula papyrifera) und Pappel (Populus) unterstützen.[15] Sträucher wie Sand-Kirsche (Prunus pumila), Balsam-Pappel (Populus balsamifera), Kanadische Eibe (Taxus canadensis) oder Virginische Traubenkirsche (Prunus virginiana) fallen durch die farbenfrohe Blüte im Frühjahr auf und dienen als Nahrungsquelle für zahlreiche Wildtiere.[15] Weiterhin wurden im Park 76 Arten an Wasserpflanzen dokumentiert.[16] Besonders die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) gehört dabei zu den auffälligsten Pflanzen an den Inlandseen des Parks.[16]

Im Park blühen zahlreiche Wildblumen wie die Großblütige Waldlilie (Trillium grandiflorum).

Wildblumen gedeihen zahlreich in der National Lakeshore. Im Frühjahr blühen bei teils noch vorhandener Schneedecke neben Leberblümchen (Hepatica) auch Ephemeren wie Tellerkräuter (Claytonia) oder Schaumkräuter (Cardamine); die Waldböden sind häufig großflächig von Waldlilien (Trillium) bedeckt.[17] In den Mischwäldern blühen im Frühsommer zum Beispiel Schattenblumen (Maianthemum) oder Christophskräuter (Actaea), in Trockenwäldern finden sich das seltene Dolden-Winterlieb (Chimaphila umbellata) oder die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus). Seerosen (Nymphaea) blühen häufig auf den Binnenseen der Lakeshore.[17] Feuchte Lebensräume schaffen perfekte Bedingungen für verschiedene Orchideenarten (Orchidaceae), die nicht nur in Wäldern und Sümpfen, sondern auch in geschützten Flächen in den Grand Sable Dunes zu finden sind. Im Spätsommer und Herbst sind vor allem Wildblumen in offenen, sonnigen Standorten vorzufinden, dazu gehören Wasserdost (Eutrochium), Seidenpflanzen (Asclepias) oder die Wilde Bergamotte (Monarda fistulosa). Im Spätherbst blühen in feuchten, schattigen Stellen noch dichte Bestände des Orangen Springkraut (Impatiens capensis). Zudem gibt es im Park zahlreiche Neophyten wie das Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum).[17]

Nennenswert sind außerdem die Vorkommen von Flechten in der National Lakeshore: insgesamt kommen mehr als 230 Flechtenarten an verschiedensten Standorten im gesamten Park vor. Die meisten Flechten wachsen an sonnigen Stellen oder auf Totholz; die grau gefärbte Echte Rentierflechte (Cladonia rangiferina) etwa bedeckt vor allem Böden an offenen Standorten. Die Flechten fungieren auch als Nahrungsquelle für einige Wildtiere.[18]

Fauna

Der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) ist in der National Lakeshore heimisch.
Eine Schnappschildkröte (Chelydra serpentina) beim Sonnenbaden auf einem Baumstamm.

Die Wälder und Feuchtgebiete der National Lakeshore bieten einen Lebensraum für rund 40 Säugetierarten. Zu den häufigsten Arten gehören der Kojote (Canis latrans) und der Rotfuchs (Vulpes vulpes). Weißwedelhirsche (Odocoileus virginianus) kommen aufgrund der kalten Winter seltener vor als in anderen Teilen Michigans. Das Seeufer gehört zum Verbreitungsgebiet des Wolfs (Canis lupus), dessen Habitate weit über die Parkgrenzen hinausgehen – Individuen und Rudel verbringen meist nur kurze Zeiträume innerhalb des Parks. Auch der Puma (Puma concolor) und der Rotluchs (Lynx rufus) kommen gelegentlich in der National Lakeshore vor. Selten werden Elche (Alces alces), Silberdachse (Taxidea taxus) oder Amerikanische Schwarzbären (Ursus americanus) gesichtet. Historisch lebte auch das Rentier (Rangifer tarandus) im Gebiet der Pictured Rocks, aufgrund menschlicher Aktivitäten verschwanden die Art jedoch bis 1910 aus der Region. Auch der Vielfraß (Gulo gulo) wurde zuletzt 1880 in der Region gesichtet. Fichtenmarder (Martes americana) und Fischermarder (Pekania pennanti) wurden in den 1930er-Jahren in der Region ausgerottet, konnten sich aber im Rahmen von Wiederansiedlungsprogrammen wieder in der National Lakeshore etablieren. Auch die Bestände des Nordamerikanischen Fischotters (Lontra canadensis) haben sich in den vergangenen Jahrzehnten erholt und kommen heute, wie auch der Kanadische Biber (Castor canadensis), vor allem an Bächen und Tümpeln vor. Weiterhin kommen im Park gelegentlich Stachelschweine (Hystricidae) und Schneeschuhhasen (Lepus americanus) vor. In den Sommermonaten leben einige Fledermausarten im Schutzgebiet; die Populationen sind seit 2014 vom White-Nose-Syndrom betroffen.[19] Die Herpetofauna wird aufgrund der nördlichen Breite und der daraus resultierenden kalten Temperaturen nur von wenigen Arten vertreten; insgesamt wurden in der National Lakeshore zwölf Amphibienarten und fünf Reptilienarten dokumentiert. Zu den vorkommenden Froschlurchen gehören etwa der Waldfrosch (Rana sylvatica), Pseudacris crucifer, die Amerikanische Kröte (Anaxyrus americanus) oder der recht häufig vorkommende Östliche Graue Laubfrosch (Hyla versicolor). In den kühlen, feuchten Wäldern und vor allem in Wassernähe leben mehrere Arten von Salamandern und Molchen, darunter der im Gebiet weit verbreitete Rotrücken-Waldsalamander (Plethodon cinereus), außerdem der Vierzehensalamander (Hemidactylium scutatum), der Blauflecken-Querzahnmolch (Ambystoma laterale) oder der Grünliche Wassermolch (Notophthalmus viridescens). Die vorkommenden Amphibienarten werden durch das Parkpersonal überwacht und jährlich dokumentiert.[20] Zwei Arten von Schildkröten sind im Park heimisch – die Zierschildkröte (Chrysemys picta) und die Schnappschildkröte (Chelydra serpentina). Zierschildkröten werden häufig auf Baumstämmen in Binnenseen oder in Ufernähe gesichtet. Die bis zu 14 kg schweren Schnappschildkröten sind fast ausschließlich aquatisch und bevorzugen Seen, Teiche, langsam fließende Flüsse und vegetationsreiche Sümpfe und kommen nur zur Brutzeit an Land. Im Oberen See kommt sie nur selten vor. Die einzigen weiteren Reptilien, die im Park bestätigt wurden, sind mit der Glatten Glasnatter (Opheodrys vernalis), der Rotbäuchigen Braunschlange (Storeria occipitomaculata) sowie der Gewöhnlichen Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis) drei Vertreter aus der Familie der Nattern (Colubridae).[21]

Die Wanderdrossel (Turdus migratorius) ist einer von zahlreichen Singvögeln, die im Sommerhalbjahr in der National Lakeshore brüten.

Rund 60 Fischarten wurden in den Seen und Flüssen der National Lakeshore sowie den küstennahen Bereichen des Oberen Sees dokumentiert. Zu den häufigsten autochthonen Arten gehören vor allem der Schwarzbarsch (Micropterus dolomieu), der Hecht (Esox lucius), der Amerikanische Zander (Sander vitreus), der Amerikanische Flussbarsch (Perca flavescens), der Bachsaibling (Salvelinus fontinalis) oder der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush). Hinzu kommen weitere gebietsfremde (allochthone) Arten; alleine im Oberen See wurden rund 20 eingeführte Arten verzeichnet. Einige davon, darunter das Meerneunauge (Petromyzon marinus), können schädlich für die einheimischen Arten sein.[22]

Die Avifauna des Parks ist vielfältig; es wurden mehr als 180 Vogelarten in der National Lakeshore verzeichnet. Heimisch ist hier unter anderem der gefährdete Flötenregenpfeifer (Charadrius melodus); die Felsklippen des Seeufers bieten Nistplätze unter anderem für den in Michigan als bedrohte Art eingestuften Wanderfalken (Falco peregrinus), der sich im Park seit einem Wiederansiedlungsprogramm in den Jahren 1989 und 1991 wieder etablieren konnte. Die Wälder entlang der Küste sind zudem Lebensraum des Merlin (Falco columbarius) sowie des Weißkopfseeadlers (Haliaeetus leucocephalus), der häufig entlang der Felsklippen zu sehen ist und ganzjährig in der Region vorkommt.[23] Weitere Greifvogelarten sind der Amerikanische Habicht (Astur atricapillus), die Hudsonweihe (Circus hudsonius), der Eckschwanzsperber (Accipiter striatus), der Rotschwanzbussard (Buteo jamaicensis), der Rotschulterbussard (Buteo lineatus) oder der Fischadler (Pandion haliaetus). Außerdem kommen Streifenkauz (Strix varia) und Virginiauhu (Bubo virginianus) vor. Am Seeufer sowie den Inlandgewässern des Parks sind zahlreiche Wasservögel heimisch – neben dem Kanadareiher (Ardea herodias), dem Drosseluferläufer (Actitis macularius) oder dem Eistaucher (Gavia immer) sind dies vor allem der Mittelsäger (Mergus serrator) oder die Schwarzbart-Rohrdommel (Botaurus lentiginosus). Weiterhin gibt es rund 25 Arten an Singvögeln im Park, von denen einige nach der Überwinterung in Süd- und Lateinamerika in den Wäldern der National Lakeshore brüten. Auch erwähnenswert sind der im Park häufig vorkommende Kanadakranich (Antigone canadensis), das Kragenhuhn (Bonasa umbellus), das Tannenhuhn (Canachites canadensis) sowie die Kanadaschnepfe (Scolopax minor).[23]

Geschichte

Frühe Geschichte

Die Region der heutigen National Lakeshore wird seit rund 10.000 Jahren durchgehend bewohnt, zunächst durch die Anishinabe, deren Heimat die Obere Halbinsel Michigans auch heute darstellt. Die Anishinabe nutzen die Küste der Pictured Rocks als Jagd- und Fischgründe.[24] Für die Native Americans galten die Küste und besonders die Grand Sable Dunes – Gitchee Nagow – als heiliger Ort mit besonderem kulturellen Wert.[25] Im 17. und 18. Jahrhundert bereisten europäische Entdecker und Pelzhändler in die Region, beginnend mit französischen Entdeckern wie Étienne Brûlé, der in den 1610er- und 1620er-Jahren über das heutige Sault Ste. Marie entlang der Südküste des Oberen Sees ins heutige Minnesota reiste.[26] Auch der französische Pelzhändler Pierre-Esprit Radisson und dessen Schwager, Médard des Groseilliers, bereisten die Küste der heutigen Pictured Rocks im 17. Jahrhundert mehrfach, beginnend mit der ersten Reise im Jahr 1658.[27][28] Radissons erste Sichtung der Pictured Rocks ist damit zeitlich sogar vor der ersten Beschreibung der Niagarafälle durch Louis Hennepin zu datieren.[28] Durch fehlende Veröffentlichungen Radissons und mangelndem Interesse unter Historikern blieben die Pictured Rocks trotz ihrer frühen Entdeckung durch Europäer zunächst eine Terra incognita.[28] In den folgenden zwei Jahrhunderten folgten jedoch zahlreiche Missionäre und Pelzhändler den Routen der ersten Entdecker in das Land der Sioux, Assiniboine, Cree und Anishinabe und benannten einige der Felsformationen entlang der Küste, unter anderem die Grand Sable Dunes, Les Grandes Sables. Der britische Entdecker Jonathan Carver, der von 1766 bis 1768 dreimal in die Region reiste, beschrieb als Erster die Gefahr der Schifffahrt auf dem Oberen See.[25]

Darstellung des Chapel Beach in Picturesque America. Edition von William Cullen Bryant und Oliver Bell Bunce, 1872.

Während der Epoche der Romantik im 19. Jahrhundert beschrieben eine Reihe amerikanischer Schriftsteller und Entdecker wie Josiah Whitney, John W. Foster oder Douglass Houghton ihre Gefühle beim Anblick der Pictured Rocks. Der Geologe und US-Indianeragent Henry Rowe Schoolcraft besuchte die Gegend um 1820 im Rahmen der durch das US-Kriegsministerium geförderten Expedition unter Leitung von General Lewis Cass und bezeichnete die Ansicht der Pictured Rocks als „einige der erhabensten und beeindruckendsten Aussichten in der Natur“.[27] Er veröffentlichte zudem die erste englischsprachige Beschreibung der Pictured Rocks.[28] Im Jahr 1850 veröffentlichte George Copway Kah-Ge-Ga-Gah-Bow, ein Schriftsteller vom Stamm der Mississauga Ojibwe,The Traditional History and Characteristic Sketches of the Ojibway Nation, in dem er die detaillierte Beschreibung der Pictured Rocks durch General Lewis Cass zitierte.[26] Auch der Vermesser William Austin Burt besuchte die Gegend in den 1840er-Jahren.[25] Erwähnt werden die Pictured Rocks auch in Henry Wadsworth Longfellow’s Gedicht The Song of Hiawatha, das 1855 veröffentlicht wurde und sich zu einem der bedeutendsten englischsprachigen Gedichte des 19. Jahrhunderts entwickelte.[28] Bezeichnungen wie Miners Castle oder Chapel Rock gehen ebenfalls auf die Epoche der Romantik zurück.[28] Im 19. Jahrhundert kamen europäische Siedler in die Region und nutzen diese für Bergbau und Forstwirtschaft – die „Schönheit“ der Pictured Rocks verlor schnell an Bedeutung und musste wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen weichen.[24][28] Auch bekamen einige der Dichter wie Longfellow die Pictured Rocks durch die Abgelegenheit im Norden Michigans nie selbst zu Gesicht.[28]

Diese Abgelegenheit und das dadurch entstehende fehlende touristische Interesse zeigte sich auch im gescheiterten Versuch, eine Resortanlage mit dem Namen Grand Island City an der Munising Bay zu errichten. Mehrere Geschäftsleute aus Philadelphia unter Leitung von Thomas Sparks gründeten 1850 die Munising Company und errichteten ein Hotel und ein Dock; das Vorhaben scheiterte jedoch nach bereits einem Jahr. Das Hotel wurde bis 1867 unter einfacheren Standards betrieben und dann an die Schoolcraft Iron Company verkauft. Auch weitere Versuche zur touristischen Erschließung der Region scheiterten zunächst.[28] Durch ihre Abgelegenheit abseits der Bevölkerungszentren des amerikanischen Ostens und die späte infrastrukturelle Erschließung blieben die Pictured Rocks bis ins 20. Jahrhundert weitgehend unbekannt und wurden erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs zunehmend touristisch interessant.[28]

Schifffahrt und Navigation an der Shipwreck Coast

Zahlreiche Schiffe sanken im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert vor der Küste der Pictured Rocks, darunter (von oben nach unten) die Manhattan, die 1903 in Brand geriet, die Sitka, die 1904 bei starkem Nebel und Wind auf Grund lief sowie die Kiowa 1929 in einem Starkwind.

Der Küstenabschnitt der Oberen Halbinsel im Bereich der Pictured Rocks galt – wie die gesamte südliche Seeküste westlich des Whitefish Point – bereits zu Beginn der Schifffahrt auf dem Oberen See als problematisch und gefährlich. Besonders die Landspitze am Au Sable Point wurde aufgrund des dort befindlichen, nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche gelegenen Riffs aus Jacobsville-Sandstein als Gefahrenstelle für Schiffe bekannt, spätestens, als Pierre-Esprit Radisson sie im Jahr 1658 als „am gefährlichsten bei jeglichen Stürmen“ bezeichnete.[29] Auch die Native Americans bezeichneten die Felsküste als „Abbild des Teufels“.[28] Als der Verkehr auf dem Oberen See in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Eröffnung der Schleusenanlagen Soo Locks (1855) zu boomen begann, stieg die Bedeutung des Riffs am Au Sable Point – zahlreiche Schiffe liefen hier in den folgenden Jahrzehnten auf Grund.[29] Weiterhin war die Küste der Pictured Rocks berüchtigt für den dichten Advektionsnebel, der durch die Wechselwirkung von kühler Seeluft mit wärmeren, von den Grand Sable Dunes aufsteigenden Strömungen verursacht wurde. Dennoch wurde die Schifffahrtsroute unmittelbar entlang der Küste von Navigatoren zumeist bevorzugt – zum einen, da sie die kürzeste Strecke von den Soo Locks am Saint Marys River nach Westen in Richtung Munising oder Marquette darstellte, zum anderen bevorzugten die Schiffskapitäne eine Fortbewegung in Sichtweite der Küste. Starke Nordwinde trieben die Schiffe jedoch häufig auf die Leeküste und ließen sie am Riff auf Grund laufen oder an den Felsklippen zerschellen; weiterhin verirrten sich die Schiffe im Nebel oder in häufig durch den Lake Effect hervorgerufenen Schneestürmen.[29] Da sich der Küstenabschnitt zwischen Grand Island und Whitefish Point zur gefürchtetsten Passage für die Schifffahrt auf dem Oberen See entwickelt hatte, wurden von Seeleuten und lokalen Pressevertretern Anfang der 1870er-Jahre Rufe nach dem Bau eines Leuchtturms laut.[29] Der Kongress ergriff 1872 Maßnahmen und bewilligte 40.000 US-Dollar für den Bau einer Leuchtstation am Au Sable Point, die in den Folgejahren erbaut wurde und im August 1874 den Betrieb aufnahm. Der Leuchtturm basiert auf demselben Bauplan wie das im gleichen Jahr erbaute Outer Island Light auf den Apostle Islands in Wisconsin.[29] In den Folgejahren ging die Anzahl der Unfälle im Bereich des Au Sable Point zurück, dennoch sanken bis weit in das 20. Jahrhundert hinein zahlreiche Schiffe am als Shipwreck Coast bzw. Graveyard Coast gefürchteten Küstenabschnitt der Pictured Rocks.[29]

Die Schiffsunfälle an der Küste forderten im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Leben; zudem konnte ein Großteil der Schiffe nicht geborgen werden. Bereits 1856 ereignete sich nahe der Spray Falls eines der tragischsten Schiffsunglücke, als das 58 m lange Dampfschiff Superior bei schwerer See vom Kurs geriet und schließlich nach erfolglosen Versuchen, die Ladung zu verringern, an die Felsküste getrieben wurde. Zwischen 35 und 42 Menschen starben, die Überlebenden mussten bei winterlichen Temperaturen dutzende Kilometer bis zur nächsten Siedlung zurücklegen.[30] 1870 gingen die Schoner Mary M. Scott unweit der Landzunge Sand Point und Bermuda vor Grand Island unter, 1889 sank die 70 m lange Schute Smith Moore ebenfalls bei Sand Pont nach Kollision mit der James Pickands.[31][30] Auch mehrere Frachter fielen der Shipwreck Coast zum Opfer – etwa die Manhattan, die 1903 in Brand geriet und daraufhin sank oder die Sitka, die 1904 in Nebel und Wind auf Grund lief und unterging. Alle Insassen konnten wie bei zahlreichen Unglücken vor der Küste von der nahegelegenen Küstenrettung in Grand Marais gerettet werden.[30] Trotz der Reihe von Unglücken blieb der Küstenabschnitt auch in den Folgejahren seinem Ruf treu: 1918 lief der Dampfer Gales Staples am Riff bei Au Sable Point auf Grund und sank; auch der Laker Kiowa lief bei einem Starkwind im Jahr 1929 voll Wasser und erlitt das gleiche Schicksal wie zahlreiche Schiffe zuvor.[31][30]

Entwicklung der Holzwirtschaft

Holzernte auf der Oberen Halbinsel Michigans, ca. 1910.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gerieten die Wälder der Oberen Halbinsel in das Blickfeld der Holzwirtschaft, insbesondere ab den 1840er-Jahren, als die Vorräte der Weymouth-Kiefer (Pinus strobus) in den Neuengland-Staaten erschöpft waren und neue Quellen für den Holzeinschlag gesucht wurden. Michigan besaß großflächige Bestände der Weymouth-Kiefer und insbesondere die Obere Halbinsel spielte durch ihr dichtes Netz von Flüssen und Bächen und die dadurch geeigneten Bedingungen für den Transport von Holzstämmen zu den Sägewerken eine entscheidende Rolle für die Holzindustrie.[32] Die Holzernte und die anschließende Verarbeitung wurde auch durch das Netz von Kanälen auf dem Sankt-Lorenz-Seeweg erleichtert, das den Transport von den Mühlen zu den Märkten an den unteren Großen Seen ermöglichte. Das Holz wurde hoch auf den Decks von Schuten gestapelt, zu den größeren Häfen befördert und später auch über die Eisenbahnen ins Landesinnere transportiert. Das Holz für den Bau zahlreicher Städte im mittleren Westen entstammte den Beständen der Weymouth-Kiefer in Michigan, große Teile wurden zudem auf die europäischen Märkte exportiert.[32] Die Kiefer war bei den Holzfällern beliebt, weil sie an der Wasseroberfläche blieb und so über Flüsse und Bäche zu den Mühlen getrieben oder, zu Flößen zusammengebaut, über offene Seen transportiert werden konnte. Im Winter erfolgte der Transport häufig mit schweren Schlitten über Eisstraßen auf dem Oberen See. Im Gebiet der heutigen Pictured Rocks wurde im Jahr 1877 mit der Holzwirtschaft begonnen. Der Holzfäller Joseph Weller führte die ersten Holzernten im westlichen Teil der heutigen National Lakeshore durch; die gefällten Baumstämme wurden per Holztrift in die Munising Bay und die Au Train Bay befördert, zusammengebunden, auf Schiffe geladen und nach Garden Island, Ontario, geschleppt. Von dort aus wurden sie größtenteils über den Atlantik nach Liverpool verschifft.[32] Ab etwa 1880 wurde innerhalb des heutigen Parks großflächiger Holzeinschlag betrieben, primär an den Kingston Plains im Gebiet des Hurricane River. Ausgedehnte Gebiete der Weymouth-Kiefer wurden ab 1882 unter Thomas G. Sullivan gerodet, der im Auftrag der Prentiss Lumber Company auf der Oberen Halbinsel tätig war.[32] Sullivans Operationen dauerten drei Jahre, in denen seine Teams mehr als 4,5 km² an Kiefern innerhalb des Parks und in den Kingston Plains fällten. Die Kingston Plains, eine flache Hochebene südöstlich des Kingston Lake, wurden mehrfach abgeholzt – allein zwischen 1882 und 1909 wurden mehr als 12 km² an Kiefern gefällt. Zudem wurden die Ebenen mehrfach von Waldbränden erfasst, zuletzt 1936. Sullivans Holzeinschlag erfolgte hauptsächlich in den Wintermonaten, wenn die massiven Baumstämme mit Schlitten an die Ufer des Lake Superior transportiert werden konnten. Im Frühling wurden die Stämme dann in den See gerollt und zu Flößen zusammengesetzt, die entweder nach Grand Marais, Sault Ste. Marie oder weiter flussabwärts über den Sankt-Lorenz-Seeweg transportiert wurden.[32] Die Trift der Flöße auf den Seen stellte dabei die größte Herausforderung dar, da sie teils mehr als 300 km bei stürmischen Bedingungen transportiert werden mussten. Man entwickelte verschiedene Transportmethoden und brachte allein im Jahr 1885 fast eine Million Festmeter an Baumstämmen nach Bay City am Huronsee. 1887 wurden neun Millionen Festmeter an Baumstämmen aus dem Oberen See in den Michigansee befördert.[32]

Über den fast 100 m hohen Log Slide in den Grand Sable Dunes wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts Baumstämme in den Oberen See befördert.

In den Pictured Rocks wurden mehrere Holzriesen genutzt, um die Baumstämme zum weiteren Transport in den See zu befördern. Am bedeutendsten war der Log Slide oder Devil's Slide östlich des Au Sable Point, an dem eine Art Rutsche in den Hang der Grand Sable Dunes gebaut wurde. Die Stämme wurden oberhalb der Holzriese gestapelt, dann im Frühling die 90 m hohe Rutsche mit einem Winkel von 35 Grad hinuntergeschleudert und von dort zu den Mühlen in Grand Marais befördert. Heute ist die Holzriese nicht mehr erhalten. Auch das Miners Castle und ein weiterer Ort sind als Standorte solcher Riesen bekannt.[32]

Bis 1897 führten rund 64 km an temporären Eisenbahnlinien zu den Sägewerken in Grand Marais, die ja nach Bedarf in verschiedene Gebiete verlegt wurden. Zudem wurde das fertige Holz auch über neu errichtete Linien nach Süden zu den Märkten in den Großstädten transportiert. Mehrere Firmen waren in der Region in der Holzindustrie tätig, darunter die Alger-Smith Company und die Manistique Lumber Company. 1885 wurden die Sägewerke in Grand Marais wegen sinkendem Holzeinschlag geschlossen, sodass der Ort an Bedeutung verlor. Bis 1890 war die Bevölkerung von 300 auf 177 Personen gesunken. 1893 erbaute die Manistique Railroad eine 25 Meilen lange Zweigstrecke von Seney nach Grand Marais, was zu einem erneuten, jedoch nur kurzzeitigen Aufschwung des Ortes führte. Dutzende Millionen Festmeter Holz wurden von Grand Marais aus verschifft, die Bevölkerung stieg erstmals auf über 2.000 Personen. Mit dem Rückgang und der letztendlichen Erschöpfung der Kiefernbestände schloss die Marais Lumber Company schließlich 1909. Ein Jahr später wurde auch die Eisenbahnlinie stillgelegt.[32] Im Laufe des Jahrhunderts verlor die Holzwirtschaft im Gebiet der Pictured Rocks endgültig an Bedeutung. Nach Rodung der Kiefernbestände wurde noch einige Jahrzehnte auf Laubhölzer zurückgegriffen, die am westlichen Rand des Parks bis 1938 abgeholzt wurden und in den Sägewerken in Marquette oder Munising verarbeitet wurden. Abholzungen im östlichen Teil des Parks fanden durch die Cleveland Cliffs Iron Company noch bis in die 1940er-Jahre statt.[32]

Touristische Entwicklung und Schutzanstrengungen

Blick auf die Stadt Munising, die Munising Bay und die Insel Grand Island, die eine wichtige Rolle in der touristischen Entwicklung der Region spielte. Die heutige National Lakeshore erstreckt sich vom rechten Bildrand in nordöstliche Richtung.

Erste Anstrengungen zum Schutz der Natur wurden durch William G. Mather sichtbar, der als Gründer und Besitzer der Cleveland-Cliffs Iron Company im Jahr 1900 die Insel Grand Island erwarb und dort mehrere Lodges baute und ein Wildreservat schuf. Als Verfechter des Tierschutzes führte er zahlreiche Neozoen auf Grand Island ein und entwickelte neben Huftierpopulationen auch Populationen exotischer Vögel und Fische, sodass die Insel im Marquette Mining Journal gar als „zweites Yellowstone“ bezeichnet wurde. Zur Finanzierung verkaufte Mather eine große Anzahl an Weißwedelhirschen und sonstigen Arten, die sich auf der Insel in großem Maße ausbreiteten.[28] Mathers Anstrengungen führten letztendlich zur Zunahme der touristischen Aktivitäten in der Region – er finanzierte den Bau von Unterkünften auf der Insel und gründete 1909 ein Hotel für 150 Personen, das als Resort zum Fischen, Wandern, Reiten und Besichtigen der Pictured Rocks beworben wurde.[28] Weiterhin kam eine steigende Anzahl an Besuchern in die Region, die sich durch das dortige Klima heilende Wirkung für die Linderung von Krankheiten erhoffte. Das Hotel Williams entwickelte sich zu einer populären Resortdestination für gehobene Gäste, die während ihrer Blütezeit in den 1920er-Jahren ein Wegenetz zum Wandern und Angeln bereitstellte, Postkutschenfahrten um die Insel anbot und Segelbootfahrten zu den Felsklippen der Pictured Rocks durchführte. An den Wochenenden fuhr zudem das Dampfschiff Ottawa zwischen Grand Island und den Pictured Rocks.[28]

Die Pictured Rocks erlangten langsam Bekanntheit unter Touristen im Mittleren Westen. Auch Kreuzfahrtschiffe passierten die Klippen zunehmend; es entstanden kleinere Unterkünfte und ein Campingplatz in Munising. Mit der Weltwirtschaftskrise ging jedoch auch der gerade im Aufschwung befindliche Tourismus auf der oberen Halbinsel zurück, durch die zunehmende Bedeutung von Kurzaufenthalten wurde die lange Anreise weniger attraktiv. Nachdem sich Mather aus der Cleveland-Cliffs Iron Company zurückgezogen hatte, schloss diese das Hotel Williams im Jahr 1950 und begann mit der Holzernte auf der Insel.[28] Erst in den Jahren nach Ende des zweiten Weltkriegs konnte sich der Tourismus im Rahmen der industriellen Entwicklung trotz der abgelegenen Lage entwickeln.[28] Mehr Freizeit der Bevölkerung sowie ein Ausbau des Straßennetztes – unter anderem durch den Bau der Mackinac Bridge bis 1957 – zogen vor allem Bewohner aus Detroit und Greater Chicago in die Wälder der Oberen Halbinsel, deren Freizeit- und Erholungscharakter zunehmend erkannt wurde.[33]

Ab den 1920er-Jahren wurde die Unterschutzstellung der Pictured Rocks durch die Bevölkerung von Munising vorangetrieben. Man zielte auf ein Wildschutzgebiet im Beaver Basin vor allem zum Schutz des Weißwedelhirschs ab. Die Michigan Conservation Commission stimmte schließlich einstimmig für die Schaffung eines Park-Schutzgebiets an den Pictured Rocks. Ab 1926 wurden durch den Bau eines Weges zum Miners Castle durch den Munising Development Club erstmals Teile der Felsküste direkt erschlossen. Man versuchte zudem, die Elite von der Idee eines State Parks zu überzeugen, und führte eine Kreuzfahrt des Detroit Commercial Clubs auf dem Luxusschiff Noronic entlang der Küste durch, starker Nebel verhinderte jedoch den Erfolg der Aktion.[33] Zudem stellte sich die Cleveland-Cliffs Iron Company, die einen Großteil des Landes besaß, gegen die Idee eines Parks, sodass in den folgenden Jahrzehnten keine größeren Anstrengungen mehr unternommen wurden.[33] Erst der touristische Aufschwung in den 1950er-Jahren erweckte erneut das Interesse zur Unterschutzstellung der Pictured Rocks, letztendlich wurden State Parks aber allesamt auf der Unteren Halbinsel erschaffen oder, wie im Fall der Tahquamenonfälle, dort, wo sich lokale Behörden und Verantwortliche deutlich stärker für einen solchen Park einsetzten, als es jenen des Alger County möglich war.[33]

National Lakeshore

Eingangsschild in das Schutzgebiet am Osteingang bei Grand Marais.

In den Jahren 1957–58 führte der National Park Service unter Leitung von Allen T. Edmunds im Rahmen der Great Lakes Shoreline Recreation Area Survey Untersuchungen an der Küstenlinie der Großen Seen durch, um Gebiete zu bestimmen, die für die Aufnahme in das National Park-System geeignet sind. Dabei wurde der 68 km lange Küstenabschnitt der Pictured Rocks im Alger County „aufgrund seiner einzigartigen und spektakulären Landschaft, die an den Großen Seen ihresgleichen sucht“ als eines dieser potenziellen Gebiete identifiziert.[34][33]

Die ersten Pläne für das Schutzgebiet wurden 1961 erstellt und sahen eine Fläche von 100.000 Acres (ca. 405 km²) vor. Bedenken der lokalen Forstindustrie, die durch einen Park dieser Größe zu viel nutzbare Waldfläche verloren sah, führten zu einer Verringerung der Fläche auf etwa 61.000 Acres (ca. 247 km²). Letztendlich wurde die National Lakeshore nach langen Konflikten, Unstimmigkeiten und mehreren Entwürfen und durch Anstrengungen des Senators Philip Hart und des Kongressabgeordneten Raymond F. Clevenger am 15. Oktober 1966 mit einer Fläche von 71.397 Acres (ca. 289 km²) gegründet und setz sich aus zwei Verwaltungszonen zusammen – einer etwa 136 km² umfassenden Küsten- und Uferzone und einer rund 153 km² großen inneren Pufferzone.[34][35] Dabei sollte die unter Besitz des National Park Service stehende Küstenzone primär dem Erhalt der Sandsteinklippen und Felsformationen dienen und Möglichkeiten zur öffentlichen und touristischen Nutzung und Erholung gewährleisten. Die Inland-Pufferzone wurde durch die Cleveland-Cliffs Iron Company vorgeschlagen und geschaffen, um den bestehenden Charakter der Binnenseen, Flüsse und Wassereinzugsgebiete im Hinterland des Schutzgebiets zu erhalten.[35] In der Pufferzone blieben auch nachhaltige Holznutzung und andere Ressourcenschutzmaßnahmen, die mit den in der Gesetzgebung beschriebenen Zwecken des Schutzes und der Erholung vereinbar sind, erlaubt. Die Pufferzone verblieb somit im privaten und staatlichen Besitz und ist heute einzigartig im System des National Park Service. Am 6. Oktober 1972 wurden die Pictured Rocks als erste National Lakeshore im Rahmen einer Zeremonie im Bayshore Park in Munising unter Beisein von Vertretern der Politik offiziell in das Nationalpark-System aufgenommen.[34]

In den Jahren nach der Gründung im Jahr 1966 lag der Schwerpunkt der Parkarbeit auf der Verbesserung und Erweiterung bestehender Einrichtungen für die öffentliche Nutzung. Dabei wurden zunächst im Bereich der Felsformation Miners Castle Wanderwege, Parkplätze, Sanitäranlagen und ein kleines Informationszentrum errichtet, 1981 folgten diese Einrichtungen auch an den Munising Falls. Eine große Planungsinitiative, die sich über vier Jahre erstreckte, wurde 1981 abgeschlossen und führte zum ersten General Management Plan (GMP), der die Entwicklung und Verwaltung verschiedener Einrichtungen lenken sollte.[36] Diese Planungsinitiative veränderte die Entwicklungsziele erheblich in Richtung zentraler Einrichtungen an strategischen Standorten im gesamten Schutzgebiet. Zudem lag der Fokus auf dem Konzept einer Uferstraße durch das Lakeshore und auf der Ausweitung von Programmen zur Ressourcenverwaltung und Entwicklung von Einrichtungen. Die von der Stadt Munising gespendete Sand Point Coast Guard Station wurde infolgedessen in das Hauptquartier des Parks umgewandelt; bis 1985 wurden zudem mehrere Campingplätze eröffnet. Auch die Besuchereinrichtungen am Ostende der National Lakeshore bei Grand Marais wurden in den Folgejahren erheblich ausgebaut – 1985 eröffnete das Grand Marais Maritime Museum, zudem wurde auch hier eine Infostation errichtet. Auch die Sable Falls wurden an das Wegenetz des Schutzgebietes angeschlossen.[34]

Bis Ende der 1980er-Jahre wurde der Straßenzugang in das Schutzgebiet zunehmend verbessert. Unter Nutzung spezieller Mittel zur Straßenverbesserung im Rahmen des Federal Lands Highway Program (FLHP) wurde im Herbst 1986 die Straße zum Miners Castle asphaltiert, in verschiedenen Gemeinschaftsprojekten unter anderem mit dem Michigan Department of Transportation oder der Stadt Munising entstanden weiters die Sand Point Road, die Miners Falls Road sowie die Parkplätze und Zufahrtsstraßen an den Besucherzielen Sable Falls und Grand Sable Dunes. 1998 vollendete die Alger County Road Commission die Sanierung und Asphaltierung der zentralen Parkstraße H-58 auch im östlichsten Abschnitt vom Grand Sable Visitor Center bis zum Grand Sable Lake.[34]

Beaver Basin Wilderness

Little Beaver Lake in der Beaver Basin Wilderness

Am 30. März 2009 wurde durch US-Präsident Barack Obama der Omnibus Public Land Management Act unterzeichnet, der unter anderem die Beaver Basin Wilderness innerhalb der Pictured Rocks National Lakeshore als Wilderness Area unter Schutz stellte. Die Beaver Basin Wilderness wurde als Teil des General Management Plan im Jahr 2004 vorgeschlagen und ermöglicht einen dauerhaften rechtlichen Schutz für den zentralen Teil der National Lakeshore, der ebenfalls unter Verwaltung des National Park Service steht. Wilderness Areas sind die am strengsten geschützten Naturschutzgebiete in den Vereinigten Staaten.[37]

Die Beaver Basin Wilderness umfasst einen rund 21 km langen und bis zu 5 km breiten Uferabschnitt des Oberen Sees von den Spray Falls im Westen bis zur Mündung des Sevenmile Creek im Osten und ist insgesamt 46,42 km² groß. Das Gebiet umfasst ausgedehnte Feuchtgebiete und Flüsse, die Lebensraum für Fischarten wie den Bachsaibling bieten. Außerdem gibt es hier neben bestehenden Primärwäldern vor allem ausgedehnte Laubwälder aus Buchen- und Ahornbeständen. Zahlreiche Säugetiere wie Schwarzbären, Wölfe, Amerikanische Marder oder Fischermarder sowie dutzende Vogelarten sind hier heimisch. Die Wildnis nicht durch Straßen erschlossen, wird allerdings auf rund 13,5 km vom North Country National Scenic Trail sowie von weiteren Wanderwegen durchquert und ist Standort mehrerer Backcountry-Campingplätze. Auch Freizeitaktivitäten wie Jagen, Angeln, Kanu- oder Kajakfahren, Langlauf oder Schneeschuhwandern sind in der Wilderness Area möglich; weiterhin sind Motorboote auf Little Beaver Lake und Beaver Lake sowie am Ufer des Oberen Sees erlaubt.[37]

Tourismus

Sehenswürdigkeiten

Felsklippen

Die Sandsteinklippen am Ufer des Oberen Sees sind namensgebend für die National Lakeshore und erstrecken sich auf rund 25 km Länge von Sand Point bis östlich der Spray Falls. Sie erheben sich zwischen 15 und 60 m über die Wasseroberfläche. Der Name Pictured Rocks entstammt den Farbstreifen an den Felsklippen, die entstehen, wenn Grundwasser aus Rissen im Fels sickert und die Felswand hinunterläuft.[5] Durch das Unternehmen Pictured Rocks Cruises werden von Mitte Mai bis Mitte Oktober zwei- bis dreistündige und rund 65 km lange geführte Bootstouren entlang der Felsküste angeboten. Start dieser Touren ist am City Dock in Munising.[38]

Zu den bekanntesten Felsformationen gehören etwa Chapel Rock, Grand Portal Point, Indian Head Rock, Lover's Leap oder Miners Castle – letzteres ist der einzige Teil der Felsküste, der über eine Straße erreichbar ist. Ein kurzer Weg führt zu einem oberen-, ein steiler Weg zu einem unteren Aussichtspunkt auf die Felsformation. Am Morgen des 13. April 2006 stürzte einer von zwei Türmen des Miners Castle im Laufe fortschreitender Erosion zusammen und stürzte in den See. Der Einsturz wurde von mehreren Fischern in der Nähe beobachtet.[9]

Wasserfälle

Die Elliot Falls am Ostende des Miners Beach

In der National Lakeshore sowie in der umliegenden Umgebung finden sich zahlreiche Wasserfälle meist kleineren Ausmaßes. Einige der Wasserfälle entstehen, weil die Flüsse über ein Schelf oder Klippen aus hartem, kalkhaltigem Sandstein der lokal vorliegenden Au Train-Formation fließen. Diese geologische Formation ist erosionsresistenter als die darunterliegenden Sandsteinschichten der Munising-Formation, die sich von den Tahquamenon Falls im Osten der Oberen Halbinsel bis zu den Laughing Whitefish Falls, rund 50 km westlich der National Lakeshore, erstreckt.[39] Zu den wichtigsten Wasserfällen gehören:

  • Bridalveil Falls – mit 43 m einer der höchsten Wasserfälle in Michigan. Entwässert einen namenlosen Bach über die Sandsteinklippen direkt in den Oberen See. Führt als saisonaler Wasserfall meist nur im Frühling und Frühsommer nach der Schneeschmelze Wasser.[40]
  • Chapel Falls – Wasserfall des Section Thirtyfour Creek oberhalb von dessen Mündung in den Chapel Lake. Fällt rund 18 m über eine Sandsteinklippe und ist über einen rund 2 km langen Wanderweg von Ende der Chapel Road aus erreichbar. Gehört zu den abgelegeneren Wasserfällen der National Lakeshore.[39]
  • Elliot Falls – kleiner, rund 3 m hoher Wasserfall an der Mündung des Elliot Creek in den Oberen See, am Ostende des Miners Beach gelegen.[39] Werden auch als Miners Beach Falls bezeichnet.[41]
  • Jasper Falls – saisonaler Wasserfall, der auf halber Strecke zwischen Sand Point und Miners Beach in den Oberen See fällt. Mit 58 m der höchste Wasserfall in Michigan.[42]
  • Miners Falls – 13 m hoher Brautschleierwasserfall des Miners River unweit der Miners Castle Road.[43] Ein 950 m langer Lehrpfad führt durch das Miners Basin zum Wasserfall mit mehreren Aussichtspunkten. Die Miners Falls gelten als abflussreichster Wasserfall innerhalb der National Lakeshore.[39]
  • Mosquito Falls – hier fällt der Mosquito River knapp 2,5 m über ein Schelf hinab. Die Mosquito Falls liegen inmitten der National Lakeshore und sind über einen rund 1,5 km langen Wanderweg vom Ende der Chapel Road aus erreichbar.[39]
  • Munising Falls – am Stadtrand von Munising gelegener, 15 m hoher Wasserfall des Munising Creek, der über eine Sandsteinklippe fällt. Die Munising Falls sind ganzjährig über einen 250 m langen, barrierefreien Weg vom Munising Falls Visitor Center aus erreichbar. Am Weg sind zahlreiche Farne und Wildblumen sichtbar, gelegentlich werden Amerikanische Nerze (Neogale vison) gesichtet. Der Wasserfall führt nur während der Schneeschmelze im Frühjahr viel Wasser, im Winter friert er normalerweise zu.[39]
  • Sable Falls – hier fällt der Sable Creek über drei Stufen aus Munising- und Jacobsville-Sandstein 23 m hinab, kurz bevor er westlich von Grand Marais in den Oberen See mündet. Eine Treppe mit 168 Stufen führt zum Wasserfall hinab.[39]
  • Spray Falls – 15 m hoher Wasserfall des Spray Creek, der hier über die Sandsteinklippen direkt in den Oberen See fällt. Der Wasserfall ist nur vom Wasser aus sichtbar, es werden Touren der Pictured Rocks Cruises dorthin angeboten. Das Wrack der Superior aus dem Jahr 1856 befindet sich in 6 m Tiefe am Fuße des Wasserfalls.[39]

Dutzende weitere Wasserfälle befinden sich außerhalb der Parkgrenzen, zu den wichtigsten gehören etwa die Laughing Whitefish Falls, die unmittelbar südwestlich von Munising gelegenen Wagner Falls oder die Tahquamenon Falls am Tahquamenon River, die zu den größten Wasserfällen im Osten der Vereinigten Staaten gehören.[39]

Strände

Es gibt einige Strände am Seeufer der National Lakeshore, bei denen es sich zumeist um Sandstrände, teilweise aber auch um Kiesstrände handelt. Alle Strände sind über den entlang des Seeufers verlaufenden North Country Trail erreichbar.[44]

  • Au Sable Point Beach – liegt im östlichen Teil der National Lakeshore westlich der Au Sable Point Light Station. Rund 1 km lang.
  • Chapel Beach – Strand an der Mündung des Chapel Creek, der gewöhnlich im Rahmen des rund 10 km langen Chapel Loop besucht wird.
  • Miners Beach – rund 1,3 km langer Strand unmittelbar nordöstlich des Miners Castle, daher häufig auch als Miners Castle Beach bezeichnet. Liegt an der Mündung des Miners River in den Oberen See und ist über die Miners Beach Road erreichbar.
  • Mosquito Beach – kleiner Sand- und Kiesstrand an der Mündung des Mosquito River, der vom Ende der Chapel Point Road über einen Wanderweg entlang des Flusses erreicht werden kann. Am Ostende befindet sich der Mosquito Beach Campground.
  • Sable Falls Beach – östlichster Strand innerhalb der National Lakeshore. Liegt an der Mündung des Sable Creek unmittelbar östlich der Grand Sable Dunes. Über den Wanderweg ab den Sable Falls erreichbar.
  • Sand Point Beach – liegt direkt außerhalb von Munising an der Sand Point Road und gehört zu den am leichtesten erreichbaren Stränden der National Lakeshore. Er weist etwas wärmeres Wasser auf und ist besonders bei Familien beliebt. Zudem ist der Strand barrierefrei erreichbar.
  • Twelvemile Beach – mit rund zwölf Meilen (ca. 20 km) der mit Abstand längste Strand des Parks. Liegt größtenteils im abgelegenen Küstenbereich der Beaver Basin Wilderness, der östliche Teil ist vom Highway H-58 aus erreichbar. Am Strand gibt es mehrere Campingplätze.

Grand Sable Dunes

Grand Sable Dunes, Blick in östliche Richtung.

Die Grand Sable Dunes gehören zu den größten Sanddünen der Großen Seen und sind ein seltenes Beispiel von sogenannten perched dunes, das heißt auf Felsklippen befindlichen Sanddünen.[28] Die Dünen sind ein Relikt der jüngsten Vergletscherungsphasen im Quartär. Während des Pleistozäns überquerten mehrere nordamerikanische Gletscherstadien das Gebiet. Das Abschmelzen der Gletscher im Superior-Becken erzeugte gewaltige Schmelzwasserflüsse, die südlich des Beckens große Mengen glaziofluviatilen Gesteins ablagerten. Die Grand Sable Banks entstanden vermutlich als glaziofluviatile Kamesterrasse entlang eines solchen Schmelzwasserflusses. Mit dem vollständigen Rückzug des Eises sanken die Wasserstände rasch ab, sodass das Gebiet der Pictured Rocks vor etwa 9500 Jahren trocken fiel. Zwischen 6000 und 4000 Jahren vor heute beschleunigte sich die isostatische Hebung der Erdkruste. Der daraus resultierende Anstieg des glazialen Lake Nipissing auf rund zwölf Meter über dem heutigen Seespiegel destabilisierte die Grand Sable Banks und bildete einen aktiven Kolluvialhang.[8] Der unverfestigte Sand wurde durch vorherrschende Nordwestwinde auf das Plateau verfrachtet und formte die heute bis zu 122 m hohen Grand Sable Dunes.[6][45][8]

Das Dünenfeld umfasst nach wie vor Bereiche mit aktiver Sandumlagerung im Rahmen äolischer Prozesse. Die Dünen ermöglichen das Bestehen offener, spärlicher Pflanzengemeinschaften sowie Kiefernwälder. Die Pflanzensukzession wird periodisch durch Sandumlagerung unterbrochen. Im Süden, Osten und Westen grenzen die Dünen an Sekundärwald.[45] Seit 1994 stehen die Dünen innerhalb der Grand Sable Dunes Research Natural Area unter strengerem Schutz. Erreichbar sind die Grand Sable Dunes über den Wanderweg entlang des Sable Creek bei Grand Marais oder vom Log Slide Overlook am Westende der Dünen.

Leuchttürme und Bauwerke der Küstenwache

Die Au Sable Light Station, gesehen vom Oberen See
Au Sable Light Station

Die Au Sable Light Station ist der historisch bedeutsamste Leuchtturm innerhalb der Pictured Rocks National Lakeshore. Er steht am Au Sable Point am Südufer des Lake Superior, etwa 19 Kilometer westlich von Grand Marais, und wurde zwischen 1873 und 1874 erbaut. Der Basisdurchmesser des 26 m hohen Leuchtturms beträgt knapp 5 m; der Turm ragt 7 m unter die Erde und ist im Grundgestein verankert. In den 1890er-Jahren wurden ein Backstein-Ölgebäude und ein Nebelsignalgebäude errichtet, die zusammen mit dem Turm und den Wärterquartieren die Light station bilden. Das ursprüngliche Wärterhaus war an den Leuchtturm im hinteren Bereich angebaut. 1909 wurde für den Hauptwärter eine neue Residenz gebaut und das bestehende Gebäude erweitert, sodass es zwei Hilfswärter und ihre Familien aufnehmen konnte. 1945 übernahm die US-Küstenwache und ersetzte die zivilen Wärter. Insgesamt war die Au Sable Light Station 84 Jahre lang ununterbrochen besetzt, bis die Küstenwache 1958 abzog. Der Leuchtturm besaß eine Fresnel-Linse dritter Ordnung reflektierte das Licht, das in einem Umkreis von 27 km auf dem See sichtbar war. Der Leuchtturm wurde 1958 vollständig automatisiert und 1968 von der Küstenwache an den National Park Service übergeben. Die Au Sable Light Station ist auch heute noch aktiv und wird durch ein kleineres, solarbetriebenes Licht betrieben.[29] 1978 wurde sie in das National Register of Historic Places aufgenommen. Im Sommer kann der Leuchtturm zu mehreren Zeiten täglich besichtigt werden.

Munising Front & Rear Range Lights

Der Leuchtturm Front Range Light wurde 1907 mit anschließender Auxiliary Station innerhalb des Ortes Munising erbaut und 1908 zusammen mit dem dazugehörigen, wenige hundert Meter entfernt am Waldrand gelegenen Rear Range Light in Betrieb genommen. Das Front Range Light ist heute noch in Betrieb und erhebt sich knapp 18 m über die South Bay des Oberen Sees. Solche paarweise erbauten Richtfeuer erleichtern die Navigation in der Schifffahrt, indem Ober- und Unterfeuer zusammen eine Richtfeuerlinie erscheinen lassen. Sie ermöglichten den Schiffen somit eine sichere Einfahrt durch die schmale Passage zwischen dem Festland und der vorgelagerten Insel Grand Island; das Licht des Rear Range Light war in mehr als 30 km auf See sichtbar. Unweit des Ortes Christmas nordwestlich von Munising wurde mit dem Grand Island Harbor Rear Range Light und dem entsprechenden Front Range Light ein weiteres Paar solcher Richtfeuer erbaut. Der National Park Service erwarb das Grundstück des Munising Front Range Light 2002 von der US-Küstenwache und baute die ehemaligen Wärterquartiere 2011 in ihr ursprüngliches Erscheinungsbild von 1908 zurück. Heute dient das historische Bauwerk als Büro der Abteilung für Wissenschaft und Ressourcenverwaltung des Parks. Das Gebäude und der Leuchtturm sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.[46] Der obere Leuchtturm ist heute nicht mehr in Betrieb.[46]

Weitere Bauwerke

Am Ende der Sand Point Road in Munising befindet sich die 1932 erbaute Munising U.S. Coast Guard Station, die neben der Station der US-Küstenwache auch einen Wachturm und ein Bootshaus mit Kai besaß. Ein zehnköpfiges Team besetzte die Station von 1933 bis zu ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1960, seitdem wird sie als Hauptquartier der Pictured Rocks National Lakeshore genutzt. Das nahegelegene ehemalige Bootshaus der Küstenwache beherbergt heute ein kleines Museum mit Rettungsgeräten und interpretativen Ausstellungen und ist während der Sommermonate für die Öffentlichkeit zugänglich.[46] Am östlichen Parkeingang in Grand Marais wurde ebenfalls eine Station der Küstenwache erbaut, die eine 1899 erbaute Station des U.S. Life-Saving Service ersetzte. Die neue Station war von 1938 bis 1981 in Betrieb und wurde daraufhin an den National Park Service übergeben. Heute dient sie als Ranger-Station.[46] Auch das 1908 durch den U.S. Life-Saving Service erbaute Grand Marais Harbor of Refuge, das bis 1981 als Unterkunft für die Leuchtturmwärter diente, ist heute in Besitz der Nationalparkbehörde.[46]

Schiffswracks

Taucher am Wrack der Smith Moore, die 1889 nach Kollision mit einem anderen Schiff vor Sand Point gesunken ist.

Die zahlreichen Schiffswracks der Schiffe, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert an der Küste der heutigen National Lakeshore auf Grund liefen oder sanken, gelten heute Neben den Sandsteinfelsen als wichtigste Sehenswürdigkeit des Parks. Eine große Bandbreite an Schiffen ist noch unter der Wasseroberfläche des Oberen Sees erhalten, zudem sind die Überreste mehrerer Schiffe noch heute an den Stränden der National Lakeshore sichtbar. Geringe Einflüsse durch menschliche Nutzung oder Industrie haben dazu geführt, dass die Wracks bis heute in einem guten Zustand erhalten geblieben sind. Die Unterwasserwracks haben das Interesse von Historikern und Sporttauchern geweckt und stehen im Rahmen der Alger Underwater Preserve auch langfristig unter Schutz.[30] Zu den bedeutendsten Wracks gehören etwa die 1889 vor der Landspitze Sand Point gesunkene Smith Moore, die 1903 gesunkene Manhattan, das 1856 gesunkene Dampfschiff Superior oder die Überreste der Schiffe Sitka und Gales Staples am Hurricane Beach.[30]

Besucher

Im Winter wird die Straße H-58 für Fahrten mit Schneemobilen genutzt.

Die jährliche Besucheranzahl betrug 271.575 im Jahr 1972 und stieg bis 2004 auf 381.854.[34] Im Jahr 2020 besuchten erstmals mehr als eine Million Menschen die National Lakeshore, im darauffolgenden Jahr wurde mit 1.313.179 Besuchern der bisherige Höchstwert erreicht. Seitdem liegen die jährlichen Besucherzahlen bei knapp unter einer Million Personen.[47] Damit trägt die National Lakeshore einen wichtigen Anteil zur lokalen Wirtschaft im Alger County bei.[48]

Hauptquartier der National Lakeshore in Munising.

Es gibt in der National Lakeshore mit dem Munising Falls Visitor Center und dem Grand Sable Visitor Cener zwei Besucherzentren, die mit Ausnahme von Ferien und Feiertagen täglich geöffnet sind. In den Sommermonaten ist zudem die Miners Castle Visitor Contact Station besetzt.[49] Für den Besuch des Parks wird ein Eintritt erhoben.

200.000400.000600.000800.0001.000.0001.200.0001.400.000197319821991200020092018Jährliche Anzahl Besucher der Pictured Rocks National Lakeshore

Aktivitäten

Camping ist auf ausgewiesenen Backcountry-Campingplätzen innerhalb der National Lakeshore gestattet.

Der Park ist ganzjährig für die Öffentlichkeit geöffnet, während der Wintermonate sind jedoch alle Parkstraßen mit Ausnahme der Sand Point Road für den Straßenverkehr gesperrt und dürfen lediglich mit Schneemobilen befahren werden.[50] Die Außerhalb der Parkgrenzen gelegene Highway H-58 wird zwischen Munising und dem Adams Trail geräumt und ist östlich davon bis Grand Marais ebenfalls nur für Schneemobile geöffnet. Im Sommer verkehrt ein lokales Shuttleunternehmen auf Wunsch zwischen Munising, Grand Marais und den einzelnen Regionen des Parks.

Camping

Innerhalb der National Lakeshore gibt es mit Little Beaver Lake Campground (8 Plätze), Twelvemile Beach Campground (36 Plätze) und Hurricane River Campground (22 Plätze) drei größere und mit dem PKW erreichbare Campingplätze, die von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet sind und eine entsprechende Infrastruktur aufweisen. Weiterhin gibt es 13 nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbare Backcountry-Campingplätze, die ganzjährig genutzt werden können. Alle Campingplätze sind erfordern eine Reservierung im Voraus.[51] Außerhalb dieser ausgewiesenen Zonen ist das Campen oder Übernachten untersagt. Ein Großteil der Campingplätze ist über den North Country Trail erreichbar und liegt in unmittelbarer Küstennähe.

Backpacker auf dem North Country Trail.
Kajaken auf dem Oberen See

Wandern

Es gibt in der National Lakeshore über 160 km an offiziellen Wanderwegen, die den Zugang zu Wasserfällen, Stränden oder den Felsklippen am Seeufer ermöglichen. Das Radfahren ist auf den Wanderwegen nicht erlaubt. Einzeln aufzuführen sind:[52]

  • Au Sable Light Station – knapp 5 km langer Weg entlang des Seeufers zum abgelegenen Au Sable Lighthouse. Verläuft vom Hurricane River Campground als Teil des North Country Trails.
  • Chapel Loop – fast 17 km lange Rundwanderung über Chapel Falls und Chapel Rock zum Chapel Beach und entlang der Felsküste zum Mosquito Beach. Rückweg über die Mosquito Falls. Start ist die Chapel Basin Parking Lot.
  • Little Beaver Nature Trail – 1,6 km langer Rundweg am Little Beaver Lake Campground, der durch einen Wald mit 250- bis 300-jährigen Kiefern und Hemlocktannen führt.
  • Munising Falls Trail – rund 250 m langer, asphaltierter Weg durch den Sandstein-Canyon des Munising Creek. Endet an zwei Aussichtspunkten mit Blick auf die Wasserfälle. Hierbei handelt es sich um den beliebtesten und am einfachsten zu erreichenden Weg in der National Lakeshore.
  • Sand Point Marsh Trail – rund 800 m langer, barrierefreier Lehrpfad, der teilweise asphaltiert und teilweise als Bohlenweg durch das Feuchtgebiet Sand Marsh verläuft und auch im Winter erreichbar ist. Beliebter Ort für Vogel- und Tierbeobachtungen.[53]
  • Twelvemile Nature Trail – 3,2 km langer Lehrpfad mit Start am Twelvemile Beach Campground. Im Fokus steht die Naturgeschichte des Parks.

Der North Country National Scenic Trail, der längste Fernwanderweg des National Trails System, verläuft als zentraler Wanderweg auf 67,6 km Länge in Südwest-Nordost-Richtung durch die gesamte National Lakeshore und bietet Zugang zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten des Parks. Er kann auch in Abschnitten gewandert werden. Auf dem Weg finden sich mehrere Backcountry-Campingplätze; Haustiere sind auf dem North Country Trail nicht erlaubt.[52]

Eisklettern gehört zu den beliebten Aktivitäten im Winter. Die Pictured Rocks gelten als eine der bedeutendsten Destinationen zum Eisklettern in den Vereinigten Staaten.[54]

Sonstige Aktivitäten

Neben den Pictured Rocks Cruises werden an der Felsküste auch geführte Kajaktouren angeboten, weiterhin finden in der Lakeshore geführte Aktivitäten im Eisklettern und Wandern sowie Photographie-Workshops statt. Kajak- und Kanufahren sowie die Sportschifffahrt sind beliebt und finden auch in den Inlandseen des Parks statt. An Little Beaver Lake und Grand Sable Lake gibt es entsprechende Slipanlagen. Motorboote sind grundsätzlich erlaubt, in der Beaver Basin Wilderness jedoch nur solche mit Elektromotor. Auf dem Oberen See wird die Verwendung von Seekajaks empfohlen. Wasserskifahren ist auf dem Oberen See sowie am Grand Sable Lake erlaubt.[55] Fahrradfahren ist auf den öffentlichen Parkstraßen gestattet. Weiterhin gehören die Jagd sowie Angeln und im Winter auch Eisfischen zu beliebten Aktivitäten innerhalb der National Lakeshore. In den Wintermonaten zählen außerdem Schneeschuhwandern, Skifahren, Eisklettern und Schneemobilfahren zu den Hauptaktivitäten. Es gibt zudem ausgewiesene Langlaufloipen. An der Felsküste des Oberen Sees bilden sich im Winter Eisformationen, die über den gefrorenen See erreicht werden können.[56]

Trivia

  • Die Felsformation Chapel Rock ist auf der Vierteldollar-Münze Michigans im Rahmen der America the Beautiful Quarters abgebildet.
  • Im Jahr 2010 filmte der Musiker Kid Rock das Musikvideo zu seinem Song Born Free in der Pictured Rocks National Lakeshore.[57]
  • Die Pictured Rocks wurden am 17. Februar 1965, ein Jahr vor Gründung der National Lakeshore, in die Liste der Michigan State Historic Sites aufgenommen.

Literatur

  • C. Patrick Labadie: Submerged Cultural Resources Study: Pictured Rocks National Lakeshore. Southwest Cultural Resources Center, Santa Fe, New Mexico 1989 (google.at).
  • Robert J. Legg, John B. Anderton: Using paleoshoreline and site location modeling in the northern great lakes: Geoarchaeological approaches to prehistoric archaeological survey in the Pictured Rocks National Lakeshore. In: Geoarchaeology. Band 25, 2010, S. 772–783, doi:10.1002/gea.20335.
  • Theodore J. Karamanski: The Pictured Rocks - An Administrative History of Pictured Rocks National Lakeshore. Midwest Regional Office, United States Department of the Interior, National Park Service, Omaha, Nebraska 1995 (npshistory.com).
  • Samantha R. Kurkowski, Laura L. Bourgeau-Chavez, Michael J. Battaglia, Dorthea J.L. Vander Bilt, Rodney A. Chimner: Characterization of vernal pools across national parks in the Great Lakes region. In: Wetlands. Band 43, Nr. 7, 2023, doi:10.1007/s13157-023-01733-z.
  • Frederick Stonehouse: Dangerous coast: Pictured Rocks shipwrecks. Avery Color Studios, Marquette, Michigan 1997 (archive.org).
  • Sarah M. VanderMeer, Alan E. Kehewa, Robb Gillespie: Surficial geology of pictured rocks National Lakeshore, Michigan, USA. Band 16, Nr. 2, 2020, S. 257–264, doi:10.1080/17445647.2020.1736195.
Commons: Pictured Rocks National Lakeshore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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