Pierre Mouallem

israelisch-arabischer Geistlicher, Erzbischof von Akka From Wikipedia, the free encyclopedia

Pierre Mouallem SMSP, auch Boutros Mouallem (* 10. Mai 1928 in Eilaboun; † 13. Mai 2026 ebenda) war Erzbischof der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche für die in Israel lebenden melkitischen Christen, mit dem Bischofssitz in Haifa. Sein Geburtsort Eilaboun (arabisch عيلبون Ailabun, hebräisch עַילַבּוּן, עֵילַבּוּן) ist ein von israelischen Arabern bewohnter Lokalverband in Israels Nordbezirk. Die rund 4800 Bewohner sind überwiegend christliche Palästinenser.

Bischofssitz Prophet-Elija-Kathedrale, Haifa

Bischof in Brasilien

Pierre Mouallem trat der Ordensgemeinschaft der Missionsgesellschaft des Heiligen Paulus bei und empfing am 21. November 1955 das Sakrament der Priesterweihe.

Die Ernennung zum dritten Bischof der Melkiten in Brasilien erfolgte am 20. April 1990. Die Bischofsweihe spendete ihm Patriarch Erzbischof Maximos V. Hakim am 29. Juni desselben Jahres. Mitkonsekratoren waren Erzbischof Jean Mansour SMSP, Weihbischof in Antiochien, und Erzbischof Jean Assaad Haddad von Tyros im Libanon. In Brasilien trug er zur Verbreitung der traditionellen byzantinischen Riten im Land bei. Aber auch im innerkirchlichen Bereich trat er für den Erhalt der Riten ein.

Erzbischof in Israel

Am 29. Juli 1998 wurde Mouallem als Nachfolger von Erzbischof Maximos Salloum zum Erzbischof der Erzeparchie Akko, Haifa, Nazareth und ganz Galiläa in Israel ernannt. Die Ernennung führte zu politischen Disharmonien zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl.[1] Aus israelischer Sicht würde der neue Erzbischof die pro-palästinensische Position zu stark unterstreichen. In einer scharfen Note lehnte der Heilige Stuhl jegliche Einmischung in seine Entscheidungen ab.[2] Das israelische Misstrauen ließ sich nicht beheben und Mouallem unterlag einer ständigen Beobachtung.

Teilnehmer an der Bischofssynode

Vom 16. November bis 12. Dezember 1997 war er Teilnehmer an der Sonderversammlung der Bischofssynode für Amerika[3] in Rom. In seinen Anmerkungen zum Schlussbulletin forderte er aus den langen Erfahrungen der Ostkirchen zu lernen und diese für Amerika zu nutzen. In seinen sechs Punkten forderte er, a.) zu mehr Ausübung der eigenen Riten auf, b.) die Riten der Ostkirchen in eigener Zuständigkeit ausüben zu dürfen, c.) an jeder Bischofskonferenz eine Kommission für die Ostkirchen einzurichten, d.) die Gründung eines Studienzentrums für Theologie, Liturgie und Spiritualität in Amerika, e.) Gemeinden und Klöster mit einem „Doppelritus“ zu errichten und letztlich sollte in Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen mehr über die Ostkirchen und deren geistliches Erbe unterrichtet werden.[4]

Emeritierung

Aus Altersgründen wurde er am 18. Juli 2003 emeritiert, die Verwaltung der Erzeparchie während der Sedisvakanz übernahm Erzbischof Georges Nicolas Haddad als Apostolischer Administrator. 2006 war Mouallem Mitkonsekrator seines Nachfolgers im Amt Erzbischof Elias Chacour.

Einzelnachweise

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