Pietro Liberi

italienischer Barockmaler (1605-1687) From Wikipedia, the free encyclopedia

Pietro Liberi (* 1605 in Padua; † 18. Oktober 1687 in Venedig) war ein italienischer Maler des venezianischen Barocks.

Bathseba, Museum of Fine Arts, Republik Moldawien
Pietro Liberi: Venus, Amor und die drei Grazien, Landesmuseum Joanneum, Graz

Leben

Pietro Liberi kam in jungen Jahren nach Venedig und wurde ein Schüler des Malers Alessandro Varotari (Padovanino).

In der Zeit von 1628 bis 1638 unternahm er im Auftrag venezianischer Kaufleute ausgedehnte Reisen durch das östliche Mittelmeer, die ihn unter anderem nach Konstantinopel und Tunis führten. 1638 traf Liberi in Rom ein, wo er seine Studien der Malerei zwei Jahre lang fortsetzte. Besonderen Einfluss auf seine künstlerische Entwicklung hatten die Werke von Michelangelo, Raffael, Annibale Carracci, Pietro da Cortonas und Guido Renis sowie die Bekanntschaft mit dem Bildhauer Gianlorenzo Bernini. Liberis erstes erhaltenes Werk, Raub der Sabinerinnen (1641; Siena), verdeutlicht diese Einflüsse auf seinen Stil, der sich als Hochbarock klassizistischer Prägung einordnen lässt.

Ca. 1643 kehrte Liberi nach Venedig zurück und führte sein Werk fort. Zahlreiche seiner Fresken dekorieren heute Paläste und Kirchen in Venedig und seine Ölbilder sind in der Eremitage, dem Britischen Museum und anderen Ausstellungen zu besichtigen. Da die Motive seiner Bilder oft erotischer Natur waren, trug Liberis den Spitznamen „Il Libertino“.[1]

Sein Sohn Marco Liberi (1640–1725) trat in seine Fußstapfen und wandte sich ebenfalls erfolgreich der Malerei zu.[2]

Verbreitung Pietro Liberis im deutschsprachigen Raum

Pietro Liberis Werke fanden bereits im 17. Jahrhundert eine beachtliche Verbreitung im deutschen Raum. Einen entscheidenden Impuls erhielt diese Rezeption durch seinen Aufenthalt am Wiener Hof in den Jahren 1658–1659, wo Liberi mit der Apotheose Kaiser Leopolds I. ein zentrales Werk schuf und in den Kreis hochrangiger höfischer Auftraggeber aufgenommen wurde. In diesem Zusammenhang erlangte er den Titel eines Conte Palatino, der seine gesellschaftliche wie künstlerische Stellung zusätzlich festigte. In der Folge gelangten zahlreiche Gemälde Liberis in bedeutende süddeutsche und fränkische Sammlungen. Werke von ihm befanden sich unter anderem in der Münchner Residenz der Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen, weitere Bilder sind für Schloss Pommersfelden belegt. Ein großformatiges Altarbild Liberis hat sich bis heute in der Münchner Theatinerkirche erhalten. Diese Verbreitung in fürstlichen Residenzen wie auch im kirchlichen Kontext verweist auf die hohe Wertschätzung Liberis im deutschsprachigen Raum und auf seine erfolgreiche Integration in die höfische und sakrale Repräsentationskultur nördlich der Alpen.[3]

Commons: Pietro Liberi – Sammlung von Bildern

Quellen

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