Polaroid Image
Sofortbild-System von Polaroid
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Polaroid Image, auf dem US-Markt Polaroid Spectra, war ein 1986 vorgestelltes Sofortbild-System von Polaroid mit dem Seitenverhältnis 1 : 1,3. Es wurde parallel zum System Polaroid 600 mit seinem quadratischen Format angeboten und handelte sich ebenfalls um einen Integralfilm. Letzteres bedeutete, das Foto kam unmittelbar nach der Aufnahme motorisch aus der Kamera gefahren und entwickelte sich ohne jedwedes Zutun des Fotografen von allein. Polaroid Image war bis zum Konkurs des Unternehmens im Jahr 2008 aktuell. Es blieb Kameras im gehobenen Preissegment vorbehalten.

Polaroid 1200 – im Jahr 2000 vorgestellt – bezeichnete Filme vom System Image mit zwölf anstatt zehn Bildern sowie die zugehörigen Kameras, unter denen sich nun auch ein Einsteigermodell befand.
Im Gegensatz zum System 600 gibt es für Image heute keine Filme mehr zu kaufen.
Film
Fotochemie
Bei der Fotochemie unterschieden sich Polaroid Image und Polaroid 600 nicht, infolgedessen betrug die Filmempfindlichkeit ISO 640/29° und glichen sich die Bilder beider Systeme in der Farbwiedergabe. Dabei ermöglichte die neuste Generation eine verbesserte Wiedergabe der Farbe Gelb.[1][2]
Kassette
Das Bildformat betrug 7,2 cm × 9,1 cm mit einem Passepartout 10,3 cm × 10,2 cm. Gegenüber dem System 600 war es damit deutlich breiter, aber niedriger und somit nur etwa 6 % größer. Die Kassette entsprach in ihrem Aufbau dem System 600, sie enthielt 10 Bilder und die Batterie für den Kamerabetrieb.
Beim Film 1200 deutete die Bezeichnung auf die nunmehr zwölf Bilder in der Kassette hin.[2] Kameras vom Typ 1200 konnten abtasten, ob es sich um eine Image- oder eine 1200-Kassette handelte.
Blitzgerät
Die Batterie der Filmkassette versorgte wie vom System 600 bekannt das Blitzgerät. Da von der 1200FF abgesehen sämtliche Kameras für das System Image nicht nur ein eingebautes Blitzgerät, sondern auch Autofokus hatten, lief die Blitzsteuerung bei ihnen generell entsprechend der Polaroid 660 ab. Die Leitzahl betrug auch hier 45 bei ISO 640/29°.
Kameras
Polaroid Image


Mai 1986 in den USA und zur Photokina 1986 in Europa[1] stellte Polaroid die erste Kamera für ein System mit dem gleichen Namen wie den zugehörigen Film vor, also genauso, wie es einige Jahre zuvor mit Polaroid SX-70 geschah. Im Gegensatz dazu handelte es sich aber nicht mehr um eine Spiegelreflexkamera. Allerdings konnte man die Image unverändert aufklappen, wobei das Objektiv zugeklappt sogar geschützt war. Das Quintic genannte Objektiv f/10 mit 125 mm Brennweite beschränkte sich allerdings auf drei Linsen gegenüber vier Linsen bei der SX-70. Allerdings handelte es sich um Kunststofflinsen, so dass Polaroid eine asphärische Linse einbauen konnte, ohne die Produktionskosten zu erhöhen, da sie im Spritzgussverfahren hergestellt wurde. Die Fokussierung geschah durch Austauschen der mittleren Linse, was entsprechend der Polaroid 660 ablief. Im Sucher gab es eine LED-Digitalanzeige, um die gemessene Entfernung anzuzeigen. Die Belichtung reichte von 2,8 s bei f/10 bis 1⁄245 s bei f/45, der Blitz reichte infolgedessen 4,5 m weit.
Für die Einstellungen gab es an der Kamera-Rückseite Schiebeschalter, nämlich von links nach rechts für die Umstellung der Entfernungsanzeige von Meter auf Feet, zum Abschalten des Signaltons, für den Selbstauslöser, zur Autofocus-Abschaltung und damit der Entfernungseinstellung auf ∞, zur Blitzschaltung und für die Helligkeitskorrektur. Daneben lagen der Anschluss für einen Fernauslöser, den es mit 12 m langer Leitung als Zubehör gab, und ganz außen das wie gewohnt mit 10 beginnend rückwärts zählende Zählwerk.
Das Gehäuse der Image war braungrau-goldenen mit einem blaugrauen Vinylbezug. Das Sondermodell Onyx besaß ein transparentes Gehäuse, durch das man die elektronischen Bauteile der Kamerasteuerung sehen konnte. 1996 kam es dann zu einer neuen Farbgebung.[2][3] Zu Beginn kostete die Kamera rund 500 DM,[1] was aber für eine Sucherkamera mit Kunststofflinsen übertrieben erschien, so dass der Preis bald auf 300 DM fiel.[2]
Polaroid Image 2
So wie es von der SX-70 mit dem Model 2 eine preisgünstigere Variante gab, verhielt es sich auch hier. Die Image 2 unterschied sich aber nicht durch einfachere Materialien für das Gehäuse, sondern durch den Entfall einiger Ausstattungsmerkmale. Es gab keinen Selbstauslöser, keine Abschaltung des Autofokus und kein Fernauslöser-Anschluss. Folglich lag an der Rückseite nur den Schalter für die Helligkeitskorrektur.[2]
Polaroid Image Pro


Die Image Pro erschien 1990 und unterschied sich durch eine Bedienung mit einer LCD-Anzeige, mit der alle Einstellungen vorgenommen wurden. Es konnten zusätzlich alle Entfernungsstufen manuell gewählt, bis zu fünf Mehrfachbelichtungen durchgeführt und ein Intervalltimer eingeschaltet werden. Letzterer war mit dem Selbstauslöser gekoppelt, dessen Vorlaufzeit – einstellbar von 3 s bis 12 s – bestimmte den Zeitpunkt des ersten Bilds, für die weiteren ließ sich ein Intervall von 3nbsp;s bis 19,9 min bestimmen und die Zahl der Bilder begrenzen. Das unverändert dreilinsige[4] Objektiv der Image Pro aus Glaslinsen, worauf der darüber angebrachte Schriftzug „Coated Glass Lens“ hinwies. Um 1996 gab es auch hier Design-Änderungen.
Vor der Image Pro erschien bereits die baugleiche Minolta Instant Pro, die ebenfalls bei Polaroid vom Band lief.[2]
Polaroid ProCam

Die Ende 1991[5] erschienene Polaroid ProCam wandte sich insbesondere an Architekten, Bauingenieure und Gutachter, deswegen besaß sie zum einen eine Einblendung von Datum oder Uhrzeit und zum anderen ein Weitwinkelobjektiv. Außerdem hatte Polaroid das Gehäuse besonders stabil ausgeführt, wobei die ProCam seitlich aufklappte, um nicht nur das Objektiv, sondern auch den Sucher vorne und hinten vor Verschmutzung zu schützen. Das vierlinsige Objektiv f/10 mit 90 mm[6] Brennweite entsprach einem Kleinbildobjektiv mit etwa 35 mm Brennweite, also einem leichten Weitwinkel. Dies sollte Aufnahmen auf beengten Baustellen ermöglichen, an denen man nicht weiter zurücktreten konnte. Wie bei der Image Pro bestanden die Linsen aus Glas. Der Autofokus reichte bis 46 cm, die Entfernung konnte manuell aber nur auf ∞ gestellt werden. Mit weiteren Schaltern an der Rückseite ließ sich der Blitz abschalten und die Helligkeit korrigieren. Daneben befand sich eine Flüssigkristallanzeige, welche die eingeblendeten Zahlen darstellte. Hierbei standen fünf Modi zur Wahl:
- keine Anzeige
- Jahr – Monat – Tag (japanisches Format)
- Monat – Tag – Jahr (amerikanisches Format)
- Tag – Monat – Jahr (europäisches Format)
- Tag – Stunden – Minuten
Damit dabei die Uhr auch ohne eingelegte Kassette weiterlaufen konnte, war in der Kamera eine Lithiumbatterie mit etwa fünf Jahre Lebensdauer eingebaut, die der Werksservice auswechselte.[6]
Der Kamera lag eine Nahlinse bei, die den Bereich von 25 cm bis 36 cm abdeckte und damit Fotos im Maßstab 1 : 2,5 ermöglichte. Die Linse besaß einen Arm mit einer weiteren Linse für die Korrektur des Sucherbilds. Sie durfte auch bei zugeklappter Kamera montiert bleiben. Zur Ermittlung des korrekten Motivabstands trug der Tragegurt eine Niete an einer bestimmten Stelle.[6][7]
Polaroid 1200Si
Die Polaroid 1200Si folgte im Jahr 2000 der Image. Ihre Bezeichnung deutete darauf hin, dass sie für die Verwendung des Films 1200 vorbereitet war. Deswegen zählte ihr Bildzählwerk aufwärts, ansonsten unterschied sie sich nur durch ihre Farbgebung von ihrer Vorgängerin.[2]
Polaroid 1200i

Analog zur 1200Si folgte die Polaroid 1200i der Image 2 und unterschied sie ebenfalls durch Farbe und Zählwerk.[2]
Polaroid 1200FF
Die Polaroid 1200FF erschien im Frühjahr 2001 auf dem europäischen Markt.[8] Sie fiel unter den Image-Kameras aus dem Rahmen, zum einen als Einsteigerkamera mit Fixfokus-Objektiv, zum anderen durch ihr vollkommen unterschiedliches Design. Sie wurde von hinten nach vorn aufgeklappt, wobei der Balg ein wenig an die SX-70 erinnerte. Das Objektiv f/11,5 entsprach mit seinem 100 mm Brennweite in etwa 40 mm Kleinbild-Äquivalent, es lag also an der Grenze zwischen Normal- und Weitwinkelobjektiv. Sein Schärfebereich reichte von 1,2 m bis ∞ und konnte mit der eingebauten Nahlinse auf 60 cm erweitert werden. Das Einschwenken dieser Linse war die einzige Einstellung, welche der Fotograf an der Kamera vornehmen konnte.
Es gab im Gegensatz zu den anderen Polaroid-Kameras keine Belichtungskorrektur und der Blitz ließ sich nicht abschalten. Er hatte auch nur die Leitzahl 35, so dass die Reichweite lediglich 3 m betrug. Mangels Autofokus lief die Blitzbelichtung wie bei der Polaroid 640 ab. An der Kamera gab es zwei Leuchtdioden, die direkt neben dem Sucherokular lagen. Die grüne Diode zeigte die Blitzbereitschaft an und die rote die eingeschwenkte Nahlinse an, um vor unscharfen Bilder wegen vergessenen Ausschwenkens zu warnen. Die Bezeichnung 1200FF deutete darauf hin, dass die Kamera nicht nur Filme vom Typ Image aufnehmen konnte, sondern auch 1200. Im Gegensatz zur 1200i zählte das Bildzählwerk deswegen aber nicht aufwärts. Dazu arbeitete es elektronisch: die eingelegte Kassette wurde abgetastet und das LCD, welches sich aufgeklappt oben auf der Kamera befand, begann im Falle eines Image-Films bei 10, sonst bei 12.[9][2]