Pollegio
Gemeinde in der Schweiz
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Pollegio (lombardisch Puléisg, deutsch veraltet Klösterli) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Kreis Giornico und zum Bezirk Leventina.
| Pollegio | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Bezirk Leventina |
| Kreis: | Kreis Giornico |
| BFS-Nr.: | 5077 |
| Postleitzahl: | 6742 |
| Koordinaten: | 715761 / 136067 |
| Höhe: | 298 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 285–1743 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 5,96 km²[2] |
| Einwohner: | 920 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 154 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 34,3 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Gemeindepräsident: | Igor Righini (SP) |
| Website: | www.pollegio.ch |
Pollegio | |
| Lage der Gemeinde | |




Geographie
Das Dorf Pollegio liegt auf der Talsohle der Bassa Leventina. Zur Gemeinde gehört der Ortsteil Pasquerio, der mit Biasca zusammengewachsen ist.
Auf dem Gemeindegebiet von Pollegio befindet sich der Installationsplatz für das Südportal des neuen Gotthard-Basistunnels und das Besucherzentrum Gotthard-Süd. Das Südportal selbst ist knapp hinter der Gemeindegrenze in Bodio.
Die Nachbargemeinden sind Serravalle, Giornico, Personico und Biasca.

Geschichte
Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1237 als Poleccio und Puletio. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts gehörte Pollegio zur vicinia Giornico, 1329 zur degagna Symbola oder vicinia Symora. Im 16. Jahrhundert bildete es zusammen mit Bodio und Personico eine vicinia.
In Pollegio leisteten die Urner den Kriegsschwur vor der Schlacht bei Arbedo, und von hier aus sandten die Eidgenossen am 14. November 1478 dem Herzog von Mailand die Kriegserklärung. Das Dorf wurde im gleichen Jahr von den Truppen des Herzogs verwüstet. Nach der Schlacht bei Giornico am 28. Dezember 1478 wurden die Gefallenen in Pollegio beigesetzt, wo die Schweizer eine Kirche zu Ehren der unschuldigen Kindlein errichteten, die nach 1570 vergrössert wurde. 1622 liess Kardinal Federico Borromeo, ganz dem tridentinischen Geist seines Cousins Karl Borromäus verpflichtet, an der Stelle des von Humiliaten errichteten Spitals (1210–1236 erwähnt, ab 1326 Kloster genannt) ein Priesterseminar erbauen.
Pollegio hat eine eigenständige Bürgergemeinde.[5]
Bevölkerung
Sehenswürdigkeiten
- Kollegium-Seminar Santa Maria[8]. Das Knabenseminar wurde durch den Erzbischof von Mailand gegründet und gehört heute zum Bistum Lugano. Sein Bau begann 1596, und am 15. August 1622 fand die offizielle Eröffnung durch den Erzbischof Federico Borromeo statt. Zwischen 1673 und 1682 wurde das Seminar infolge einer Überschwemmung durch die Flüsse Brenno und Ticino geschlossen. Kardinal Federico Visconti setzte 1682 die Wiedereröffnung des Knabenseminars Pollegio durch. Eine zweite Schliessung erfolgte von 1787 bis 1796. 1851 wurde das Seminar Pollegio verstaatlicht und in eine weltliche Schule des Kantons Tessin umgewandelt. Seit 1882 beherbergt das Gebäude wieder das Priesterseminar.[9]
- SBB Betriebszentrale Süd[10]
- Festung Linea Lona[11]
- Schalenstein (Zeichenstein) im Ortsteil Gàisc an der Grenze mit der Gemeinde Bodio TI (320 m ü. M.)[12]
Sport
- Associazione Sportiva Pollegio[13]
Persönlichkeiten
- Antonio de Giroldis (* um 1525 aus Blenio; † nach 1575 in Pollegio), Priester, Propst von Pollegio[14]
- Giacomo Genora (1656–1731), Geistlicher und Heimatschriftsteller
- Giovan Battista Martinoli (* 10. Juni 1821 in Marolta; † 16. Mai 1889 in Dongio), Rektor des Seminars von Pollegio, Generalvikar des Bistums Lugano[15]
Literatur
- Marina Bernasconi Reusser: Pollegio. In: Monumenti storici e documenti d’archivio. I «Materiali e Documenti Ticinesi» (MDT) quali fonti per la storia e le ricerche sull’architettura e l’arte medievale delle Tre Valli. In: Archivio Storico Ticinese. 2. Serie, Nummer 148, Casagrande, Bellinzona 2010.
- Piero Bianconi, Arminio Janner: Pollegio. In: Arte in Leventina. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1939, S. 32.
- Samuel Butler: Pollegio. In: Alpi e Santuari del Canton Ticino, Armando Dadò Editore, Locarno 1984.
- Mario Fransioli: Pollegio. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 15. Januar 2021.
- Virgilio Gilardoni: Pollegio. In: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 232, 348, 476, 477–478.
- Simona Martinoli u. a.: Pollegio. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 114, 115.
- Celestino Trezzini: Pollegio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 462 (Digitalisat).
Weblinks
- Pollegio auf der Plattform ETHorama
- Offizielle Website der Gemeinde Pollegio
- Amt für Statistik des Kantons Tessin: Pollegio (italienisch)
- Pollegio: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin



