Poly I:C

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Poly I:C ist ein Polymer und Analogon von doppelsträngiger RNA.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Poly I:C
Allgemeines
NamePoly I:C
Andere Namen
  • Poly(I:C)
  • Polyinosinsäure:Polycytidylsäure
  • Poly[(2R,3S,4R,5R)-5-(4-amino-2-oxopyrimidin-1-yl)-3,4-dihydroxyoxolan-2-yl]methyl-dihydrogenphosphat
CAS-Nummer24939-03-5
PubChem32744
ATC-Code

L03AX07

Eigenschaften
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Eigenschaften

Poly I:C besteht aus zwei polymeren Strängen von Längen zwischen 1,5 und 8 kb,[3] einem Poly-Inosinsäure- und einem Poly-Cytidinsäure-Strang, die über Wasserstoffbrückenbindungen aneinander binden und einen Doppelstrang bilden. Poly I:C bindet in Tieren an den Toll-like Receptor 3 (TLR-3) und aktiviert ihn, wodurch in Folge die angeborene Immunantwort aktiviert wird.[4] TLR-3 wird von B-Zellen, Makrophagen und dendritischen Zellen gebildet. Der ATC-Code von Poly I:C ist L03AX07.[5] In Folge der Aktivierung des TLR-3 durch Poly I:C werden Interferone des Typs I gebildet.[6]

Außer an TLR-3 bindet Poly I:C, abhängig von seiner Länge,[7] auch an RIG-I und MDA5.[8][9][10] Poly I:C aktiviert die Proteinkinase R.

Poly I:C wird als Adjuvans bei Impfstoffen[11][12] und zur Induktion einer Apoptose in Krebszellen untersucht.[13] Ein alternativer Agonist des TLR-3 ist RGC100, ein Poly-Guanylsäure:Poly-Cytidinsäure-Doppelstrang mit geringerer Toxizität und ungefähr 100 Basenpaaren Länge, da von TLR-3 nur die wiederholenden Ribose-Einheiten sequenzunabhängig gebunden werden und eine Aktivierung bereits ab etwa 45 Basenpaaren erfolgt.[14]

Einzelnachweise

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