Poly I:C
chemische Verbindung
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Poly I:C ist ein Polymer und Analogon von doppelsträngiger RNA.
| Strukturformel | |||||||||
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| Allgemeines | |||||||||
| Name | Poly I:C | ||||||||
| Andere Namen |
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| CAS-Nummer | 24939-03-5 | ||||||||
| PubChem | 32744 | ||||||||
| ATC-Code | |||||||||
| Eigenschaften | |||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||
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| Toxikologische Daten | |||||||||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||||
Eigenschaften
Poly I:C besteht aus zwei polymeren Strängen von Längen zwischen 1,5 und 8 kb,[3] einem Poly-Inosinsäure- und einem Poly-Cytidinsäure-Strang, die über Wasserstoffbrückenbindungen aneinander binden und einen Doppelstrang bilden. Poly I:C bindet in Tieren an den Toll-like Receptor 3 (TLR-3) und aktiviert ihn, wodurch in Folge die angeborene Immunantwort aktiviert wird.[4] TLR-3 wird von B-Zellen, Makrophagen und dendritischen Zellen gebildet. Der ATC-Code von Poly I:C ist L03AX07.[5] In Folge der Aktivierung des TLR-3 durch Poly I:C werden Interferone des Typs I gebildet.[6]
Außer an TLR-3 bindet Poly I:C, abhängig von seiner Länge,[7] auch an RIG-I und MDA5.[8][9][10] Poly I:C aktiviert die Proteinkinase R.
Poly I:C wird als Adjuvans bei Impfstoffen[11][12] und zur Induktion einer Apoptose in Krebszellen untersucht.[13] Ein alternativer Agonist des TLR-3 ist RGC100, ein Poly-Guanylsäure:Poly-Cytidinsäure-Doppelstrang mit geringerer Toxizität und ungefähr 100 Basenpaaren Länge, da von TLR-3 nur die wiederholenden Ribose-Einheiten sequenzunabhängig gebunden werden und eine Aktivierung bereits ab etwa 45 Basenpaaren erfolgt.[14]