Prusa Research
3D-Drucker Hersteller aus Prag
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Das Unternehmen Prusa Research a.s., allgemein als Prusa bezeichnet, ist ein tschechisches Unternehmen, das 3D-Drucker herstellt und im Jahr 2020 der zweitgrößte 3D-Druckerhersteller der Welt war.[1]
| Prusa Research a.s. | |
|---|---|
| Rechtsform | akciová společnost (Aktiengesellschaft) |
| Gründung | 2012 |
| Sitz | Prag, Tschechien |
| Leitung | Josef Průša |
| Branche | 3D-Druck |
| Website | https://www.prusa3d.com/ |
Es wurde 2012 von Josef Průša gegründet, einem Entwickler des RepRap Projekts, das großen Wert auf Open-Source-Hardware legt. In der Vergangenheit waren alle hergestellten Drucker Open Source – ihre Baupläne waren online frei verfügbar und konnten von jedem genutzt werden, beispielsweise zur Verbesserung bestehender Drucker.[2] Beispiele hierfür sind Prusa i3, Prusa Mini und Prusa XL.
Ab 2023 begann das Unternehmen aufgrund der Konkurrenz anderer Unternehmen teilweise von diesem Open-Source-Konzept abzurücken[3] (unter anderem wurde ihre Open-Source-Software vom Konkurrenten Bambu Lab verwendet[4][5]) und brachte 2024 seinen zweiten CoreXY-Drucker Prusa Core One auf den Markt, der nicht mehr vollständig Open Source ist.[6]
Hardware

Prusa Research bietet aktuell (Stand 2025) die FDM-Drucker Prusa MK4, Prusa XL, Prusa MINI+ und Prusa CORE One an. Der MK4S und der MINI+ basieren auf einem traditionellen kartesischen Design, der CORE One und der XL hingegen auf CoreXY-Kinematik. Zusätzlich bietet Prusa Research den SLA-Drucker Prusa SL1S an. In Zusammenarbeit mit Trilab entwickelt das Unternehmen die Prusa PRO-Produktlinie weiter.[7] Diese umfasst den Prusa Pro HT90, den Prusa Pro SLX und den Prusa Pro Medical One.
Viele Drucker sind als Bausatz erhältlich, wodurch sich der Preis reduziert. Im Lieferumfang sind nur die für den Aufbau benötigten Teile und Werkzeuge enthalten. Prusa bietet außerdem Upgrades für nahezu alle Drucker an – beispielsweise kann der Prusa MK3S+ auf den Prusa MK4 aufgerüstet werden.[8]
Viele der Strukturbauteile der Prusa 3D-Drucker werden im 3D-Druckverfahren hergestellt, was Modifikationen und Reparaturen durch den Benutzer erleichtert. Prusa Research unterhält eine große Anzahl eigener 3D-Drucker, um Teile in Serie zu produzieren und gleichzeitig neue Hardware zu testen und zu entwickeln.
Software
Prusa Research entwickelt auch eigene Software.
PrusaSlicer
Die Softwareprodukte von Prusa Research umfassen das Open-Source-Programm PrusaSlicer (GNU Affero General Public License v3.0[9]), der auf Alessandro Ranelluccis Slic3r basiert, einem bekannten Programm zur 3D-Modellvorbereitung, das jedoch nicht mehr mit neuen Funktionen und Einstellungen aktualisiert wird. Mit PrusaSlicer lassen sich Profile für jeden auf dem Markt erhältlichen 3D-Drucker erstellen, sodass man keinen Prusa-Drucker besitzen muss, um das Programm zu nutzen.
Prusa EasyPrint
Prusa EasyPrint ist ein schlankes, webbasiertes Tool zum Online-Slicen von 3D-Modellen. Es verarbeitet Modelle in der Cloud mit dem PrusaSlicer und ermöglicht den einfachen Zugriff auf 3D-Druck von jedem Gerät aus. Es bietet grundlegende Funktionen zur Modellbearbeitung und Druckeinstellungen und ist speziell für die einfache Bedienung durch Anfänger und Profis konzipiert.[10]
Prusa Connect
Prusa Connect ist ein Online-Managementsystem für Drucker und Druckfarmen. Es ermöglicht die Fernsteuerung der Geräte und das Senden von Druckaufträgen und Dateien. Der Vorgänger von Prusa Connect war Prusa Link, ein reines LAN-basiertes System. Ab 2025 kann man die Modelle Prusa Core One, MK4 und höher, Prusa MINI, Prusa XL, Prusa HT90, Prusa CW1S sowie – mit Hilfe eines Raspberry Pi – auch ältere Modelle wie den MK2 und seine Derivate sowie die MK3-Serie anbinden. Prusa Connect arbeitet zudem mit der zugehörigen App zusammen.[11]
Prusa App
Parallel zur Einführung der Prusa MK4S-Serie veröffentlichte Prusa auch seine zugehörige mobile App zur Überwachung und grundlegenden Steuerung der mit PrusaConnect verbundenen Drucker. Es wird auch für die Ersteinrichtung des Druckers und die Wartung verwendet. Die App bietet zudem die Integration von Printables und die Möglichkeit, Modelle direkt vom Mobiltelefon aus mit der neuen EasyPrint-Funktion zu drucken.[10]
Printables
Printables.com ist eine Online-Bibliothek mit 3D-Modellen von Prusa. Nutzer können hier ihre eigenen Modelle und Modifikationen anderer Modell teilen sowie ihre Druckergebnisse vom Originalmodell des Autors veröffentlichen. Damit konkurriert Printables.com direkt mit Plattformen wie MakerWorld von Bambu Lab oder Thingiverse. Die EasyPrint-Funktion ist jetzt für Prusa-Drucker verfügbar und ermöglicht Cloud-Slicing für den Druck von Mobilgeräten oder weniger leistungsstarken Computern.[12]
Prusament
Prusa Research produziert auch sein eigenes Filament – Prusament. Das Firmengebäude verfügt über mehrere Produktionslinien für die Filamentherstellung. Dort werden beispielsweise PLA und PETG (beide Typen auch in recycelter Form) sowie ASA, ABS, HIPS, Flex, PC-Mischungen mit Kohlenstofffasern oder Nylon hergestellt. Außerdem produziert Prusa Research Harze für SLA-Drucker. Alle diese Filamente sind in mehreren Farben erhältlich, mit Ausnahme von Nylon. Bemerkenswert ist die geringe Abweichung von nur 0,02 mm in der Filamentbreite, andere Hersteller tolerieren bis zu 0,05 mm.