Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Uganda 2026
Wahl in Uganda
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Die Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Uganda 2026 fand am 15. Januar 2026 bzw. findet vom 15. Januar bis 6. Februar 2026 statt. Zur Wahl stehen unter anderem das Amt des Präsidenten und die Abgeordnetensitze im Parlament von Uganda. Zur Präsidentschaftswahl traten acht Kandidaten an, darunter Amtsinhaber Yoweri Museveni der National Resistance Movement (NRM) und Oppositionskandidat Robert Kyagulanyi Ssentamu, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Bobi Wine, der National Unity Platform (NUP). Anderen Kandidaten als Museveni wurden kaum Chancen eingeräumt.
| Präsidentschaftswahl in Uganda 2026 | ||||||||||||||||||||
| Staat | Uganda | |||||||||||||||||||
| Datum | 15. Januar | |||||||||||||||||||
| Kandidaten | Yoweri Museveni | Bobi Wine | Nathan Nandala Mafani | |||||||||||||||||
| Parteien | NRM | NUP | Forum for Democratic Change | |||||||||||||||||
| Stimmen | 7.946.772 71,61 % | 2.741.238 24,72 % | 209.039 1,88 % | |||||||||||||||||
Zusammenfassung der Stimmen (in %)
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| Präsident vor der Wahl | ||||||||||||||||||||
| Yoweri Museveni | ||||||||||||||||||||
| ← 2021 2031 → | ||||||||||||||||||||
Vor den Wahlen kam es zur Festnahme von Oppositionsanhängern bei Protesten. Zudem wurden ab 13. Januar das Internet abgeschaltet und Mobilfunkdienste eingeschränkt. Am Wahltag kam es in einigen Wahllokalen zu von der Opposition kritisierten, mehrere Stunden andauernden Verzögerungen.
Museveni gewann die Präsidentschaftswahl laut der Wahlkommission mit einem Stimmanteil von 71,61 % vor Bobi Wine mit 24,72 % und damit eine siebte Amtszeit. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,5 Prozent, was den niedrigsten Stand seit den Wahlen im Jahr 1996 darstellt. Bobi Wine warf der Regierung Wahlbetrug und Einschüchterungsmaßnahmen vor. Er hielt sich nach den Wahlen versteckt. Muhoozi Kainerugaba, Oberbefehlhaber der ugandischen Armee sowie Sohn und aussichtsreicher Nachfolger von Präsident Museveni beschuldigte Wine, ein „Terrorist“ zu sein, und drohte auf X damit, ihn zu töten. Nachdem er untergetaucht war, verließ Bobi Wine nach einigen Angaben im März das Land, da er sein Leben bedroht sah. Museveni wurde am 12. Mai für seine siebte Amtszeit als Präsident vereidigt.
Politisches System
Uganda ist laut der Verfassung vom 8. Oktober 1995 eine präsidentielle Republik.
Auf dem Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist wurde das afrikanische Land 2024 mit 4,49 von 10 Punkten als „Hybridregime“ eingeordnet. Der Demokratieindex von Freedom House stuft Uganda als „unfrei“ ein[1] und der Demokratieindex des V-Dem Institutes lag Stand 2024 bei 0,272 und damit im eine Wahlautokratie kennzeichnenden Bereich.[2]
Wahlsystem
Der ugandische Präsident wird alle fünf Jahre in direkter Wahl gewählt. Erreicht keiner der Kandidaten die nötige Mehrheit von mindestens 50 Prozent der gültigen Stimmen, wird in einer zweiten Wahlrunde eine Stichwahl durchgeführt, die innerhalb von 30 Tagen nach der ersten Wahlrunde stattfindet. Die Wahlkommission ermittelt und veröffentlicht das Ergebnis der Präsidentschaftswahl innerhalb von achtundvierzig Stunden nach Schließung der Wahllokale.[3][4]
Für das Parlament werden 529 Abgeordnete gewählt:[5]
- direkt gewählte Abgeordnete der 353 Wahlkreise
- Frauenrepräsentantinnen der 146 Städte/Distrikte
- jeweils 5 Repräsentanten (davon mindestens 1 Frau) für
- ältere Menschen
- Menschen mit Behinderungen
- Arbeitnehmer
- die Jugend[6]
- 10 Repräsentanten der Uganda People’s Defence Force (davon mindestens 2 Frauen)
Etwa 78 Prozent der Menschen in Uganda sind jünger als 30 Jahre.[7] Das Land hat eine der weltweit jüngsten Bevölkerungen.[8] Rund 21,7 Millionen Ugander sind zur Wahl registriert.[9][4] Im Durchschnitt der letzten 14 Volksabstimmungen, Präsidentschafts- und Parlamentswahlen lag die Wahlbeteiligung bei 60,13 %.[2]
Wahltermine
Die Präsidentschaftswahl und Direktwahl der regulären Parlamentsabgeordneten findet am 15. Januar statt, während die Kommunalwahlen sowie die Wahl der Parlamentsabgeordneten der Sonderinteressengruppen wie Menschen mit Behinderungen an mehreren sepraten Wahltagen bis 6. Februar stattfinden:[10][11]
- 15. Januar: Wahlen des Präsidenten und der Mitglieder des Parlaments (direkt gewählte Abgeordnete und Frauenrepräsentatinnen der Distrikte im Parlament)
- 19. Januar: Nationale Konferenz zur Wahl der Arbeitnehmervertreter im Parlament
- 20. Januar: Wahl von Stadträten, die Sonderinteressengruppen (Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen) auf Gemeinde-/Stadtbezirksebene vertreten
- 21. Januar: Wahl von Stadträten, die Sonderinteressengruppen (Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen) auf Distrikt-/Stadtebene vertreten
- 22. Januar: Wahlen der Bezirks- und Kommunalverwaltungsräte: Bezirks-/Stadtvorsitzende, Oberbürgermeister, Bürgermeister und Stadträte
- 27. Januar: Wahlen der Vorsitzenden der Gemeinde-/Stadtbezirksabteilungen und der Stadträte
- 28. Januar
- Regionale Konferenzen zur Wahl regionaler Jugendvertreter im Parlament
- Nationale Konferenz zur Wahl der nationalen weiblichen Vertreterin älterer Menschen im Parlament
- Sitzung des Armeerats zur Wahl der UPDF-Vertreter im Parlament
- 30. Januar: Wahl von Ratsmitgliedern, die Sonderinteressengruppen (Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen) auf Unterbezirks-/Stadt-/Gemeindeebene vertreten
- 2. Februar: Regionalkonferenz zur Wahl von Vertretern älterer Menschen im Parlament
- 3. Februar: Nationale Konferenz zur Wahl von Vertretern von Menschen mit Behinderungen im Parlament
- 4. Februar: Wahlen der Vorsitzenden der Unterbezirks-/Stadt-/Gemeindebezirke und der Gemeinderäte
- 6. Februar: Nationale Konferenz zur Wahl der nationalen weiblichen Jugendvertreterin im Parlament
Präsidentschaftskandidaten
Zur Präsidentschaftswahl treten acht Kandidaten an, darunter Amtsinhaber Yoweri Museveni der National Resistance Movement (NRM) und Oppositionskandidat Robert Kyagulanyi Ssentamu, besser bekannt als Bobi Wine, der National Unity Platform (NUP).[12][13] Anderen Kandidaten als Museveni werden jedoch kaum Chancen ausgerechnet.[14] Museveni kam 1986 nach einem langen Bürgerkrieg an die Macht. Er tritt im Alter von 81 Jahren zu einer siebten Amtszeit an. Frühere Amtszeit- und Altersbeschränkungen wurden während seiner Regierungszeit durch zwei Verfassungsänderungen abgeschafft.[15][4] Bei der letzten Präsidentschaftswahl im Jahr 2021 erhielt Museveni 58,4 Prozent und Bobi Wine 35,1 Prozent der Stimmen, wobei Bobi Wine die Wahlkreise in und um der Hauptstadt Kampala gewann und Museveni im Rest des Landes.[16][17]
| Bild | Kandidat | Partei | Ergebnis 2021[17] | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|---|---|
| Yoweri Museveni | National Resistance Movement (NRM) | 58,4 % | seit 1986 Amtsinhaber, 81 Jahre | |
| Robert Kyagulanyi Ssentamu (Bobi Wine) |
National Unity Platform (NUP) | 35,1 % | Zweitplatzierter bei der Wahl 2021, Musiker, 43 Jahre | |
| Nathan Nandala Mafani | Forum for Democratic Change (FDC) | 3,3 %
(Kandidat Patrick Amuriat) |
||
| Mugisha Muntu | Alliance for National Transformation (ANT) | 0,7 % | von 1989 bis 1998 Oberbefehlshaber der ugandischen Streitkräfte, von 2012 bis 2017 Präsident der Partei FDC | |
| Mubarak Munyagwa | Common Man's Party (CMP) | |||
| Robert Kasibante | National Peasants Party (NPP) | |||
| Joseph Mabirizi | Conservative Party (CP) | Abgeordneter des Distrikts Sironko, von 2011 bis 2014 Oppositionsführer | ||
| Frank Bulira Kabinga | Revolutionary People's Party (RPP) | |||
Kandidaten der älteren und etablierteren Parteien Democratic Party (DP) und Uganda People’s Congress (UPC) nehmen nicht an der Präsidentschaftswahl teil.[7] Kandidaten, deren Nominierung von der Wahlkommission nicht akzeptiert wurde, waren unter anderem:[18]
- Joseph Kabuleta (2021: 0,4 % als parteiunabhängiger Kandidat[17][19])
- Nancy Kalembe (2021: 0,4 % als parteiunabhängige Kandidatin[17][19])
- John Katumba (2021: 0,4 % als parteiunabhängiger Kandidat[17][19])
- Willy Mayambala (2021: 0,1 % als parteiunabhängiger Kandidat[17][19])
- Yvonne Mpambara[20][21]
Die nicht als Kandidatin zugelassene Anwältin Mpambara kritisierte systemische Hindernisse: „Wir sind der Meinung, dass das System in Bezug auf die Kriterien für die Bestimmung der Nominierten nicht transparent war“, die Wahlkommission „habe uns keine klare Erklärung dafür gegeben, dass sie unsere Kandidatur nicht unterstützen“. Tausende Unterschriften seien verloren gegangen.[6]
Der prominente Oppositionspolitiker Kizza Besigye, der viermal – einmal als unabhängiger Kandidat und dreimal als ehemaliger Vorsitzender des FDC – gegen Museveni antrat, wurde Ende 2024 festgenommen.[4][22]
Wahlkampfthemen
Zentrale Wahlkampfthemen waren Arbeitslosigkeit und Korruption. Laut dem letzten Jahresbericht der ugandischen Statistikbehörde Uganda Bureau of Statistics lag die Arbeitslosenquote 2023/2024 bei 12,3 Prozent. Besonders hoch ist sie unter jungen Ugandern.[23] Museveni und seine Partei NRM traten mit dem Slogan „Die erzielten Erfolge sichern: Einen qualitativen Sprung in den Status der gehobenen Mittelschicht schaffen“ an.[24] Bobi Wine von der Oppositionspartei NUP betonte Regierungsreformen, Demokratie und den Kampf gegen Korruption.[13]
Wahlkampf- und Wahlablauf
Die offizielle Wahlkampfzeit begann am 8. September 2025.[25] Vor Wahlkampfbeginn wurde durch das Parlament das Gesetz über die Parteienfinanzierung geändert. Dadurch muss eine Partei, um öffentliche Gelder zu erhalten, nicht mehr nur im Parlament vertreten sein, sondern auch der Inter Party Organization for Dialogue (IPOD) angehören, was nur für die Oppositionspartei der National Unity Platform nicht der Fall ist.[7][26]
Repressionen
Das Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) warnte Anfang Januar, dass die Wahlen „von weit verbreiteter Unterdrückung und Einschüchterung“ der Opposition und anderer Bevölkerungsgruppen geprägt sein würden.[27][28] Die Organisation urteiilte in ihrem Bericht: „der demokratische und zivilgesellschaftliche Raum in Uganda hat sich seit den Parlamentswahlen 2021 aufgrund einer Reihe repressiver und diskriminierender Gesetze und Maßnahmen, darunter physische und digitale Überwachung sowie juristische Schikanen, stark eingeschränkt.“[10][29]
Am 30. Dezember 2025 stürmten Sicherheitskräfte das Haus der prominenten Menschenrechtsaktivistin und Regierungskritikerin Sarah Bireete und verhafteten diese.[30] Das Ugandan National NGO Bureau wies zudem im Januar vor den Wahlen mindestens fünf Menschenrechtsgruppen an, ihre Aktivitäten mit sofortiger Wirkung einzustellen, darunter Human Rights Network for Journalists-Uganda (HRNJ-U), Chapter Four Uganda, Allicance for Election Finance Monitoring (ACFIM), National NGO Forum und National Coalition of Human Rights Defenders. Auch Journalisten sahen sich Repressionen ausgesetzt.[31][32]
Im Dezember 2025 gab Oppositionskandidat Bobi Wine auf X an, dass er während eines Wahlkampfes in der Stadt Gulu im Norden des Landes angegriffen wurde.[33] Auch Amnesty International beklagte Repressionen. So hätten Sicherheitskräfte vermehrt willkürlich Menschen festgenommen und auch gefoltert.[34][15][35] Reuters berichtete, dass Hunderte von Oppositionsanhängern bei Protesten festgenommen wurden.[36]
Kritik an der Wahlkommission
Die Oppositionspartei National Unity Platform (NUP) kritisierte zudem, dass die Wahlkommission ihr nicht wie vorgeschrieben das Wahlregister 14 Tage vor den Wahlen zur Verfügung gestellt habe, um genug Zeit zu haben, dieses auf Unregelmäßigkeiten zu prüfen.[16]
Einschränkungen des Internets
Zudem wurde von der Opposition befürchtet, dass während der Wahl von der Regierung das Internet blockiert wird, um zu verhindern, dass Oppositionsanhänger mobilisiert und Wahlergebnisse verbreitet werden. Anfang Januar hatte der Satelliteninternetanbieter Starlink seine Dienste in Uganda nach einer Anordnung der Kommunikationsbehörde eingeschränkt.[37] Bereits bei den letzten Wahlen im Jahr 2021 kam es zu einer Einschränkung des Internetzugangs über einen Zeitraum von etwa 100 Stunden.[38][39] Die Regierung versprach nach Kritik daraufhin, dass das Internet bei den diesjährigen Wahlen nicht abgeschaltet würde. So erklärte sie am 5. Januar in einem Beitrag auf X: „Behauptungen, die etwas anderes suggerieren, sind falsch, irreführend und darauf ausgelegt, unnötige Angst und Spannungen in der Öffentlichkeit zu erzeugen.“[38] Am selben Tag verkündete das Ministry of Information Communication and Technology: „Die Live-Übertragung oder das Streaming von Ausschreitungen, ungesetzlichen Demonstrationen oder gewalttätigen Vorfällen ist verboten, da dies die Spannungen verschärfen und Panik verbreiten kann.“[36] Am 13. Januar forderte die Uganda Communications Commission, die ugandische Kommunikationsbehörde, die Telekommunikationsunternehmen dazu auf, das Internet im Land abzuschalten.[31] Die Organisation NetBlocks meldete in sozialen Netzwerken „Live-Netzwerkdaten zeigen eine landesweite Störung der Internetverbindung in Uganda“.[14][40][41] Die Abschaltung erfolgte am 13. Januar etwa zwischen 15 und 18 Uhr Lokalzeit.[38][42][39] Auch Mobilfunkdienste wurden eingeschränkt und Messengerdienste waren nicht mehr nutzbar.[43][44]
Wahltag und Folgetage
Verzögerungen
Am Wahltag kam es in Wahllokalen in der Hauptstadt Kampala und der Stadt Jinja[43] zu Verzögerungen von bis zu vier Stunden. Biometrische Geräte, die zur Überprüfung der Wähleridentität eingesetzt werden sollten, funktionierten teils nicht. Zudem führten einige die Verzögerungen auf einen Mangel an Wahlmaterialien und ein verspätetes Eintreffen von Ausrüstung an einigen Wahllokalen zurück und kritisierten, dass vermutlich manche trotz der länger als geplant geöffneten Wahllokale aufgrund der Verzögerung ohne zu wählen nach Hause gehen mussten.[45][46][43] Die Wahlkommission erklärte, sie habe auf manuelle Verfahren zurückgegriffen, wo biometrische Wählerverifizierungsgeräte nicht funktionierten, und bezeichnete die Wahl als „erfolgreich und im Allgemeinen friedlich“. Die Verspätungen seien kein ausreichender Grund zur Nichtanerkennung der Wahl.[47]
Tötungen in Butambala
In der Nacht nach dem Wahlgang kam es im etwa 55 Kilometer südwestlich von Kampala gelegenen Ort Butambala zu gewaltsamen Konflikten mit der Polizei. Laut dieser wurden mindestens sieben Menschen getötet und 25 festgenommen. Während die lokale Polizeisprecherin Lyia Tumushabe angab, mit Macheten bewaffnete „Schläger“ unter Organisation des Parlamentsabgeordneten und Oppositionspolitikers Muwanga Kivumbi der NUP hätten eine Polizeistation und ein Wahlauszählungszentrum angegriffen, woraufhin sich die Polizei mit Schusswaffen verteidigt habe, erklärte Kivumbi, dass zehn Personen gegen 3 Uhr morgens durch die Polizei in der Garage seines Hauses getötet worden seien, wo sie auf die Bekanntgabe der Wahlergebnisse bezüglich seines Parlamentssitzes gewartet hätten.[48]
Situation von Bobi Wine nach der Wahl
Nach der Wahl hatte Bobi Wine Betrug bei der Wahl kritisiert und gab an, er sei unter Hausarrest gestellt worden und sein Haus sei von Sicherheitskräften umstellt worden. Ein Polizeisprecher erklärte dazu, dass die massiven Sicherheitsvorkehrungen rund um sein Haus zu seinem eigenen Schutz dienten.[49] Laut einem Beitrag der Oppositionspartei NUP auf X, der später gelöscht wurde, wurde Bobi Wine am 16. Januar, dem Tag nach der Wahl, aus seinem Haus entführt und mit einem Armeehubschrauber an einen unbekannten Ort gebracht.[50][51][52][53] Der Sohn des Oppositionsführers gab an, dass beide seiner Eltern vom Militär festgenommen worden seien.[49] Die Polizei widersprach der Darstellung und gab an, Bobi Wine sei nicht von Soldaten festgenommen worden, sondern befände sich weiterhin in seinem Haus, wo er sich frei bewegen könne.[54] Am 17. Januar veröffentlichte Bobi Wine eine Videobotschaft auf X. Darin erklärte er zu den Geschehnissen, dass Militär und Polizei seine Residenz überfallen hätten, wo er bereits seit dem Wahltag unter Hausarrest gestanden habe. Die Eindringlinge hätten die Stromversorgung unterbrochen und Überwachungskameras abgeschaltet. Ein Hubschrauber sei über seinem Haus gekreist. Er sei jedoch entkommen und halte sich nun versteckt, während seine Familienmitglieder weiter unter Hausarrest stünden.[55][56] Muhoozi Kainerugaba, Oberbefehlshaber der ugandischen Armee sowie Sohn und aussichtsreicher Nachfolger von Präsident Museveni, beschuldigte Wine, ein „Terrorist“ zu sein, und drohte auf X damit, ihn zu töten.[57][58] Nachdem er untergetaucht war, verließ Bobi Wine nach einigen Angaben im März das Land, da er sein Leben bedroht sah.[59][60][61]
Ergebnisse
Präsidentschaftswahl
Nach vorläufigen Wahlergebnissen der Behörden lag Museveni am Tag nach der Wahl mit fast 74 % der Stimmen deutlich vor Bobi Wine mit 23 % der Stimmen.[51] Nach Auszählung von 93 % der Wahllokale meldete die Wahlkommission am Vormittag des 17. Januar einen Stimmanteil von 72 % für Museveni.[47][62]
| Kandidaten | Parteien | Stimmen | % |
|---|---|---|---|
| Yoweri Museveni | National Resistance Movement (NRM) | 7.946.772 | 71,7 |
| Robert Kyagulanyi Ssentamu (Bobi Wine) | National Unity Platform (NUP) | 2.741.238 | 24,7 |
| Nathan Nandala Mafani | Forum for Democratic Change (FDC) | 209.039 | 1,9 |
| Mugisha Muntu | Alliance for National Transformation (ANT) | 59.276 | 0,5 |
| Mubarak Munyagwa | Common Man's Party (CMP) | 31.666 | 0,3 |
| Robert Kasibante | National Peasants Party (NPP) | 33.440 | 0,3 |
| Joseph Mabirizi | Conservative Party (CP) | 23.458 | 0,2 |
| Frank Bulira Kabinga | Revolutionary People's Party (RPP) | 45.959 | 0,4 |
| Gesamt | 11.090.848 | 100 | |
| Quelle: Daily Monitor, 17. Januar 2026 | |||
Museveni wurde am 12. Mai für seine siebte Amtszeit, die bis 2031 andauert, vereidigt. Der Tag wurde zugleich zum Feiertag erklärt.[63]
Parlamentswahl
Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung lag bei 52,5 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit den Wahlen im Jahr 1996.[66][67] Es wurden jedoch starke regionale Unterschiede verzeichnet, mit deutlich höheren Wahlbeteiligungen in der von Musevenis National Resistance Movement dominierten Regionen. So lag die Wahlbeteiligung in Musevenis Heimatregion Ankole bei 73 %, während sie in Oppositionshochburgen wie Buganda und Busoga bei 40 bis 45 % lag und in der Millionenstadt Kampala wurde bei etwa 10 % noch nicht ausgezählten Stimmen eine Wahlbeteiligung von lediglich 28 % bekannt gegeben.[67]
Reaktionen
Der Präsidentschaftswahlsieger Museveni erklärte, dass das Wahlergebnis „einen guten Eindruck von der Stärke“ seiner Partei vermittelte. In seiner ersten Rede nach dem Wahlsieg gab er zudem an, dass er glaube, dass viele derjenigen, die nicht gewählt hätten, Mitglieder der Regierungspartei seien, und warf der Opposition vor, während der Wahl zu Gewalt angestiftet zu haben.[68] Oppositionsführer Bobi Wine wies die Ergbnisse der Wahlkommission zurück und warf der Regierung Betrug und Einschüchterung bei den Wahlen vor.[47] So beschuldigte er diese unter anderem, gefälschte Stimmzettel in Wahlurnen gestopft zu haben.[53] Er rief die Bevölkerung dazu auf, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen.[69]
Wahlbeobachter der Afrikanischen Union erklärten am 17. Januar, dass sie keine Beweise für Wahlfälschung gesehen hätten, verurteilten aber „Einschüchterungen, Verhaftungen und Entführungen“.[70][71] Die Wahlbeobachtungsmission kritisierte zudem Internetsperren und eine mangelnde Unabhängigkeit der Wahlkommission.[69]
Regional gratulierten unter anderem der Vorsitzende des Souveränen Rates Sudans Abdel Fattah Burhan, der ägyptische Präsident Abd al-Fattah as-Sisi und der burundische Präsident Évariste Ndayishimiye Museveni zu seiner Wiederwahl.[72][73]
Siehe auch
Weblinks
- 2025/2026 General Elections. In: ec.or.ug. Electoral Commission (englisch).
- Uganda. In: electionguide.org. International Foundation for Electoral Systems (englisch).
- The human rights implications of national legislative developments and applications ahead of the 2026 general elections in Uganda. (PDF; 566 KB) Office of the High Commissioner for Human Rights, 9. Januar 2026 (englisch).
- Audio
- (K)Eine Wahl in Uganda. (30 Minuten). In: sound.orf.at. Österreich 1, 8. Januar 2026.
- Focus on Africa: Uganda's Museveni seeks seventh Presidential term. (ca. 11 Minuten). BBC, 13. Januar 2026 (englisch).