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Quecksilber(I)-iodid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Quecksilber(I)-iodid ist eine chemische Verbindung und gehört zu den Quecksilberhalogeniden.

Schnelle Fakten Kristallstruktur, Allgemeines ...
Kristallstruktur
Quecksilber(I)-iodid
_ Hg+ 0 _ I−
Allgemeines
Name Quecksilber(I)-iodid
Verhältnisformel Hg2I2
Kurzbeschreibung

gelbes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 15385-57-6
EG-Nummer 239-409-6
ECHA-InfoCard 100.035.811
PubChem 27243
Wikidata Q60154
Eigenschaften
Molare Masse 654,98 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,7 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

140 °C[2]

Siedepunkt

290 °C[2]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser, Ethanol und Ether[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​310​‐​330​‐​373​‐​410
P: 260​‐​264​‐​273​‐​280​‐​284​‐​301+310[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Quecksilber(I)-iodid findet sich in der Natur in Form des Minerals Moschelit vor.

Gewinnung und Darstellung

Quecksilber(I)-iodid kann direkt aus den Elementen Quecksilber und Iod dargestellt werden:[5]

Es entsteht auch durch Fällung aus einer verdünnten Quecksilber(I)-Lösung wie Quecksilber(I)-nitrat-Lösung mit Iodidionen. Ein Überschuss an Iodid ist dabei zu vermeiden, da das Quecksilber(I)-iodid dann zu einem 1:1-Gemisch aus elementarem Quecksilber und Tetraiodomercurat(II) disproportioniert, das als Neßler-Reagenz bekannt ist.[6]

Quecksilber(I)-iodid kann auch durch Reaktion von Quecksilber mit Quecksilber(II)-iodid bei Temperaturen unter 564 Kelvin oder durch Reaktion von Quecksilber(II)-chlorid mit Zinn(II)-chlorid in alkoholischer Lösung von Kaliumiodid gewonnen werden.[7]

Eigenschaften

Quecksilber(I)-iodid ist ein gelber Feststoff, der sich unter Licht leicht zu Quecksilber und Quecksilber(II)-iodid zersetzt. Es bildet keine Hydrate und besitzt eine tetragonale Kristallstruktur.[7] Bei Erwärmung färbt es sich über orange zu rot.[8][9]

Verwendung

Quecksilber(I)-iodid war im 19. Jahrhundert ein verbreitetes Medikament,[10] auch protiodide of mercury, Hydrargyrum bijodatum oder Hydrargyrum jodatum genannt (der seltene Begriff protiodide bezeichnet das Iodid eines Elements mit dem geringsten Iod-Anteil). Es wurde gegen eine Vielzahl von Erkrankungen, von Akne bis Nierenkrankheit und insbesondere auch der Syphilis eingesetzt.[11]

Nierenschäden (nephrotisches Syndrom) und andere Symptome durch die Einnahme sind bekannt.[12][13]

Einzelnachweise

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