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Quotshausen

Ortsteil von Steffenberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Quotshausen (mundartlich Quotshause) ist ein Dorf im Hessischen Hinterland und als solches ein Ortsteil der Gemeinde Steffenberg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.[2]

Schnelle Fakten Gemeinde Steffenberg ...
Quotshausen
Gemeinde Steffenberg
Wappen von Quotshausen
Koordinaten: 50° 51′ N, 8° 28′ O
Höhe: 338 (330–550) m ü. NHN
Fläche: 2,8 km²[1]
Einwohner: 524 (30. Juni 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35239
Vorwahl: 06465
Luftaufnahme Quotshausen
Luftaufnahme Quotshausen
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Geschichte

Die älteste bekannte Erwähnung von Quotshausens findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1381 unter dem Namen Kothusen.[1]

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Quotshausen:

„Quotshausen (L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf, liegt an der Perf, 5 1⁄2 St. von Battenberg und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Der Ort hat 19 Häuser und 136 Einwohner, die evangelisch sind, sodann 2 Mahlmühlen, womit 1 Oelmühle verbunden ist. Quotshausen war wahrscheinlich ein altes Hessisches Lehen.“[3]

Die Fachwerkkirche mit einem vierseitigen Schluss wurde im dritten Viertel des 17. Jahrhunderts gebaut.

Gebietsreform

Am 1. Juli 1974 wurde die Gemeinde Quotshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz mit den Gemeinden Steffenberg und Steinperf zur erweiterten Großgemeinde Steffenberg zusammengeschlossen,[4][5] nachdem die Gemeindevertreter lange zu einem Zusammenschluss mit Breidenbach tendierten.[6]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Quotshausenangehört(e):[1][7][8]

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577:020 Hausgesesse
• 1630:015 Hausgesesse (4 zweispännige, 8 einspännige Ackerleute, 3 Einläuftige mit Witwen)
• 1742:024 Haushaltungen
• 1791:124 Einwohner[10]
• 1800:124 Einwohner[14]
• 1806:128 Einwohner, 20 Häuser[13]
• 1829:136 Einwohner, 19 Häuser[3]
Quotshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr  Einwohner
1791
  
124
1800
  
124
1806
  
128
1829
  
136
1834
  
178
1840
  
171
1846
  
164
1852
  
162
1858
  
184
1864
  
171
1871
  
166
1875
  
187
1885
  
180
1895
  
205
1905
  
216
1910
  
212
1925
  
253
1939
  
264
1946
  
380
1950
  
365
1956
  
345
1961
  
328
1967
  
306
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
501
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; Zensus 2011[15]

Religionszugehörigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1829:136 evangelische (= 100 %) Einwohner[3]
• 1885:192 evangelische (= 100 %) Einwohner
• 1961:391 evangelische (= 76,05 %), 99 katholische (= 19,76 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1867:Erwerbspersonen: 86 Landwirtschaft, eine Gemeindeverwaltung.
• 1961:Erwerbspersonen: 71 Land- und Forstwirtschaft, 151 produzierendes Gewerbe, 16 Handel und Verkehr, 10 Dienstleistungen und Sonstiges.

Wappen

Am 23. März 1959 genehmigte der Hessische Minister des Innern das Wappen mit folgender Beschreibung:[16]

Wappen von Quotshausen
Wappen von Quotshausen
Blasonierung: „In Rot über einem silbernen Bach im Schildfuß drei silberne Mühlräder (2:1).“
Wappenbegründung: Die ehemalige Gemeinde besaß keine alten Orts- oder Gerichtssiegel, die eine Weiterführung eines aus alter Zeit überlieferten Emblems ermöglicht hätte, so dass es erforderlich war, ein anderes für das Dorf charakteristisches Sinnbild zu wählen. Hierbei bot sich die Gegebenheit an, dass in der Gemeinde, die an der wasserreichen Perf liegt, seit alter Zeit mehrere Mühlen betrieben wurden, von denen die eine heute den größten gewerblichen Betrieb des Ortes darstellt, deren Erzeugnisse weithin bekannt sind. Die Gemeinde hat sich daher entschlossen, diesem für sie charakteristischen Gewerbezweig im Wappen Ausdruck zu verleihen und infolgedessen die Mühle durch Übernahme dreier Mühlräder in ihrem Wappen darzustellen.

Die Gestaltung des Wappens lag in den Händen des Bad Nauheimer Heraldikers Heinz Ritt.

Infrastruktur

Quotshausen besitzt eine Dorfbücherei im Dorfgemeinschaftshaus, eine Sportanlage des Schützenvereins sowie einen ehemaligen Badeteich, der heute als Angelteich fungiert. Des Weiteren gibt es eine Fachwerkkapelle der evangelischen Kirchengemeinde und ein Gemeindehaus.[17]

Verkehr

Der Haltepunkt Quotshausen lag an der 1911 eröffneten Scheldetalbahn. Seit der Einstellung des Personenverkehrs im Mai 1987 wird der Bahnhof nicht mehr bedient, zuletzt hielten zwei Züge pro Tag und Richtung. Die Gleise wurden nach der Einstellung des Güterverkehrs 1991 zurückgebaut; der Bahnsteig ist heute bewachsen und nur noch erschwert zu erkennen. Der ehemalige Bahndamm wird nahe dem Ort als Hessischer Radfernweg R8 genutzt.

Der Ort ist durch folgende Regionalbuslinie über die Haltestelle Am Loh an das ÖPNV-Netz des RMV angebunden:

  • 491: Dillenburg–Niedereisenhausen–Biedenkopf (und zurück)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Jährliche Gemeindewanderung in den Wald, weit abgelegen in der Gemarkung Breidenbach

Persönlichkeiten

  • Werner Link, deutscher Politikwissenschaftler, 1934 in Quotshausen geboren

Anmerkungen

  1. Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.
  2. Bis 1823 Patrimonialgericht Grund Breidenbach; 1823: Trennung von Justiz (Landgericht Biedenkopf) und Verwaltung.
  3. Am 1. Juli 1974 wurde Quotshausen als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Steffenberg eingegliedert.

Einzelnachweise

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