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RPO-A

tragbarer Raketenwerfer aus sowjetischer bzw. russischer Produktion From Wikipedia, the free encyclopedia

Der RPO-A Schmel (russisch РПО-А Шмель) ist ein tragbarer, rückstoßfreier Granatwerfer aus Russland, der Granaten mit thermobarer Wirkweise verschießt. Die Waffenkennungsnummer der ABC-Abwehrtruppen Russlands lautet МО.1.02.00.

Schnelle Fakten Allgemeine Information, Ausstattung ...
RPO-A Schmel
RPO-A
Allgemeine Information
Militärische Bezeichnung RPO-A Schmel, МО.1.02.00
Einsatzland Sowjetunion, Russland u. a.
Entwickler/Hersteller Konstruktionsbüro für Gerätebau
Entwicklungsjahr 1984
Produktionszeit 1988 bis jetzt
Waffenkategorie Granatwerfer
Ausstattung
Gesamtlänge 920 mm
Technische Daten
Kaliber 93 mm
Munitionszufuhr Einweg-Waffe
Feuerarten Einzelfeuer
Visier Offene Visierung
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Entwicklung

Der RPO-A entstand als Nachfolger für den RPO Rys. Die Entwicklung im Konstruktionsbüro für Gerätebau (KBP Tula) begann 1984 und im Januar 1988 wurde der RPO-A bei der Sowjetarmee eingeführt. Ursprünglich wurden nur die Chemietruppen der Sowjetarmee, welche traditionell für Flammenwerfer zuständig waren, mit dem RPO-A ausgerüstet. Heute befindet sich die Waffe in nahezu allen Teilstreitkräften der Streitkräfte Russlands.[1][2]

Varianten

МО.1.02.00 RPO-A

Der RPO-A befindet sich seit 1988 im Einsatz und wiegt rund 11 kg. Mit ihm wird eine 6,5 kg wiegende Granate mit der 2,2 kg schweren thermobaren Wirkladung OM-100MI verschossen. Die Wirkladung besteht aus Hexogen, Isopropylnitrat sowie Aluminium- und Magnesiumpulver. Die Sprengkraft soll in etwa einem 122-mm-Artilleriegeschoss bzw. 5 bis 6 kg TNT entsprechen. Die maximale Schussdistanz beträgt rund 1000 m.[3][4]

MO.1.03.00 RPO-Z

Der RPO-D wiegt rund 11 kg und verschießt eine Granate mit einer 2,5 kg schweren Brandladung. Diese besteht aus 20 mit OM-12-Napalm getränkten Pellets. Diese haben eine Brandtemperatur von etwa 1000 °C und brennen während 2 bis 5 Minuten. Bei der Zündung verstreuen sich die brennenden Pellets auf eine Fläche von 4 × 30 m und entzünden dort alles Brennbare. Die maximale Schussdistanz beträgt rund 1000 m.[5]

МО.1.04.00 RPO-D

Der RPO-D wiegt 11,3 kg und verschießt eine Rauchgranate mit 2,3 kg OM-419, welches aus Rotem Phosphor und Passivierungsmitteln besteht. Bei der Zündung erzeugt die Granate eine dichte Rauchwand von 50 bis 110 m Länge. Der künstlichen Nebel bleibt für 1 bis 1,5 Minuten bestehen. Die maximale Schussdistanz beträgt rund 1000 m.[5]

МО.1.07.00 RPO Schmel-M

Der RPO Schmel-M (auch RPO PDM-A bezeichnet) wurde im Dezember 2003 bei den Streitkräften Russlands eingeführt. Der Schmel-M eine verbesserte Ausführung des Schmel mit einem reduzierten Kaliber von 90 mm und einem Gewicht von 8,8 kg. Er verschießt eine 7,6 kg wiegende Granate mit einer 3,2 kg schweren thermobaren Wirkladung aus LP-30T. Diese besteht aus Hexogen, Aluminiumpulver, Ammoniumperchlorat und einem Bindemittel. Die Sprengkraft soll in etwa einem 155-mm-Artilleriegeschoss bzw. 8 bis 9 kg TNT entsprechen. Die maximale Schussdistanz beträgt rund 1700 m.[4][6][7]

MO.1.09.00 SPO Warna

Der SPO Warna wurde ca. 2005 bei den Streitkräften Russlands eingeführt. Dabei handelt es sich um eine verbesserte Ausführung des RPO-Z mit einem Gewicht von 8,1 kg. Der Warna verschießt eine Granate mit 2,3 kg OM-12-Napalm, welche beim Aufschlag das brennende Napalm über eine Fläche von rund 4 × 20 m verspritzt. Die effektive Schussdistanz beträgt 120 bis 150 m.[8][9]

Technik

Russische Soldatin mit geschultertem RPO-A

Der RPO-A ist ein tragbarer Einweg-Granatwerfer, der eine Granate mit einer thermobaren Wirkladung verschießt. Er wird zur Bekämpfung von Infanteriezielen, Feldbefestigungen, Bunkern, Gebäudestrukturen sowie leicht gepanzerten Panzerfahrzeugen verwendet. Der RPO-A wiegt schussbereit rund 11 kg und hat eine Länge von 0,92 m.[10][11]

Die Waffe besteht aus einer Granate mit einer Treibladung, die in einem in einem Abschussrohr mit Kaliber 93 mm verbaut sind. Das Rohr ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff und Aluminium gefertigt. Oben auf dem Rohr sind die Klappvisiere verbaut. Diese bestehen aus einem etwa auf halber Rohrlänge montierten Diopter sowie einer vorne bei der Rohrmündung angebrachten Zielmarke (Korn bzw. Rahmenvisier). Im OPO-Diopter ist ein Fadennetz mit Entfernungsmarkierungen bis 600 m angebracht. Zusätzlich kann auf das Rohr das OPO-1-Zielfernrohr mit einem Gewicht von 250 g montiert werden. Für den Nachtkampf kann auf die Waffe ein PON-Nachtsichtgerät aufgesetzt werden. Unten am Rohr sind ein ausklappbarer Vordergriff sowie seitlich ein Pistolengriff mit dem Abzug montiert. Vom Pistolengriff führt eine Spannstange zum Rohrende hin. Seitlich am Abschussrohr ist ein Tragriemen angebracht, sowie eine Anleitung mit Bildfolge und Text, zum Bedienen der Waffe. Die Rohrenden sind mit Kunststoffkappen wasserdicht verschlossen.[12][13]

Im Abschussrohr befindet sich die MO.1.02.05.000-Granate mit einem Gewicht von 6,5 kg. Der dünnwandige Granatkörper aus Aluminium ist mit einer 2,2 kg schweren thermobarer Wirkladung OM-100MI befüllt. Bei dieser ist auf der Innenseite des Granatkörpers eine Paste aus Isopropylnitrat (IPN) sowie Aluminium- und Magnesiumpulver verpresst und im Mittelbereich ist eine kleine Ladung Hexogen-Sprengstoff (RDX) einlaboriert. Bezündert ist die Granate mit dem Bodenzünder W-695. Hinten an der Granate sind vier federgespannte Stabilisierungsflügel montiert. Auf die Granate ist hinten die MO.1.02.05.026-Treibladungspatrone aufgesetzt. Diese ist aus Blech gefertigt und wiegt 2,1 kg. Die Granate mit der aufgesetzten Treibladungspatrone hat eine Länge von etwa 70 cm.[4][14][15][16]

Funktion & Einsatz

Bei der Bekämpfung von Fahrzeugen hat der RPO-A eine effektive Reichweite von 200 m. Auf diese Schussdistanz beträgt die Streuung etwa 70 cm. Feldbefestigungen und Infanterieziele können auf eine Distanz von rund 300 m bekämpft werden. Mit dem OPO-1-Zielfernrohr erhöht sich die praktische Schussdistanz auf rund 850 m. Die minimale Schussdistanz beträgt 20 bis 25 m und die maximale 1000 m.[6][17]

Explosion einer abgefeuerten RPO-A-Granate

Der RPO-A kann von einem einzelnen Soldaten getragen und eingesetzt werden. Die Waffe kann geschultert, liegend, kniend oder stehend abgefeuert werden. Ein geübter Schütze kann 2 bis 3 RPO-A pro Minute abfeuern. Aufgrund der nach hinten austretenden Verbrennungsgase besteht hinter der Waffe in einem Winkel von 60° ein Gefahrenbereich von 45 m Länge, der beim Abschuss nicht betreten werden darf. Wird der RPO-A aus geschlossenen Räumen abgefeuert, muss hinter der Waffe mindestens 3 m und je Seite mindestens 1 m Freiraum vorhanden sein. Auch darf das Raumvolumen 60 m³ nicht unterschreiten. Um den RPO-A feuerbereit zu machen, muss der Schütze am Rohrende ein Sicherungs-Splint ziehen und den Vordergriff herabklappen. Jetzt muss er mit dem Zeigefinger seitlich am Pistolengriff die Sicherung nach oben kippen, womit die Waffe schussbereit und entsichert ist. Durch das Ziehen des Abzuges wird mit einem Perkussionszünder die Treibladungspatrone gezündet. Die Granate wird nach dem Prinzip des Gegenmasseimpulses abgefeuert. Dabei treibt ein Teil der Verbrennungsgase die Granate aus dem Abschussrohr. Der Großteil der Gase entweicht rückwärts aus dem Geschützrohr, was den Rückstoß kompensiert. Die Granate hat beim Abschuss eine Mündungsgeschwindigkeit von 125 m/s (± 5 m/s). Beim Auftreffen im Ziel wird durch den Aufschlagzünder die thermobare Wirkladung zur Detonation gebracht. Dabei wird bei der Detonation des Sprengstoffs durch die Verbrennung des Isopropylnitrats sowie des Aluminium- und Magnesiumpulvers im Luftsauerstoff eine große Thermische Energie freigesetzt. Der Feuerball hat einen Durchmesser von 3 bis 4 m. In einem Umkreis von rund 5 m breitet sich eine 0,5 Sekunden anhaltende Detonationswelle mit einer Temperatur von rund 1350 °C aus, gefolgt von einem Unterdruck mit 0,4 bis 0,8 Bar (40 bis 80 kPa).[17][18][19][20]

Verbreitung

Daten aus:[10][21][22][23][24][25]

Literatur

  • Nikolay Svertilov: Russia’s Arms and Technologies. The XXI Century Encyclopedia. Vol. 2 – Rocket and Artillery Armament of Ground Forces. A & T Publishing House / Oruzhie i tekhnologii, Russland, 2001, ISBN 5-93799-002-1.
  • Richard D. Jones & Leland S. Ness: Jane’s Infantry Weapons 2010–2011. Jane’s Information Group, Vereinigtes Königreich, 2011, ISBN 978-0-7106-2908-1.
  • SPRE Basalt: Infantry Rocket Launchers. Offizieller Produktekatalog der Federal State Unitary Enterprise Basalt, Moskau, Russland, 2011.
Commons: RPO-A – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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