Ramsau am Dachstein

Gemeinde in der Expositur Gröbming im Bezirk Liezen im österreichischen Bundesland Steiermark From Wikipedia, the free encyclopedia

Ramsau am Dachstein (auch die Ramsau) ist eine Gemeinde mit 2910 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) und ein Dorf in der Expositur Gröbming im Bezirk Liezen, im österreichischen Bundesland Steiermark. Mit etwa 6.000 Gästebetten ist sie eine der größten Tourismusgemeinden der Steiermark. In Ramsau spielt die deutsch-österreichische Fernsehserie "Die Bergretter".

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Ramsau am Dachstein
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Ramsau am Dachstein
Ramsau am Dachstein (Österreich)
Ramsau am Dachstein (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Steiermark Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: GB
Fläche: 75,76 km²
Koordinaten: 47° 25′ N, 13° 39′ O
Höhe: 1135 m ü. A.
Einwohner: 2.910 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 38 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8972
Vorwahl: 03687
Gemeindekennziffer: 6 12 36
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Ramsau 136
8972 Ramsau am Dachstein
Website: www.ramsau.at
Politik
Bürgermeister: Hannes Uttinger (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
6
5
4
6 5 4 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Ramsau am Dachstein im Bezirk Liezen
Übersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk LiezenAich (Expositur Gröbming)Gröbming (Expositur Gröbming)Haus (Expositur Gröbming)Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming)Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming)Öblarn (Expositur Gröbming)Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming)Schladming (Expositur Gröbming)Sölk (Expositur Gröbming)GrundlseeLassing
Übersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
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Ramsau am Dachstein
Ramsau am Dachstein
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Ramsau liegt im Nordwesten des Bundeslandes Steiermark, am Dreiländereck mit Oberösterreich und dem Land Salzburg. Das die Ramsau umgebende Hochplateau liegt auf einer Seehöhe von 1100 bis 1700 m, unmittelbar an die Südwände des Dachsteinmassives anschließend. Der nördlich gelegene Dachsteingletscher mit seinem ehemaligen Ganzjahresskigebiet (Skigebiet Dachsteingletscher) ist der östlichste Gletscher der Alpen.

Von der Ramsau aus sieht man das Panorama des Dachsteinmassivs. Weit im Westen beginnt das Massiv mit dem Torstein, weiter geht es über den Mitterspitz, den Hohen Dachstein, die Dirndln, Hunerkogel (Bergstation), Koppenkarstein, dann über die Scheichenspitze, den Sinabell, die Luserwand, den Kufstein bis hin zum Stoderzinken, der sich bereits im Gebiet der Gemeinde Gröbming erstreckt.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst die Ortschaft Ramsau am Dachstein, die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Leiten und Ramsau.

Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Schladming und der Expositur Gröbming im Bezirk Liezen.

Die Gemeinde gliedert sich in die sechs Ortsteile Ramsau am Dachstein, Rössing, Hierzegg, Schildlehen, Leiten und Vorberg[1]. Mit 1. August 1954 wurde der Name der Gemeinde von Ramsau in Ramsau am Dachstein geändert.[2]

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Süden): Schladming (Steiermark), Radstadt, Filzmoos (beide Land Salzburg), Gosau, Hallstatt, Obertraun (alle Oberösterreich), Haus im Ennstal (Steiermark).

Geschichte

Ramsau am Dachstein, S. Kölbl, um 1830

Archäologische Funde belegen eine spätrömische, befestigte Siedlung auf der sogenannten Knallwand (Burgstaller).

Erste urkundliche Erwähnung um 1120 als Ramsowe. Der Name geht auf althochdeutsch rams (Bärlauch) und ouwa (Aue) zurück.[3] Größte Grundbesitzer waren das Stift Admont (im Osten) und das Stift St. Peter in Salzburg (im Westen – Schildlehen). 1286 wird im Zuge eines Streits die Burg Satteneck (heute: Katzenburg) erstmals erwähnt, welche 1288 wieder zerstört wurde und keine militärische Bedeutung mehr erlangte.

Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgte die Gründung der noch heute bestehenden Lodenwalke in Ramsau-Rössing.

Die Ramsauer Bauern galten als Pioniere des evangelisch-lutherischen Glaubens in Österreich. 1599 bis 1781 war die Zeit des Geheimprotestantismus, indem das evangelische Bekenntnis nicht mehr offen, sondern nur mehr verborgen gelebt werden konnte. Der Fürsterzbischof von Salzburg ließ im Jahr 1731 viele evangelische Bauern nach Siebenbürgen und nach Königsberg deportieren. Nach Erlass des Toleranzpatents von 1781 bekannten sich erneut 127 von 130 Familien zum evangelischen Glauben, die meisten Ramsauer Bauern erklärten sich im Jänner 1782 als lutherisch („evangelisch A.B.“). Zu den ersten Pastoren zählte Johann Georg Overbeck.[4]

Mit der Eröffnung der Austriahütte am Fuß der Dachstein-Südwand im Jahre 1880 begann die touristische Erschließung. Einen Meilenstein in der alpinen Erschließungsgeschichte stellt die Erstbesteigung der Dachstein-Südwand durch Georg und Franz Steiner im Jahre 1909 dar. Unterbrochen durch die beiden Weltkriege, entwickelte sich der Tourismus zum größten Wirtschaftsfaktor der Ramsau. 1969 wurde die seit den späten Zwanzigerjahren geplante Seilbahn Dachstein-Südwandbahn[5] eröffnet und damit der Gletscher auf dem Dachsteinplateau erschlossen.

1999 fanden in der Ramsau die 42. Nordischen Skiweltmeisterschaften statt.

Bekanntheit erreichte die Gemeinde auch durch die ZDF/ORF-Familienserie Die Bergretter, die in Ramsau und Umgebung spielt.

Im Winter 2019 stürzte in der Nacht (14./15. Januar) eine Lawine aus dem Eiskar an den Ortsrand, und verschüttete das Hotel Kirchenwirt, die etwa 60 Anwesenden kamen mit dem Schrecken davon.[6]

Religion

Ramsau ist seit der Verbreitung der Reformation um 1525 mehrheitlich evangelisch geworden.

Bei der Volkszählung aus dem Jahre 2001, gaben 72 % der Befragten an, evangelischen Glaubens zu sein. Es gab 22 % Katholiken.

Die Ramsau ist damit eine der wenigen steirischen Gemeinden mit protestantischer Mehrheit.

Bevölkerungsentwicklung

Ramsau am Dachstein: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.096
1880
 
1.230
1890
 
1.221
1900
 
1.232
1910
 
1.358
1923
 
1.348
1934
 
1.456
1939
 
1.419
1951
 
1.628
1961
 
1.656
1971
 
1.919
1981
 
2.165
1991
 
2.343
2001
 
2.701
2011
 
2.736
2021
 
2.849
2025
 
2.910
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Evangelische Pfarrkirche
Katholische Pfarrkirche
  • Evangelische Pfarrkirche Ramsau am Dachstein
  • Katholische Pfarrkirche St. Rupert am Kulm
  • Ruine eines Römerlagers aus dem 4. Jahrhundert oberhalb der Knallwand
  • Lodenwalke Ramsau am Dachstein. Die erste Erwähnung des Betriebs war im Jahr 1434 im Admonter Urbar, einem Güterverzeichnis der Mönche vom Stift Admont. Die Lodenwalke ist somit die älteste noch aktive in Österreich und sie kann auch besichtigt werden.
  • Mehrere alte Bauernhöfe machen Ramsau für Kulturinteressierte recht sehenswert. Eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Wassermühle (Rössing) kann besichtigt werden.
  • Austriahütte (1638 m): Die Berghütte beherbergt das höchstgelegene (Alpin-)Museum der Steiermark.

Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler

Kulinarische Spezialitäten

In Ramsau sind die sog. „evangelischen Krapfen“ anzutreffen (mit Weizenmehl, Hefe und Butter zubereitete Krapfen; der Weizen konnte auf dem von der Sonne begünstigten Hochplateau der mehrheitlich protestantischen Gegend besser gedeihen), die häufiger in der süßen Variante, mit Honig, Marillenmarmelade oder Puderzucker, gegessen werden, wohingegen die „katholischen Krapfen“ (aus Roggenmehl ohne Hefe und Ei zubereitet; auf den schattigen Nordhängen der Niederen Tauern im katholischen Ennstal konnte nur Roggen angebaut werden) überwiegend in der deftigen Variante, z. B. mit Sauerkraut, Kartoffeln oder mit Steirerkas bestreut, angeboten werden.

Sport

Lara und Luis, die Maskottchen der Special Olympics World Winter Games 2017

Die 11. Special Olympics World Winter Games fanden von 14. bis 25. März 2017 in Graz, Schladming und Ramsau statt. Es nahmen rund 2700 Athleten aus 107 Nationen teil. Hinzu kamen 5000 Angehörige und Trainer.[7] In Ramsau wurden die nordischen Bewerbe Schneeschuhlauf und Ski Nordisch abgehalten.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

Seit 2004 ist die Ramsau offiziell Luftkurort.

Die Gemeinde gehört seit 2021 zum mehrgemeindigen Tourismusverband Schladming–Dachstein nach Steiermärkischem Tourismusgesetz 1992.

Durch den Tourismusverband besteht eine enge Verbindung mit den Schiorten um Schladming und um den Naturpark Sölktäler im oberen steirischen Ennstal wie auch mit dem angrenzenden Pongau Salzburgs im Rahmen des Schiverbunds Ski amadé, wo man in der Skiregion Schladming–Dachstein der Ski amadé beteiligt ist. Mit diesen Gemeinden war man auch in der LEADER-Region Bergregion Oberes Ennstal verbunden (2007–2013), künftig zusammen mit den steirischen Salzkammergutgemeinden als Ennstal–Ausseerland.[9]

Zusammenarbeit besteht mit den oberösterreichischen Gemeinden im Inneren Salzkammergut – insbesondere Hallstatt auf der anderen Dachsteinseite – und dem Verband Ausseerland–Salzkammergut sowie den östlichen Nachbargemeinden, mit denen man als Welterberegion Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut firmiert.

Die Skiregion Ramsau am Dachstein gehört zur Skiregion Schladming–Dachstein des Wintersportareals Ski amadé. Der Rittisberg ist Mittelpunkt des alpinen Skisports in der Gemeinde. Eine Kombibahn mit Gondeln und Sesseln sowie ein Schlepplift erschließen dort fünf Pistenkilometer in allen Schwierigkeitsgraden, außerdem befindet sich dort ein Übungslift. Zudem gibt es vereinzelt oder paarweise im ganzen Gemeindegebiet verstreut insgesamt fünf Schlepplifte mit einfachen Pisten. Von der Talstation der Dachstein-Südwandbahn ist die Talfahrt nach Ramsau-Ort auf Skiern über die Skiroute Ramsau möglich.[10]

In Ramsau stehen Langlaufloipen mit einer Gesamtlänge von über 100 Kilometern zur Verfügung.[11]

Regelmäßig findet in Ramsau auch der Weltcup der Nordischen Kombination statt. Dafür werden die W90-Mattensprunganlage sowie die angeführten Langlaufloipen genutzt.

Ansässige Unternehmen

  • Lodenwalke Ramsau am Dachstein, im Ortsteil Rössing ist die Firma Lodenwalke ansässig, nach eigenen Angaben der älteste Gewerbebetrieb der Steiermark.

Politik

Die Wikipedia wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom hier behandelten Ort.

Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

  • 1974–1991 Johann Berger (ÖVP)[18]
  • 1991–2010 Helmut Schrempf (ÖVP)[19]
  • 2010–2015 Rainer Angerer (ÖVP)
  • 2015–2025 Ernst Fischbacher (Liste Ernst Fischbacher)[20]
  • seit 2025 Hannes Uttinger (ÖVP)[21]

Partnergemeinden

  • Bad Blumau, Gemeinde im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Oststeiermark

Wappen

Wappenbeschreibung:

„Im grünen Schild mit einem Schildfuß von drei silbernen Spitzen ein auffliegender silberner Adler, vorne begleitet von einer silbernen Lutherrose“.[22]

Die Lutherrose repräsentiert die evangelische Geschichte der Gemeinde. Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. November 1977.[23]

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

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