Raoul Caudron

französischer Fußballspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Raoul Caudron (* 8. Juli 1882 in Paris;[1][2]25. Februar 1938 in La Garenne-Colombes[3]) war ein französischer Fußballtrainer, der die französische Nationalmannschaft während der ersten Weltmeisterschaft trainierte.

Schnelle Fakten Personalia, Junioren ...
Raoul Caudron
Caudron als Trainer der französischen Nationalmannschaft
Personalia
Voller Name Raoul Jacques Caudron
Geburtstag 8. Juli 1882
Geburtsort Paris, Frankreich
Sterbedatum 25. Februar 1938
Sterbeort La Garenne-Colombes, Frankreich
Position Torwart
Junioren
Jahre Station
Standard AC Paris
US Sotteville
FC Rouen
Stationen als Trainer
Jahre Station
1929–1934 Frankreich
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Leben

Als alternative Geburtsdaten werden auch der 2. Dezember 1883,[4] der 7. Dezember 1883[5], der 7. Dezember 1885[6] und der 17. Dezember 1885[7] genannt. Caudron verstarb am 25. Februar 1938 im Alter von 55 Jahren; als alternatives Sterbedatum werden auch der 29. Mai 1938[5] und der 1. Juni 1958[4] genannt.

Karriere

Caudron war in seiner Jugend Torwart bei Standard AC Paris, US Sotteville und FC Rouen. 1928 wurde Caudron Delegierter im Bundesamt des Fédération Française de Football, das Sitzungen bezüglich der französischen Nationalmannschaft abhielt.[3]

Am 1. Juli 1929 wurde Caudron zum französischen Nationaltrainer ernannt, diese Aufgabe hatte er je nach Angaben bis 1930 oder bis 1936 inne. Seine häufigste Mannschaftsaufstellung war das 4-3-3-System.[8] Caudron war 1930 während der ersten Fußball-Weltmeisterschaft Trainer der französischen Nationalmannschaft. Der bisherige Trainer, Gaston Barreau, war gegen die Teilnahme Frankreichs an der Weltmeisterschaft, weil die Mannschaft seiner Meinung nach nicht gut genug sei und bei einer Teilnahme eine Demütigung erleiden würde. Da die Fédération Française de Football die Teilnahme Frankreichs befürwortete, wurde Caudron als Trainer nach Uruguay gesandt. Die französische Delegation umfasste 16 Spieler, den Präsidenten Jules Rimet, den Masseur Raphaël Panosetti, den Schiedsrichter Georges Balvay sowie Caudron selbst als Trainer – als Ersatz für Gaston Barreau – und Delegierter der Fédération Française de Football.[3]

Caudron übernahm die Aufgabe des Trainers, obwohl er eigentlich gar kein Trainer war. Mittelfeldspieler Célestin Delmer erklärte später: „Caudron war lediglich eine Führungsfigur, kein Trainer. Zwei oder drei einflussreiche Spieler übernahmen die Leitung des Mannschaftstrainings.“ Allerdings überwachte Caudron die Aktivitäten der Spieler und weckte sie jeden Tag zum gemeinsamen Training.[3]

Mit einem 4:1-Sieg gegen Mexikanische Fußballnationalmannschaft, einer 1:0-Niederlage gegen Argentinien und einer 1:0-Niederlage gegen Chile belegte Frankreich in seiner Gruppe Rang drei. Gruppensieger wurde Argentinien, das gegen alle drei Gegner gewinnen konnte.[9] Als die französische Nationalmannschaft mit dem Schiff zur Weltmeisterschaft reiste, beauftragte Caudron den Nationalspieler Edmond Delfour (1907–1990), die Fitnesstrainings der Mannschaft an Bord zu überwachen.[10]

Kurz nach der Weltmeisterschaft ernannte Caudron Alexandre Villaplane (1904–1944) zum Mannschaftskapitän.[11]

Bei der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1934 war Frankreich mit dem Deutschen Reich und Luxemburg in Gruppe acht. Luxemburg verlor gegen das Deutsche Reich mit 1:9 und danach gegen Frankreich mit 1:6. Da der Gruppenerste und der Gruppenzweite für die Weltmeisterschaft qualifiziert waren, wurde das dritte Spiel – Frankreich gegen das Deutsche Reich – aus Irrelevanz nicht mehr ausgetragen. In der ersten Runde der Weltmeisterschaft, dem Achtelfinale, verlor Frankreich mit 3:2 Verlängerung gegen Österreich. Im offiziellen Spielbericht der FIFA wird allerdings für die Weltmeisterschaft 1934 der Brige Sid Kimpton als Trainer Frankreichs gezählt,[12] während diese Spiele in der Fußballdatenbank eu-football.info Caudron zugeschrieben werden.[13]

Länderspiele als Trainer

Frankreich bestritt laut Auflistung auf eu-football.info 45 Länderspiele mit Caudron als Trainer. Dies beinhaltete das jeweils erste Länderspiel gegen Schottland, Mexiko, Argentinien, Chile, Brasilien, das Deutsche Reich, England, Bulgarien, Rumänien, Wales und Schweden.[13]

Einzelnachweise

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