Recoder

Musikalbum der Formation François Houle 4 From Wikipedia, the free encyclopedia

Recoder ist ein Musikalbum der Formation François Houle 4. Die 2019 entstandenen Aufnahmen erschienen 2020 auf Songlines Recordings.

Veröffent-
lichung

2020

Aufnahme

2019

Label(s)

Songlines Recordings

Format(e)

CD, Download

Schnelle Fakten Studioalbum von François Houle, Veröffent-lichung ...
Recoder
Studioalbum von François Houle

Veröffent-
lichung

2020

Aufnahme

2019

Label(s)

Songlines Recordings

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz, Neue Improvisationsmusik

Titel (Anzahl)

15

Länge

53:57

Besetzung

Chronologie
François Houle, Alexander Hawkins, Harris Eisenstadt: You Have Options
(2018)
Recoder François Houle & Samo Šalamon: Unobservable Mysteries
(2021)
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Hintergrund

Nach dem ambitionierten Jazzprojekt Genera (2012) und dem Trio Houle/Alexander Hawkins/Harris Eisenstadt (You Have Options, 2018) begann Houle 2019 mit der Entwicklung einer neuen Gruppe. Zu dieser gehörte neben dem Gitarrist Gordon Grdina aus Vancouver (dieser arbeitete mit Houle seit mehr als 15 Jahren zusammen, zuletzt als Co-Leader des Albums Ghost Lights) zwei weitere Improvisatoren, die zuvor noch nicht in seinen Bands gespielt hatten, der Bassist Mark Helias und der Schlagzeuger Gerry Hemingway.

Eine der Inspirationen für Recoder ist Miroslav Vitouš’ ECM-Album Universal Syncopations aus dem Jahr 2003. Houle studierte das Album auf Empfehlung von Hemingway und hörte darin ein Beispiel für einen besonderen Ansatz der Komposition. Mit Ausnahme des Präludiums und Postludiums sowie der kurzen improvisierten Klarinetten-Duette mit Helias, die zwischen den Kompositionen für Auflockerung sorgen, beginnt Houle mit einer Idee, die die Interpreten dann in Echtzeit verarbeiten und interpretieren. Die Gesamtform jedes Stücks offenbart sich erst in seiner späteren Phase, und während die verschiedenen Stränge zu etwas Erkennbarem verwoben werden, codieren die Interpreten das Ausgangsmaterial effektiv neu, schrieb Fred Grant.[1]

Titelliste

  • François Houle: Recoder (Songlines Recordings SGL1632-2)[2]
  1. Prelude 0:36
  2. The Black Bird 5:31
  3. Interlude 1 1:00
  4. Big Time Felter 6:40
  5. Interlude 2 1:36
  6. Canyamel 3:41
  7. Interlude 3 1:03
  8. Recoder 9:50
  9. Interlude 4 1:39
  10. Bowen 6:28
  11. Interlude 5 1:16
  12. Morning Song (for Ted Byrne) 7:22
  13. Interlude 6 1:37
  14. Baseline 4:59
  15. Postlude 0:37

Die Kompositionen stammen von François Houle.

Rezeption

Gerry Hemmingway (2007)

François Houle, klassisch ausgebildet und ehemaliger Schüler des 2004 verstorbenen Steve Lacy, würde sich mühelos zwischen den Bereichen Jazz, improvisierter und neuer Musik bewegen, meint Fred Grand im Jazz Journal. Grdina bringe eine Vielzahl von klanglichen und strukturellen Möglichkeiten mit, und der treibende Free-Bop von Helias’ und Hemingways langjährigem BassDrumBone-Trio mit Ray Anderson sei ein wichtiger Meilenstein für dieses Projekt gewesen. Als Komponist sei Houle zweifellos den raffinierten kammermusikalischen Trios des 2008 verstorbenen Jimmy Giuffre verpflichtet, obwohl die Gegenüberstellung einiger deutlich viszeralerer Impulse recht ausgeprägt ist. Recoder sei durchweg besinnlich und rege zum Nachdenken an, so das Resümee des Autors. Es bewege sich intelligent zwischen Komposition und Improvisation und verdiene es, gehört zu werden.[1]

Recoder sei eine Abhandlung über erweiterte Improvisationsideen, unterbrochen von Duo-Exkursionen, die sich auf pastellfarbene Stimmungen konzentrieren, meint Ken Waxman (JazzWord). Die harmonisierten oder kontrastierenden Duette von Bass und Klarinette würden sich durch ihre ausdrucksstarke Individualität auszeichnen, wie beispielsweise durch die Kazoo-haften Töne in „Interlude 3“. Aber das Gefühl der Zeitdehnung, das bei allen vier Mitwirkenden zum Tragen kommt, schaffe noch bemerkenswertere Momente mit unerwarteten Kontrasten und raffinierten Gegenüberstellungen.[3]

Die Entwicklung und Auflösung des Quartetts kämen am deutlichsten in den Titeln zum Ausdruck, die die längsten Stücke der CD sind, so Waxman weiter. Hemmingways Metall-, Holz- und Beckenschläge würden sich mit Houles Zungenflatter-Variationen verbinden, bis die anderen Musiker mit ihren ruckartigen Beiträgen eine kontrapunktische Herausforderung schaffen würden. Als Antwort auf diese ungewöhnliche Gegenüberstellung gelinge es der Erzählung, sowohl mitreißend als auch anregend zu sein. Als gelungenes Experiment, das die Fähigkeiten jedes einzelnen Quartettmitglieds nutze, verdiene Recoders Programm eine Wiederholung. Aber vielleicht könnte man dabei auf die abrupten Zwischenspiele verzichten.[3]

Einzelnachweise

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