Red Grooms

amerikanischer Künstler From Wikipedia, the free encyclopedia

Charles Rogers Grooms, bekannt als Red Grooms (* 2. Juni 1937 in Nashville, Tennessee) ist ein US-amerikanischer Maler, Bildhauer, Environment- und Performancekünstler, Grafiker sowie Filmemacher. Er zählt zu den prägenden Vertretern der amerikanischen Pop-Art und ist insbesondere für seine raumgreifenden, begehbaren Stadtlandschaften bekannt.[1][2]

Red Grooms mit seinem Werk Bookstore (1978)

Leben

Charles Rogers Grooms studierte ab 1955 am Art Institute of Chicago und setzte seine Ausbildung 1956 am George Peabody College in Nashville sowie an der New School for Social Research in New York fort. 1957 nahm er an einem Sommerkurs bei Hans Hofmann in Provincetown, Massachusetts, teil. Bereits in den frühen 1950er Jahren kam Grooms in Nashville durch den Sammler Sterling Straus mit Outsider Art in Berührung. Während seines Studiums in Chicago beschäftigte er sich intensiv mit dem Werk von Jean Dubuffet und lernte den Palais Idéal von Ferdinand Cheval in Hauterives früh kennen. Diese Einflüsse spiegeln sich in seinen frühen plastischen Arbeiten wider.[2]

1958 schuf Grooms in der Sun Gallery in Provincetown während einer etwa fünfundzwanzigminütigen Performance das Gemälde A Play Called Fire. Im Jahr 1959 gehörte er gemeinsam mit Jim Dine, Claes Oldenburg und Robert Whitman zum Umfeld von Allan Kaprow. In der Reuben Gallery in New York veranstalteten sie erste Happenings. Grooms bezeichnete seine Aufführungen jedoch als Plays und bezog das Publikum nicht aktiv ein. In dieser Zeit erhielt er aufgrund seiner Haarfarbe im Freundeskreis um die Malerin Yvonne Andersen und den Dichter Dominic Falcone den Spitznamen Red. Aus seinen Bühnenstücken entwickelte Grooms eine raumgreifende, kulissenartige Malerei, die vom Betrachter betreten werden kann.[2]

Während eines längeren Aufenthalts in Italien in den Jahren 1960/61 entstand sein erster Film. In den folgenden Jahrzehnten realisierte Grooms zahlreiche Filme und kombinierte filmische, plastische und malerische Ausdrucksformen. Seit Mitte der 1970er Jahre arbeitete er gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau, der Malerin Mimi Gross, sowie zahlreichen weiteren Künstlern an dem Projekt Ruckus Manhattan. A Sculptural Novel. Red Grooms erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1986 den Governor’s Award des Staates Tennessee, die Goldmedaille des National Arts Club sowie 1990 die Founders Medal der Pennsylvania Academy of the Fine Arts. Seit dem Jahr 2000 ist er Mitglied der American Academy of Arts and Letters. Im Jahr 2003 wurde ihm der Lifetime Achievement Award der National Academy of Design verliehen.[2]

Werk

Das Werk von Red Grooms ist durch die Verbindung von Malerei, Skulptur, Environment, Performance und Film gekennzeichnet. In seinen frühen Werken schuf er bemalte Holzfiguren, die an postkubistische Skulpturen erinnern. Ab Ende der 1950er Jahre entwickelte er aus Performances und Bühnenstücken großformatige, begehbare Bildräume. In den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden umfangreiche Stadtpanoramen, insbesondere von New York, die als dreidimensionale Tableaus ausgeführt sind. Diese Arbeiten verbinden Elemente von Bilderbuch, Puppenstube und urbaner Szenerie. Farbe, Skulptur und Tafelbild werden dabei gleichberechtigt eingesetzt und häufig mit Lackfarben überzogen.[2][3]

Parallel dazu schuf Grooms ein umfangreiches grafisches Werk mit Lithografien, Radierungen und Siebdrucken. In Aquarellen und Buntstiftzeichnungen entwickelte er einen detailreichen, erzählerischen Realismus mit figurenreichen Kompositionen. In den 1990er Jahren setzte sich Grooms mit Werken der Kunstgeschichte auseinander und paraphrasierte unter anderem Gemälde von Georges Seurat und Francis Bacon. Ein Höhepunkt seiner Beschäftigung mit populärer Bildkultur ist das Tennessee Foxtrot Carousel aus dem Jahr 1998 – ein Karussell mit Figuren aus der Geschichte Tennessees. Mit seinen raumgreifenden Großstadttableaus nimmt Grooms eine eigenständige Position innerhalb der Pop-Art ein.[2]

Seit 2025 ist sein aus Stoff gefertigter Ney Yorker Bus mit skurrilen Passierskulpturen Bestandteil der Eröffnungsschau im FENIX (Museum)[4] .

Literatur

  • Paul Cummings: Dictionary of Contemporary American Artists. New York, 1977.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 6: Gémignani – Herring. Paris, 2006.
  • Peter Hastings Falk: Who Was Who in American Art. Band II, Madison (Connecticut), 1999.
  • Marco Livingstone: Red Grooms. Rizzoli, New York, 2004.
  • Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online. Herausgegeben von: Andreas Beyer, Bénédicte Savoy und Wolf Tegethoff, De Gruyter 2009.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI