Regina Römhild
deutsche Kulturanthropologin und Hochschullehrerin
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Regina Römhild (* 1960) ist eine deutsche Kulturanthropologin. Sie arbeitet vor allem im Bereich der kritischen Migrationsforschung. Zu ihren Schwerpunkten zählen postmigrantische Gesellschaften, Europa in der postkolonialen Perspektive globaler Verflechtungen, politische Anthropologie und Grenzregime, insbesondere im Mittelmeerraum.
Leben
Regina Römhild studierte bis 1988 Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Erziehungswissenschaften und Kunstgeschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und erlangte die Magistra Artium mit einer Arbeit zu Histourismus. 1997 promovierte sie ebenda mit einer Dissertation zum Thema Die Macht des Ethnischen: Grenzfall Russlanddeutsche. Perspektiven einer politischen Anthropologie. Von 1988 bis 1995 sowie 1997 bis 1999 war Römhild Forschungsassistentin am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und lehrte am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Goethe-Universität. Von 2000 bis 2006 war sie dort Hochschulassistentin und habilitierte sich 2008 mit der Schrift Reflexive Mediterranisierung. Tourismus, Migration und die Verhandlungen der Moderne an den Grenzen Europas. Sie wurde in dieser Zeit als Gastdozentin an die Universität Fribourg und die Universität Bern berufen.[1] Von 2007 bis 2009 lehrte und forschte sie zu Fragen der „inneren Globalisierung“ und der „Kosmopolitiserung“ europäischer Migrationsgesellschaften am Lehrstuhl von Ulrich Beck im Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.[2]
Ab 2009 bis zu ihrem Ruhestand 2025 war Regina Römhild Professorin am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort engagierte sie sich für die antirassistische Umbenennung der Straße, in der das Institut ansässig ist. Sie ist Mitbegründerin des Amo Kollektiv Berlin[3], einer Gruppe aus Studierenden, Aktivisten, Wissenschaftlern und Künstlern, die sich für den neuen Namen Anton-Wilhelm-Amo-Straße und für ein postkoloniales Umdenken in der Stadtgesellschaft einsetzt. 2025 wurde die Straße offiziell umbenannt.[4]
Mitgliedschaften
- Erste Vorsitzende der Gesellschaft für Ethnografie e.V.[5]
- Leiterin des DFG-Projekts Postkoloniale Nachbarschaften[6]
- Wissenschaftliche Leiterin des von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projekts „Transit Migration“ sowie Co-Kuratorin der dazugehörigen Ausstellung „Projekt Migration“ (2002–2006)[7]
- Mitglied im Rat für Migration[8]
Publikationen (Auswahl)
- Regina Römhild als Teil der TRANSIT MIGRATION Forschungsgruppe (Hrsg.): Turbulente Ränder. Neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas, Transkript Verlag, Bielefeld 2007, ISBN 9783899424805
- Regina Römhild, Sebastian Conrad und Shalini Randeria (Hrsg.): Jenseits des Eurozentrismus. Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-593-39517-3
- Regina Römhild und Bonaventure Soh Bejeng Ndikung: The Post-Other as Avantgarde, in: We Roma. A Critical Reader in Contemporary Art, BAK, Amsterdam 2013, ISBN 978-90-77288-16-0
- Regina Römhild als Teil des Labor Migration (Hrsg.): Vom Rand ins Zentrum. Perspektiven einer kritischen Migrationsforschung, in: Berliner Blätter, Panama Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-938714-31-7
- Regina Römhild, Rika Spiekermann, Nurhak Polat, Pawel Lewicki, Manuela Bojadžijev, Jens Adam: Europa dezentrieren. Globale Verflechtungen neu denken, Campus Verlag, Frankfurt Main 2019, ISBN 978-3-593-50757-6
- Stadt als Borderland: Anti/rassistische Auseinandersetzungen in der postmigrantischen Gesellschaft, in: (Re-)Konstruktion von lokaler Urbanität, Springer VS Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-658-39634-3
Weblinks
- Literatur von und über Regina Römhild im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Personenseite beim Institut für Europäische Ethnologie
- Interview beim rbb