Renée Dürmayer
österreichische Apothekerin, Chefredakteurin, Spanienkämpferin
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Renée Dürmayer (geb. Renate Lelewer; * 30. August 1907 in Wien; † 13. Oktober 1978 ebenda) war eine österreichische Apothekerin und Interbrigadistin im Spanischen Bürgerkrieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie die erste Chefredakteurin der Zeitschrift der kommunistischen Frauenbewegung Stimme der Frau.
Leben
Renate Lelewer wurde am 30. August 1907 als Tochter des Farbenhändlers Siegfried Lelewer in Wien geboren. Nach ihrer Schulausbildung absolvierte sie ein Pharmazie-Studium und legte am 10. Mai 1932 vor dem Wiener Apotheker Hauptgremium die praktische Prüfung mit gutem Erfolg ab.[1]
Sie heiratete den Juristen Heinrich Dürmayer. Das Ehepaar engagierte sich in der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, ab 1934 in der Kommunistischen Partei (KPÖ). Ihr Ehemann beteiligte sich aktiv an den Februarkämpfen 1934, wurde 1935 verhaftet und 17 Monate im Anhaltelager Wöllersdorf inhaftiert. Seine Freilassung erfolgte unter der Auflage, Österreich zu verlassen.[2] Das Ehepaar emigrierte zunächst nach Paris und London. Im Jänner 1937 schloss sich ihr Mann den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg an.
Renée Dürmayer folgte einen Monat später ihrem Mann als nicht kämpfende Freiwillige nach Spanien. Sie war eine von 34 österreichischen Frauen in den Reihen der Internationalen Brigaden.[3] Sie wurde zunächst in der Zentralapotheke der Internationalen Brigaden in Albacete eingesetzt, die von der polnischen Pharmazeutin Rachel Eckstein geleitet wurde. Später arbeitete sie als Apothekerin im Krankenhaus von Vic.[4] Nach der Niederlage der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg flüchtete sie wie viele Spanienkämpfer nach Frankreich und schloss sich der Untergrundorganisation Francs-tireurs et partisans français (FTPF) an. Im April 1941 wurde sie in festgenommen und zu fünf Jahren Haft verurteilt. Renée Dürmayer war vom 11. April 1941 bis zum 20. August 1944 im Untersuchungsgefängnis Beausoleil in Montauban inhaftiert. Nach der Befreiung aus dem französischen Gefängnis schloss sie sich der Österreichischen Freiheitsfront (Front National Autrichien) an, die bis zur Befreiung in Belgien operierte.
Im September 1945 kehrte Renée Dürmayer nach Österreich zurück. In Wien traf sie ihren Ehemann wieder, den sie seit den Kämpfen in Spanien nicht mehr gesehen hatte. In der Annahme, dass seine Frau im Krieg umgekommen war, hatte er sich zwischenzeitlich einer neuen Frau zugewandt. Im gegenseitigen Einverständnis wurde die Ehe geschieden.[5]
Auch nach dem Krieg betätigte sich Renée Dürmayer weiter politisch. Als verantwortliche Redakteurin leitete sie ab Oktober 1945 die erste österreichische Frauenzeitschrift Stimme der Frau.[6] In dem 1947 gegründeten Verband österreichischer antifaschistischer Freiheitskämpfer, gehörte sie dem Vorstand an.[7][8]
Renée Dürmayer leitete in der Folgezeit die Österreichische Bundesapotheke Wien 6 (Mariahilf)[9] und war von 1950 bis 1957 Inhaberin der Salvator-Apotheke in Mödling. Aufgrund ihrer Fremdsprachkenntnisse, die sie sich bei den Internationalen Brigaden erworben hatte,[10] gab sie Sprachunterricht in Englisch, Französisch und Spanisch.[5] In den 1960er Jahren bewohnte sie eine bescheidene Wohnung in einem Gemeindebau im 23. Bezirk und kümmerte sich nach wie vor um die Unterstützung der Opfer des spanischen Franco-Regimes.[11]
Renée Dürmayer starb am 13. Oktober 1978 in Wien und wurde im Familiengrab Lelewer in der Feuerhalle Simmering bestattet.[12]
Ehrungen
- 1968 wurde sie gemeinsam mit den anderen österreichischen Interbrigadisten mit der polnischen Freiheitsmedaille "Für eure Freiheit und für die unsere" ausgezeichnet.[13]
Weblinks
- Renée Dürmayer im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
- doew.at: Renée Dürmayer