Richard Dimitri

US-amerikanischer Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Richard Dimitri (* 27. Juni 1942 in Yonkers, New York; † 18. Dezember 2025 in Los Angeles, Kalifornien; auch Richard Dmitri) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Drehbuchautor assyrischer Abstammung.[1][2][3]

Leben

Dimitri wurde in Yonkers im US-Bundesstaat New York geboren. Er war der zweite Sohn von Jacob Jack Manuel und Mary Joseph (später Eshoo) und hatte einen Bruder namens Robert Jack Manuel. Sein Vater verließ die Familie, als er noch ein Säugling war. Die Brüder wurden von der Mutter und dem Großvater mütterlicherseits aufgezogen, auch wenn diese Mühe hatte, die Familie zu versorgen. Dimitri sagte hierzu in einem Interview: „Sie tat, was sie konnte. Ich habe ihre Liebe zu mir nie infrage gestellt.“ Nach seiner Schulzeit an der Yonkers High School besuchte er die American Academy of Dramatic Arts, die er 1962 abschloss.[4]

Er war von 1972 bis zum 29. Juli 1980 in einer ersten Ehe mit Myra Cohen verheiratet und von 1998 in zweiter Ehe – bis zu seinem Tod – mit Christianne Engs.[1]

Er starb im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit und wurde von seiner zweiten Ehefrau überlebt, mit der er 26 verheiratet war. Sein Sohn John Warner Carty Dimitri, der am hypoplastischen Linksherz-Syndrom litt, starb bereits 2017 im Alter von 19 Jahren – nach ihm wurde die John Dimitri Research Foundation for Congenital Heart Disease benannt.[1][4][5][6]

Karriere

Im Jahr 1963 hatte Dimitri sein Bühnendebüt am Off-Broadway in New York City als Bashir an der Seite von Frank Langella, in einer Wiederaufführung von August und Ruth Goetz‘ Bühnenstück The Immoralist. Von 1968 bis 1972 spielte er am Broadway und war in Stücken wie The Guide als Muthu, in Zorba als Pavli und in Lysistrata als Kinesias zu sehen, an der Seite von Melina Mercouri. Ab 1973 unterrichtete er Schauspiel am Queen’s College der City University von New York. Während eines Urlaubs in Salzburg nutze Dimitri – der eine ausgeprägte Tenorstimme hatte – die Chance und sang für einen Vertreter der Wiener Staatsoper vor, der ihm eine Opernkarriere voraussagte, entschied sich jedoch für die Schauspielerei. Nach seiner Rückkehr zog er 1975 nach Los Angeles.[4]

Vor der Kamera wurde er vor allem durch seine Doppelrolle als Bertram und Renaldo in Mel Brooks parodistischer, 13 Folgen umfassenden Fernsehserie Robi Robi Robin Hood (When Things Were Rotten) von 1975 bekannt, in der er an der Seite von Dick Van Patten, Dick Gautier, Bernie Kopell und David Sabin eine der Hauptrollen spielte. Er hatte außerdem Nebenrollen im Film Der größte Liebhaber der Welt (The World’s Greatest Lover, 1977) mit Gene Wilder und Carol Kane, als Roman Troy Moronie in Amy Heckerlings Film Johnny G. – Gangster wider Willen (1984) sowie im Film Alles auf Sieg (1989) als Tony Cheeseburger – an der Seite von Richard Dreyfuss. Darüber hinaus trat er in zahlreichen weiteren Fernsehproduktionen auf, darunter Hawaii Fünf-Null, in der Miniserie Seventh Avenue von 1977 und in der Tracey-Ullman-Show Tracey Takes On in den späten 1990er-Jahren.[1][2][3] Im deutschen Sprachraum wurde er unter anderem von Thomas Danneberg, Mathias Einert, Mario von Jascheroff, Claus Jurichs, Torsten Michaelis, Thomas Petruo und Friedhelm Ptok synchronisiert.[7]

Neben seiner Arbeit vor der Kamera trat er in Los Angeles auch als Stand-up-Komiker auf, so im Comedy Store.[4] Dimitri wurde zudem als Autor der Serie Going Bananas geführt, einer Serie der Hanna-Barbera-Studios. Außerdem produzierte und schrieb er einen Piloten für eine Comedyserie namens Roosevelt and Truman, die von zwei Kautionsvermittlern/Sicherheitsleuten mit den Namen Roosevelt und Truman handelt, und war Co-Autor von Daddy Dearest mit Richard Lewis and Don Rickles.[1][8][9]

Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen musste er 1998 seine Karriere beenden und eröffnete gemeinsam mit seiner Frau die Galerie Engs‑Dimitri Works of Art in Los Angeles und war fortan als Kunst- und Antiquitätenhändler tätig. Ein bemerkenswerter Verkauf ging an das Getty Museum. Es handelte sich um John Deares Meisterwerk von 1787: Venus, auf einem Seeungeheuer ruhend, mit Amor und einem Putto.[4]

Filmografie (Auswahl)

Schauspieler

  • 1975: Robi Robi Robin Hood (Fernsehserie)
  • 1975: Starsky & Hutch (Fernsehserie)
  • 1977: Seventh Avenue (Miniserie)
  • 1977: Der größte Liebhaber der Welt
  • 1978: Human Feelings (Fernsehfilm)
  • 1979: Diary of a Young Comic (Fernsehfilm)
  • 1975: Welcome Back, Kotter (Fernsehserie)
  • 1979: The 416th (Fernsehfilm)
  • 1968: Hawaii Fünf-Null (Fernsehserie)
  • 1952: The Fisher Family (Fernsehserie)
  • 1980: Die Schnüffler (Fernsehserie)
  • 1980: Turnover Smith (Fernsehfilm)
  • 1984: Johnny G. – Gangster wider Willen
  • 1987: CBS Summer Playhouse (Fernsehserie)
  • 1989: Alles auf Sieg
  • 1987: Trying Times (Fernsehserie)
  • 1990: Richard Lewis: I’m Doomed (Fernsehspecial)
  • 1992: Staatsaffären (Fernsehserie)
  • 1995: Countdown des Schreckens (Miniserie)
  • 1996: Tracey Takes On… (Fernsehserie)
  • 2001: Dice (Ministerie; Stunts)

Drehbuchautor

  • 1977: Roosevelt and Truman (Fernsehfilm)
  • 1981: House Calls (Fernsehserie)
  • 1984: Going Bananas (Fernsehserie)
  • 1993: Daddy Dearest (Fernsehserie)

Theater (Auswahl)

  • 1963: The Immoralist (Bouwerie Lane Theatre, Off-Broadway, New York City)
  • 1968: The Guide (Hudson Theatre, Broadway, New York City)
  • 1968–1969: Zorba (Imperial Theatre, Broadway, New York City)
  • 1972: Lysistra (Brooks Atkinson Theatre, Broadway, New York City)

Einzelnachweise

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