Richard Steidle (Architekt)

deutscher Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Richard Steidle (* 6. Oktober 1881 in Illertissen; † 9. September 1958 in Dießen am Ammersee) war ein deutscher Architekt.

Grab in Dießen am Ammersee
Sterbeurkunde Richard Steidle

Steidle studierte an der Technischen Hochschule München und schloss das Studium mit dem akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs (Dipl.-Ing.) ab.[1] Er war später selbständig in München tätig und Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA).

Werk

Steidle baute nach dem Ersten Weltkrieg vor allem Kirchen und Kapellen in München und Bayern. Bis etwa 1930 war sein Stil von Neobarock und Neoklassizismus geprägt. Mit Planung und Bau der Pfarrkirche Heilige Familie in München-Harlaching (1931) schuf Steidle seine erste moderne Kirche, zugleich eine der frühesten modernen Kirchen Münchens. Ihre Architektur hat eine Nähe zum Neuen Bauen der 1920er Jahre. Steidle beteiligte sich auch an mehreren nationalen und internationalen Architektenwettbewerben. In nicht genauer geklärtem Umfang arbeitete er mit dem Münchner Architekten August Simbeck zusammen.[1]

Bauten

Wettbewerbsentwürfe

sowie undatiert:

  • Pfarrhaus, Glockenturm und Schule zur Prämonstratenser-Kirche in Amberg, prämiert
  • Sühnekirche mit Kloster in Dachau, prämiert
  • Kirche und Altenheim in Erlangen, 1. Preis
  • Kirche Zur Heiligen Familie in München, 1. Preis
  • Kirche St. Martin in Nürnberg, prämiert[39]
  • Kirche mit Jugendsaal und Pfarrhaus in Pöcking, 1. Preis
  • Kirche mit Jugendsaal und Pfarrhaus in Pullach im Isartal, 1. Preis
  • Kirche in Schleißheim, prämiert

Schriften

  • (mit Stephan Zusch): Grabmalkunst. In: Die christliche Kunst. 14. Jahrgang 1917/1918, Heft 9/10 (Juni/Juli 1918).

Literatur

  • Von einer Studentenfahne. In: Die Christliche Kunst; Monatsschrift für alle Gebiete der christlichen Kunst und Kunstwissenschaft. 12. Jahrgang, Heft 10, Gesellschaft für christliche Kunst Kunstverlag, München 1. Juli 1916, S. 268 und 285 (Abbildung, Textarchiv – Internet Archive, Text, Textarchiv – Internet Archive).
  • Zeichnungen und Entwürfe von Richard Steidle. In: Die Christliche Kunst; Monatsschrift für alle Gebiete der christlichen Kunst und Kunstwissenschaft. 14. Jahrgang, Heft 10, Gesellschaft für christliche Kunst Kunstverlag, München 1918, S. 214–227, (214 Internet Archive).
  • Richard Hoffmann: Kirchenneubauten von Architekt Richard Steidle, München. In: Die christliche Kunst. Monatsschrift für alle Gebiete der christlichen Kunst und der Kunstwissenschaft sowie für das gesamte Kunstleben. Band 21, 1924–1925, S. 268–276 (archive.org).
  • Steidle, Richard. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 31: Siemering–Stephens. E. A. Seemann, Leipzig 1937, S. 542 (biblos.pk.edu.pl).
  • Korinna Zinovia Weber: Die Griechisch-Orthodoxe Allerheiligenkirche in München – Ein Bauprojekt der Ökumene als kulturelle und geistige Brücke zwischen Ost und West. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2023 (Baugeschichte der Allerseelenkirche 1929 und Umwandlung in die Griechisch-Orthodoxe Allerheiligenkirche 1995).
Commons: Richard Steidle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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