Warngau

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Warngau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Miesbach. Der Hauptort und Sitz der Gemeindeverwaltung ist Oberwarngau.[2] Einen Ort Warngau gibt es nicht.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Warngau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Warngau hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 50′ N, 11° 44′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Miesbach
Höhe: 726 m ü. NHN
Fläche: 51,26 km²
Einwohner: 3768 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 83627, 83714
Vorwahlen: 08021, 08020, 08024, 08025
Kfz-Kennzeichen: MB
Gemeindeschlüssel: 09 1 82 136
Gemeindegliederung: 81 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Taubenbergstraße 33
83627 Warngau
Website: www.warngau.de
Erster Bürgermeister: Andreas Beilhack (CSU)
Lage der Gemeinde Warngau im Landkreis Miesbach
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Oberwarngau
Osterwarngau von Südwesten

Geografie

Lage

Die Gemeinde liegt am nördlichen Alpenrand inmitten des Oberlandes, im Osten steigt der bewaldete Taubenberg (mit Aussichtsturm) auf 900 m an, welcher die wichtigste Trinkwasserreserve für München bildet.

Der Hauptort befindet sich an der B 318, 6 km südlich von Holzkirchen und der A8. In die Landeshauptstadt München sind es 37 km, nach Bad Tölz 19 km, nach Gmund am Tegernsee 10 km, nach Miesbach 15 km und nach Rosenheim 42 km.

Gemeindegliederung

Es gibt 81 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]

  • Ableitner (Einöde)
  • Allerheiligen (Weiler)
  • Allgäu (Einöde)
  • Allhöfe (Weiler)
  • Angerer (Einöde)
  • Aning (Einöde)
  • Bergham (Weiler)
  • Bernloh (Dorf)
  • Bichlbauer (Einöde)
  • Böttberg (Weiler)
  • Bürg (Weiler)
  • Bürgtal (Einöde)
  • Burgweg (Weiler)
  • Christoph (Einöde)
  • Daxer (Einöde)
  • Dickl (Einöde)
  • Drahtzieher (Einöde)
  • Draxlham (Weiler)
  • Einhaus (Dorf)
  • Feldschuster (Einöde)
  • Gschwendtner (Einöde)
  • Haid (Einöde)
  • Haidhub (Einöde)
  • Hainz (Einöde)
  • Hairer (Weiler)
  • Heigenkam (Weiler)
  • Heigenland (Einöde)
  • Hinterhöher (Einöde)
  • Hochleiten (Einöde)
  • Höhenstein (Einöde)
  • Holzmann (Weiler)
  • Hörndl (Einöde)
  • Hössenthal (Einöde)
  • Hufnagl (Einöde)
  • Hummelsberg (Weiler)
  • Jehl (Einöde)
  • Kaishof (Einöde)
  • Kirchlehen (Einöde)
  • Kirchweg (Einöde)
  • Kleinlechner (Weiler)
  • Lechner (Einöde)
  • Lehner (Einöde)
  • Loch (Siedlung)
  • Lochham (Dorf)
  • Ludwiger (Einöde)
  • Markhaus (Einöde)
  • Marold (Einöde)
  • Meister (Einöde)
  • Mühlweg (Einöde)
  • Neuhaus (Einöde)
  • Neuhäusler (Einöde)
  • Oberwarngau (Pfarrdorf)
  • Osterwarngau (Kirchdorf)
  • Pinkeneis (Einöde)
  • Plankenhofer (Einöde)
  • Polz (Einöde)
  • Rain (Einöde)
  • Raucher (Einöde)[5]
  • Rechtal (Einöde)
  • Reitham (Kirchdorf)
  • Rinnentrad (Einöde)
  • Sakra (Einöde)
  • Schmerold (Weiler)
  • Schusterhäusl (Einöde)
  • Schwarz (Einöde)
  • Sonnenreuth (Einöde)
  • Stadler (Einöde)
  • Steiner (Einöde)
  • Steingräber (Einöde)
  • Stillner (Einöde)
  • Stuttlehen (Einöde)
  • Tannried (Weiler)
  • Taubenberg (Einöde)
  • Thalham (Einöde)
  • Thalmühl (Einöde)
  • Trost (Einöde)
  • Vorderhöher (Einöde)
  • Wall (Kirchdorf)
  • Weidenau (Weiler)
  • Wieser (Einöde)
  • Wölfl (Einöde)

Es gibt die Gemarkungen Gotzing (nur Gemarkungsteil 0), Wall und Warngau.[6]

Natur

Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet:

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Im Jahre 804 wurde Warngau als Uuormgoi erstmals urkundlich erwähnt. 1009 findet sich Worngowe. Es liegen der bajuwarische Personenname Woro und althochdeutsch gouwi zugrunde. Ausgangswort war *Woringouwi in der Bedeutung ‚Landschaft des Woro‘.[7]

Warngau war im 8. Jahrhundert Hauptort einer Herrschaft, die sich im Besitz der beiden Stifter des Klosters Tegernsee, Oatkar und Adalbert, befand und die diese dem Kloster geschenkt hatten. Als die Ländereien des Klosters im 10. Jahrhundert verödeten, kamen die Güter an adlige Ritter, von denen einer in den Besitz von Warngau kam. Erst 1009 gelangte Warngau wieder in den Besitz des Klosters zurück, bei dem es dann lange Zeit verblieb. Das Kloster ließ ein eigenes Gerichtshaus in Warngau errichten und in offener Schranne Gericht halten, bis es schließlich unter den Schutz der Herzöge von Bayern gestellt wurde.[8]

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern 1818 wurde Warngau eine selbständige politische Gemeinde.

1975 kam es beim Eisenbahnunfall von Warngau zu 41 Toten.

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1978 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Gemeinde Wall und ein Teil der aufgelösten Gemeinde Gotzing nach Warngau eingegliedert.[9]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2857 auf 3875 Einwohner bzw. um 35,6 %.

Politik

Kommunalwahl 2026
 %
40
30
20
10
0
39,0 %
30,8 %
18,0 %
6,8 %
5,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
+5,85 %p
−2,54 %p
−6,37 %p
+1,68 %p
+1,39 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d DXL/Draxlhamer Liste

Gemeinderat

Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Weitere Informationen Partei/Liste ...
Partei/Liste 2014[10] 2020[11] 2026[12]
FWG 5 5 5
CSU 5 5 6
GRÜNE 4 4 3
DXL 1 1 1
BP 1 1 1
Gesamt 16 16 16
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Bürgermeister

Andreas Beilhack (CSU) ist seit 1. Mai 2026 Erster Bürgermeister der Gemeinde Warngau. Er setzte sich bei der Kommunalwahl 2026 im ersten Wahlgang gegen zwei Mitbewerber mit 58,1 % durch.[13] Sein Vorgänger war Klaus Thurnhuber (Freie Wählergemeinschaft Warngau-Wall), der das Amt von 2008 bis 2026 inne hatte.[14]

Bürgermeister der früheren Gemeinde Warngau bis zur Gebietsreform 1978:[15]

  • bis 1863: Auer
  • 1863–1875: Mathias Hilgenrainer
  • 1876–1881: Georg Schuster
  • 1881–1893: Benno Bramböck
  • 1894–1933: Johann Vitzthum
  • 1933–1935: Martin Hort
  • 1935–1942: Johann Obermüller
  • 1942–1945: Benno Bramböck
  • 1945–1946: Peter Wanninger
  • 1946–1952: Franz Rohbogner
  • 1952–1960: Paul Harraßer
  • 1960–1966: Christian Gschwendtner
  • 1966-1971: Marinus Bichler
  • 1971–1972: Georg Bichler
  • 1972–1978: Andreas Falkner

Bürgermeister der früheren Gemeinde Wall bis zur Gebietsreform 1978:[16]

  • bis 1888: Balthasar Lix
  • 1888–1912: Georg Öttl
  • 1912–1930: August Kerndl
  • 1930–1933: Josef Schliersmayer
  • 1933–1944: Karl Stumböck
  • 1944–1945: Max Bichler
  • 1945–1948: Josef Haberl
  • 1948–1959: Karl Stumböck
  • 1959–1966: Ignaz Waldschütz
  • 1966–1978: Alois Seestaller

Bürgermeister der Gemeinde Warngau (mit Wall) seit der Gebietsreform 1978:[17]

  • 1978–1990: Alois Seestaller (FWG)
  • 1990–2008: Lorenz Aigner (CSU)
  • 2008–2026: Klaus Thurnhuber (FWG)

Wappen

Wappen der Gemeinde Warngau
Wappen der Gemeinde Warngau
Blasonierung: „In Silber unter zwei grünen Seeblättern, an verschlungenen Stielen, ein rotes Kreuz, umgeben von einer dem Schildrand folgenden schwarzen Kette“[18]

Das Wappen wird seit 1991 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wallfahrtskapelle Nüchternbrunn

Bauwerke

Verkehr

Warngau liegt an der Bahnstrecke München–Lenggries. Diese wird von der Bayerischen Oberlandbahn im Stundentakt befahren. Es bestehen Zugverbindungen nach Holzkirchen, München, Lenggries, Bad Tölz und Tegernsee. Linienbusverbindungen bestehen mit Holzkirchen und Gmund am Tegernsee.

Der Flugplatz Warngau liegt etwa 1,2 km südwestlich des Ortszentrums.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Ernst Kronecker (1849–1927), Jurist, Kammergerichtsrat, Sohn des Mathematikers Leopold Kronecker, lebte von 1923 bis zu seinem Tod mit seiner Frau Emma in Warngau im Haus „Zum Silberkramer“, heute Austraße 1
  • Gerd Fitz (1930–2015), deutscher Schauspieler, lebte zuletzt auf Gut Heigenkam.
  • Hajo Netzer (* 1955), Bergführer, lebt in Reitham
  • Georg Plasa (1960–2011), deutscher Automobilrennfahrer, lebte in Warngau und betrieb hier einen Motorsportbetrieb

Einzelnachweise

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