Warngau
Gemeinde in Deutschland
From Wikipedia, the free encyclopedia
Warngau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Miesbach. Der Hauptort und Sitz der Gemeindeverwaltung ist Oberwarngau.[2] Einen Ort Warngau gibt es nicht.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 47° 50′ N, 11° 44′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Miesbach | |
| Höhe: | 726 m ü. NHN | |
| Fläche: | 51,26 km² | |
| Einwohner: | 3768 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 74 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 83627, 83714 | |
| Vorwahlen: | 08021, 08020, 08024, 08025 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MB | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 82 136 | |
| LOCODE: | DE ZIP | |
| Gemeindegliederung: | 81 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Taubenbergstraße 33 83627 Warngau | |
| Website: | www.warngau.de | |
| Erster Bürgermeister: | Andreas Beilhack (CSU) | |
| Lage der Gemeinde Warngau im Landkreis Miesbach | ||


Geografie
Lage
Die Gemeinde liegt am nördlichen Alpenrand inmitten des Oberlandes, im Osten steigt der bewaldete Taubenberg (mit Aussichtsturm) auf 900 m an, welcher die wichtigste Trinkwasserreserve für München bildet.
Der Hauptort befindet sich an der B 318, 6 km südlich von Holzkirchen und der A8. In die Landeshauptstadt München sind es 37 km, nach Bad Tölz 19 km, nach Gmund am Tegernsee 10 km, nach Miesbach 15 km und nach Rosenheim 42 km.
Gemeindegliederung
Es gibt 81 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]
- Ableitner (Einöde)
- Allerheiligen (Weiler)
- Allgäu (Einöde)
- Allhöfe (Weiler)
- Angerer (Einöde)
- Aning (Einöde)
- Bergham (Weiler)
- Bernloh (Dorf)
- Bichlbauer (Einöde)
- Böttberg (Weiler)
- Bürg (Weiler)
- Bürgtal (Einöde)
- Burgweg (Weiler)
- Christoph (Einöde)
- Daxer (Einöde)
- Dickl (Einöde)
- Drahtzieher (Einöde)
- Draxlham (Weiler)
- Einhaus (Dorf)
- Feldschuster (Einöde)
- Gschwendtner (Einöde)
- Haid (Einöde)
- Haidhub (Einöde)
- Hainz (Einöde)
- Hairer (Weiler)
- Heigenkam (Weiler)
- Heigenland (Einöde)
- Hinterhöher (Einöde)
- Hochleiten (Einöde)
- Höhenstein (Einöde)
- Holzmann (Weiler)
- Hörndl (Einöde)
- Hössenthal (Einöde)
- Hufnagl (Einöde)
- Hummelsberg (Weiler)
- Jehl (Einöde)
- Kaishof (Einöde)
- Kirchlehen (Einöde)
- Kirchweg (Einöde)
- Kleinlechner (Weiler)
- Lechner (Einöde)
- Lehner (Einöde)
- Loch (Siedlung)
- Lochham (Dorf)
- Ludwiger (Einöde)
- Markhaus (Einöde)
- Marold (Einöde)
- Meister (Einöde)
- Mühlweg (Einöde)
- Neuhaus (Einöde)
- Neuhäusler (Einöde)
- Oberwarngau (Pfarrdorf)
- Osterwarngau (Kirchdorf)
- Pinkeneis (Einöde)
- Plankenhofer (Einöde)
- Polz (Einöde)
- Rain (Einöde)
- Raucher (Einöde)[5]
- Rechtal (Einöde)
- Reitham (Kirchdorf)
- Rinnentrad (Einöde)
- Sakra (Einöde)
- Schmerold (Weiler)
- Schusterhäusl (Einöde)
- Schwarz (Einöde)
- Sonnenreuth (Einöde)
- Stadler (Einöde)
- Steiner (Einöde)
- Steingräber (Einöde)
- Stillner (Einöde)
- Stuttlehen (Einöde)
- Tannried (Weiler)
- Taubenberg (Einöde)
- Thalham (Einöde)
- Thalmühl (Einöde)
- Trost (Einöde)
- Vorderhöher (Einöde)
- Wall (Kirchdorf)
- Weidenau (Weiler)
- Wieser (Einöde)
- Wölfl (Einöde)
Es gibt die Gemarkungen Gotzing (nur Gemarkungsteil 0), Wall und Warngau.[6]
Natur
Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet:
- Landschaftsschutzgebiet Schutz der Egartenlandschaft um Miesbach (LSG-00550.01)
- Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Taubenberg (8136-302)
- Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Mangfalltal (8136-371)
- Vogelschutzgebiet (Vogelschutzrichtlinie der EU) Taubenberg (8136-302)
Geschichte
Bis zur Gemeindegründung
Im Jahre 804 wurde Warngau als Uuormgoi erstmals urkundlich erwähnt. 1009 findet sich Worngowe. Es liegen der bajuwarische Personenname Woro und althochdeutsch gouwi zugrunde. Ausgangswort war *Woringouwi in der Bedeutung ‚Landschaft des Woro‘.[7]
Warngau war im 8. Jahrhundert Hauptort einer Herrschaft, die sich im Besitz der beiden Stifter des Klosters Tegernsee, Oatkar und Adalbert, befand und die diese dem Kloster geschenkt hatten. Als die Ländereien des Klosters im 10. Jahrhundert verödeten, kamen die Güter an adlige Ritter, von denen einer in den Besitz von Warngau kam. Erst 1009 gelangte Warngau wieder in den Besitz des Klosters zurück, bei dem es dann lange Zeit verblieb. Das Kloster ließ ein eigenes Gerichtshaus in Warngau errichten und in offener Schranne Gericht halten, bis es schließlich unter den Schutz der Herzöge von Bayern gestellt wurde.[8]
Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern 1818 wurde Warngau eine selbständige politische Gemeinde.
1975 kam es beim Eisenbahnunfall von Warngau zu 41 Toten.
Eingemeindungen
Am 1. Mai 1978 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Gemeinde Wall und ein Teil der aufgelösten Gemeinde Gotzing nach Warngau eingegliedert.[9]
Einwohnerentwicklung
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2857 auf 3875 Einwohner bzw. um 35,6 %.
Politik
Gemeinderat
Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:
Bürgermeister
Andreas Beilhack (CSU) ist seit 1. Mai 2026 Erster Bürgermeister der Gemeinde Warngau. Er setzte sich bei der Kommunalwahl 2026 im ersten Wahlgang gegen zwei Mitbewerber mit 58,1 % durch.[13] Sein Vorgänger war Klaus Thurnhuber (Freie Wählergemeinschaft Warngau-Wall), der das Amt von 2008 bis 2026 inne hatte.[14]
Bürgermeister der früheren Gemeinde Warngau bis zur Gebietsreform 1978:[15]
- bis 1863: Auer
- 1863–1875: Mathias Hilgenrainer
- 1876–1881: Georg Schuster
- 1881–1893: Benno Bramböck
- 1894–1933: Johann Vitzthum
- 1933–1935: Martin Hort
- 1935–1942: Johann Obermüller
- 1942–1945: Benno Bramböck
- 1945–1946: Peter Wanninger
- 1946–1952: Franz Rohbogner
- 1952–1960: Paul Harraßer
- 1960–1966: Christian Gschwendtner
- 1966-1971: Marinus Bichler
- 1971–1972: Georg Bichler
- 1972–1978: Andreas Falkner
Bürgermeister der früheren Gemeinde Wall bis zur Gebietsreform 1978:[16]
- bis 1888: Balthasar Lix
- 1888–1912: Georg Öttl
- 1912–1930: August Kerndl
- 1930–1933: Josef Schliersmayer
- 1933–1944: Karl Stumböck
- 1944–1945: Max Bichler
- 1945–1948: Josef Haberl
- 1948–1959: Karl Stumböck
- 1959–1966: Ignaz Waldschütz
- 1966–1978: Alois Seestaller
Bürgermeister der Gemeinde Warngau (mit Wall) seit der Gebietsreform 1978:[17]
- 1978–1990: Alois Seestaller (FWG)
- 1990–2008: Lorenz Aigner (CSU)
- 2008–2026: Klaus Thurnhuber (FWG)
Wappen
| Blasonierung: „In Silber unter zwei grünen Seeblättern, an verschlungenen Stielen, ein rotes Kreuz, umgeben von einer dem Schildrand folgenden schwarzen Kette“[18] | |
|
Das Wappen wird seit 1991 geführt. |
Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke
- Allerheiligenkirche in Warngau
- Pfarrkirche in Warngau
- Kirche St. Margareth in Wall
- Wallfahrtskapelle Nüchternbrunn am Taubenberg
- Kapelle St. Johann in Einhaus
- Aussichtsturm Taubenberg
- Allerheiligenkirche in Warngau
- Osterwarngau
- Frauenkirche in Osterwarngau
- Pfarrkirche St. Georg in Osterwarngau
Verkehr
Warngau liegt an der Bahnstrecke München–Lenggries. Diese wird von der Bayerischen Oberlandbahn im Stundentakt befahren. Es bestehen Zugverbindungen nach Holzkirchen, München, Lenggries, Bad Tölz und Tegernsee. Linienbusverbindungen bestehen mit Holzkirchen und Gmund am Tegernsee.
Der Flugplatz Warngau liegt etwa 1,2 km südwestlich des Ortszentrums.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Johann Baptist Lethner (ca. 1700–1782), Maurer und Baumeister
- Andreas Mehringer (1911–2004), Sozial-/Heilpädagoge
- Stefanie Scherer (* 1996), Biathletin
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
- Ernst Kronecker (1849–1927), Jurist, Kammergerichtsrat, Sohn des Mathematikers Leopold Kronecker, lebte von 1923 bis zu seinem Tod mit seiner Frau Emma in Warngau im Haus „Zum Silberkramer“, heute Austraße 1
- Gerd Fitz (1930–2015), deutscher Schauspieler, lebte zuletzt auf Gut Heigenkam.
- Hajo Netzer (* 1955), Bergführer, lebt in Reitham
- Georg Plasa (1960–2011), deutscher Automobilrennfahrer, lebte in Warngau und betrieb hier einen Motorsportbetrieb

