Richard von Flemming
deutscher Großgrundbesitzer und Landwirtschaftsfunktionär
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Leben und Tätigkeit
Flemming wurde als nachgeborenes Kind von Graf Hasso von Flemming-Benz (* 3. August 1838, † 2. Juni 1896) und seiner Ehefrau Else, geb. Freiin von Steinaecker (* 14. März 1847, † 13. August 1934), Tochter der Euphemie von Eickstedt-Peterswaldt und des Freiherrn Karl von Steinaecker-Rosenfelde,[2] geboren und schlug nach dem Schulbesuch die Karriere beim Militär ein. Er besuchte das Kadettenkorps in Köslin, dann die Preußische Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde. 1898 war er Leutnant im 1. Garde-Ulanen-Regiment in Potsdam. Dann unternahm er 1902 eine Weltreise, ging 1908 zum Militärreitinstitut nach Hannover, wurde 1909 Oberleutnant. Nach dem Ersten Weltkrieg führte er die Bezeichnung eines Majors a. D. Den primogenen, an den Besitz des Familienfideikommisses Benz gebundenen Grafentitel seines Vaters erbte sein älterer Bruder Curd. Die frühen Vorfahren gehörten zum Uradel ohne Titel.[3] Er hatte mehrere Geschwister, blieb selbst unvermählt.
Er war Besitzer des Rittergutes Paatzig, einem etwa 10.000 Morgen großen Anwesen in Pommern. Ab etwa 1928 amtierte er als Präsident der Landwirtschaftskammer für die Provinz Pommern in Stettin. Zudem war er seit 1930 Mitglied des Generalrates der Reichsbank. Außerdem gehörte er dem elitären Deutschen Herrenklub in Berlin an.
Bis 1945 besaß Flemming in Hinterpommern die Güter Paatzig (754 ha), Drammin (672 ha) und Zebbin, die zusammen 2.648 ha umfassten.[4]
Nach 1945 lebte Flemming in Westdeutschland. 1953 wurde er mit dem Justus-von-Liebig-Preis geehrt. Er war Mitglied es Johanniterordens, zunächst 1910 als Ehrenritter, dann 1922 als Rechtsritter.[5][6]
Literatur
- Dietrich Miller: Die Junker und die preußisch-deutsche Geschichte. Auf den Spuren einer untergegangenen Gesellschaftsklasse. Westarp 2016. ISBN 978-3-86460-45-9-1, S. 336.
- Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler et al.: Genealogisches Handbuch des Adels. Gräfliche Häuser A (Uradel). Band IV, Band 28 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1962, ISSN 0435-2408, S. 191.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. 115. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 219 f.
- George Wenzel: Deutscher Wirtschaftsführer. 1929. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 1929, S. 625.
- H. v. Flemming (Hrsg. im Auftrag der Familie): Sieben Jahrhunderte Flemmingscher Chronik. Eine Festgabe zum Jahr 1909. Band 1: Personengeschichte des burg- und schloßgesessenen Geschlechts derer von Flemming. C. A. Starke, Görlitz 1909, S. 415.
- Ein pommerscher Herrensitz. In: Die Kunstwelt. Deutsche Zeitschrift für die bildende Kunst. 1912/1913, Nr. 2, Jahrgang II, Stiftungsverlag, Potsdam 1913, S. 118–123 (Digitalisat).