Rila (Fluss)
Fluss in Bulgarien
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Rila (bulgarisch Рилска река Rilska reka) ist ein Fluss in der Oblast Kjustendil in Westbulgarien. Sie entwässert einen Teil des gleichnamigen Gebirges nach Westen in die Struma. Die Rila ist mit einer Länge von 51 Kilometern der 83.-längste Fluss des Landes.
| Rila | ||
|
Oberlauf der Rila (2011) | ||
| Daten | ||
| Lage | Oblast Kjustendil, | |
| Flusssystem | Rila | |
| Abfluss über | Struma → Strymonischer Golf → Ägäis | |
| Quelle | Oberer Ribnosee (Горното Рибно езеро), ca. 12,9 km ostsüdöstlich vom Kloster Rila 42° 6′ 34″ N, 23° 29′ 36″ O | |
| Quellhöhe | 2225 m | |
| Mündung | Struma, ca. 3,7 km südwestlich von Kotscherinowo 42° 3′ 42″ N, 23° 0′ 0″ O | |
| Mündungshöhe | 346 m | |
| Höhenunterschied | 1879 m | |
| Sohlgefälle | 37 ‰ | |
| Länge | 51 km | |
| Einzugsgebiet | 392 km² | |
| Abfluss am Pegel Pastra Lage: 21 km oberhalb der Mündung |
MQ |
6,26 m³/s |
| Abfluss an der Mündung |
MQ |
3,35 m³/s |
| Linke Nebenflüsse | Iliina | |
| Durchflossene Stauseen | Unterer Ribnosee | |
| Kleinstädte | Rila, Kotscherinowo | |
| Schiffbarkeit | nein | |
Rilatal mit Kloster vom Eleni wrach (Елени връх, 2653 m) aus gesehen (2015) | ||
Verlauf
Der Beginn der Rila liegt im Oberen Ribnosee auf 2225 Metern über dem Meer in einem Hochtal unterhalb der Nordwesthänge von Kanarata (Канарата, 2700 m) sowie Jossifiza (Йосифица, 2697 m) und etwa 12,9 Kilometer ostsüdöstlich des Klosters Rila. Ein knappes Dutzend Bäche, drei davon über einen halben Kilometer lang, nähren den Stausee vor allem aus westlicher und südlicher Richtung. Die Rila fließt von dort als Manastirska reka (Манастирска река) und sich in einem Bogen nach Nordwesten wendend hinab, sie nimmt dabei die Wasser weiterer Gebirgsbäche auf. Unterhalb der Berghütte Kirilowa poljana (Кирилова поляна), die rund 700 Meter ostnordöstlich liegt, fließt etwa bei Flusskilometer 12,2 (42° 9′ 10,3″ N, 23° 23′ 25,2″ O) ein weiterer Bach zu. Ab hier heißt der Fluss fortan Rila und führt nunmehr südwestwärts. Nach gut 17 Kilometern passiert sie das Kloster Rila auf dessen Ostseite und bei ungefähr Flusskilometer 20,5 (42° 6′ 49,9″ N, 23° 19′ 7,3″ O) nimmt sie von links ihren größten Zufluss, die Iliina reka (Илиина река), auf. Jetzt wendet sich die Rila westwärts, erreicht nach weiteren 10 Kilometern das Dorf Pastra (Пастра), nach nochmals sechs Kilometern das Kloster Orliza und dann drei Kilometer später die Kleinstadt Rila. Von hier geht es wieder Richtung Südwesten, sie erreicht das weite Tal des Kotscherinowsko Pole (Кочериновско поле) und mündet dann nördlich des Hügels (Равнака, 435 m) auf 346 Metern über dem Meer in die südfließende Struma.[1]
Hydrologie
Der Fluss wird überwiegend durch Schnee und Regen gespeist, mit Hochwasser im späten Frühjahr (Mai/Juni) und Niedrigwasser im Winter (Februar). Der durchschnittliche jährliche Abfluss beträgt bei Pastra 6,26 m³/s und an der Mündung 3,35 m³/s.
Ein Großteil des Flusswassers im Ober- und Mittellauf wird zur Stromerzeugung in den Wasserkraftwerken Pastra und Rila genutzt, im Kotscherinowsko Pole hingegen in der Landwirtschaft zur Bewässerung.
Wissenswertes
Durch das Flusstal verlief bis etwa zwei Kilometer unterhalb der Berghütte Kirilowa poljana die Schmalspurbahn Kotscherinowo–Rilski Manastir. Die gesamte, 38 Kilometer lange Strecke der Republikstraße III-107, einer Straße 3. Klasse, die an der Republikstraße I-1 beginnt und zum Kloster Rila führt, verläuft ebenso durch das Flusstal.
Im Unterlauf bildet der Fluss die nördliche Grenze des historischen und geographischen Gebietes Makedonien und stellte von 1878 bis 1912 die Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei dar.
