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Schmalspurbahn Kotscherinowo–Rilski Manastir

ehemalige Schmalspurbahn in Bulgarien From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Schmalspurbahn Kotscherinowo–Rilski Manastir (bulgarisch Теснолинейка Кочериново – Рилски манастир) war von 1916 bis 1981 eine bis zu 53 Kilometer lange Waldbahn mit einer Spurweite von 600 Millimetern in der Oblast Kjustendil in Bulgarien.

Weitere Informationen Kotscherinowo–Rilski Manastir ...
Kotscherinowo–Rilski Manastir
BDŽ 40060 (Brigadelokomotive)
Streckenlänge:maximal 53,2 km
Spurweite:600 mm (Schmalspur)
Streckengeschwindigkeit:15 km/h
Strecke
Strecke 5 von Sofia
Kopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)Bahnhof
112,330
0,0
Kotscherinowo (Кочериново)
Strecke (außer Betrieb)Tunnel
Tunnel (220 m)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
2,4 Struma (Струма)
Kreuzung geradeaus unten (Strecke geradeaus außer Betrieb)Strecke nach rechts
Strecke 5 nach Kulata
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
5,0 Barakowo Бараково
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
7,4 Porominowo Пороминово
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
9,4 Stob Стоб
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
13,7 Rila Рила
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
16,9 Kloster Orliza Орлица
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
20,7 Neofit Rilski г. „Неофит Рилски“
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
23,8 Pastra Пастра
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
26,3 W. Demirewski сп. „В. Демиревски“
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
27,6 Eleschniza сп. „Елешница“
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
30,1 Wodna spirka „Водна спирка“
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
30,3 Jagniloto сп. „Ягнилото“
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
33,0
0,0
Britschebor г. „Бричебор“ ex Kula Кула
Strecke von links (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und nach rechts (Strecke außer Betrieb)
Blockstelle (Strecke außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)
3,0 Krawarsko Dere Краварско дере
Betriebs-/Güterbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)
7,3 Radowiza Радовица
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
36,5 Rilski Manastir Рилски манастир
Betriebs-/Güterbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
40,0 Tschernej (Черней) 1924–1942
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Geschichte

Nachdem der Unternehmer Todor Balabanow die Ausschreibung für die 15,3 Kilometer lange Normalspurstrecke Pernik–Radomir gewonnen hatte und diese bis Februar 1897 gebaut hatte, kaufte er Land im Bereich des Dorfes Barakowo, auf dem er ein großes Sägewerk baute und einrichtete, das später als Bălgarska Gorska Industrija (Българска горска индустрия, kurz BGI, deutsch Bulgarische Forstindustrie) bekannt wurde. Nachdem er 1902 vom Kloster Rila die Konzession zur Holzfällung in dessen Wäldern erhielt, die Flößerei auf der Rila (Илийна река) jedoch aufwändig war, beantragte Balabanow 1904 beim bulgarischen Ministerium für öffentliche Gebäude, Straßen und Kommunikation eine elektrische Schmalspurbahn vom Fluss Ilijna Reka (Илийна река) durch das Rilatal an seiner Fabrik in Barakowo vorbei über Dupniza (Дупница) bis Radomir zum Anschluss an die dort endende Normalspurbahn bauen zu dürfen. Im September 1904 und im folgenden Jahr wurde die Planung dazu durchgeführt, doch angesichts der Länge (ca. 100 km) und der gesetzlichen Beschränkungen für den Bau und Betrieb von Eisenbahnstrecken durch Privatpersonen zog sich das Verfahren in die Länge und bis zu seinem Tod 1912 wurde keine Genehmigung von der Regierung erteilt.[1]

Während des Ersten Weltkriegs begann der Bau einer Heeresfeldbahn von Radomir nach Süden, um die Armee an der sogenannten Salonikifront und das Hauptquartier der Zweiten Armee in Lewunowo mit Nachschub zu versorgen. Am 27. Mai 1916 wurde sie bis Gorna Dschumaja fertiggestellt und in Betrieb genommen. Im November des Jahres wurde Lewunowo erreicht und bis Juli 1917 wurde sie nach Petritsch verlängert. Um die Lieferung von Schwellen, Balken und anderem Holz für den Bau zu erleichtern, die Gebrüder Balabanow hatten alleine 1906 ein halbe Millionen Bahnschwellen ins ganze Land geliefert, baute die Direktion für Eisenbahnkommunikation der Armee eine Zweigstrecke vom Bahnhof Struma zum Sägewerk Balabanow nahe Barakowo. Die Bauarbeiten begannen am 4. August 1916 und die Zweigstrecke wurde am 13. September des Jahres in Betrieb genommen. Erst am 19. Februar 1918 wurde der Bau der Schmalspurbahn fortgesetzt und über Stob und Rila am 20. Juni 1918 wurde das Kloster Orliza erreicht. Danach wurde der Bau eingestellt und nur der bereits fertig gestellte 13,3 Kilometer lange Streckenabschnitt Struma–Barakowo–Rila–Kloster Orliza wurde betrieben.

In der Nachkriegszeit wurden die Militärbahnen von der bulgarischen Staatseisenbahn Bălgarski Dăržavni Železnici (BDŽ) übernommen, einschließlich des Streckenabschnittes Struma–Orliza. Später bekam die BGI eine Konzession und begann mit dem Bau einer Verlängerung der Strecke das Rilatal hinauf und pachtete den 3,2 Kilometer langen Streckenabschnitt Rila–Kloster Orliza von der BDŽ. 1922 erreichte die Strecke den Bahnhof Kula (später Brichebor) und 1924 das Kloster Rila. Der Endpunkt der Strecke lag etwa 3,5 Kilometer hinter dem Kloster am Berg Tschernej (Черней). Im Jahr 1933 endete die Laufzeit der Konzession und der Streckenabschnitt von der Haltestelle Balabanow (später Scheljo Demirewski) den Fluss hinauf wurde Eigentum des Klosters Rila. Die Balgarska Knischna i Darwena Industrija (Българска книжна и дървена индустрия, kurz BKDI, deutsch Bulgarische Papier- und Holzindustrie), seit 1928 Nachfolger der BGI, musste dem Kloster Pachtgebühren zahlen.

Um die Schwierigkeiten der unterschiedlichen Eigentümer zu lösen, beschloss die BDŽ, den Streckenabschnitt von der BKDI zu kaufen und mit dem Kloster Rila zu vereinbaren, den Betrieb dessen Streckenabschnitts zu übernehmen. Der Rat des Klosters Rila beschloss am 3. Februar 1941, seinen Streckenabschnitt an die staatliche BDŽ abzutreten. Anfang 1942 kaufte die BKDI die Strecke und baute nach 1942 Gleise oberhalb des Klosters ab und nutzte sie für den Bau neuer Zweigstrecken, zuerst von Kula entlang der Ilijna bis Krawarsko Dere (Краварско дере, ca. 3 km). 1945 wurden drei weitere Nebenstrecken mit einer Gesamtlänge von etwa 1,6 Kilometern eröffnet. 1946 verlängerte die Forstverwaltung die Strecke von Krawarsko Dere bis Radowiza (Радовица, km 7+250 ab Kula), verlegte Gleise vom Bahnhof des Klosters Rila bis zu den Verladeanlagen für Holz (ca. 0,8 km). Damit erreichte die Schmalspurbahn 1947 ihren größten Ausbaustand mit insgesamt 53,2 Kilometern Streckenlänge.[1][2]

Betrieb

Die Bălgarski Dăržavni Železnici (BDŽ) nutzte die Strecke ab 1920 für den fahrplanmäßigen Personen- und Güterverkehr. Die gemischten Züge verkehrten von Dupniza über Struma nach Rila und zurück. In Struma hatten die Fahrgäste eine Verbindung von und nach Gorna Dschumaja. Das Lokomotivendepot war in Dupniza. Für die Strecke Rila–Kloster Rila gab es zwischen BGI und BDŽ eine Betriebsvereinbarung, die bis 1941 alljährlich aktualisiert und verlängert wurde.

01.0060 Baldwin-Lokomotive

Bis Ende Oktober 1937 wurde von Dupniza bis Gorna Dschumaja (heute Blagoewgrad) die ehemalige Heeresfeldbahn umgespurt und als Normalspurstrecke in Betrieb genommen. Die Schmalspurbahn wurde auf dem Streckenabschnitt Kotscherinowo–Rila–Kloster Rila weiterhin als eigenständiger Zubringer betrieben, die Fahrzeit betrug etwa 4:30 Stunden.[3] Um die Lokomotiven zu warten, eröffnete die BDŽ ein Lokomotivdepot am Bahnhof Rila. Dort wurden durchschnittlich 10 Lokomotiven der Baureihen 01.0060 (Baldwin-Lokomotiven) und 40060 (Brigadelokomotiven) gewartet.

In den 1950er Jahren verkehrten täglich durchschnittlich 8–9 Zugpaare zwischen Kotscherinowo und Rila. Davon waren 4–5 gemischte Züge und der Rest reine Güterzüge. Zwischen Rila und dem Kloster Rila verkehrten 5–7 Zugpaare, von denen 2–4 gemischt waren. Bis 1955 wurden einige der gemischten Züge durch Personenzüge ersetzt.

Nach 1955 wurden die РДП-Schienen mit 9,5 kg/m durch ЧБР-Schienen mit 19,9 kg/m ersetzt.[1]

Stilllegung

Nach Mitte der 1950er Jahre ging die Holzproduktion aus diesem Gebiet zurück, ebenso wie die Zahl der Pilger zum Kloster. 1959 wurden nur noch etwa 130.000 Fahrgäste befördert, nachdem es 1947 noch 237.437 Fahrgäste gegeben hatte. 1959 wurde daher beschlossen, den Betrieb der Strecke ab dem 1. April 1960 als wirtschaftlich unrentabel einzustellen. Ungefähr zwei Jahre später wurde die Schmalspurbahn entlang der gesamten Strecke oberhalb von Barakowo abgebaut.

Es blieb nur der Abschnitt Kotscherinowo–Barakowo in Betrieb, der als Werkseisenbahn des KMZ Nikola Wapzarow (Nachfolger des BKDI) gegründet wurde. Dieser Streckenabschnitt wurde bis 1981 genutzt, als der Verkehr aufgrund des Verschleißes von Schienen und Fahrzeugen eingestellt wurde. 1983 wurde die Schmalspurbahn auch dort abgebaut.[1]

Eine der Lokomotiven und acht Wagen sind heute im Museum in Barakowo ausgestellt, um an das Lebenswerk der Brüder Balabanow zu erinnern.[4][5] Eine Brücke, eine Unterführung und einige Gebäude sind noch erhalten.[6][7][8]

Einzelnachweise

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