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Haus Sölde

ehemaliges Rittergut im östlichen Dortmunder Stadtteil Sölde From Wikipedia, the free encyclopedia

Haus Sölde ist ein ehemaliges Rittergut im östlichen Dortmunder Stadtteil Sölde.

Rittergut Haus Sölde.

Das Gut wurde im 13. Jahrhundert erbaut und stand danach unter Lehnshoheit der Herren von Volmarstein. 1402 ging es in den Besitz der Herren von Hövel zu Sölde über.

Zu Haus Sölde gehörten elf Höfe und Kotten in Sölde. Anfang des 19. Jahrhunderts war der Direktor der Märkischen Landschaft (Verband) Dietrich Bernd Friedrich Joseph von Hövel der 4. Herr auf Sölde, vermählt mit Wilhelmine von Cronberg. Erbe wurde 1813 ein auf Haus Ruhr geborener jüngerer Sohn, Friedrich von Hövel, der landläufig teils als Freiherr oder als Baron tituliert wurde, obwohl er dem einfachen Uradel angehörte. Dieser Herr von Hövel heiratete die 1821 geborene Friederike von Elverfeldt-Steinhausen[1] und verkaufte um 1839 seine Besitzungen,[2] unter anderem Haus Sölde. Er erwarb dafür das bekannte Schloss Meseberg nördlich von Berlin, mit den entsprechenden nennenswerten großflächigen Nebenbesitzungen, wie Baumgarten, des Weiteren kaufte er Gut Rosengarten im Landkreis Lebus bei Frankfurt a. d. O. Dort wurde der Sohn Balduin von Hövel geboren, der sich später wiederum wieder in Westfalen ansiedelte.[3]

Erworben wurde die Begüterung Sölde von Carl Overweg zu Iserlohn, der es wiederum 1841 an Caspar H. Neuhoff genannt Schulze-Dellwig (1791–1859) weiterverkaufte.

Dessen Nachfahren als Rittergutsbesitzer, Enkel Theodor (1845–1919), Kreisverordneter[4] und Aufsichtsratsmitglied[5] im Dortmunder-Bank-Verein, dann der Urenkel Walther (* 1887) und Urururenkel Theodor bewirtschafteten das Haus Sölde als landwirtschaftlichen Großbetrieb bis in die 1980er Jahre.

Heute werden die Gebäude als Wohneinheiten genutzt. Sie sind als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.[6]

Der landwirtschaftliche Großbetrieb umfasste Ländereien nicht nur in Sölde, sondern auch in Holzwickede und Fröndenberg-Altendorf. Eine Vorstellung von der Größe des Betriebes vermitteln die Bilanzsummen zu Anfang des Jahrhunderts. Sie lagen bei rund einer Million Mark. Die Familie Schulze-Dellwig verfügte über umfangreichen Zechenbesitz; sie muss wegen ihres Vermögens mit zu den bedeutendsten Wirtschaftsbürgern des Dortmunder Raums gezählt werden.

Der Bestand umfasst mit Ausnahme von drei Flurkarten und zwei Akten ausschließlich Geschäftsbücher. Er ermöglicht deshalb vor allem einen Überblick über die Bewirtschaftung eines großen landwirtschaftlichen Betriebes in unmittelbarer Nähe zum Industriegebiet. Immer wieder fallen Querverbindungen zu den Sölder Zechen Margarethe und Freiberg auf. Insbesondere aber wird die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte und der Handel mit ihnen am Rande der Industriestadt Dortmund belegt.

Dies schlägt sich in einer Buchführung nieder, die der von Kaufleuten in nichts nach stand und auf einem System von Vor-, Haupt- und Nebenbüchern beruhte. Der Betrieb bediente sich, soweit erkennbar, der modernsten landwirtschaftlichen Buchführungsmethoden. Grundlage aller Aufzeichnungen war das Betriebstage- oder Arbeitsbuch, wegen der Ausführlichkeit des Umfangs und des äußeren Aussehens (grauer Leinenumschlag) vom Verwalter „Graues Elend“ (F 126 Nr. 33) genannt.

Siehe auch

Literatur

  • Baugeschichte:
    • Wilhelm Schleef: Geschichte der Bauerschaft Sölde. In: Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark. Band 44. Ruhfus Verlag, Dortmund 1938, S. 26–41.
    • A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Band 6, Hrsg. Provinzial-Verbande der Provinz Westfalen, Kommissions-Verlag Ferdinand Schöningh Paderborn, Münster i. W. 1895, S. 8.
  • Genealogie der Besitzer:
    • Leopold Nedopil: Deutsche Adelsproben aus dem Deutschen Ordens-Central-Archive. Band 1, Verlag Wilhelm Braumüller, Wien 1868, S. 414–416.
    • Anton Fahne: Die Herren und Freiherren von Hövel. I. Band, 1. und 2. Abt(h)lung, In: Geschichte von hundert Rheinischen, Westphälischen, Niederländischen und anderen hervorragenden Geschlechtern. J. M. Heberle (H. Lempertz), Köln 1860, u. a. S. 32.

Einzelnachweise

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