Rittergut Klein Schwechten

ehemaliges Rittergut und späteres Herrenhaus im Landkreis Stendal From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Rittergut Klein Schwechten ist ein ehemaliges Rittergut im Rochauer Ortsteil Klein Schwechten im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.

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BW

Geschichte

Der Gutshof liegt westlich neben dem Friedhof der Dorfkirche Klein Schwechten.

Bereits Mitte des 14. Jahrhunderts ist die Familie von Lützendorf in der Altmark nachweisbar und spätestens 1375 auch in Klein Schwechten. Die Schenken von Lützendorf besaßen das Rittergut Klein Schwechten bis 1615, sie starben Anfang des 17. Jahrhunderts aus. Bald darauf befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Bülow, über fünf Generationen, beginnend mit Johann von Bülow, Ernst Ludwig von Bülow[1] und Johann Albrecht von Bülow, verheiratet mit Dorothea Agnes von Bismarck-Schönhausen. Die Bülows bilden sogar eine eigene Familienlinie Bülow-Klein Schwechten. Um das Jahr 1812/1813 verkauft diese Familie aber das Gut im Ort, wobei die Umstände unterschiedlich dargestellt werden. Letzter Bülow war der Major Theodor von Bülow (* 1780; † 1838), seine Ehefrau war die bürgerliche Ulrike Hichtel. Ihr Sohn Fedor von Bülow wurde 1811 noch im Gutshaus Klein Schwechten geboren.[2]

Neuer Besitzer wurde die uradelige aber überregional und genealogisch wenig bekannte Familie von Werdeck, vertreten u. a. durch Hans Gottlob Friedrich von Werdeck,[3] Sohn[4] des Stendaler Landrats Friedrich Karl Ferdinand von Werdeck (1728–1792), Enkel des Generalmajors Ernst Ferdinand von Werdeck. Hans Gottlob Friedrich von Werdeck starb als Gutsherr und kgl. preuß. Rittmeister 1822. Eine Erinnerungstafel an ihn befindet sich an einer hölzernen Informationstafel, die sich direkt hinter dem Eingangsportal zum Friedhof befindet. 1839 starb die genealogischen Unterlinie von Werdeck-Klein Schwechten aus.

Entfernte Verwandte folgten, die bürgerliche Familie Rendelmann. Die Rendelmann stiegen von Mühlenbesitzer in Ingersleben zu Eigentümer einiger Rittergüter auf und führten ein eigenes Wappen. In Klein Schwechten waren sie aktive Landwirte, bauten sie Tannenklee an und nutzten diese als Schafweide.[5] Auf dieselbe Art und Weise der Verheiratung[6] einer Tochter Rendelmann aus Klein Schwechten mit einem Hauptmann a. D. Zahn folgte dessen Familie Zahn, spätestens 1880 im Besitz von Gut Klein Schwechten. Allerdings teilten sich die Familien Rendelmann[7] und Zahn noch das zum Besitz dazugehörige Kirchenpatronat. Die Söhne Edgar und Walter Zahn trennten dann den Besitz um 1920 in zwei Teile und verpachteten teils größere Flächen. Während Edgar Zahn im alten Herrenhaus des Guts wohnen blieb, zog sein jüngerer Bruder Walter Zahn in das 1921 erbaute neue Herrenhaus auf der anderen Seite der Dorfstraße. Das 1922 letzte amtliche publizierte Niekammer’s Güter-Adreßbuch nennt die Güter Klein Schwechten I, mit 165 ha, und Rittergut II unter Gutsinspektor Günther mit 115 ha Größe.[8]

Das Rittergut war ein landtagsfähiges Rittergut. Sein Besitzer war damit Abgeordneter auf dem Kommunallandtag der Altmark. Seine Größe betrug im Jahr 1850 zusammen 700 Morgen Acker, 100 Morgen Wiesen, 3 Morgen Gärten, 150 Morgen Anger und 75 Morgen Forst.[9]

Am 1. Dezember 1910 hatte der Gutsbezirk Klein Schwechten 7 Einwohner.[10] Am 1. April 1926 wurde der Gutsbezirk Klein Schwechten in die Landgemeinde Klein Schwechten eingemeindet.[11]

Das Gut wurde im Rahmen der kommunistischen Bodenreform nach 1945 enteignet, letzter Privatbesitzer war Otto Tischer, ein Schwiegersohn von Edgar Zahn. Das ältere Herrenhaus wurde bald darauf mit einer großen Durchfahrt durchbrochen und als Scheune genutzt. Das jüngere, 1921 erbaute Herrenhaus, das nach der Zahnschen Teilung entstand, steht nördlich gegenüber dem Gutshof am Nachtigallenweg.[12][13]

Archivalien (Auszug)

Literatur

  • Ingrid und Walter Reisinger: Bekannte, unbekannte und vergessene Herren- und Gutshäuser in der Altmark. Dr. Ziethen Verlag, Oschersleben 2022, ISBN 978-3-86289-204-4, S. 90–91.
  • Infos, Hrsg. Reiterhof 4eichen

Einzelnachweise

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