Robert Dreeben
US-amerikanischer Soziologe
From Wikipedia, the free encyclopedia
Robert Dreeben ist ein US-amerikanischer Soziologe und emeritierter Professor an der Universität Chicago. Er hat bedeutende Beiträge zur Rolle von Schule und Erziehungswesen in der Gesellschaft geleistet.
Leben und Wirken
Dreeben erwarb 1952 einen Bachelor of Arts in Psychologie vom Oberlin College. 1954 machte er an der Columbia University einen Masterabschluss in Soziologie. In dieser Disziplin wurde er auch 1962 an der Harvard University promoviert.[1]
Ende der 1960er Jahre nahm er eine Stelle an der University of Chicago an. Dort lernte er 1968 die Psychologin und Erziehungswissenschaftlerin Rebecca Barr († 2003) kennen, die seine Ehefrau wurde und mit der er beruflich zusammenarbeitete.[2]
Er leitete das Department of Education und die Sektion Sociology of Education der American Sociological Association (ASA). 1988 wurde er in die National Academy of Education gewählt.[3]
Mit seinem Buch Was wir in der Schule lernen (1968, deutsch 1980) verfasste er ein im deutschsprachigen Raum breit rezipiertes[4] Standardwerk[5] zur Funktionsweise der Schule. Dreeben identifizierte Unabhängigkeit, persönliche Leistungen, Universalismus und Spezifität als entscheidende bürgerliche Verhaltenselemente. Er arbeitete sodann die strukturellen Unterschiede zwischen Schulen und Familien heraus und kam zu dem Schluss, dass die Schule diese Normen sehr viel effektiver vermitteln könne als die Familie.[6]
1996 zeichnete ihn die Sektion Sociology of Education der ASA für seinen 1994 erschienenen Fachartikel The Sociology of Education: Its Development in the United States mit dem James Coleman Award für den besten Artikel im Feld Bildungssoziologie aus. 2013 verlieh die Sektion ihm den Willard Waller Award für seine Lebensleistung.[7]
Veröffentlichungen
Monografien
- (mit Neal Gross:) The role behavior of school principals (= The National Principalship Study: Final Reports. Band 3). Harvard University. Graduate School of Education, Cambridge (Massachusetts) 1964 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- On what is learned in school. Addison-Wesley, Reading (Massachusetts) Januar 1968 (englisch, archive.org).
- Deutsche Ausgabe: Was wir in der Schule lernen. Suhrkamp, Frankfurt am Main. Erste Auflage 1980; zweite Auflage 2015, ISBN 978-3-518-27894-9.
- Nature of Teaching: Schools and the Work of Teachers (= Keystones of Education Series). Scott, Foresman and Company, Glenview (Illinois) 1970 (englisch, archive.org).
- (mit J. Alan Thomas:) The Analysis of Educational Productivity, Volume I: Issues in Microanalysis. Ballinger Publishing Company, 1980, ISBN 0-88410-191-6 (englisch, 273 S.).
- (mit Rebecca Barr:) How Schools Work. University of Chicago Press, 1991, ISBN 0-226-03812-2 (englisch, 206 S.).
Fachartikel (Auswahl)
- Robert Dreeben: The Unwritten Curriculum and Its Relation to Values. In: Journal of Curriculum Studies. Band 8, Nr. 2, 1976, S. 111–124, doi:10.1080/0022027760080203 (englisch).
- Rebecca Barr, Robert Dreeben: Instruction in Classrooms. In: Review of Research in Education. Band 5, Nr. 1, 1977, S. 89–162, doi:10.3102/0091732X005001089 (englisch).
- Robert Dreeben, Adam Gamoran: Race, Instruction, and Learning. In: American Sociological Review. Band 51, Nr. 5, Oktober 1986, S. 660–669, JSTOR:2095491 (englisch).
- Adam Gamoran, Robert Dreeben: Coupling and Control in Educational Organizations. In: Administrative Science Quarterly. Band 31, Nr. 4, Dezember 1986, S. 612–632, JSTOR:2392966 (englisch).
- Robert Dreeben, Rebecca Barr: Classroom Composition and the Design of Instruction. In: Sociology of Education. Band 61, Nr. 3, Juli 1988, S. 129–142, JSTOR:2112622 (englisch).