Wikiwand AI

Robert Hart (Musiker)

britischer Rockmusiker und Songwriter From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Hart (bürgerlich Kevin Michael O’Neill; * 1. November 1958 in Bournemouth, damals Hampshire, heute Dorset)[1] ist ein britischer Rockmusiker und Songwriter. Seit 2011 ist er Sänger der Manfred Mann’s Earth Band.[1] Zuvor sang er unter anderem bei The Distance, Bad Company, Company of Snakes und The Jones Gang. Außerdem wirkte er bei der Band Diesel mit und veröffentlichte eine Reihe von Soloalben.

Robert Hart, 2016

Werdegang

Hart wuchs in Bournemouth auf und spielte nach eigener Aussage schon als kleines Kind Gitarre. Als Jugendlicher galt er als talentierter Fußballer und wurde von Leeds United verpflichtet, gab den Sport aber nach drei Monaten wieder auf.[2] Musikalisch prägten ihn Rod Stewart und Free, aus deren Umfeld später Bad Company hervorging, jene Band, der er Jahrzehnte später selbst als Sänger angehören sollte.[2] Seine erste eigene Gruppe war die Schülerband Dice, in der er sang und Gitarre spielte.[2] Nach dem Umzug nach London erhielt er einen Verlagsvertrag als Songwriter. Im Lauf seiner Laufbahn stand er unter anderem bei Roy Orbisons Verlag Still Working Music, bei Hollywood Records und bei Island Records unter Vertrag.[2] Der erste seiner Titel, den andere aufnahmen, war das Titelstück des Soundtracks zu der Filmkomödie The Burglar mit Whoopi Goldberg, eingespielt von den Jacksons.[2]

1987 ging Hart nach Los Angeles. Sein Musikverlag hatte ihn zuvor in einer Talentshow im amerikanischen Fernsehen untergebracht, in der er nach eigener Darstellung Letzter wurde.[2] Die Sendung sah Bernard Edwards, der Kopf der Band Chic, der kurz zuvor an einem Album von Robert Palmer mitgewirkt hatte. Edwards suchte einen noch unbekannten britischen Sänger und verpflichtete Hart.[2] Den Kontakt hatte der Bassist Boz Burrell hergestellt, der zeitweise mit Hart bei Bad Company spielte.[3] As der Zusammenarbeit ging die Band The Distance hervor, die international Erfolg hatte, besonders in Japan.[3] Über diese Verbindung kam Hart zur Filmmusik und schrieb unter anderem für Sly Stone, die Jacksons, Nona Gaye und Bananarama.[2] Nach dem Ende der Band wechselte Hart als Solokünstler zu Atlantic Records, wo Stewart Levine sein erstes Album Cries and Whispers produzierte.[3] Nach eigener Darstellung war er der erste englische Songwriter, den das zu Disney gehörende Label Hollywood Records unter Vertrag nahm. Außer ihm hätten damals nur Queen und George Michael zum Aufgebot des Labels gehört.[2] Für das dort erschienene, selbstbetitelte Album Robert Hart arbeitete er mit Russ Ballard zusammen. Nach eigenen Angaben war es in mehr als 18 Ländern in den Charts vertreten.[3] Einen kurzen Auftritt als Schauspieler hatte Hart in dem Film Richie Rich’s Christmas Wish, in dem er einen Schlagzeuger spielte. Er sprang dort für Mick Fleetwood ein, der die Rolle nicht wahrnehmen konnte.[2]

Anfang der 1990er Jahre wurde Hart nach New York eingeladen, um bei Foreigner vorzusingen. Nach drei Wochen Proben zerschlug sich das Engagement, weil ihm die Stücke stimmlich zu hoch lagen. Dieselbe Managementagentur betreute jedoch auch Bad Company, die sich damals neu formieren wollten und ihn daraufhin verpflichteten.[2] 1992 trat er dort die Nachfolge von Brian Howe an, angesprochen hatte ihn Gitarrist Mick Ralphs während einer Tournee zu seinem gleichnamigen Soloalbum.[4] Für Hart, der die Gruppe seit seiner Jugend verehrte, ging damit nach eigenen Worten ein Kindheitstraum in Erfüllung. Er nahm drei Alben mit der Band auf und absolvierte zahlreiche Tourneen durch die Vereinigten Staaten, unter anderem an der Seite von Bon Jovi und Lynyrd Skynyrd.[2] 1998 endete das Engagement, als sich die Originalbesetzung um Paul Rodgers wieder zusammenfand.[4] Anschließend schloss sich Hart mit den früheren Whitesnake-Musikern Bernie Marsden, Micky Moody und Neil Murray zur Gruppe Company of Snakes zusammen. Vervollständigt wurde die Besetzung durch den Keyboarder Don Airey und den Schlagzeuger John Lingwood, der zuvor bei der Earth Band gespielt hatte.[5] Sie spielte überwiegend ältere Titel von Whitesnake und Bad Company, dazu Stücke von Rainbow und einige eigene Kompositionen, und absolvierte zwei gut besuchte Tourneen durch Großbritannien.[2][5]

Danach tat sich Hart mit dem Schlagzeuger Kenney Jones zusammen, der zuvor bei den Small Faces, den Faces und The Who gespielt hatte. Aus der Zusammenarbeit ging die Gruppe The Jones Gang hervor, für die zunächst Paul Young gesungen hatte. Da die Musiker als zu alt für das damalige Geschäft galten, fand sich zunächst kein Label. Schließlich finanzierte ein Sportartikelunternehmen das Album Any Day Now.[2] Wider Erwarten war die von Hart geschriebene Single Angel in den Vereinigten Staaten erfolgreich. Ende September 2005 stand sie auf Platz vier der Billboard-Verkaufsliste Hot 100 Singles Sales und auf Platz drei der Radio-Hitparade FMQB AC40.[6] Das Albumcover zeichnete Ronnie Wood von den Rolling Stones. Mit ihm nahm Hart auch die Wohltätigkeitssingle All About the Children auf, die er gemeinsam mit dem Rolling-Stones-Produzenten Chris Kimsey geschrieben hatte und deren Erlös Kinderhilfsprojekten zugutekam. Hart und Jones wurden dafür zu einem Galaabend nach Dubai eingeladen, bei dem sie am Tisch von Bill Clinton saßen.[2] Später wurde The Jones Gang im Cavern Club in Liverpool in dessen Hall of Fame aufgenommen.[2]

In der Verfilmung des Romans My Sister’s Keeper mit Cameron Diaz war 2009 Harts Titel With You zu hören, aufgenommen von Jonah Johnson. Das Stück findet sich auch auf dem Album von The Jones Gang.[7] Im gleichen Jahr stellte Hart seinen Titel We Will Remember Them der Wohltätigkeitsorganisation Help for Heroes zur Verfügung, die damit Geld für britische Soldaten sammelte. Geschrieben hatte er das Stück zusammen mit Mark Read von der Gruppe A1.[2] Für die Aufnahme in den Abbey Road Studios kamen rund 200 Mitwirkende zusammen, die ihre Zeit unentgeltlich zur Verfügung stellten, unter ihnen Michael Bolton, Robin Gibb, Hayley Westenra, Paul Carrack, Kenney Jones, Paul Rodgers, Mica Paris, Natasha Hamilton, Carol Decker und Lee Mead. Unterstützt wurde das Vorhaben von der Zeitung The Sun und der BBC.[8]

Ebenfalls 2009 gründete Hart die Gruppe XBad Company, in der sich frühere Mitglieder von Bad Company zusammenfanden.[4] Dazu gehörten der Gitarrist Dave „Bucket“ Colwell und der Schlagzeuger Harry James, mit denen Hart jahrelang bei Bad Company gespielt hatte, im Fall Colwells auch bei The Jones Gang.[9][10] Zur Fußball-Weltmeisterschaft schrieb und produzierte die Gruppe den Titel We Aint Going Home Empty Handed, zu dem gemeinsam mit Michael Campbell vom Arts University College Bournemouth ein Video entstand.[9] Von ihr erschienen eine Single und ein 2010 aufgenommenes Livealbum.[10]

2011 wurde Hart Sänger der Manfred Mann’s Earth Band. Zustande kam das über den Schlagzeuger Jimmy Copley, den Hart aus der Zusammenarbeit mit Go West kannte. Hart hatte ihn eigentlich nur angerufen, weil er die Telefonnummer von Peter Cox verloren hatte, woraufhin Copley ihm den freien Sängerposten anbot.[2] Cox hatte die Band verlassen müssen, weil sich seine Verpflichtungen bei Go West nicht mehr mit denen der Earth Band vereinbaren ließen. Am 13. März 2011 gab Manfred Mann Hart als neuen Sänger bekannt.[1] Sein erstes Konzert mit der Gruppe gab er Ende März 2011 in der Musichall im niedersächsischen Worpswede.[11]

Neben der Arbeit mit der Earth Band veröffentlichte Hart weiter eigene Alben. Pure erschien im Februar 2020 und entstand zusammen mit dem FM-Sänger Steve Overland und dem schwedischen Gitarristen Tommy Denander.[2] Im Frühjahr 2020 trat Hart erstmals als Gastsänger bei der Tourneereihe Rock meets Classic auf, gemeinsam mit Alice Cooper und Thunder. Manfred Mann hatte ihm dafür seine Zustimmung gegeben, weil in dem Zeitraum keine Konzerte der Earth Band anstanden.[12] Die COVID-19-Pandemie beendete die Tournee vorzeitig.[2] Für den 13. Juni 2020 verpflichtete ihn das Händel-Haus Halle als Stargast des Symphonic-Rock-Konzerts Bridges to Classics bei den Händel-Festspielen, das auf der Freilichtbühne in der Galgenbergschlucht stattfinden sollte.[13] Für November 2020 war zudem eine gemeinsame Tournee der Earth Band mit Status Quo angekündigt worden, die in Hamburg beginnen sollte.[12] 2024 war er erneut bei Rock meets Classic dabei. Dort sang er neben Titeln der Earth Band auch gemeinsam mit Russ Ballard einen von diesem geschriebenen Rainbow-Titel.[14] Kurz zuvor, am 26. Januar 2024, war bei Escape Music sein Album Circus Life erschienen, das beim selben Label herauskam wie Pure.[15] Steve Overland brachte einen Grundstock an Stücken ein, die Hart überarbeitete und an denen er mitschrieb. Die Rhythmusgruppe bildeten Harry James und Chris Childs von Thunder, die Gitarre spielte Steve Morris, der das Album zusammen mit Overland auch produzierte.[14][15] Im Lauf der Jahre arbeitete Hart außerdem mit Andy Taylor von Duran Duran zusammen.[3] Auf dem 1994 erschienenen Livealbum Tabaluga und Lilli von Peter Maffay singt er den Titel Lied des Mondes.[16]

Diskografie

Soloalben

  • Cries And Whispers (1989)
  • Robert Hart (1992)
  • Boys on the Corner (1992)
  • Fooled Around And Fell in Love (1993)
  • Heart and Soul (1994)
  • A Little Love Is Overdue (1999)
  • Angel (2005)
  • We Will Remember Them (2009)
  • Pure (2020)[17]
  • Circus Life (2024)[15]

Mitwirkungen an Alben

  • Under The One Sky (1989) (The Distance)
  • Tabaluga und Lilli – Live! (1994) (Peter Maffay)[16]
  • Company of Strangers (1995) (Bad Company)
  • Stories Told & Untold (1996) (Bad Company)
  • Live at Hampshire Beach Ballroom (1999) (Bad Company)
  • All About the Children (All Star Charity Band 2002)
  • Any Day Now (2005) (The Jones Gang)
  • We Aint Going Home Empty Handed (2009, Single) (XBad Company)[9]
  • Endangered Species – Tony Ashton and Friends live at the Abbey Road (2009) (Company of Snakes)
  • Into the Fire (2014) (Diesel)
  • Lone Arranger (2014) (Manfred Mann)

Film-Soundtracks

  • The Burglar (1987)
  • Richie Rich’s Christmas Wish (1998)
  • My Sister’s Keeper (2009)

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks