Robert (Vorname)

männlicher Vorname From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert ist ein aus dem Germanischen stammender männlicher Vorname.

Herkunft und Bedeutung

Robert ist die normannische Namensform von altgermanisch *Hrōþi-berhtaz, westgermanisch *Hrōþi-berht (s. Chrodobertus) und bedeutet so viel wie „von glänzendem Ruhm“.[1] Die Bedeutung des altgermanischen Wortes *hrōþiz oder *hrōþaz ist „Ruhm, Ehre“ und das Wort *berhtaz steht für „strahlend, glänzend, stolz“.[2]

Verbreitung

Der Name „Robert“ war im Mittelalter sowohl im deutschen wie auch im französischen Sprachraum verbreitet. Der Name war in erster Linie als Adels- und Herrschername gebräuchlich. Beispielsweise ist Robert der Tapfere (französisch Robert le Fort) der Begründer der nach ihm benannten Familie der Robertiner, eines Zweigs des rheinfränkischen Geschlechts der Rupertiner, dem alle französischen Könige aus dem Haus der Kapetinger und aus den späteren französischen Königshäusern (Haus Valois, Haus Bourbon) entstammten und damit Ahnherr des „Hauses Frankreich“ (Maison de France).

Von der Normandie aus gelangte der Name auf die britische Insel. Im deutschen Raum wurde der Name vergessen und ist erst im 18. Jahrhundert durch die Ritterdichtung und die literarische Verarbeitung der Geschichte der Normannenherzöge wieder eingeführt und beliebt geworden (vgl.: Robert Guiskard, Herzog der Normänner“ von Heinrich von Kleist, 1803 und Robert le diable von Giacomo Meyerbeer, 1831).[3]

Heute erfreut sich der Name vornehmlich in Nordamerika (häufig auch als Taufname zu „Bob“ verkürzt) größter Beliebtheit, aber auch im deutschen, französischen und romanischen Sprachraum ist der Name sehr verbreitet.

Der Name wird in Deutschland seit über hundert Jahren jährlich bei der Namenswahl berücksichtigt.[4] Besonders beliebt war der Name in den 1970er und 1980er Jahren, als er durchschnittlich Rang 31 und 28 belegte.[5][6] Im Jahr 1985 erzielte er mit Rang 18 seine beste Platzierung.[7] Seit den 1990er Jahren ist er nur noch mäßig beliebt. In den letzten 10 Jahren wurden rund 3.400 Jungen so genannt.[4] In Österreich gehörte der Name Robert von 1984 bis 1988 zu den Top-30. Seitdem geht seine Popularität zurück. Bis zum Jahr 2003 lag er in den Top-100. Im Jahr 2024 belegte der Name Rang 219.[8] Von 1984 bis 2023 wurde er etwa 5.800 Mal gewählt. In der Schweiz kommt der Name seit 1930 alljährlich in der Namensgebung vor. Bis 1959 lag er stets in den Top-30 und bis 1990 in den Top-100. Von 1930 bis 2023 wurde er circa 16.400 Mal vergeben.[4]

In Frankreich befand sich der Name von 1900 bis 1950 in den Top-20 und zeitweise auch in den Top-10. Seitdem sinkt seine Beliebtheit stetig. Seit Mitte der 1990er Jahre zählt er nicht mehr zu den Top-500.[9] Der Name kommt in den Niederlanden seit 1930 jedes Jahr in den Vornamenscharts vor. Besonders populär war er von 1952 bis 1987, als er sich dauerhaft in den Top-20 und zeitweise in den Top-10 befand. Seit der Jahrtausendwende ist er nur noch mäßig beliebt. In Belgien gilt der Name als mäßig populär. In Polen gehört der Name Robert seit 2000 zu den 100 beliebtesten Jungennamen. Bis 2023 wurde er rund 13.900 Mal vergeben. Auch in Ungarn zählt der Name in diesem Zeitraum durchgehend zu den Top-100 der Hitlisten.[4] In Tschechien liegt der Name seit 1935 in den Top-80. Von 1967 bis 1979 lag er in den Top-30. Die Schreibweise Róbert befand sich von Ende der 1950er bis Mitte der 1990er Jahre in den Top-200.[10] Die Schreibweise Róbert war in der Slowakei von 2000 bis 2014 stets in den Top-50 anzutreffen.[11]

Der Name lag in Schweden von 1970 bis Ende der 1990er Jahre in den Top-100. In Norwegen war er zwischen 1960 und 1990 ein beliebter Vorname. Dahingegen gilt er in Dänemark als mäßig beliebter Name, der seit 1985 jährlich vergeben wird.[12] In Estland belegte der Name im Jahr 2020 Rang 4.[13] Der Name befindet sich in Armenien seit 2007 in den Top-40. Im Jahr 2024 belegte er Rang 7.[14]

In England und Wales zählte der Name Robert von 1996 bis 2002 zu den Top-50 und bis 2014 zu den Top-100.[15] Der Name lag in Schottland von 1935 bis 1977 in den Top-10. Er liegt bis heute in den Top-100.[16] In Irland befand sich der Vorname von 1964 bis 1999 in den Top-30. Seitdem geht seine Popularität zurück. Im Jahr 2024 belegte er Rang 97.[17] In den USA gehört der Name seit 1880 zu den 100 beliebtesten Jungennamen. Bis 1989 lag er durchgehend in den Top-10 der Hitlisten. Zwischen 1924 und 1939 hatte er die Spitzenposition inne.[18] Der Name befand sich in Kanada von 1920 bis 1983 stets in den Top-10 der Hitlisten. Danach ließ seine Popularität stetig nach.[19]

In Australien war der Name von 1952 bis 1985 durchgehend in den Top-20. Seit den 1990er Jahren geht seine Beliebtheit zurück.[20] Der Name befand sich in Neuseeland von 1900 bis 1967 in den Top-10 und bis 1982 in den Top-20. Seine Popularität ist seit den 1990er Jahren rückläufig.[21]

Varianten

Weiblich:

Kurzformen:

Namenstag

Bekannte Namensträger

Herrscher

Zu den Herrschern mit dem Namen Robert siehe Hauptartikel: Liste der Herrscher namens Robert

Heilige

Folgende Heilige trugen den Vornamen Robert:

Siehe auch: Heiliger Rupert zu den Varianten -bert/-brecht

Deutscher Sprachraum

  • Robert Blum (1807–1848), deutscher Politiker, führender Kopf der Demokraten während der Märzrevolution von 1848
  • Robert Borchardt (1912–1985), deutscher Diplomat, Abteilungsleiter im BND und Ritterkreuzträger
  • Robert Bosch (1861–1942), deutscher Unternehmer
  • Robert Wilhelm Bunsen (1811–1899), deutscher Wissenschaftler
  • Robert Havemann (1910–1982), deutscher Chemiker, Regimekritiker in der DDR und Publizist
  • Robert Huber (* 1973), deutscher Physiker und Professor
  • Robert Jecker (1902–1932), deutscher Motorradrennfahrer
  • Robert Koch (1843–1910), deutscher Wissenschaftler und Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin
  • Robert Lembke (1913–1989), deutscher Journalist und Fernsehmoderator
  • Robert Martin-Ritter (* 1934), deutscher Brigadegeneral
  • Robert Schumann (1810–1856), deutscher Komponist und Pianist der Romantik
  • Robert Spaemann (1927–2018), deutscher Philosoph

Englischer Sprachraum

Französischer Sprachraum

  • Robert der Mönch, mittelalterlicher Kleriker aus der Gegend von Reims in Frankreich
  • Robert von Arbrissel (≈1045–1116), Gründer des Ordens von Fontevraud
  • Robert de Namur (1323–1391), niederländischer Ritter und Adliger im 14. Jahrhundert aus dem Haus Dampierre
  • Robert Schuman (1886–1963), französischer Politiker, Gründervater der Europäischen Union
  • Robert von Sorbon (1201–1274), französischer Theologe und Hofkaplan, Namensgeber der ersten Universität Frankreichs, der Sorbonne
  • Robert de Vogüé (1870–1936), französischer Geschäftsmann, Funktionär, Politiker und Marineoffizier

Osteuropäischer Sprachraum

Fiktive Namensträger

Siehe auch

Einzelnachweise

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