Rolf Schubert
deutscher Maler
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Leben
Rolf Schubert war der Sohn eines Malermeisters. Er erlernte 1947 bis 1949 den Beruf des Dekorationsmalers und arbeitete bis 1950 als Malergeselle. Von 1950 bis 1953 studierte er im Fach Dekorative Malerei an der Fachschule für angewandte Kunst Leipzig und 1953 bis 1958 im Fach Malerei bei Kurt Robbel, Bert Heller und Arno Mohr an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee. Sein Diplom machte er bei Gabriele Mucci. Danach arbeitete er bis 1963 als freischaffender Künstler in Berlin. Von 1963 bis 1966 war Schubert Meisterschüler bei Heinrich Ehmsen und Otto Nagel an der Akademie der Künste der DDR. 1965 nahm er im Meisterschüleraustausch an einer Studienreise in die Sowjetunion, insbesondere in den Kaukasus, teil. Von 1963 bis 1983 arbeitete er wieder freischaffend in Berlin.
Schubert hatte eine bedeutende Anzahl von Personalausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. Er war u. a. von 1967 bis 1988 auf allen Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden vertreten.
Seit 1972 hielt er sich im Sommer häufig auf Hiddensee und Rügen auf. 1979 unternahm er eine Studienreise nach Paris, 1983 nach Spanien. 1976 bis 1979 und 1983 bis 1993 hatte Schubert einen Lehrauftrag im Fach Künstlerisches Naturstudium an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee.[1]
Rezeption
„Rolf Schuberts Malerei wurzelt in der sogenannten Berliner Schule, die sich in den 50er und 60er Jahren in Ostberlin entfaltet hat. […] Rolf Schubert ist von Grund auf Maler, er entwickelt seine Bilder aus feinsinnig abgestuften Tönen, nur sparsam durchziehen Linien oder Konturen den Raum. Es sind stille Bilder ohne hektische Bewegung, den Zustand als das Sein beschreibend. Formen und Farben klingen in einer ruhigen Ausgewogenheit, der spröde Farbauftrag fasst die Dinge zusammen, Details oder Spitzpinseligkeit sind seine Sache nicht.“[2]
Ehrungen
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Schuberts (unvollständig)
- Berlin: Neue Nationalgalerie[3]
- Berlin: Berlinische Galerie[4]
- Frankfurt/Oder: Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst
- Freiberg: Stadt- und Bergbaumuseum
- Oelsnitz/Erzgeb.: Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst[5]
Weitere Werkbeispiele
Tafelbilder
- Armenische Landschaft mit Tauben (1966, Öl, 80 × 60 cm; Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst Frankfurt)
- Erzgebirge (1974, Öl, 50,5 × 61 cm; Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg)
- Kalkwerk Herold (1975, Öl, 130 × 100 cm; Palast der Republik)
- Industriedorf im Erzgebirge (1975, Öl, 130 × 100 cm; Palast der Republik)
- Erzgebirgslandschaft und Halden (1975, Öl, 130 × 100 cm; Palast der Republik)
- Erzgebirgische Winterlandschaft (1975, Öl, 100 × 130 cm; Palast der Republik)[6]
- Jazz Duo in New Orleans (2004, Öl, 54 × 64 cm; Privatsammlung)
Baugebundene Werke
- Arbeit und Erholung (1959; Wandbild, Secco/Kasein, 5 × 12 m; Speisesaal im Sozialgebäude des VEB Stern-Radio Berlin, Berlin-Weißensee, Liebermannstraße; mit Ronald Paris und Hans Vent)[7]
- Freizeitgestaltung der Kinder (mit Dieter Gantz; 1962/63, Wandmalerei auf Silikatplatten, 3,50 × 18 m; Berlin-Treptow, Willi-Sänger-Straße, Eingangshalle der heutigen Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule)[8]
- Entwicklung des Flugwesens und der Tiefseeforschung (1964, Wandmalerei auf Silikatplatten, ca. 50 m2 Berlin, Eingangsfassade einer Oberschule im heutigen Sewanviertel; mit Gantz und Konrad Knebel)[9]
- Entwicklung der Verkehrsmittel (1964, Gipsintarsie, 3,50 × 14 m; Wandbild an der Stirnwand des Speisesaals des Omnibusbahnhofs der Berliner Verkehrsgesellschaft, Berlin-Weißensee, Weißenseer Weg; Entwurf, Ausführung mit Friedrich Lude und Klaus Keller)[10]
- Schüleraufführung “Sommernachtstraum” (1964, Wandbild, Secco, 2,80 × 10,00 m; Frankfurt/Oder, Pflaumenweg, Eingangsflur zur Aula der damaligen 7. POS; mit Gantz und Rolf Lindemann)[11]
Personalausstellungen (unvollständig)
- 1965: Schwerin, Staatliches Museum Schwerin (mit Manfred Böttcher, Harald Metzkes und Hans Vent)
- 1967: Berlin, Institut für Lehrerweiterbildung
- 1968: Berlin, Galerie der Genossenschaft Bildender Künstler
- 1971: Görlitz, Galerie des Kulturbunds
- 1975: Berlin, Galerie Arkade
- 2007: Beeskow, Burg Beeskow
- 2008: Berlin, Karl-Liebknecht-Haus
- 2013: Berlin, Helios-Galerie Berlin-Buch („Ein Lebenswerk-Malerei aus den Jahren von 1960 bis 2006“)
Postum
- 2014: Berlin, St. Thomas-Kirche
- 2017: Oberhausen, Galerie Torhaus Eins (mit dem Fotografen Rolf Arno Specht)
Literatur
- Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1983, DNB 840340435, S. 78, 156, 171 ff., 179.
- Schubert, Rolf. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 859
- Schubert, Rolf. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 102, De Gruyter, Berlin 2019, ISBN 978-3-11-023268-4, S. 230.
Weblinks
- Rolf Schubert bei artnet
- Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. In: bildindex.de. Abgerufen am 9. Januar 2026.