Rudolf Mallinger

österreichischer Mediziner und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Rudolf Mallinger (* 1956 in Grieskirchen, Oberösterreich) ist ein österreichischer Mediziner und Hochschullehrer. Er war zuletzt von 2013 bis Februar 2026 Rektor der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL) in Krems an der Donau und ist deren Gründungsrektor. Mallinger war zuvor in verschiedenen Leitungsfunktionen an der Medizinischen Universität Wien tätig.

Rudolf Mallinger

Leben und Laufbahn

Rudolf Mallinger studierte von 1975 bis 1980 Medizin an der Universität Wien und promovierte dort zum Dr. med. univ. im Dezember 1980. In der Folgezeit war er fast zwei Jahrzehnte am Institut für Histologie und Embryologie tätig.[1]

1992 habilitierte er sich für das Fach Histologie und Embryologie an der damaligen Medizin-Fakultät der Universität Wien und 1993 wurde er außerordentlicher Professor. Im Jahr 1999 wurde er Vorsitzender der Studienkommission für die Diplomstudien Human- und Zahnmedizin sowie das Doktoratsstudium Humanmedizin. in dieser Zeit war er federführend an der Implementierung des neuen Medizin-Curriculums und an der Ausgliederung der medizinischen Fakultät aus der Universität Wien zur eigenständigen Medizinischen Universität Wien beteiligt.[2][3]

Von 2003 bis 2011 war Mallinger Vizerektor für Studium und Lehre der medizinischen Universität Wien.[4] Er war u. a. gemeinsam mit Manfred Dierich von der Medizinischen Universität Innsbruck maßgeblich daran beteiligt, dass im Jahr 2006 Zulassungsbeschränkungen für medizinische Fächer eingeführt werden konnten. Ziel war es, die Studienqualität zu sichern – u. a. im Hinblick auf die sogenannten „NC-Flüchtlinge“ aus Deutschland, welche die Ausbildungskapazitäten überlasteten. In Zusammenarbeit mit der Schweiz wurde mit dem Eignungstest für das Medizinstudium ein bewährtes Zulassungskriterium innert kürzester Zeit an den medizinischen Universitäten Innsbruck und Wien übernommen und bis 2012 fortgeführt.[5][6]

Anschließend übernahm er Aufgaben bei der Gründung und Etablierung der Karl Landsteiner Privatuniversität: von Juli 2012 an wirkte er zunächst als Geschäftsführer der Errichtungsgesellschaft, im April 2013 wurde er zum ersten Rektor der Universität bestellt.[7]

Im Februar 2026 wurde Mallinger emeritiert, seine Nachfolgerin Andrea Olschewski in den Leitungsfunktionen der KL wurde im Juni 2025 gewählt.[8] Er wurde im Januar 2026 mit einem Festakt verabschiedet, wo Wolfgang Schütz die Laudatio hielt. Er würdigte die Entwicklung moderner Curricula an Universitäten mit frühzeitigem Praxisbezug, den Aufnahmetest für Medizinstudenten und die Implementierung des Bologna-Modells für Mediziner. In Krems sei ihm „das Meisterstück des Aufbaus und die langjährige erfolgreiche Führung einer Privatuniversität“ gelungen.[9]

Akademische und administrative Tätigkeiten

Mallinger hat in ein wissenschaftliches Profil in den Bereichen Histologie und Embryologie. In der Lehre an der Medizinischen Universität Wien von 1984 bis 2006 hielt er Vorlesungen, Seminare und Übungen zu diesen Themen ab.[10] In seiner akademischen Laufbahn kombinierte er Forschung, Lehre und administrative Verantwortung.

Mallinger war von 2008 bis 2011 Mitglied des Beirates „Eignungstest“ der Schweizerischen Universitätskonferenz zur Koordinierung des gemeinsamen Testeinsatzes.[11] Zwischen 2013 und 2023 war Mallinger Mitglied des Kultursenats der Niederösterreichischen Landesregierung (NÖ Kultursenat).[12]

Ehrungen

Im Jahr 2012 erhielt Mallinger ein Ehrendoktorat der rumänischen Medizin-Universität in Timisoara für eine seit 2005 bestehende Kooperation, vor allem der Entwicklung eines national wie international abgestimmten Curriculums an der rumänischen Universität.[13]

Ein Ehrendoktorat der rumänischen „Iuliu Hatieganu“ Universität für Medizin und Pharmazie in Cluj-Napoca erhielt er 2013, ebenfalls vor allem für die Entwicklung eines Curriculums und dem Aufbau eines Doktoratsstudiums.[2]

Als Ehrung für die Verdienste bei Gründung und Leitung der KL wurde das Auditorium der KL im Januar 2026 nach Rudolf Mallinger benannt.[14]

Commons: Rudolf Mallinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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