Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
Universität in Krems, Österreich
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (abgekürzt als KL) ist eine Privatuniversität in Krems an der Donau (Österreich). Sie wurde 2013 gegründet und ist am Campus Krems angesiedelt.[3]
| Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften | |
|---|---|
| Gründung | 2013 |
| Trägerschaft | Medizinische Universität Wien; Technische Universität Wien; Land Niederösterreich; MedAustron |
| Ort | Krems an der Donau, Österreich |
| Rektor | Rudolf Mallinger[1] |
| Studierende | 809 (2023/24)[2] |
| Mitarbeiter | 111 (Wissenschaftliches Personal; 2023/24)[2] |
| Website | kl.ac.at |


Die 24 Universitätskliniken der KL befinden sich am Universitätsklinikum Krems (ca. 460 Betten), am Universitätsklinikum St. Pölten (ca. 1140 Betten) und am Universitätsklinikum Tulln (ca. 440 Betten). Zusätzlich befindet sich das Universitätsklinikum für Psychosomatische Medizin (Psychosomatisches Zentrum Waldviertel) am Standort Eggenburg.[4] Eine Zusammenarbeit besteht auch mit MedAustron, einem Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum in Wiener Neustadt.[5]
Geschichte und Träger
Am 18. Juni 2012 wurde die „Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Errichtungsgesellschaft m.b.H.“ in Vorbereitung zur Gründung einer Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften gegründet. Verantwortliche Gründer der Universität waren die Medizinische Universität Wien, die Universität für Weiterbildung Krems und die IMC Fachhochschule Krems.[6][7] Im Juli 2013 beschloss der Landtag von Niederösterreich eine Förderung der geplanten Universität in Höhe von 25 Millionen.[8] Namensgeber der Universität wurde der österreichisch-amerikanische Mediziner und Immunologe Karl Landsteiner, der 1930 für seine Entwicklung des AB0-Systems der Blutgruppen den Medizin-Nobelpreis erhielt.[9]
Im April 2013 wurde der Humanmediziner und ehemalige Vizerektor der Medizinische Universität Wien, Rudolf Mallinger, zum ersten Rektor der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften ernannt. Als erste Prorektorin der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften wurde Sabine Siegl bestellt.[10] Im Herbst 2013 nahm die Privatuniversität erste Studenten auf.[11] Die Studienangebote wurden Ende November 2013 durch die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) akkreditiert.[12]
Nachdem zunächst verschiedene Lehrräume der anderen Institutionen am Campus Krems genutzt worden waren, eröffnete die Karl Landsteiner Privatuniversität im Jahr 2017 ein eigenes Gebäude. Dieses umfasst knapp 4.600 Quadratmeter und ist auf rund 600 Studierende ausgelegt.[13] 2024 wurde ein Erweiterungsgebäude am Campus Krems mit 23 Laborräumen, 140 Büros und 14 Seminarräumen eingeweiht, das unter anderem auch von der Karl Landsteiner Privatuniversität genutzt wird.[14]
Im Juni 2025 wurde die Anästhesistin Andrea Olschewski als Rektorin und Geschäftsführerin designiert, sie soll ab Februar 2026 die Leitungsfunktionen von Gründungsrektor und Geschäftsführer Rudolf Mallinger übernehmen.[15]
Trägerschaft und Standorte
Träger der Karl Landsteiner Privatuniversität sind zu gleichen Teilen[16] die Medizinische Universität Wien, die Technische Universität Wien, das Land Niederösterreich sowie MedAustron.
Die Lehr- und Forschungsstandorte der Karl Landsteiner Privatuniversität sind:
Fakultäten, Studienrichtungen und weitere Bildungsangebote
Die Karl Landsteiner Privatuniversität gliedert ihre wissenschaftlichen Organisationseinheiten in drei Fakultäten:[19]
- Fakultät Gesundheitswissenschaften
- Fakultät Medizin
- Fakultät Psychologie
Medizin
Das Medizinstudium an der KL besteht aus zwei Studien, dem Bachelorstudium Medical Science und dem Masterstudium Humanmedizin.
Das Bachelorstudium Medical Science ist der erste Teil des Bologna-konformen Medizinstudiums und soll den Zugang zu neuen Berufsfeldern in den Gesundheitswissenschaften eröffnen. Der Abschluss des BA Medical Science stellt die Voraussetzung für das darauf aufbauende Masterstudium Humanmedizin der KL dar.
Das Masterstudium Humanmedizin ist der zweite Teil des Bologna-konformen Medizinstudiums. Dabei wird allen Absolventen des hauseigenen Bachelorstudiums Medical Science ein Platz angeboten, ohne ein zusätzliches Aufnahmeverfahren zu durchlaufen. Es dient der wissenschaftlichen Vorbildung für den ärztlichen Beruf sowie der Vermittlung der Kompetenzen, die für die selbstständige ärztliche Berufsausübung notwendig sind.
Psychologie
2016 wurde von der AQ Austria ein weiteres Vollzeitstudium, das Bachelorstudium Psychologie, akkreditiert. Im Herbst 2017 wurden erste Bachelorstudenten aufgenommen.[20] 2018 wurde auch das Vollzeit-Masterstudium Psychologie akkreditiert.
Das Bachelorstudium Psychologie vereint psychologische und psychosoziale Anwendungsfelder auf Basis einer wissenschaftsgestützten Praxis. Gestützt auf das vermittelte theoretische Wissen werden psychologische Handlungskompetenzen und Schlüsselqualifikationen zur Betreuung von Menschen erarbeitet, die für den späteren Berufsalltag relevant sind.
Das Masterstudium Psychologie baut auf dem Bachelorstudium Psychologie auf. Es vertieft die Kenntnisse und Fertigkeiten in der psychologischen Grundlagenforschung und den Anwendungen der Psychologie. Durch den Erwerb berufsspezifischer Kompetenzen erlernen die Studierenden die fachgerechte Anwendung von psychologischen Erkenntnissen und Methoden bei der Untersuchung, Behandlung, Auslegung, Änderung und Vorhersage des Erlebens und Verhaltens von Menschen und ihrer Lebensbedingungen. Der Schwerpunkt der theoretischen Ausbildung liegt auf der Klinischen Psychologie sowie auf der Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie.
Weitere Bildungsangebote
Die Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems erhielt im Februar 2024 die Akkreditierung für ihr erstes PhD-Programm „Mental Health and Neuroscience“ durch die AQ Austria. Das interdisziplinäre Doktoratsstudium verbindet psychische Gesundheit, Neurobiologie und klinische Neurowissenschaften und ermöglicht Forschung zu Krankheitsmechanismen, Diagnostik und Therapie.[21][22]
Forschung
Die Karl Landsteiner Privatuniversität widmet sich gesundheitspolitisch relevanten und interdisziplinären Forschungsfeldern[23] der Gesundheitswissenschaften und Medizin, darunter psychische Gesundheit und Neurowissenschaften, Psychologie, Onkologie, Medizin und Technik sowie Wasserqualität und deren Auswirkungen auf die Gesundheit.[24]
Mit dem vom Land Niederösterreich geförderten Maßnahmenpaket „Forschungsimpulse“ soll eine universitäre Forschungsinfrastruktur an den Universitätskliniken der KL aufgebaut werden. Es erlaubt Klinikerinnen und Klinikern auch, sich freistellen zu lassen, um Forschung zu betreiben.[25]
Projekte und Initiativen
Einige Projekte der Universität richten sich auch an die Gesellschaft, darunter das Reanimations-Übungsprogramm „Fit4Reanimation“[26] sowie eine HPV-Impfkampagne.[27] Gemeinsam mit den Einrichtungen am Campus Krems – der Universität für Weiterbildung Krems und der IMC Krems – ist die Karl Landsteiner Privatuniversität Teil des 2024 gegründeten „Campus_Network:Diversity*“, welches das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt fördern soll.[28]
Kritik
Vertreter des Wissenschaftsrates, der Universitätenkonferenz sowie öffentlicher Medizinuniversitäten befürchten, dass private Medizinstudiengänge unter erleichterten Akkreditierungsbedingungen entstehen könnten und warnten vor einer möglichen Absenkung akademischer Standards, dem seitens der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQA) widersprochen wird. "Alleine die Tatsache, dass seit Bestehen der Agentur die Mehrheit der Anträge auf Akkreditierung abgelehnt wurde, zeigt, dass es sich keinesfalls um eine Formalität handelt. Sämtliche Entscheidungen würden auf internationalen Gutachten beruhen. In diesem Kontext wurden z. B. Fragen zur langfristigen Sicherstellung von Forschungsleistung, Ausbildungsqualität und personeller Ausstattung aufgeworfen, vor allem für zukünftig noch geplante Hochschulgründungen.[29]