Ruth Linhart
österreichische Japanologin, Autorin und Feministin
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Ruth Linhart (* 1945 in Innsbruck, Tirol) ist eine österreichische Japanologin, Autorin und Feministin.
Leben und Wirken
Ruth Linhart studierte von 1964 bis 1972 Japanologie, Germanistik, Völkerkunde, Anglistik und Geschichte an der Universität Wien, an der Universität Hokkaidō in Sapporo und der Pädagogischen Universität Tokio. 1972 promovierte sie über den japanischen Dichter Ishikawa Takuboku mit ihrer Arbeit „Ishikawa Takuboku und der japanische Naturalismus“.[1][2]
Ab 1972 arbeitete sie als freiberufliche Übersetzerin. Danach wechselte sie in den Journalismus. Als Redakteurin war sie hauptberuflich für die Arbeiter-Zeitung (AZ) tätig, danach für die Wochenzeitschrift Die Frau sowie für den ORF.[3] Von 1986 bis 2003 arbeitete sie für das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft Wien.
Gemeinsam mit Fleur Sakura Wöss organisierte Ruth Linhart 1987 das 8. Japan-Seminar Frauenleben in Japan an der Volkshochschule Brigittenau. An der VHS polycollege Margareten Wieden hielt sie Workshops über japanische Dichtung ab. Sie unterrichtete am Japanologischen Institut der Universität Wien Japanische Literaturgeschichte und publizierte Bücher und Artikel über die Situation japanischer Frauen.
Von 2003 bis 2015 war Linhart Fellow des Instituts für Ostasienwissenschaften der Universität Wien.[4] Ab 2003 arbeitete sie fast zwanzig Jahre an dem Biografieprojekt über die japanische Feministin und Literaturwissenschaftlerin Yasuko Imai.[5]
1979 wurde Ruth Linhart mit dem Österreichischen Staatspreis für journalistische Leistungen im Interesse der Jugend ausgezeichnet und 2002 erhielt sie im Rahmen des Journalistenpreises des Sozialforum-Österreichisches Hilfswerk den Förderpreis für ihren Artikel Kind und Karriere in Japan in der Welt der Frau.[6] Gemeinsam mit Hans Hauer gründete sie den Eigenverlag haru Wien, in dem sie eigene Reiseberichte, Gedichte und Übersetzungen veröffentlichte.[3]
Ruth Linhart lebt in Wien.
Publikationen (Auswahl)
- Japanische Kultur in der Gegenwart, Ruth Linhart und Sepp Linhart, Verlag Waanders, 1982, ISBN 978-3-900130-76-3
- Wenn erst Friede ist. Der Briefwechsel von Valerie und Anton Kittel 1940–1945, Herausgeberin: Ruth Linhart, Verlag Österreich, 1987, ISBN 978-3-7046-0066-0
- Nippons neue Frauen, Herausgeber: Ruth Linhart und Fleur Wöss, rororo-Sachbuch, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1990, ISBN 978-3-49918-585-4
- Ruth Linhart: Onna da kara – Weil ich eine Frau bin. Liebe, Ehe und Sexualität in Japan, aus der Reihe Frauenforschung, Band 16, Milena Verlag (früher Wiener Frauenverlag) 1991, ISBN 978-3-90039-955-9
- Ruth Linhart: Gegen den Strom – Imai Yasuko und 150 Jahre japanische Frauengeschichte Iudicium Verlag München, 2022, ISBN 978-3-86205-675-0
- Die Karawane, Prosatexte, Hans Hauer und Ruth Linhart Eigenverlag 2022, ISBN 978-3-9504820-4-1
- Schweigen, von Endō Shūsaku, Übersetzung aus dem Japanischen von Ruth Linhart. Septime Verlag Wien, 2015, ISBN 978-3-99120-071-0
- Einsamer als der Wintersturm. Gedichte der Sammlung Trauriges Spielzeug, von Takuboku Ishikawa, Übersetzung aus dem Japanischen von Ruth Linhart, Waldgut Verlag, 2018, ISBN 978-3-03740-129-3