Ruth Lyttle Satter
US-amerikanische Mathematikerin, Botanikerin und Hochschullehrerin
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Ruth Lyttle Satter (* 8. März 1923 in New York City, USA ; † 3. August 1989) war eine amerikanische Mathematikerin, Botanikerin und Hochschullehrerin. Sie ist vor allem für ihre Arbeiten zur circadianen Blattbewegung bekannt.[1]
Leben und Werk
Lyttle Satter wuchs auf Long Island auf. 1944 schloss sie ihr Studium am Barnard College mit einem Bachelor of Arts in Mathematik und Physik ab. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie von 1944 bis 1947 als Forscherin bei den AT&T Bell Laboratories und der Maxson Co.
Anschließend widmete sie sich 17 Jahre lang der Erziehung ihrer vier Kinder. Sie absolvierte außerdem eine Ausbildung in Gartenbau im Botanischen Garten von New York und schloss den Kurs 1951 ab. Von 1953 bis 1963 war sie als Dozentin für Gartenbau an der YMCA-Hobbyschule tätig. Sie studierte ab 1964 an der University of Connecticut, wo sie unter der Leitung von Donald Wetherell ein Graduiertenstudium in Pflanzenphysiologie absolvierte und 1968 promovierte. Ihre Dissertation befasste sich mit der Steuerung der Blüte durch Rot- und Dunkelrotlicht bei Sinningia-Arten und führte zur Veröffentlichung zweier Artikel in der Fachzeitschrift Plant Physiology.[2]
Nach ihrer Promotion forschte sie zunächst als Postdoktorandin und anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Yale University. Ihre Experimente befassten sich mit der Rolle von Phytochrom und später von circadianen Rhythmen bei der Steuerung der Blättchenbewegung in den zusammengesetzten Blättern zweier Leguminosen, Albizzia und Samanea. Sie konnte zeigen, dass die Bewegung durch den Fluss von Kalium- und Chloridionen zwischen Motorzellen in den Pulvini an der Basis der Blättchen gesteuert wird. Da diese Blättchen nach anfänglicher Photostimulation ausgeprägte rhythmische Bewegungen zeigten, untersuchte sie die Wirkung von Licht auf zirkadiane Aspekte des Kontrollsystems. Nachdem sie einen Sommerkurs zu diesem Thema bei Colin Pittendrigh belegt hatte, widmete sie sich endgültig der Erforschung von Rhythmen und behielt gleichzeitig ihr Interesse an Phytochrom bei.
Als sie 1980 als Gastprofessorin an die University of Connecticut zurückkehrte, widmete sie sich dem Verständnis der Mechanismen rhythmischer Veränderungen des Ionengehalts in den Motorzellen des Pulvinus. In Zusammenarbeit mit dem Lipidbiochemiker Richard Crain wies sie erstmals nach, dass der Phosphatidylinositol-Zyklus der grundlegende Mechanismus der Lichtsignaltransduktion in den Blattmotorzellen ist. Damit gehörten die Motorzellen zu den ersten pflanzlichen Systemen, bei denen der Phosphatidylinositol-Zyklus zur Signaltransduktion nachgewiesen wurde.[3][4]
Sie engagierte sich in zahlreichen wissenschaftlichen Organisationen, darunter das American Institute of Biological Sciences, die American Society of Plant Physiologists, die American Society for Photobiology, und die National Science Foundation.[5]
Lyttle Satter war mit dem Richter am Superior Court von Connecticut, Robert Satter, verheiratet. 1980 erhielt sie die Diagnose Leukämie und ihre Forschung wurde aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme immer wieder unterbrochen und ab 1989 war sie auf wöchentliche Bluttransfusionen angewiesen.
Zum Andenken an ihre Schwester Ruth Lyttle Satter stiftete Joan Birman 1990 den Ruth-Lyttle-Satter-Preis für Frauen in der Mathematik.[6][7]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- mit M. J. Morse, Richard C. Crain: Light-stimulated inositolphospholipid turnover in Samanea saman leaf pulvini. Proc. Natl. Acad. Sci. USA 84, 1987, S. 7075–7078.
- mit Richard Racusen: Rhythmic and phytochrome-regulated changes in transmembrane potential in Samanea pulvini. Nature 255, 1947, S. 408–410.