Ruth Moeller

deutsche Chirurgin, Chefärztin und Gesundheitsdezernentin From Wikipedia, the free encyclopedia

Ruth Moeller (* 16. September 1913 in Treuenbrietzen; † 23. September 2010 ebenda) war eine deutsche Chirurgin, Chefärztin und Gesundheitsdezernentin.

Werdegang

Ruth Moeller wurde 1913 als Tochter des Landarztes Paul Moeller geboren. Seit mehreren Generationen gehörten Ärzte und Apotheker zur Familie. Sie wuchs behütet zusammen mit ihrem Bruder Walter in einer Villa an der Leipziger Straße 2 in Treuenbrietzen auf. Nach dem Besuch des Lyceums der Clara-Hoffbauer-Stiftung auf der Halbinsel Hermannswerder studierte sie nach dem Abitur ab Mitte der 1930er Jahre Medizin an den Universitäten in Rostock, Königsberg, Freiburg und Berlin.[1] Sie promovierte an der Berliner Charité bei Ferdinand Sauerbruch.[2]

Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen

Ärztliche Praxis erwarb Ruth Moeller während des Zweiten Weltkrieges ab 1942 als Assistenzärztin an den Krankenhäusern in Pritzwalk und Brandenburg an der Havel. Nach dem Krieg kehrte sie 1945 nach Treuenbrietzen zurück und wurde ab August als Chefärztin der Chirurgischen Abteilung tätig. Die Arbeit war schwierig, da es an Medikamenten, Instrumenten und vor allem an Personal mangelte. So war Ruth Moeller in der Chirurgie als auch im Kreißsaal tätig. Gleichzeitig war sie vier Jahre lang Gesundheitsdezernentin in den Städten Treuenbrietzen, Brück und Niemegk.[2][3] 1950 erwarb sie die Anerkennung als Fachärztin für Chirurgie.[1][4]

Nach dem Tod ihres Vaters pflegte Ruth Moeller zudem ihre schwerkranke Mutter, die stark fixiert war auf den bei einem Fliegerangriff getöteten Sohn Walter und kümmerte sich um Haus und Garten. Der einzige Luxus, den sie sich leistete, war ein kleines Boot in Hemannswerder, mit dem sie auf der Havel segelte. Sie war sportlich, ging Schlittschuh laufen, Ski fahren und schwamm gern in den märkischen Waldseen.[2][5]

Bis zu ihrer Pensionierung 1978 arbeitete sie als Chefärztin der Chirurgischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Treuenbrietzen. Danach arbeitete sie weiter in der Poliklinik, als Werksärztin und nach der Wende 1989 als Hausärztin auch in der ehemaligen Landarztpraxis ihres Vaters.[3][5] Sie starb 2010 in Treuenbrietzen.

Ehrungen und Gedenken

Im Jahr 1971 wurde Ruth Moeller mit dem Titel einer Medizinalrätin ausgezeichnet, obwohl sie nie einer Partei angehörte.[2] Medizinalrat (MR) und Obermedizinalrat (OMR) waren Titel, die in der DDR zur Würdigung verdienstvoller Tätigkeit im staatlichen Gesundheitswesen an Ärzte und Zahnärzte verliehen wurden.

Ruth Moeller wurde 2013 mit der Aufnahme in das Projekt FrauenOrte Brandenburg des Frauenpolitischen Rates Land Brandenburg ausgezeichnet, das Leben und Wirken bedeutender Frauen in der brandenburgischen Geschichte sichtbar macht. Wie auch in anderen nationalen Projekten der Frauenorte werden Frauen in Deutschland und ihr Lebenswerk als historische Vorbilder geehrt.[6] Die Gedenktafel befindet sich im Krankenhauspark am Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen in der Johanniterstraße 1. (Welt-Icon)[5]

  • Ruth Moeller auf der Website der FrauenOrte Land Brandenburg

Einzelnachweise

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