Röstfein
deutsche Kaffeemarke
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Röstfein ist eine deutsche Kaffeemarke. Sie gehört der Röstfein Kaffee GmbH, die ihren Unternehmens- und Produktionssitz in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) hat. Alleinige Gesellschafterin der Röstfein Kaffee GmbH ist die Zentralkonsum eG. Mit ihr als herrschende Gesellschaft besteht seit Mai 1998 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.[2] Bekanntestes Erzeugnis von Röstfein nach 1990 ist die Kaffeesorte Rondo Melange, die zu den bedeutendsten und beliebtesten ostdeutschen Genussmitteln zählt.
| Röstfein Kaffee GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Deutschland) |
| Gründung | 1990 |
| Sitz | Magdeburg, |
| Leitung | André Hankel (Geschäftsführer) |
| Mitarbeiterzahl | 186 |
| Umsatz | 48 Mio.[1] |
| Branche | Genussmittel |
| Website | roestfein.de |
| Stand: 2021 | |

Geschichte

Der Ursprung der Kaffeerösterei bei Röstfein reicht bis 1909 zurück. In diesem Jahr wurde die heutige Kaffeerösterei in der Magdeburger Hafenstraße eröffnet. Inhaber und Betreiber war zunächst das Unternehmen Kathreiners Malzkaffeefabriken, das zu den bedeutendsten Malzkaffee-Herstellern der damaligen Zeit zählte. Bis 1945 wurden im Magdeburger Werk die Malzkaffeesorten „Kneipp Malzkaffee“ und „Linde“ produziert.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Kathreiners Magdeburger Werk enteignet. Die Malzkaffeeproduktion lief weiter. 1947 übernahm der Verband der Konsumgenossenschaften die Fabrik und führte sie unter dem Namen Konsum Kaffeewerk Magdeburg weiter. Der Begriff Röstfein wurde in der DDR 1961 als Wortmarke[3] und 1962 als Bildmarke[4] eingetragen.
In den 1970er Jahren wurden in allen sieben Röstereien der DDR verschiedene Kaffeesorten wie die gängigen drei Sorten Kosta, Rondo und Mona hergestellt. Doch obwohl diese Sorten, die zwischen 30[5] und 40 DDR-Mark pro 500 Gramm kosteten, Luxusartikel waren, reichte die Menge nicht, um den Bedarf der DDR-Bürger zu decken (vgl. Kaffeekrise in der DDR). Aus dieser Not heraus verwendete man im Konsum Kaffeewerk Magdeburg ab 1982 eine besonders sparsame Röstmethode: das Wirbelschicht-Röstverfahren. Dabei wurden die Bohnen nicht mehr wie bislang in der Trommel geröstet, wo stets ein wertvoller Teil verbrannte, sondern schwebend in heißem Wasserdampf. Dieses Verfahren trug zur quantitativ besseren Versorgung mit Bohnenkaffee bei und sicherte wenige Jahre später auch das Überleben der Marke.

Weil der Absatz nach der Wende 1990 im Gebiet der ehemaligen DDR einbrach, kämpften die sieben DDR-Röstereien ums Überleben. Nur die Magdeburger Rösterei blieb, auch dank der Wirbelschichttechnik, marktfähig. Sie wurde im April 1994 durch Übertragung ihres gesamten Vermögens mit der Naco Nahrungsmittelspezialitäten GmbH zur Röstfein Kaffee GmbH verschmolzen.[6]
Bis 1996 produzierte Röstfein unter anderem Namen weiterhin Kaffee. Vor allem durch die Produktion für Industriekooperationen konnte Röstfein am Markt bestehen. Treibende Kraft war der Direktor Manfred Winkelmann.[7]
Im Jahr 1997 erwarb Röstfein die 1960 registrierten Wort- und Bildmarken Mona und Rondo von der VENAG Kaffee GmbH, dem Rechtsnachfolger des VEB Kaffee-und Nährmittelwerke Halle.[8] Im Laufe der folgenden Jahre brachte die Rösterei Sorten wie Rondo, Mocca Fix, Mona und Im Nu wieder auf den Markt. Rondo ist derzeit das absatzstärkste Produkt des Unternehmens.[9]
Mit dem Wirbelschicht-Röstverfahren, das 2002 modernisiert wurde, kann gleichzeitig geröstet und kandiert werden.
Kaffee-Graffiti-Kunstwerk
Von August bis Oktober 2010 entstand Deutschlands größtes Kaffee-Graffiti-Kunstwerk. Der Magdeburger Künstler Poke und Röstfein kreierten die Welt des Kaffees vom Anbau der Bohne über die Ernte, den Transport und die Verarbeitung bis hin zum Genuss. Poke sprayte das Graffiti in über 30 verschiedenen Farben und verbrauchte dabei 800 Spraydosen.
Produkte
Folgende Kaffeesorten befinden sich 2025 im Produktportfolio:
- Rondo Original
- Rondo Entkoffeiniert
- Rondo Crema
- Rondo Espresso
- Rondo Bio
- Rondo Cappuccino
- Mona
- Mocca Fix Gold
- Im Nu Original
- Café Mokka
- Café Mild
Literatur
- Röstfein – Ein Unternehmen als Synonym für starken (Ost-)Kaffee. In: Arnd Zschiesche, Oliver Errichiello: Erfolgsgeheimnis Ost. Survival-Strategien der besten Marken – Und was Manager daraus lernen können. Gabler Verlag, 2009, ISBN 978-3-8349-1615-0, S. 150–154.
Quellen
- Katja Neller: DDR-Nostalgie. Dimensionen der Orientierungen der Ostdeutschen gegenüber der ehemaligen DDR, ihre Ursachen und politischen Konnotationen VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-15118-5.
Weblinks
- Röstfein – Offizielle Website
- Röstfein auf Wachstumskurs. ( vom 5. Januar 2013 im Webarchiv archive.today) Der Markt in Mitteldeutschland, IHK Magdeburg, September 2006
- n-tv Gestreckter Kaffee, Kundentäuschung mit Melange
- 100 Jahre röstfeiner Geschmack
